Spielbericht Profis

DERBYSIEG

24.10.2020, 23:14 Uhr von:  Christoph
Lesezeit: ca. 5 Minuten
Eric Haaland ballt die Faust Richtung Schalker Spieler
© Frank Peters/Witters/Pool via Schwatzgelb.de

Der BVB betreibt Wiedergutmachung und gewinnt das Derby souverän mit 3:0. Vor nur 299 zahlenden BVB-Anhängern und einem verirrten Blauen sorgt der BVB für klare Verhältnisse im Revier.

Ausgangslage

Nach der desolaten Leistung in Rom und der damit einhergehenden Untergangsstimmung in den Medien steht der BVB vor dem Derby gewaltig unter Druck. Neben einer überflüssigen Torwart-, Trainer- und Mentalitätsdiskussion trifft der BVB auf einen Gegner, der eigentlich nichts zu verlieren hat. Der Gast aus Ge, der sich nach 20 Spielen ohne Sieg auf einem hervorragenden Weg Richtung 2. Liga befindet, konnte immerhin ein glückliches 1:1 gegen Union Berlin als Erfolg für sich verbuchen. Dementsprechend wollte man im Westfalenstadion mutig nach vorne spielen, getreu dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung.

Auch beim BVB überraschte Favre mit einer Systemumstellung. Statt dem bislang gespielten System mit einer Dreierkette als Abwehr stellte er auf eine Viererkette um. Ein Grund dieser Umstellung war sicherlich auch der Ausfall von Emre Can, der auf Corona positiv getestet wurde. Überaschend für den Einen oder Anderen war sicherlich das neu formierte Mittelfeld mit Brandt auf der 10er Position und Delaney und Dahoud als Absicherung dahinter.

1. Halbzeit

Der BVB ist vom Anpfiff an die spielbestimmende Mannschaft. Zur Pause hatte der BVB 77 Prozent Ballbesitz und ein deutliches Chancenplus. Lediglich ein Tor ist gefallen - auch weil Schalke meist clever verteidigt, viel läuft und aggressiv zu Werke geht. Die beste Möglichkeit hat Dahoud in der 31. Spielminute, als er mit einem Schuss aus knapp 20 Metern nur die Latte trifft. Zuvor forderte Meunier per Außenrist-Schuss den Torwart der Blauen zu einer Parade.

Von den Blauen ist in der Offensive, trotz Ankündigung ihres Trainers, nichts zu sehen. Die Angreifer Paciencia und Matondo sind meist als erste Verteidiger gefordert. Wenn die Gäste dann einmal mit dem Ball auf dem Weg Richtung Dortmunder Tor sind, fehlt es stets an Ideen und Genauigkeit.

Manuel Akanji lächelt und hebt den linken Zeigefinger in die Luft. Im Hintergrund sind zufriedene BVB und enttäuschte Schalke Spieler zu sehen.
Manuel Akanji zum 1:0
© Frank Peters/Witters/Pool via Schwatzgelb.de

2. Halbzeit

Die 2. Halbzeit beginnt wie die erste Halbzeit. Der BVB dominiert das Spielgeschehen, ohne dabei zu klaren Möglichkeiten zu kommen. Doch nach zehn Minuten die ersehnte Erlösung: Die Führung! Nach einer kurz ausgeführten Ecke kam Guerreiro im Strafraum zum Abschluss, Rönnow, der Torhüter der Blauen, parierte, doch gegen das „Nachstochern“ von Akanji ist er machtlos. Der genesene Corona-Infizierte hat in dieser Situation schneller reagiert als die Blauen Abwehrspieler und anschließend wenig Mühe, den Ball aus kurzer Distanz über die Linie zu schieben. Sechs Minuten später sorgte Haaland für die Vorentscheidung. Nach einem Pass von Sancho sprintet er in gewohnter Erling-Manier in die Schnittstelle der Blauen und überlupft Rönnow. Der erste Zuschauer verlässt das Stadion, die Messe für Blau-Weiß ist gelesen. Doch es sollte noch besser kommen: Nach einer Ecke von Guerreiro gewinnt Hummels das Duell gegen Nastasic und köpfte zum 3:0-Endstand ein.

Blick auf die leere Südtribüne
Der Blick auf die leere Südtribüne schmerzt

Fazit

Am Ende steht ein hochverdienter und zu keinem Zeitpunkt gefährdeter Derbysieg auf dem Papier. Die Reaktion der Mannschaft auf die Leistung in Rom stimmte, mehr auch nicht. Denn in diesem Derby wurde eines deutlich: Der Klassenunterschied zwischen den beiden Vereinen. Die Blauen rannten, kämpften bis zum 0:1 und zeigten alles, was man von einer Mannschaft in einem Derby erwarten darf. Doch es wurde deutlich, dass der BVB in seiner individuellen Klasse den Blauen weitaus überlegen ist. Alleine bei dem Spiel mit dem Ball trennen die beiden Mannschaften inzwischen Welten. Vielleicht war es das letzte Derby im Westfalenstadion…

Mats Hummels blickt entschlossen zu Haaland. Der Schale Torwart liegt am Boden
Mats Hummels nach seinem ersten Derbytor
© Frank Peters/Witters/Pool via Schwatzgelb.de

So haben sie gespielt

Derbysieger: Bürki – Meunier (80. Morey), Hummels, Akanji, Guerreiro – Dahoud (71. Witsel), Delaney – Sancho (77. T. Hazard), Brandt (77. Reus), Reyna (71. Passlack) – Haaland

Schlümpfe: Rönnow – Thiaw, Salif Sané, Nastasic – Ludewig, Mascarell, N. Bentaleb (56. Bozdogan), Oczipka – Matondo (71. Raman), Harit – Paciencia (56. Kutucu)

Zuschauer: 299 BVB-Anhänger + ein verirrter Blauer*

* Den investigativen Journalismus bezüglich des "suizidgefährdeten" blau-weißen Anhängers überlassen wir der Springer Presse.

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