Warmlaufen

Es war einmal

11.02.2010, 00:00 Uhr von:  Christoph
Es war einmal
Beim letzten Mal gab es für den BVB nichts zu holen

Es war einmal in einem Lande, in dem man Bier in Maßen trinkt und Männer ihren Leder-Fetisch in der Öffentlichkeit frei ausleben. In diesem seltsamen Land regiert seit geraumer Zeit König Louis der Wütende. Man sagt ihm nach, er spucke Gift und Galle.

Seine Anhängerschaft nennt ihn daher auch liebevoll van Gaal, was ins Hochdeutsch übersetzt soviel heißt wie: Der Gift und Galle spuckt. Trotz seiner beschriebenen Charakterzüge lieben die Ureinwohner diesen Herrscher und sonnen sich in seinem bewusst arroganten Auftreten. Immerhin hat er das Wunder vollbracht, die größten Kämpfer der Bundesliga zu einer Mannschaft zu formen, um erfolgreich die Schlachtfelder der Bundesliga zu verlassen.

In dieser Mannschaft tummeln sich die Besten der Besten und ein jeder besitzt individuelle Fähig- und Fertigkeiten. King Louis vereint dieses Ensemble Woche für Woche auf den Äckern der Bundesliga und verbreitet in den Arenen Angst und Schrecken. Seine Mannschaft scheint unaufhaltsam zu sein. Seine Recken tragen animalische Namen und schaffen es trotz der eher niedlich wirkenden Bezeichungen wie Robbi und Schweini, dem Gegner Respekt einzuflößen. Besonders Robbi mit seinen Strumpfhosen verzaubert das weibliche Publikum und so manch einen gegnerischen Abwehrspieler.

Der Vater des Erfolgs
Der Vater des Erfolgs

Doch nicht genug der wundersamen Dinge um Louis. Selbst einen Lahmen bringt Louis wieder zum Laufen und funktioniert einen van Buyten (ein belgisches Beuteltier) zu einem Vollstrecker in den Verteidigungszonen der Gegner um. Ebenso gelingt es ihm, typische Ur-Bayern in dieses Star-Ensemble zu integrieren. Da wäre das tapfere Müllerlein, das die Gegner so wie ein Mühlstein das Korn zermahlt und für ordentlich Wind auf den Flügeln sorgt. Doch sein Meisterwerk vollbrachte Louis mit Golic. Zwei Männer, ein Name, - das schafft Verwirrungen bei so manch einem Gegner. Zielstrebig zieht es Louis nach Berlin, nach Europa und vielleicht auch schon bald die in die weite Welt. Eine unzuverlässige Wahrsagerin glaubte Louis schon als zukünftigen Bundestrainer am Zuckerhut zu sehen.

Doch mitten in das Streben nach der totalen Arroganz galoppiert eine Mannschaft auf die Festung des Louis zu. Als bekloppt muss man den Versuch bezeichnen, den Triumphzug des Louis stören zu wollen und zu glauben, man käme mit einem blauen Auge aus der Höhle des Löwen (Achtung: Nicht zu verwechseln mit der Höhle der Löwen). Der Guru, der sich diesem aussichtslosen Unterfangen annimmt, trägt seine prägnanteste Charaktereigenschaft im Namen: beKLOPPt. Zu seiner Gefolgschaft zählt die schwatzgelbe Hummel Mats. Mats ist vor langer Zeit aus dem Lande der Bayern geflüchtet und suchte Schutz in dem Bierstaat Dortmund. Trotz des Kulturschocks, trotz der Umstellung des Zaubertranks von Weizenbier zu Pils gelang es der kleinen Hummel zu einer Riesen-Hummel zu mutieren und zudem der große Rückhalt seiner Mannschaft zu werden. Ein weiterer Hoffnungsträger unter den Mannen des beKLOPPten ist la Pantera, der schwatzgelbe Panther. Aus dem Nichts taucht er auf, sorgt für Angst und Schrecken, um gleich wieder abzutauchen in den Wiesen der Stadien.

Der beKLOPPtE kann sich darüber hinaus Hoffnung machen, seine Mannschaft durch Bender zu stabilisieren. Ebenso könnte Hilfe aus Kuba rechtzeitig eintreffen, um die zuletzt arg gebeutelte Mannschaft zu verstärken.

Hummels gegen Ribery wird es auch Samstag geben
Hummels gegen Ribery wird es auch Samstag geben

Arg gebeutelt sind auch die Plumpsklos der Bayern. Ein Virus jagt den Bayern Angst ein. Genauer gesagt: ein Magen-Darm-Virus. Böse Zungen behaupten, ein Zauberer aus Dortmund hätte den Aufenthaltsraum der Bayern mit einem Virus belegt. Gespannt darf man sein, wie dahingerafft die Übermacht aus Bayern am kommenden Samstag zu später Stunde sein wird. Im Gegensatz zu den Bayern wollen die Borussen sich nicht in ihre Hose machen. Im Gegenteil! Sie wollen den Kampf annehmen. Dazu wollen sie „den Gegner dahin locken, wo man ihn bekämpfen kann“ (J. Klopp), und wenn es am Ende das stille Örtchen werden sollte.

Doch neben Hauptprotagonisten werden noch viele weitere beKLOPPte die Reise in das Land fern der Heimat antreten, um sich nicht mit den Stärksten, aber zumindest mit den Arrogantesten zu messen. Nach dem letzten Auftritt im heimischen Tempel sollte es nicht schwer fallen, die Leistung auf den Rängen zu steigern.

Und wenn wir nicht im Winterchaos stecken bleiben, so sehen wir uns Samstag in München.

Mit folgendem Gefolge könnten sich die Großmächte am Samstag gegenüberstehen:

Louis Männertruppe: Butt (Rensing) - Lahm, van Buyten, Demichelis, Badstuber - van Bommel, Schweinsteiger - Robben, Ribery - Müller, Gomez.
Auf der Bank: Rensing (Kraft) - Altintop, Olic, Görlitz, Klose, Pranjic, Lell, Tymoshchuk.
Fraglich: Der Virus (siehe Bericht) kann so gut wie jeden treffen.

Kloppos Rabauken: Weidenfeller (Ziegler) - Owomoyela, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender (Hajnal), Sahin - Kuba, Zidan, Großkreutz - Barrios.
Auf der Bank: Ziegler (Höttecke) - Dede, Santana, Hajnal, Götze, Tyrala, Ginczek, Stiepermann.
Fraglich: Bender, Kuba, Weidenfeller (Trainingsrückstand).
Es fehlen: Valdez (Gelbsperre), Kehl (Aufbautraining), Tinga (Leisten-OP), Feulner (Teilriss Syndesmoseband), Rangelov (Mittelfußbruch)

Den Part des Schwarzen-Ritters übernimmt Knuuut Kirchner der Schreckliche, der bereits das desaströse 1:5 im Hinspiel geleitet hat.
Die Kulisse: Mit rund 69.000 Zuschauern, darunter knapp 6.000 treuen Anhängern des BVB, ist die Arena ausverkauft.

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