Handball

Der BVB gegen die „Tussies“ aus Metzingen Neues Spiel, neues Glück!

31.08.2025, 07:09 Uhr von:  DocKay    
Neues Spiel, neues Glück!
© BVB/Stummbillig

Mit frisch gemischten Karten begann für unsere BVB-Frauen die Handballsaison mit einem Spiel gegen die Pink Ladies aus Metzingen. Am ersten Spieltag nach der Ära Ludwigsburg feierten sie einen 40:25-Erfolg vor heimischer Kulisse.

Bereits vor Saisonbeginn gab es den ersten Paukenschlag fernab der Platte. Am 22. Juli schockte der Insolvenzantrag des Deutschen Handball-Meisters der Frauen die Szene. Im Etat des Serienmeisters klaffte eine Lücke von zwei Millionen Euro. Den Spielerinnen wurde freigestellt, den Verein zu verlassen. Es war eine Katastrophe für den Handballsport, für die Liga und die anstehende Heim-WM. Viele Fragen bleiben unbeantwortet. Wie konnte dieser Klub mit einem bis zur Hälfte nicht gedeckten Etat die Lizenz erhalten? Es gibt immer noch keine plausiblen Antworten von der HBF. Hat hier Vetternwirtschaft vorgelegen? Fakt ist, dass die Liga mit elf Mannschaften in den Ligabetrieb startet, wie sich Anfang der Woche entschied. Mit HB Ludwigsburg steht auch schon der erste Absteiger fest.

Das ist ja Betrug, das ist ja wirklich fast ein Verbrechen an Spielerinnen, an der ganzen Liga, an den anderen Vereinen.


Herbert Müller, Trainer des Thüringer HC

Auch der BVB hat sich im Spielerinnen-Pool von Ludwigsburg bedient und mit der Norwegerin Guro Nestaker eine Verstärkung für den linken Rückraum verpflichtet. Die Nationalspielerin überzeugt sowohl im Angriff als auch in der Abwehr und hat im Training bereits einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Nach einer dreiwöchigen Trainingspause kam ein Einsatz gegen Metzingen allerdings noch nicht infrage. Mit dabei waren die zurückgekehrte Alina Grijseels sowie die Neuverpflichtungen Melinda Szikora, Kaja Kamp Nielsen und Lara Sophie Müller.

Kaja Kamp Nielsen jubelt nach einem Treffer
Am Kreis wirbelte Kaja Kamp Nielsen und steuerte fünf Treffer bei
© BVB/Stummbillig

Erste Halbzeit

Henk Groener begann das Spiel mit Sarah Wachter im Tor und Kaja Kamp Nielsen am Kreis. Den Rückraum besetzten Dana Bleckmann, Alina Grijseels und Alicia Langer. Auf den Außenpositionen spielten Kelly Vollebregt und Lara Egeling. Nach der langen Pause merkte man der Mannschaft eine gewisse Spielfreude an. Bereits nach vier Minuten ging man durch Kelly Vollebregt erstmals in Führung und baute diese kontinuierlich aus. In der achten Minute traf unser Neuzugang Kaja Kamp Nielsen zum 4:1 – es war ihr erstes Pflichtspieltor im schwarz-gelben Trikot. Ihren ersten Doppelpack lieferte sie dann in der 14. Minute zum Zwischenstand von 10:4 für die Borussinnen. Metzingen konnte dem schnellen Kombinationsspiel der Heimmannschaft nichts entgegensetzen und musste zusehen, wie der Abstand im Resultat immer größer wurde. Nach 20 Minuten gerieten die „Tussies” auch noch in Unterzahl. Diese Situation nutzte Sarah Wachter, um sich in die Torschützinnenliste einzutragen. Auch Dana Bleckmann traf zum 15:6 ins leere Tor. Es war die 20. Minute.

Alina Grijseels setzt sich am Kreis gegen zwei Gegnerinnen durch
Alina Grijseels war mit vier Toren erfolgreich
© BVB/Stummbillig

Bis dahin spielte Henk Groener mit der Startformation. Nun kam es zum ersten Wechsel. Lois Abbingh ersetzte Dana Bleckmann im Rückraum. Kurze Zeit später betrat Déborah Lassource für Alina Grijseels das Feld, als es 18:8 stand. Lassource konnte jedoch keinen wesentlichen Beitrag zum Spiel leisten. Innerhalb kürzester Zeit musste sie zweimal für zwei Minuten vom Feld. Auch die Pink Ladies kassierten eine Zeitstrafe, sodass es mit einem Stand von 22:11 für den BVB in die Halbzeitpause ging. Erwähnenswert ist außerdem der erste Auftritt von Melinda Szikora bei einem Siebenmeter in der 25. Minute, als sie für Sarah Wachter zwischen die Pfosten trat.

Zweite Halbzeit

Wie zu Beginn des Spiels ließ Henk Groener nur Dana Bleckmann und Lara Egeling in der Startformation spielen. Im Rückraum spielten außerdem Lois Abbingh und Alieke van Maurik. Lisa Antl ging an den Kreis und Maraike Kusian auf die Außenposition. Melinda Szikora durfte die zweiten 30 Minuten das Tor hüten. Der BVB hatte Anwurf. Lisa Antl fand schnell ins Spiel und konnte bis zum Stand von 29:15 in der 38. Minute direkt drei Treffer beisteuern. In der 41. Minute kam Lara Sophie Müller dann auch im Rückraum zum Einsatz. Dies war die Phase, in der Alieke van Marwick einen Dreierpack schnürte und ihre Mannschaft in der 45. Minute mit 33:18 in Führung brachte. Fünf Minuten später steuerte Lara Müller ihren ersten Treffer zum 36:19 bei.

Alicia Langer liegt am Boden und stoppt die Gegnerin
Alicia Langer im Bodenkampf
© BVB/Stummbillig

Nun war auch die lange verletzte Emma Olsson wieder im Spiel.  Sie wurde in der Abwehr für Lisa Antl eingewechselt. Emma freute sich sichtlich über den Beifall der 689 Zuschauer*innen bei ihrer Einwechslung. In den letzten zehn Minuten der Partie galt es, den Abstand im Ergebnis zu bewahren. Am Ende hieß es 40:25 für unsere Handballfrauen. Den Schlusspunkt setzte Guro Husebo, die damit in der letzten Spielminute die Vierzig knackte. Die Halle Wellinghofen feierte die Mannschaft und Déborah Lassource, die auch noch fünf Treffer beisteuern konnte.

Es war ein gelungener Auftakt in die neue Spielzeit. Das Spiel war facettenreich und die Neuzugänge konnten bereits entscheidende Akzente setzen. Spielphasen, in denen die Mannschaft in der vergangenen Saison oft einen „Hänger“ hatte, gab es zu keiner Zeit. Das lässt optimistisch in die Zukunft blicken. Auch wenn Metzingen sicher nicht zu den spielstärksten Mannschaften der Liga zählt, müssen solche Spiele zu Saisonbeginn erst einmal gewonnen werden. Meiner Meinung nach wurde der Kader an einigen Stellen hervorragend ergänzt und man erkennt schon jetzt einen gewissen Teamgeist. Auf dieser Welle gilt es weiterzureiten. Beim nächsten Heimspiel wartet mit dem Titelverteidiger Györi Audi ETO KC ein richtiger Brocken auf unsere Mannschaft. Am 7. September 2025 trifft sie in der EHF Champions League auf die Ungarinnen. Anwurf in der Helmut-Körnig-Halle ist um 14 Uhr.

Die Mannschaft hat mit dem Sieg ein Zeichen gesetzt und lässt sich feiern
© BVB/Stummbillig

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