Spielbericht Profis

FC Brügge im Doppelpack

25.11.2020, 08:30 Uhr von:  DocKay
Lesezeit: ca. 5 Minuten
FC Brügge im Doppelpack
Der BVB heißt die Gäste aus Belgien willkommen.

Im Rückspiel gegen die Belgier aus Westflandern konnte der BVB schon fast das Ticket für das Achtelfinale knipsen.

Wie sull dat nur wigger jonn, wat bliev dann hück noch stonn? Der Text „En unserem Veedel“ von der kölschen Kultband hat an Aktualität nichts eingebüßt, und er trifft auch für das Viertel rund um das Westfalenstadion zu. Gerade hat der BVB mitgeteilt, dass sich der operative Umsatz im ersten Quartal auf 56,5 Millionen Euro halbierte. Damit fiel ein Nettoverlust von 35,8 Millionen Euro an. Da wollte man doch wenigstens im Rückspiel gegen den Club Brugge K.V. auf der Gewinnerseite sein. Innerhalb von knapp drei Wochen traf man zum zweiten Mal auf die Belgier, gegen die man beim ersten Aufeinandertreffen mit einem souveränen Auswärtssieg überzeugt hatte. So standen die Zeichen auf Erreichen des Achtelfinales in der laufenden Champions-League-Saison.

Auf Abstand musste heute niemand achten
Auf Abstand musste heute niemand achten

1. Abschnitt

Bei 10 Spielen innerhalb eines Monats war Rotation angesagt. Bellingham, Delaney, Sancho, Reyna und Hazard standen in der Startelf. Sie mussten nicht lange warten um in der 2. Minute die erste Chance von Erling Haaland zu sehen. Der BVB startete in Richtung Nordtribüne und dominierte das Spiel. Mats Hummels konnte nach Belieben schalten und walten. So dauerte es nur bis zur 18. Minute um Erling Haaland von Jadon Sancho geschickt in Szene zu setzen, und unsere Tormaschine markierte auf für ihn typische Weise das 1:0 durch einen Schuss ins kurze Eck. Dabei passte zwischen Torhüter und den linken Innenpfosten nicht viel mehr als ein Blatt Papier. Danach wurden unsere Borussen immer stärker und das 2:0 lag in der Luft. Dieses hatte Gio Reyna auf dem Fuß als er in der 40. Minute freistehend aus elf Metern die Pille über das Tor haute. In der 45. Minute war es dann soweit. Hazard, Guerreiro und Sancho standen zur Ausführung eines Freistoßes aus 17 Metern bereit. Schließlich war es Sancho der das Ding über die Mauer in den linken Winkel jagte. Nach 47 Minuten war Halbzeit und es herrscht schwarzgelbe Zufriedenheit.

Gähnende Leere vor dem Spielbeginn am Stadioneingang.
Gähnende Leere vor dem Spielbeginn am Stadioneingang.

2. Abschnitt

Brügge kam etwas offensiver aus der Kabine. Kein Wunder, stand es doch im parallel laufenden Spiel in Rom 2:1 für Lazio gegen Zenit. In der 58. Minute kamen die Belgier zu ihrer ersten größeren Chance, doch De Ketelaere verpasste um Zentimeter. Besser machte es im Gegenzug in der 60. Minute erneut Erling Haaland. Nach etwas Wirrwarr im Strafraum von Brügge vollendete der Norweger aus spitzem Winkel zum 3:0. Mit seinem sechsten Tor im laufenden Wettbewerb war der Drops gelutscht. Haaland stand auch weiter im Mittelpunkt bevor es zu den ersten Auswechslungen kam. Can und Morey betraten für Delaney und Meunier das Spielfeld. Bei Brügge überwog inzwischen der Frust. In der 81. Minute ging das Wechselspiel beim BVB weiter und Lucien Favre schickte Passlack, Reus und Brandt aufs Feld. Guerreiro, Reyna und Haaland durften sich frühzeitig die Decke überhängen und auf das Spiel in Köln freuen. Emre Can hatte noch eine Chance, dann war das Spiel nach drei Minuten Nachspielzeit zu Ende. Alles in allem ein gelungener Auftritt unserer Borussen mit klarem Kurs auf das Achtelfinale. Nach dem 3:1 von Lazio gegen Zenit wird es wohl zu einem Endspiel gegen die Römer um den Gruppensieg kommen. Schade ist es, dass Moukoko keine Chance hatte eine weitere Rekordmarke zu setzen.

Mitternachtsstimmung am Westfalenstadion
Mitternachtsstimmung am Westfalenstadion

Wie sull dat nur wigger jonn? Diese Frage muss sich in der aktuellen Situation auch der 1.FC Köln, der Karnevalsclub aus der Domstadt, stellen. Die bisherige Saison 2020/2021 erbrachte für den FC lediglich drei mickrige Pünktchen, weniger als ein stolzer Marienkäfer hat. Für den Trainer Markus Gisdol keine Visitenkarte um ein Heldt oder ein Karnevalsprinz zu werden. Und ausgerechnet jetzt heißt der kommende Gegner am Samstag Borussia Dortmund. Leider können wir keine Rücksicht auf schwächelnde Geißböcke nehmen. Es tut uns leid, aber diese drei Punkte werden in die schwatzgelbe Metropole gehen. Dreimol vun Hätze Kölle Alaaf!

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