Vergangenen Sonntag war es genau 8 Jahre her, dass wir diese Reise in die Lombardei schon einmal angetreten sind. Damals ging es mit dem Flieger nach Bologna und dann mit dem allerletzten Ramschzug weiter zum Stadion, um die ersten Schmähgesänge zur Frankfurt-italienischen Freundschaft kundzutun. In Bologna kamen wir aber zu allererst kulinarisch noch voll auf unsere Kosten. Pizza Pasta war von nun an meine unangefochtene Nummer 1.
8 Jahre später ist der Weg nicht mehr ganz so weit, denn wenn man im schönsten Nachbarland Deutschlands wohnt, sind es nur noch erträgliche 5 Stündchen bis zum Ziel. Theoretisch zumindest. Denn apropos Ziel: Die final Destination heißt heute ungeplant nicht Bergamo, sondern heimisches Wohnzimmer. Denn die Anreise verlief für viele bisher anders als gedacht. Absurdeste Schwerverbrecher-Kontrollen am Flughafen und sogar Rückholaktionen aus bereits startbereiten Fliegern schockieren in ihrer Schwere und nicht vorhandenen Verhältnismäßigkeit doch sehr. Fans berichten sogar von Besuchen in den Hotels in Italien, auch dann wenn man nur einen fußballunabhängigen Urlaub mit der Familie in der Nähe verbringen möchte. Was zu viel ist, ist zu viel und somit wird die aktive Fanszene die Reise nach Bergamo nicht fortsetzen.
Besonders schade hierbei, dass Borussia Dortmund im Vorfeld bereits den Stadionbesuch für alle erkämpft hatte. Der italienische Plan war nämlich zuerst, nur „richtige“ Deutsche und solche mit deutschem Wohnsitz überhaupt zum Spiel zuzulassen. In Zeiten, wo diese Art der Diskrimierung und Freiheitsbeschränkung eigentlich längst Geschichte sein sollte, bekleckern sich Italien und die Liebhaber der „Gewalttäter Sport“ Datei gerade so gar nicht mit Ruhm. Man kann nur hoffen, dass hier im engen Austausch mit dem Verein Aufklärungsarbeit betrieben wird. Ein erstes Statement von Borussia Dortmund klingt hier recht vielversprechend: https://www.bvb.de/de/de/aktuelles/news/news.html/2026/2/24/Informationen-zu-polizeilichen-Massnahmen-rund-um-das-Champions-League-Auswaertsspiel-in-Bergamo.html
Um noch kurz etwas zur sportlichen Ausgangslage zu sagen: Nach einem 2:0 im Hinspiel ist die selbige durchaus erfreulich. Die Entscheidung, ob Sieg oder Niederlage, werden wir uns also nun vor dem TV anschauen und die Mannschaft muss ihre Motivation und ihren Support aus den eigenen Reihen ziehen. Und das, wo ausgerechnet Can und Schlotti weiterhin fehlen. Viel Erfolg.
Football without fans is nothing, danke für nichts!
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