Handball

BVB gegen Metz Handball in der EHF Champions League Metz ist weit weg

15.02.2026, 18:30 Uhr von:  DocKay    
Metz ist weit weg
© BVB/Stummbillig

Für die 340 Kilometer von Metz nach Dortmund braucht man mit dem Auto ungefähr vier Stunden. Sollte sich diese Distanz auch im Ergebnis des Spiels unserer Handballfrauen gegen Metz Handball zeigen?

Der Tabellenzweite der Division 1 gewann das Hinspiel gegen den BVB mit 38:29 und ging auch im Rückspiel als klarer Favorit ins Rennen. Für unsere Borussinnen galt es zunächst, die misslungene Generalprobe in der Liga gegen den Buxtehuder SV abzuhaken und den Blick nach vorne zu richten. Mit einer guten Leistung konnten sie bei den Zuschauern etwas Kredit zurückgewinnen. Das Ergebnis war zweitrangig, auch wenn man mit einem Sieg die vorzeitige Qualifikation für die Play-offs in der EHF Champions League hätte erreichen können.

Spielverlauf

Lassoource wird am Kreis in die Zange genommen.
Déborah Lassource konnte sich hier nicht durchsetzen (4/4)
© BVB/Stummbillig

1.119 Zuschauer:innen verfolgten das Spiel unserer Borussinnen in der WESTPRESS arena in Hamm. Sie sahen über weite Strecken ein gutes Spiel unserer Mannschaft. Zunächst konnten sich die Gäste allerdings bis zur 9. Minute mit 2:7 absetzen. Grund dafür waren zwei verworfene Siebenmeter durch Alina Grijseels und Déborah Lassource sowie eine 2-Minuten-Zeitstrafe für Alieke van Maurik. Trotz zweier Pfosten- und eines Lattentreffers kam der BVB in der 23. Minute bis auf 11:12 heran. Kelly Vollebregt glänzte in dieser Phase mit insgesamt fünf Treffern. In der 28. Minute hatte man sogar die Möglichkeit zum 12:12-Ausgleich, vergab diese Chance jedoch leichtfertig, sodass es schließlich mit 12:15 in die Pause ging.

Lisa Antl und Emma Olsson blocken den Angriff von Tyra Axnér
Lisa Antl und Emma Olsson blocken den Angriff von Tyra Axnér
© BVB/Stummbillig

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte man den Eindruck, dass heute etwas möglich sein könnte. Immer wieder lief man der knappen Führung von Metz Handball hinterher. Dann kam die 39. Minute. Innerhalb weniger Sekunden gab es zwei Zeitstrafen gegen die Französinnen. Henk Groener nahm ein Team-Time-out und nutzte die Chance zum 21:21-Ausgleich in der 41. Minute. Danach musste Kelly Vollebregt für zwei Minuten vom Platz. Es folgte die alles entscheidende Phase des Spiels. Zwischen der 43. und 56. Minute kam es bei den Schwarzgelben zu insgesamt neun Fehlwürfen bzw. Abspielfehlern, sodass Metz auf 23:29 davonziehen konnte. Damit war bei unserem Team der Stecker gezogen. Es lief so gut wie gar nichts mehr und unser Gegnerinnen spielten ihre Qualität immer mehr aus. Plötzlich hieß es aus Sicht der Dortmunderinnen innerhalb von drei Minuten 23:33, und Kaja Kamp setzte mit ihrem Treffer zum 24:33 den Schlusspunkt. Am Ende war es die hohe individuelle Klasse der Gegnerinnen, die den Ausschlag gab. Und so erinnerte das Ergebnis dann doch an die Überschrift des Artikels.

Die Siegerinnen aus Metz stellen sich zum Gruppenbild auf
Das Siegerteam von Metz Handball
© BVB/Stummbillig

Ausblick

Die vergangene Woche war durchaus turbulent. Nach dem Spiel gegen den Buxtehuder SV überraschte eine Pressemeldung die schwarz-gelben Handballfans. Auf der BVB-Seite war ebenfalls zu lesen, dass der Vertrag mit Henk Groener zum Saisonende auslaufen würde. Gleichzeitig wurde mit Kay Rothenpieler der neue Cheftrainer vorgestellt. In der Regel bedarf es für eine solche Entscheidung einer längeren Planungsphase. Eine einvernehmliche Trennung vom bisherigen Coach habe stattgefunden. Solche Formulierungen kennen wir alle aus unserem Berufsleben, und sie sind meist mit unbeantworteten Fragen verbunden.

Wenn man mit Handballfans aus dem schwarz-gelben Umfeld spricht, gehen die Meinungen auseinander. Die weniger Informierten fragen: „Wer ist das? Von dem habe ich noch nie etwas gehört.“ Andere wiederum haben Zweifel an seiner Kompetenz. Reichen ein Aufstieg in die 1. Handball-Bundesliga mit dem ASV Hamm-Westfalen im Jahr 2010 und die letzte Tätigkeit als Manager beim spanischen Drittligisten Handbol Marratxí aus, um ein mit Nationalspielerinnen gespicktes Team zu Titeln zu führen? Die Verantwortlichen werden ihre Gründe haben, auch wenn auf der BVB-Seite die Dankeshymnen überwiegen.

Wir haben in den vergangenen Wochen sehr lange Gespräche mit Kay Rothenpieler geführt, in denen er uns mit seiner klaren Philosophie überzeugt hat.


Andreas Kuno

Drücken wir allen Beteiligten die Daumen, dass der Philosophiewechsel funktionieren und die Kritiker überzeugen wird. Viel wichtiger erscheint mir jedoch die Tatsache, dass nun auch Lisa Antl ihren Vertrag verlängert hat. Nach Guro Nestaker, Sarah Wachter, Emma Olsson, Alieke van Maurik und Lara Egeling bleibt damit eine so wichtige Kontinuität erhalten. Gerade im Handball – man sieht dies auch bei den Nationalteams – ist dies die Basis für längerfristigen Erfolg, der dann auch zu Titeln führen kann. Wir wünschen dem Team um Henk Groener auf jeden Fall viel Erfolg beim noch ausstehenden Kampf um Pokal und Meisterschaft. Henk, wir drücken dir die Daumen, du hast es dir verdient. Heja BVB!

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