BVB Handball auf der Zielgeraden? Die Messlatte liegt hoch
Seit der Mitgliederversammlung des BVB sind einige Tage vergangen und der eine oder andere befindet sich schon im Weihnachtsmodus. Es ist an der Zeit, sich etwas zu wünschen.
Als Rupert Thiele ans Mikrofon trat, wirkte er sichtlich frustriert. In seinem Bericht als Abteilungsleiter der Handballfamilie über die sportliche Situation kam er schließlich zum leidigen Thema Halle. Auch wenn man es ihm nicht direkt anmerkte, bestand hier eine gewaltige Diskrepanz in der Wahrnehmung der Erfolge der Fußballerinnen einerseits und der Handballerinnen andererseits. Letztere spielen aktuell in der Champions League, haben sich für das Final4 im Pokal qualifiziert und stellen eine Vielzahl von Spielerinnen für die laufende Handball-WM ab. Viel war die Rede vom Kauf des neuen Grundstücks in Brackel und von der zukunftsträchtigen Vision, den Fußballerinnen eine neue Heimat zu geben.
Welche Gefühle stellten sich bei Rupert Thiele und seinem Team ein? Seit Jahren lebt die Abteilung von Ehrenamtlichkeit, ohne die der Spielbetrieb nicht möglich wäre. Man spielt in einer Dreifachturnhalle und muss jeden Spieltag mit faulen Kompromissen leben. „Ich mache keinen Unterschied zwischen KGaA und e.V.”, sagt Hans-Joachim Watzke immer, wenn man es hören will. Aber gibt es hier wirklich Chancengleichheit? Carsten Cramer schmückt sich gerne mit der Aussage, der Frauenfußball finanziere sich selbst. Dazu sei die Frage erlaubt: Wie lange noch? Tatsache ist, dass die Voraussetzungen im Spielbetrieb Handball alles andere als professionell sind. Ich beziehe mich dabei auf die baulichen Voraussetzungen. Das Handballteam arbeitet mehr als professionell. Aussagen von „Aki“ Watzke, die Abteilung arbeite nicht professionell genug, müssen bei den Verantwortlichen für Irritationen sorgen.
In Zeiten, in denen Sport Event-Charakter hat, ist die Halle Wellinghofen ein Desaster. Jeder Cent, der hier investiert wurde, um den zukünftigen Spielbetrieb zu garantieren, ist rausgeschmissenes Geld und hätte längst besser investiert werden können. „Aki“ hat hier Abhilfe versprochen, jetzt muss er anfangen zu moderieren – etwas, das ihm viele nicht zutrauen. Im Saal war auch Alexander Kalouti, der neue Oberbürgermeister der Stadt Dortmund. Auch er hatte sich im Wahlkampf für den Bau einer neuen Halle ausgesprochen. Egal, ob am Dortmunder U oder auf Phoenix West: Die Zeit drängt. Jetzt ist es endlich an der Zeit zu liefern, meine Herren!
Rupert Thiele hat in ehrlichen Worten über die Erfolge und Missstände der Abteilung berichtet. Das hätte man auch von Lars Ricken erwarten können. Sein Bericht war leider äußerst peinlich. In der Schule hätte man dazu gesagt: „Thema verfehlt, fünf, setzen!“ Dies war nicht der richtige Ort, um als Wahlredner für das Team Watzke aufzutreten. Insgesamt konnte man bei der Mitgliederversammlung feststellen, dass die Qualität der Redebeiträge aus dem Publikum deutlich höher war als die der Antworten der Podiumsmitglieder. Die Zukunft wird auch zeigen müssen, wie sich Daniel Lörcher als Vizepräsident, neben seinem Platz auf der Ehrentribüne im Westfalenstadion, in die einzelnen Abteilungen einbringen wird. Es wäre schön, ihn auch einmal beim Handball oder Tischtennis zu sehen, soweit es die „What Matters“ zulässt. Wesentliche Stellungnahmen zu einem Programm haben wir von ihm ja im Vorfeld nicht gehört. Fraglich ist auch, ob sich Silke Seidel bei ihren zukünftigen „Aufgaben” neu erfindet.
Deshalb setze ich meine Hoffnung auf den neuen hauptamtlichen Geschäftsstellenleiter des Vereins. Bernd Möllmann, du kennst sämtliche Variationen des Balles. Für deine neue Aufgabe wünschen wir dir alles Gute. Die anderen haben nur ein begrenztes Vertrauen. Dieses Vertrauen kann sehr schnell wieder verspielt sein. Lieber „Aki“, folge bitte nicht dem Beispiel deines Freundes Friedrich Merz und handle nicht nach dem Motto „Was interessiert mich das Geschwätz von gestern“. Folge lieber dem Grundsatz: Nur der BVB!
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