Unsa Senf

Junge, komm bald wieder

07.02.2020, 00:00 Uhr von:  Nadja
Junge, komm bald wieder

Marco Reus hat sich verletzt und fällt ein paar Wochen aus. Er hat sich in den letzten Wochen bestimmt nicht in seiner Topform befunden und schien auch öfter etwas frustriert. Man kommt daher nicht drum herum zu denken, dass eine kleine Zwangspause seinem Kopf vielleicht ganz guttun könnte.

Was jedoch einige Leute deswegen an Kommentaren in diversen sozialen Medien hinterlassen, ist unfassbar und ich wollte da mal noch etwas konkreter nachfragen, OB IHR LACK GESOFFEN HABT?! Was fällt euch eigentlich ein? Mal abgesehen davon, dass ein Reus in seiner momentanen „schlechten Verfassung“ noch immer 18 Scorerpunkte in 19 Spielen auf dem Blatt stehen hat und objektiv einer der besten Spieler in Deutschland ist, ist es auch einfach absolut daneben, so gegen einen Borussen zu schießen. Marco Reus ist einer der wenigen auf dem Platz, die sich mit Haut und Haaren dem Verein verschrieben haben. Das alleine kann natürlich keine Garantie auf einen Stammplatz sein, doch nur der Trainer muss strikt nach Leistung beurteilen. Der Rest von uns und der Verein sollte seine (zukünftigen) Legenden ehren, davon gibt es nämlich nicht sehr viele. Natürlich darf man auch als Fan Spieler angemessen kritisieren und ich bin sowieso die Letzte, die verlangt Spieler wie Hummels oder Götze in Watte zu packen, nur weil sie das schwarz-gelbe Trikot tragen. Sie haben sich das selbst verbockt und müssen (abgesehen von den 90 Minuten auf dem Platz, in denen der Erfolg der Mannschaft über allem stehen sollte) das jetzt halt ausbaden. Pech gehabt, ihr habt es so gewollt!

My Captain
My Captain

Aber gerade diese Beispiele zeigen auch, wie rar Spieler sind, die sich immer extrem loyal verhalten haben und den Verein lieben (siehe dazu meine Abbitte an Reus), daher sollte man sich bedingungslos hinter sie stellen. Wie kann man einem Reus, einem Schmelle oder einem Piszczek nur Beleidigungen an den Kopf werfen und gleichzeitig behaupten, Borusse zu sein? Wie kann man sich über den modernen Fußball und seine abartigen Auswüchse und geldgeilen Protagonisten aufregen und dann selbst bei der kleinsten Leistungsschwäche verdiente Borussen zum Teufel jagen? Ihr wollt bedinungslose Vereinstreue und Loyalität von der U9 bis zur Traditionsmannschaft, kennt aber umgekehrt keinerlei Loyalität zu den Spielern, wenn sie mal keine Topleistung bringen? Oder ist Euch die Loyalität der Spieler sowieso egal und Ihr wollt eine Mannschaft aus elf Lewandowskis, die wie Roboter ihre Leistung abrufen, deren einziges Interesse am Verein aber darin besteht, dass er rechtzeitig das Gehalt überweist?

Ich liebe meinen Verein über alles. Er ist mein Leben, er bestimmt einen großen Teil meiner Freizeit. Er hat mich viele Nerven gekostet und mir unglaubliche Momente beschert. Er ist mehr als ein Arbeitgeber für Fußballprofis. Er ist mehr als der Veranstalter von Events. Er ist tief in meinem Herzen drin. Und gerade deswegen wünsche ich mir im Idealfall, dass seine Mitarbeiter das genauso sehen oder zumindest verstehen, was es für mich bedeutet, wenn sie in diesem wunderschönen schwarz-gelben Trikot auflaufen. Ich bin selbstverständlich nicht naiv genug, um zu glauben, dass dies auf einen großen Teil der Mannschaft zutrifft und es wäre wohl auch nicht möglich, Erfolge zu haben, wenn man nur Spieler aufstellen wollte, die sich mit dem Verein identifizieren.

Umso dankbarer sollten wir aber sein, dass es solche Leute gibt und dass sie für unsere Borussia spielen. Marco Reus ist einer dieser Spieler und er ist dabei sogar noch ein richtig guter Kicker (falls es Euch noch nicht aufgefallen sein sollte, die Kombination ist äußerst selten). Also lasst ihn gefälligst in Ruhe oder Ihr kriegt es mit mir zu tun!

Denn die Botschaft an Reus darf nur eine sein: Kopf hoch, Junge, komm bald wieder! Lass dich nicht unterkriegen! Ganz Dortmund steht hinter Dir! #mycaptain

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