BVB gegen FTC-Rail Cargo Hungaria Mit dem Pokalsieg im Rücken
Im Hinspiel der Champions-League-Play-offs trafen die Handballfrauen des BVB auf den ungarischen Serienmeister aus Budapest. Gegen die favorisierten Ungarinnen galt es, sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel zu verschaffen.
In der WESTPRESS arena in Hamm kam es zum Duell des Dritten der Gruppe B gegen die Borussinnen, die in ihrer Gruppe A den sechsten Platz belegten und sich somit für die Playoffs qualifizierten. Damit lag die Favoritenrolle bei den Gegnerinnen aus Budapest. Der Ferencvárosi Torna Club (FTC) wurde vor 76 Jahren gegründet und wird aktuell von dem ehemaligen dänischen Nationalspieler Jesper Jensen trainiert. Am Spielfeldrand trafen mit Jesper Jensen und Henk Groener auch der ehemalige Trainer der dänischen und der ehemalige Trainer der niederländischen und der deutschen Frauen-Nationalmannschaft aufeinander. Die Qualität der Spielerinnen auf dem Feld und der beiden Trainer an der Seitenlinie ließ also eine interessante Begegnung erwarten.
Seit 2011 wird der ungarische Spitzenclub von Rail Cargo Hungaria als Hauptsponsor unterstützt. Das Unternehmen, dessen Mutterkonzern die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) ist, kümmert sich um Logistiklösungen und den Schienengüterverkehr in Europa. Mit seiner Tätigkeit in über 30 Ländern gehört das Unternehmen zu den führenden Bahnlogistikern. Es nutzt das Sponsoring im Sport zur Imagepflege, insbesondere in Mittel- und Osteuropa, wo viele Firmen sich in Staatsbesitz befinden und somit sichere Einnahmen garantieren.
Nach dem Pokalsieg des BVB beim Final Four in der Stuttgarter Porsche-Arena ging es für unsere Handballerinnen im Sauseschritt weiter. Bereits am vergangenen Mittwoch wartete das schwere Auswärtsspiel bei FRISCH AUF! Göppingen auf unsere Handballerinnen. Nach dem Pokaltriumph galt es, sich im Kopf wieder auf den Bundesligaalltag einzustellen. Durch ein Last-Minute-Tor von Alina Grijseels gelang dem Team ein 33:32-Auswärtserfolg. Es war ein Spiel mit Höhen und Tiefen, doch am Ende zählte nur der Sieg.
Die erste Halbzeit
Vor den Augen des Handball-Bundestrainers Markus Gaugisch setzten unsere Borussinnen den Handball-Marathon der vergangenen Wochen fort. Gerade unseren Leistungsträgerinnen, die oft in den vergangenen Spielen durchgehend auf der Platte unterwegs waren, merkte man dies an. Einige hatten zudem mit zwischenzeitlichen Infekten zu kämpfen und bewegten sich damit an der Grenze ihres Leistungsvermögens. Neben den Langzeitverletzten fanden sich Sarah Wachter und Alieke van Maurik auf der Liste der Ausfälle. Henk Groener vertraute auf eine der üblichen Anfangsformationen. Melinda Szikora begann im Tor, Kaja Kamp am Kreis und Lara Egeling sowie Kelly Vollebregt auf den Außenpositionen. Im Rückraum liefen Alina Grijseels, Guro Nestaker und Déborah Lassource auf.
Es war ein zäher Beginn, bei dem die Gäste in der dritten Minute in Führung gingen. Eine frühe Zeitstrafe gegen Nives Ahlin auf Seiten der Ungarinnen konnte der BVB nicht nutzen. Lara Egeling gelang schließlich in der vierten Minute der Ausgleich. Bis zur 10. Minute war Guro Nestaker nur mit einem von vier Würfen erfolgreich. Dennoch glich Kelly Vollebregt zum 5:5 aus. Anschließend traf Déborah zwei Mal in Folge den Pfosten und Alina Grijseels scheiterte frei vor Laura Glauser, die im weiteren Spielverlauf eine Quote von über 40 Prozent erreichte. Trotzdem stand es nach 21 Minuten 9:9, erst gegen Ende der ersten Halbzeit zog Budapest davon. Mareike Kusian zeigte nach ihrer Einwechslung keinen glücklichen Auftritt und traf kein einziges Mal. Als sich schließlich auch Dana Bleckmann mit zwei Fehlwürfen in die Negativbilanz einordnete, stand es zur Halbzeit plötzlich 13:10 für den FTC-Rail Cargo Budapest. Als Zuschauer*in hatte man das Gefühl, da wäre mehr möglich gewesen.
Die zweite Halbzeit
In den Anfangsminuten kamen unsere Handballerinnen bis auf zwei Tore heran. Dana Bleckmann, Emma Olsson und Kelly Vollebregt verkürzten dabei immer wieder. Nach der 39. Minute folgte der große Auftritt von Lara Egeling, die bis zur 56. Minute fünf Tore von außen erzielte. Auch Kelly Vollebregt verbesserte in diesem Zeitraum ihre Trefferquote. Gerade in dieser Phase des Spiels merkte man unseren Rückraumspielerinnen die fehlende Kraft an. Zum Teil nahmen sie erschöpft auf der Bank Platz. Nur Déborah Lassource konnte Laura Glauser zweimal überwinden. Guro Nestaker traf in der 44. Minute zum 20:21. Kurz danach glich Kelly Vollebregt in der 46. Minute zum 21:21 aus. Kurz keimte Hoffnung bei den ca. 850 Zuschauer:innen in der Halle auf. Doch dann zeigte sich die Konstanz der Gegnerinnen, die insgesamt einen frischeren Eindruck hinterließen.
Die taktische Umstellung unseres Trainers Henk Groener, der nach einem Team-Timeout in der 57. Minute auf die Torhüterin verzichtete und mit sieben Feldspielerinnen agierte, führte nicht zum Erfolg. Die Ungarinnen zogen nach jedem Fehlwurf unsererseits gnadenlos davon und führten schließlich mit 28:24. Am Ende hieß es 25:31 für die Gegnerinnen aus Budapest. Dieses Ergebnis spiegelt den Spielverlauf nicht wider. Die Enttäuschung war den Gesichtern unserer Pokalsiegerinnen anzusehen. Zusammenfassend kann man sagen, dass es der Tag unserer Außenspielerinnen Kelly Vollebregt (6) und Lara Egeling (8) war. Mit zusammen 14 Toren setzten sie Maßstäbe. Am Kreis gelang nur wenig: Emma Olsson und Kaja Kamp waren je einmal erfolgreich. Der Rest verteilt sich auf Siebenmeter und den Rückraum.
Fazit und Ausblick
Es war sehr schade, dass dieses Spiel aufgrund der internationalen Regularien der Europäischen Handballföderation (EHF) nicht in der Halle Wellinghofen ausgetragen werden konnte. Gerade nach dem Pokalerfolg wäre hier eine „volle Hütte” garantiert gewesen, die der Mannschaft vielleicht einen zusätzlichen Schub gegeben hätte. Nun blicken wir mit gemischten Gefühlen auf das Rückspiel am 28. März in der ERD Arena in Budapest. Das wird sicher eine schwere Aufgabe. Das letzte Heimspiel der Hauptrunde gegen den VfL Oldenburg findet hingegen am 1. April in der Halle Wellinghofen statt. Anwurf ist um 19:30 Uhr.