Helden in schwatzgelb

Kein gewöhnlicher Fußballer

28.01.2021, 15:29 Uhr von:  Caroline
Lesezeit: ca. 3 Minuten
Dortmund-Fan umarmt Großkreutz nach Champions-League-Spiel mit Händen um seinen Nacken und scheint ihm etwas ins Ohr zu flüstern. Großkreutz hat seine Hand auf dem Oberarm des Fans.

Von einem Dortmunder Jungen, der loszog, um für seinen Herzensverein die Meisterschaft zu holen.

Auch wenn in den vergangenen Jahren die Negativschlagzeilen abseits des Platzes überwogen, das größte Kompliment, was man Kevin Großkreutz machen kann, ist, dass er kein gewöhnlicher Fußball-Profi war. Zwar hängt der einstige Weltmeister die Fußballschuhe nicht ganz an den Nagel, verabschiedet sich aber nun im Alter von 32 Jahren in den Amateurfußball.

Als Kind träumt man davon, für seinen Herzensverein zu spielen. Einmal im Westfalenstadion aufzulaufen. Einmal den entscheidenden Siegtreffer zu erzielen. Einmal die Süd seinen Namen rufen zu hören. Natürlich würden die reizvollen Angebote der großen europäischen Clubs kommen. Aber man würde sie, ohne zu zögern, ausschlagen, denn eines steht über allem: die Liebe zum Verein. Doch man wird älter und realistischer. Irgendwann muss man sich dann doch eingestehen, dass kindliche Fantasie eben doch nur ein vager Traum bleibt. Es sei denn, man heißt Kevin Großkreutz.

Großkreutz schreit den Jubel hinaus. Bein Arm im rechten Winkel und die Hände zu Fäusten geballt.
Oft durfte der gebürtige Dortmunder für den BVB jubeln

Als Dortmunder Junge aufgewachsen auf den Bolzplätzen dieser Stadt, lebte Kevin Großkreutz den Traum eines jeden Fußballfans. Einer von uns da unten auf dem Rasen. Und man konnte sich in jeder Situation sicher sein, ob auf einem zwischenzeitlichen Tabellenplatz 18 in der Saison 2014/15 oder im Champions-League-Finale 2013, Kevin Großkreutz, der diesen Verein mit jeder Faser seines Körpers liebt und lebt, würde sich für die Borussia zerreißen. Eine Einstellung, die man sich von vielen anderen Spielern auch wünschen würde, mangels Bindung zum Verein aber oftmals ausbleibt.

Kevin Großkreutz war – und ist auch weiterhin – Identifikationsfigur pur. Und wäre das nicht schon alles kitschig genug, durfte er – der Fan auf dem Rasen – eine der erfolgreichsten Ären des BVB maßgeblich mitgestalten und prägen. Über einen Abstecher nach Ahlen kehrte Großkreutz 2009 in seine Heimatstadt Dortmund zurück und die Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf:

  • 2011: Deutscher Meister
  • 2012: Deutscher Meister & DFB-Pokalsieger
  • 2013: Champions-League-Finalist
  • 2014: Weltmeister

Über Leverkusen oder Marseille haben schon so viele geschrieben. Vom Torwart bis in die Offensive. Du hast uns unvergessene Momente beschert. Wir haben gemeinsam großartige Erfolge gefeiert. Und dabei hast du immer unser aller Traum gelebt. Uns bleibt nur eins zu sagen: Danke, Kevin! Immer einer von uns. Auf dass wir eines Tages wieder zusammen auf der Süd stehen und lauthals „Dortmunder Jungs“ anstimmen.

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