Warmlaufen

Gekommen, um zu bleiben?

26.02.2021, 00:41 Uhr von:  Katha
Lesezeit: ca. 4 Minuten
Anblick der Fußball Tribüne mit Fans von Arminia Bielefeld

Arminia Bielefeld ist zu Gast im Westfalenstadion. Das schreit nach „Ostwestfalen Idioten“ und „Bielefeld gibt’s doch gar nicht“-Sprüchen. Ob dieser Vorbericht ohne auskommt? Lest ihr hier.

Vorweg: Ich komme aus Ostwestfalen*. Der Weg zum Spiel, den an diesem Wochenende viele Arminia-Fans angetreten hätten, war jahrelang auch mein eigener Weg ins Stadion. Nur eben alle zwei Wochen. Rein in den RE6, zwei bis drei Kaltgetränke mit den Freunden, nach etwas über einer (sehr schnell vergangenen Stunde) am Dortmunder Hauptbahnhof einlaufen. Vielleicht noch ein Stopp in der Kneipe oder am Kiosk, dann weiter bis sich die gelben Pylonen am Himmel auftun. Ein Anblick, der auch nach all den Jahren nicht alltäglich wurde und den ich jedem Auswärtsfan gönne. So wie ich ihn auch den Arminen gewünscht hätte. Coach und Ex-BVB-Co-Trainer Uwe Neuhaus äußerte sich auf der PK vor dem Spiel ähnlich: „Ich freue mich auf das Stadion, auch wenn es leer sein wird.“ Und: „Die 80.000 Fans hätte ich den Spielern gerne gegönnt.“ Lieber Uwe – ich uns auch.

Jemand, der das Westfalenstadion kennt und auch schon vor Publikum dort gegen den Ball treten durfte, ist Amos Pieper. Der 23-Jährige spielte seit der Jugend beim BVB und wechselte Anfang 2019 zur Arminia. Stammspieler, Nominierung für die U21-Nationalmannschaft, Aufstieg in die 1. Bundesliga. Läuft, würde man sagen. Worauf ich hinaus will: An einem lauen Abend am 22. Mai 2017 verwandelte ein gewisser Amos Pieper im Endspiel um die A-Junioren-Bundesliga den entscheidenden Elfmeter gegen den FC Bayern München. Vor einer Rekordkulisse von 33.450 Zuschauern. Im Westfalenstadion.

Vor zwei Wochen traf ebenjener Amos Pieper per Kopf erneut gegen die Bayern zum zwischenzeitlichen 0:2. Wie das Spiel endete, wissen wir. Es war eins der wenigen wirklich überzeugenden Spiele der Ostwestfalen in dieser Saison – mit einem Kampfgeist, den man bei Schwarzgelb auch gerne häufiger zu Gesicht bekommen würde. Direkt im Anschluss gab’s für den Aufsteiger dann aber ein böses Erwachen gegen Wolfsburg. Dieses Auf und Ab kommt einem als BVB-Fan (der gerade noch auf der Für-immer-Derbysieger-Wolke schwebt) seltsam bekannt vor.

Aktuell hat sich die Arminia auf Platz 16 festgebissen. Die nächsten Spiele gegen Teams aus den höheren Tabellengefilden (Union, Bremen, Leverkusen, Leipzig) dürften also entscheiden, wohin die Reise geht. Und auch wenn Rang 18 schon vergeben zu sein scheint: Es muss noch einiges passieren, damit aus dem Auf- nicht direkt wieder ein Absteiger wird. Zumal 2.-Liga-Torgarant Fabian Klos in der Bundesliga bisher nicht in die Spur gefunden hat. Wenn hingegen die blonde Dortmunder Tormaschine ans Laufen kommt, dann richtig. 17 Treffer in 17 Bundesliga-Spielen sind es für Erling Haaland in dieser Saison bisher – das ist nur eins weniger als die gesamte Bielefelder Elf erzielt hat.

Vielleicht wird es auf absehbare Zeit aber auch nicht das letzte Spiel des DSC in Dortmund gewesen sein und die Arminia bleibt weiterhin erstklassig. Vielleicht gibt’s nochmal ein Wiedersehen für Reisende aus Ostwestfalen (die nicht ohnehin das schwarzgelbe Trikot tragen) mit den leuchtenden Pylonen. Die drei Punkte von Samstag sollten jedenfalls nicht dazu beitragen.

So könnten sie spielen:

Borussia Dortmund: Hitz – Guerreiro – Hummels – Can – Morey – Dahoud – Delaney – Sancho – Reus – Brandt – Haaland

DSC Arminia Bielefeld: Ortega – Laursen – Nilsson – Pieper – C. Brunner – Prietl – F. Kunze – Voglsammer – Vlap – Doan – Klos

*Also keine Idioten- oder Gibt’s-nicht-Sprüche, sorry.

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