Warmlaufen

Vor Heimspiel gegen Heidenheim (K)ein Grund zur Vorfreude?!

31.01.2026, 19:30 Uhr von:  Nico
(K)ein Grund zur Vorfreude?!

Morgen kommt der 1. FC Heidenheim zu uns ins Westfalenstadion. Wir als Zweiter spielen gegen den Tabellenletzten. Eigentlich Grund genug, voller Vorfreude in den Spieltag zu gehen. Eigentlich.

Ich könnte euch jetzt mit den folgenden Zeilen auf das Spiel am morgigen Tag heiß machen. Ich könnte euch Statistiken und Prognosen nennen. 

Aber in diesem Vorbericht habe ich mich dazu entschieden, euch zu erzählen, warum ich im Hinblick auf morgen keine richtige Vorfreude verspüre.

Ich beginne mit dem Positiven: Ich bin froh, dass wir Ende Januar auf dem zweiten Tabellenplatz stehen. Das war in den vergangenen Jahren schon einmal anders. Und ja, wenn die dusseligen Unentschieden gegen den HSV, Pauli oder Stuttgart nicht wären, würden wir vielleicht wieder einen echten Titelkampf erleben. Wir stehen stabiler als in den letzten Jahren und gewinnen auch die ekligen Spiele wie letzte Woche gegen Union relativ souverän. Also kann man doch voller Vorfreude morgen ins Westfalenstadion gehen oder vor dem TV sitzen?

Ich bin ehrlich: Mir fällt es schwer.

Ich erwische mich in den letzten Tagen immer mehr dabei, wie gleichgültig mir die gesamte sportliche Situation geworden ist. Klar, freue ich mich, wenn wir gewinnen. Aber es gibt mir nicht mehr diese kompletten Emotionen, wie es mir Borussia in der Vergangenheit gegeben hatte. Eines möchte ich dabei aber klarstellen: Ich liebe diesen Verein und brenne in jeder Sekunde meines Lebens für ihn. Es hat auch weniger mit dem Verein als mit der Mannschaft zu tun. Durch mein Alter bin ich in den goldenen Jahren 2011 und 2012 groß geworden. Auf dem Platz standen nicht unbedingt die besten Fußballer. Aber es war eine Mannschaft. Es war ein Team, mit dem man sich identifizieren konnte. Spieler wie Großkreutz, Kuba oder Schmelle waren Helden für mich. Ihnen hat man zu 100% abgekauft, dass sie alles für diesen Verein geben. Und heute? Ich kann euch ehrlicherweise keine handvoll Spieler nennen, bei denen ich das gleiche Gefühl habe. Und das macht mich ein wenig traurig. In den letzten Jahren ist unser Kader Schritt für Schritt schwächer geworden. Höhepunkte wie das Erreichen des Finals in London oder die sensationelle Rückrunde 2023 mit der Fast-Meisterschaft kaschieren den Rückgang der Mannschaft. 

Und da nehme ich AUSDRÜCKLICH NICHT die sportliche Führung heraus. Ein Sebastian Kehl, der seit mehreren Jahren beweist, dass er kein Top-Sportdirektor ist und statt mutigen Transfers zu tätigen, sich lieber in der Bundesliga oder beim FC Chelsea bedient. (Und sich vom Letzteren jüngst komplett verarschen ließ). Hinzu kommt ein Sport-Geschäftsführer Lars Ricken, der meiner Meinung nach immer noch eher ein Mitläufer statt ein gestandener Funktionär ist.

Mit der Entscheidung, Niko Kovac als neuen Trainer zu installieren, feierte man sich im vergangenen Sommer. Wir konnten unter ihm durch einen sensationellen Lauf die Qualifikation für den Europapokal erreichen. Er hat uns stabilisiert und ist auf dem Weg, uns, wie eben von mir angesprochen, auch in dieser Saison sicher in den Europapokal zu führen. Aber ich stelle es ganz deutlich in Frage, ob Kovac perspektivisch gesehen für unseren Verein der richtige Trainer ist. Viel mehr möchte ich in Zukunft einen BVB sehen, der wieder für offensiven und attraktiven Fußball steht. 

In unserer Jugend machen wir es vor. Hier sehen wir Woche für Woche eine Spielidee, die unseren Verein perfekt repräsentiert. Und genau das möchte ich auch in der Profiabteilung sehen. Mutige Entscheidungen und eine klare Idee vom Fußball. In meiner Traumvorstellung will ich in Zukunft ein Fußballspiel sehen können, bei dem ich im Block stehe und sage: “Genau das ist meine Borussia”.

Um jetzt wieder den Blick auf das morgige Spiel zu richten (es ist ja auch ein Vorbericht). Ich werde morgen trotz der wenigen Vorfreude und der Gleichgültigkeit meinen Verein unterstützen. Denn das ist für mich eh klar. Wir können auch noch so langweiligen Fußball spielen. Das einzige, was zählt, ist Borussia. Und nichts anderes.

In diesem Sinne: Lasst uns morgen unseren Verein und uns selbst abfeiern. Und somit kommt in mir dann doch irgendwie wieder Vorfreude auf. 

Nur der BVB!

Unterstütze uns mit steady

Weitere Artikel