Warmlaufen

Zenit besiegen!

27.10.2020, 22:28 Uhr von:  Alexey
Lesezeit: ca. 4 Minuten
Das blau leuchtende Zenith-Logo hängt an einer Wand im Stadion. Oberhalb der Wand sind russische Offizielle zu sehen. Einer davon telefoniert.

„Endlich wieder ein Flutlichtspiel“ möchte man schreiben und sich gleichzeitig auf das Spiel in der CL freuen. Nun, die Vorfreude tendiert eher gegen Null.

Unter normalen Umständen hätte ich schon vor ein paar Wochen meine Reisen nach Rom, Brügge und Sankt-Petersburg geplant. In der letzten Woche hätte ich endlich nach einer schönen Nachtfahrt im Zug von München die italienische Hauptstadt besucht. Leider ist uns allen ein Virus dazwischengekommen, die dafür sorgt, dass wir nicht nur die Auswärtsspiele nicht sehen können, sondern auch die Heimspiele nicht besuchen dürfen.

Bei den ersten zwei Spielen in der Bundesliga waren ca. 10.000 Fans im Stadion. Da die Infektionszahlen erneut stark ansteigen, waren am letzten Wochenende nur 299 Fußballfans im Westfalenstadion und das war schon sehr komisch. Wenn man an einem Spieltag von der Möllerbrücke zur Strobelallee geht, sieht man ganz viele Fans, jede(r) in der Stadt weiß ganz genau, dass ein Spiel bevorsteht. Dieses Mal war es auf den Wegen und vor dem Stadion komplett leer, auf der Tribüne musste man die ganze Zeit mit Maske sitzen und durfte nicht stehen. Für den Mittwoch sieht es wohl so aus, dass wir, genauso wie im Mai und Juni, ohne Fans spielen müssen. Man kann natürlich darüber diskutieren, ob es sinnvoll ist, alle Leute auszuschließen. An den ersten zwei Heimspieltagen fühlte ich mich im und vor dem Stadion sehr sicher, weil man nur wenig Kontakt zu den Anderen hatte und die Züge wohl relativ leer waren, weil viele zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit dem Auto angereist sind. Andererseits würde es jetzt wohl auch falsche Signale setzen, wenn man mit 10.000 Fans im Tempel wäre. Man muss sich noch ein paar Monate etwas zurückhalten, um dann in vier, sechs oder zehn Monaten wieder dabei sein zu können. Deswegen wäre es absolut nachvollziehbar, wenn wir am Mittwoch gegen den russischen Meister vor den leeren Rängen spielen würden.

Zwei russische Polizisten stehen vor dem Dortmunder Fanblock und lächeln verdutzt. Im Hintergrund sind Fahnen und Banner zu sehen.

Eigentlich könnten wir uns über unsere CL-Gruppe nicht beschweren. Mit Brügge und Lazio aus den Töpfen drei und vier hat man sicherlich keine Topteams bekommen und mit dem Los aus Topf eins hatten wir wohl am meisten Glück, weil Zenit unter den sieben möglichen Gegnern wohl am schwächsten ist. Hat es aber wirklich was zu sagen? Unser erstes Spiel in der CL war schon ziemlich schlecht. Wenn wir uns so präsentieren wie in Rom, werden wir kaum ein Spiel in dieser Gruppe gewinnen. Immerhin spielte der BVB im Derby am Samstag schon deutlich besser und so ein Derbysieg könnte die Leitung der Mannschafft in den kommenden Spielen beflügeln.

Am Mittwoch spielen wir gegen den sechsmaligen russischen Meister. Die letzte Begegnung gegen Zenit war im Winter 2014, als wir im Achtelfinale auf die Mannschaft trafen. Damals hatten wir im ersten Spiel in Sankt-Petersburg 4:2 gewonnen und konnten uns leisten, im Rückspiel 1:2 zu verlieren. Damals spielte bei Zenit ein gewisser Axel Witsel, der jetzt evtl. gegen seinen ehemaligen Verein spielen darf. Sankt-Petersburg ist sehr souverän russischer Meister geworden und nach einer zweieinhalbwöchigen Pause ganz gut in die Saison gestartet, aber die letzten Spiele waren eher nicht so erfolgreich.

Eine Reihe von Cheerleader stehen hintereinader aufgereiht. Die Hände sind nach oben gestreckt und halten silberfarbene Puschel.

Man hat die Tabellenführung an Spartak Moskau (wo übrigens Domenico Tedesco der Trainer ist) verloren und das erste Spiel in der CL ebenfalls verloren. In einigen russischen Medien wird die Transferpolitik des Vereins kritisiert, weil man sich kaum verstärkt habe. Nun werden sogar die Gerüchte gestreut, dass der Trainer der Mannschaft, Sergej Semak, entlassen werden soll und dass man sogar schon mit Pochetinno verhandeln würde. Einerseits könnten diese Gerüchte für weitere Unruhen im Verein sorgen (dieses Verhalten erinnert etwas an den Gazprom-Bruder aus Deutschland), andererseits werden die Spieler noch mehr zeigen wollen, dass man mit dem Trainer zufrieden ist und sich noch mehr Mühe geben.

Wie man den heutigen Kader der Mannschaft einschätzen kann, hört man am besten in unserem Podcast mit Artjom.

Wenn unserer BVB eine bessere Leistung als in Rom liefert, konzentriert spielt und keine unnötigen Fehler macht, wird man den ersten Sieg in der CL feiern. Вперёд Дортмунд! (Auf geht es, Dortmund!)

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