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Der Fußball ist in Deutschland eine Religion

13.08.2019, 08:32 Uhr von:  DocKay
Der Fußball ist in Deutschland eine Religion

Dieser Satz stammt von keinem anderen als von unserem BVB-Trainer Lucien Favre, über den kürzlich eine neue Biographie veröffentlicht wurde, die sich mit den Streifzügen durch sein Trainerleben beschäftigt.

Als bekennender BVB-Fan und Sportinteressierter kann man an dieser Neuerscheinung mit dem treffenden Titel „Der Bessermacher“ nicht vorbeigehen. Das Buch mit einem Umfang von 210 Seiten ist als Taschenbuch am 24. Juli 2019 im Arete Verlag Hildesheim erschienen. Der Autor Michael Jahn war über 30 Jahre als Sportredakteur für die „Berliner Zeitung“ tätig und arbeitet hier auch heute noch als freier Mitarbeiter. Er hat zahlreiche Bücher über Hertha BSC geschrieben. Im Arete Verlag erschien zuletzt sein Buch „Allein in Las Vegas“, in dem er seine Reiseerinnerungen in über 30 Jahren Sportjournalismus mitteilt.

Zeitzeugen, die ihn schon als Spieler begleitet haben, aber auch spätere Manager und Vereinspräsidenten beschreiben einstimmig an Favre seine Akribie, seine Detailversessenheit und seinen Fleiß. „Er dachte schon als Spieler oft wie ein künftiger Trainer“, wurde aber als Mittelfeldregisseur aufgrund seiner Spielweise gelegentlich „Schönspieler“ genannt. Sowohl die Etappen als Spieler als auch die Stationen seiner Trainertätigkeit werden beleuchtet und hinterfragt. Alle, die ihn kennen, bezeichnen ihn als einen Fußballverrückten, der immer die meisten Spieler von seinen Mannschaften besser macht, und für den das Wort „polyvalent“ im Vordergrund steht. Für viele Betroffene, so erfahren wir, war die Kaderplanung mit Lucien Favre Nervensache. Auf der anderen Seite wird er gerne als die ruhige Ausgabe des José Mourinho beschrieben.

Lucien Favre ist der einzige Mensch, den ich kenne, der Gefahr läuft, im Supermarkt zu verhungern, weil er sich nicht zwischen Wurst und Käse entscheiden kann.

Es ist durchaus interessant, in Interviews mit Zeitzeugen mehr über die Person unseres Trainers zu erfahren, der für viele offener geworden ist. Früher sei er scheuer und introvertierter gewesen. Dies berichtet auch Dieter Hoeneß, der mit etwas Abstand auf dieses Zitat verzichten würde. Gelegentlich kommen mir die Einblicke in die Arithmetik seines Trainings etwas zu kurz, spielen gerade bei ihm doch Faktoren wie Kombinatorik und Wahrscheinlichkeitsrechnung eine besondere Rolle. Eine umfangreiche Statistik zu Favre als Profispieler und Trainer sowie zahlreiche farbige Fotos runden das Buch ab.

Jedem Fußballinteressierten wird dieses Buch gefallen. Es eignet sich sehr gut als Urlaubslektüre und für den Feierabend, insbesondere für einen schwarzgelben Fan ist es ein Muss.

Das Buch „Der Bessermacher“ von Michael Jahn ist über den Arete Verlag bei amazon.de zu beziehen.

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