Spielbericht Amateure

Absolute Spitze! Wer will diese Jungs noch stoppen?

06.09.2001, 00:00 Uhr von:  Tommes
"Auf geht's!" Borussias Amateure vor dem Anpfiff gegen die Blauen
"Auf geht's!" Borussias Amateure vor dem Anpfiff gegen die Blauen

Die Amateure des BVB machen die Fans rundum glücklich. Die Youngsters siegten am Mittwochabend in der Glückaufkampfbahn in Buer konzentriert und clever mit 3:1 und hielten sich damit den ärgsten Verfolger um den Aufstieg in die Regionalliga vom Hals. Fans und Spieler feierten nach Spielende gemeinsam den Erfolg und müssen sich eigentlich keine Sorgen für den weiteren Verlauf der noch laufenden Saison machen.

Nur auf einer Position verändert trat die Truppe von Trainer Horst Köppel, der uns erhalten bleibt und nicht nach Kamerun geht, beim ungeliebten Reviernachbarn an. Für den verletzten Guy Demel, der dem BVB einige Wochen nicht zur Verfügung stehen wird, spielte Timo Achenbach in der Startformation. Achenbach gelang am vergangenen Sonntag die schöne Vorarbeit zum entscheidenden Treffer am letzten Sonntag gegen Hassel.

Wieder zurück im Kader nach abgesessener Sperre Michael Kügler, der allerdings zuerst auf der Bank Platz nahm.

Beide Mannschaften wollten sich von Anfang an in diesem Prestigeduell nicht verstecken. Leider merkte man beiden etwas den Druck an, der aufgrund der Tabellensituation wohl gegeben war. Der BVB startete allerdings ruhiger und abgeklärter als die Blauen, die übermotiviert unzählige Male in der Abseitsfalle der Dortmunder landeten.

Die Fans der Blauen, namentlich das Commando 1904, dass den Borussen im letzten Aufeinandertreffen im Westfalenpokal die Freude machte mit einem wärmenden Feuerchen die eigene Zaunfahne abzufackeln, hatte auf Flugblätter zu einem gemeinsamen Intro aller heimischen Fans aufgerufen. Beim Ergebnis konnte man nur erahnen was es wohl darstellen sollte. Hut ab allerdings vor der stimmlichen Unterstützung. Da war fast während des ganzen Spieles Support angesagt, wenn auch nur von einer kleineren Gruppe.

Da fragten sich nicht nur unsere Spieler was das sollte...
Da fragten sich nicht nur unsere Spieler was das sollte...

Zählbare Chancen gab es in der Anfangsphase auf beiden Seiten nicht. Bemerkenswert auf Dortmunder Seite mal wieder Michael Ratajczak, der seine Beschäftigungslosigkeit dazu nutze, letzter Mann in der Abwehr zu spielen um immer wieder Angriffe der Gäste anzukurbeln. Glück hatte er allerdings bereits in der 13. Minute, als ein noch in der eigenen Hälfte ausgeführter Freistoss der Schalker, der harmlos an Freund und Feind vorbeihoppelte, auch am Kasten vorbei lief. Da wäre er ganz schön überrascht worden. Die erste wirklich zählbare Chance der Dortmunder hatte mal wieder Florian Kringe der mit einem Weitschuss an Torwart Heimeroth scheiterte (16. Minute). In der 19. Minute tankt sich Kurtulus Oztürk durch, flankt in den Strafraum zu Francis Bugri, der sich schön in Gerd-Müller-Manier um die eigene Achse dreht, aber leider das Tor verfehlt.

Nicht nur in dieser Szene fiel Öztürk auf. Er machte heute ein sehr gutes Spiel. Er rannte viel, lief sich oft frei und brachte auf seiner Aussenposition seiner Gegenspieler des öfteren zur Verzweiflung. Nach der angesprochenen Situation kam zum ersten Mal aus der Dortmunder Supporter Ecke so etwas wie Stimmung auf. Öztürk bat daraufhin mit beschwörenden Handbewegungen um mehr und weitere Unterstützung der BVB-Anhänger.

Der Dortmunder "Block"
Der Dortmunder "Block"

In der 28. Minute war es Bugri, der Kringe wieder gut in Szene setzen konnte, der allerdings leider mit seinem Schuss am Keeper der Blauen scheiterte.

In der 43. Minute wurden unsere Jungs dann auch Ergebnistechnisch den Spielanteilen gerecht. Öztürk war von seiner rechten Postion auf die andere Seite zur Ausführung eines Eckballes gewechselt. Er zirkelte den Ball auf Pinskes Kopf und Heimeroth konnte den Ball nur noch vor die Füße von Bugri fausten, der sich artig bedankte und zum verdienten 1:0 einschoss. Wie es immer so schön heisst - zu einem psychologisch günstigen Zeitpunkt, dies natürlich nur aus Dortmunder Sicht. Unverändert kamen dann die Borussen aus der Kabine und machten da weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Einen schönen Distanzschuss von Florian Kringe, konnte der Schalker Keeper wieder nicht festhalten und Conor Casey staubte ab zum 2:0 (52.) und zu seinem mittlerweile sechsten Tor in der laufenden Saison. Nach dem zweiten Treffer hielt der Herbst in der Glückaufkampfbahn Einzug, denn in der Ecke der Dortmunder Supporter wurde es für einige Minuten ziemlich neblig.

Auch wenn sich dies jetzt nett anhört und einige Leute Ihren Spaß daran haben und hatten, aber so wird man nie eine Legalisierung von Doppelhaltern in der Roten Erde oder gar im Westfalenstadion herbeiführen können.

In der 63. Minute versuchte sich Florian Kringe mal in der Abwehr. Leider wurde er ziemlich überrannt und so kamen die Blauen durch Filip Troja zum 1:2 Anschlusstreffer. Die Schalker agierten in der Folgezeit etwas konzentrierter und nicht mehr so überhastet. Ins Abseits liefen sie aber trotzdem noch Reihenweise. Wenn es für Abseitsstellungen Punkte geben würde, dann wäre der FCS heute uneinholbar frühzeitig aufgestiegen.

PFUI
PFUI

In der 70. Minute musste Ratajczak in höchster Not einen Gewaltschuss abwehren. Reflexartig bekam er noch eine Hand an den Ball. Ein Ausgleich hätte dem Spiel der Borussen sicherlich nicht so gut getan. Michael Kügler meldete sich nach seiner Sperre wieder zurück in der Mannschaft, er war für Achenbach gekommen. Nach einem Hackentrick von Bugri scheiterte er an in der 83. Minute. Der Aktion vorrausgegangen war ein schöner langer Pass von Conor Casey auf Bugri in die Spitze.

Die endgültige Entscheidung gelang dann Conor Casey kurze Zeit später der einen Handelfmeter in seiner mittlerweile bekannten Art und Weise ohne viel Anlauf zum 3:1 verwertete. Heimeroth war noch drangekommen, aber der Ball landete platziert in der rechten Schützenecke. Conor Casey hatte sogar noch seinen achten Treffer auf dem Fuss, entschied sich aber eine Minute vor Schluss für den Pfosten. Das Spiel endete symptomatisch mit einer Abseitsstellung der Gastgeber. Danach war endlich Schluß!

Die Spieler der Mannschaft freuten sich nach dem Schlusspfiff des Schiedsrichters wie die kleinen Kinder über den Sieg gegen die Vorstädter. Ausgelassen klatschte jeder einzelne die Supporter ab und man ließ sich gemeinsam mit einer Welle feiern. Nach diesem weiteren Spiel ohne jeglichen Punktverlust und dann noch gegen den ärgsten Mitstreiter um den Aufstieg, könnte man sich fragen, wer oder was sollte da noch kommen und den Dortmundern in dieser Saison die Suppe versalzen.

Die Antwort kann nur lauten, die Mannschaft, die heute in allen Bereichen überzeugte, kann sich nur selbst schlagen. Nicht überheblich, nicht unkonzentriert werden, dann steht einem erfolgreichen Jahr nichts mehr im Wege.

Die Spieler bedanken sich nach dem Spiel bei den Fans
Die Spieler bedanken sich nach dem Spiel bei den Fans
Die Spieler bedanken sich nach dem Spiel bei den Fans

Horst Köppel äußerte sich nach dem Spiel im Gespräch auch sichtlich erleichtert:

„Ich bin zufrieden mit dem Spiel. Wir haben in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt, haben nach der Pause dann das wichtige zweite Tor gemacht, sind nach dem Anschlusstreffer aber vielleicht ein bisschen ins Schlingern gekommen, aber nach dem 3:1 war dann alles klar. Wir werden jetzt nicht abheben, es gibt auch keinen Grund dazu. Wir werden am Sonntag konzentriert weiterspielen, denn wir haben jetzt einen Vorsprung den wir nicht verspielen wollen.“

Im nächsten Spiel trifft der BVB (A) am Sonntag in Herne auf dem SC Westfalia 04, derzeit auf dem 8.Rang der Tabelle. Es wäre schön, wenn unsere Mannschaft zahlreiche und stimmgewaltige Unterstützung erhalten würde.

Statistik:

BVB: Ratajczak - Thorwart, Abel, Sahin - Öztürk (74. Gambo), Kringe, Mehnert, Pinske, Achenbach (64. Kügler) - Casey, Bugri (86. Wersching). - Tore: 0:1 Bugri (42.), 0:2 Casey (52.), 1:2 Trojan (63.), 1:3 Casey Handelfmeter (84.).

Beste: Thorwart, Öztürk

Zuschauer: 800

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