Spielbericht Amateure

Die Amateure bescheren dem BVB drei Punkte zum 111. Geburtstag

20.12.2020, 11:30 Uhr von:  Larissa
Lesezeit: ca. 6 Minuten
Knauff und Tigges klatschen sich nach dem Treffer von Knauff ab, Bakir kommt von rechts dazu gelaufen.

Zum 111. Geburtstag des besten Ballspielvereins der Welt ließen die Amateure nichts anbrennen und stürzten den Wuppertaler SV mit einem nie gefährdeten 3:0 Sieg noch tiefer in die Krise. Unser Spielbericht zum vorletzten Heimspiel der Hinrunde:

Das Trainingszentrum Brackel beim Einsetzen der Dämmerung.

Zwei Unentschieden hatten die Amateure zuletzt eingefahren. Im Rennen um den Titel sind diese Punkteverluste natürlich bitter, zumal man in beiden Spielen auch eher als Favorit auf dem Platz stand. Doch es zeigten sich allmählich die Auswirkungen der vollgepackten Hinrunde und man musste seinen Vorteil gegenüber Rot-Weiss Essen einbüßen. Mit „nur“ zwei Spielen weniger, fehlen nun sieben Punkte auf unsere Nachbarn – was selbstverständlich noch lange kein Grund ist, den Kopf in den Sand zu stecken.

Mit Wuppertal asozial fand sich am Samstag ein Gegner ein, der in dieser Saison schon einige Rückschläge hinnehmen musste. Handfeste Krise inklusive Ultra-Besuch, Trainerwechsel Anfang Dezember, Abstiegsplatz. Es läuft nicht so richtig beim Wuppertaler Traditionsverein.

Maaßen reagierte ob der zuletzt etwas fehlenden Luft und schickte nach den beiden kräftezehrenden Partien in Homberg und gegen RWO eine reichlich runderneuerte Elf auf den Rasen. Patrick Osterhage durfte zum ersten Mal nach seiner langen Leidenszeit von Beginn an ran, dazu ersetzten Bah-Traore, Finnsson, Harlaß und Bakir die zunächst pausierenden Knauff, Hober, Wanner, Raschl und Tachie.

Auf der anderen Seite brachten die Wuppertaler einen alten Bekannten mit: Bayhan Ametov, der zwei Jahre lang beim BVB II unter Vertrag gestanden hatte, stand bei ihnen in der Startelf.

Franz Pfanne geht zum Ball, ein Wuppertaler versucht diesen von der Seite wegzuspitzeln.

Erste Halbzeit:

Die ersten 20 Minuten sind recht schnell abgehandelt, von beiden Seiten kam nicht wirklich etwas Zwingendes. Viele Ballverluste, wenig Schärfe und im Allgemeinen eher so halbgut anzusehen. Wuppertal schaffte es dicht gestaffelt, die Dortmunder Tormaschinerie an ihrer Entfaltung zu hindern. Das Spannendste war in dieser Phase noch die Prominenz in Form von Sebastian Kehl und Marcel Schmelzer auf der Tribüne.

In der 22. Minute ging es dann jedoch ganz schnell: Nachdem der WSV zuvor noch jeden gefährlichen Angriff mit Mann und Maus verhindern konnte, war es in der 23. Minute Patrick Osterhage, der nach starker Vorarbeit Tigges an der Strafraumkante in Szene setzte. Der Mittelstürmer legte sich den Ball zurecht und zog ab, ein Flachschuss ins lange Eck war wohl geplant. Semir Saric vom WSV fälschte den ohnehin schon gefährlichen Schuss unglücklich ab, sodass er bogenlampenartig ins Tor von Szczepankiewicz segelte.

Die nächste richtig dicke Torchance für den BVB erfolgte dann in der 36. Minute. Tigges behauptete den Ball im Mittelfeld bockstark gegen zwei bis drei Wuppertaler, Schiri Holz zeigte Vorteil an und dann hatte der Kapitän das Auge für Finnson. Der marschierte mit ordentlich Dampf in den Strafraum, scheiterte dann jedoch im 1 gegen 1 an der rechten Hand von Szczepankiewicz. Hier hätte der isländische Nationalspieler lieber auf Bakir querlegen sollen.

Bah-Traore wird von zwei Wuppertalern in die Zange genommen.

Vom WSV kam übrigens nach wie vor reichlich wenig in der Offensive. Obwohl man durchaus das ein oder andere Mal Platz für Torraumszenen gehabt hätte, konzentrierten sich die Gäste im leuchtenden Blau voll und ganz aufs Verteidigen. Die Führung für den BVB also zu diesem Zeitpunkt absolut verdient. Lediglich ein Ball kullerte in Halbzeit eins – harmlos – auf das Tor des BVB, beziehungsweise in die einladenden Arme von Luca Unbehaun. Dem ging übrigens eine äußerst kuriose Szene voraus, als Pfanne es irgendwie schaffte, sich selbst zu tunneln und dem Ball nur noch verdutzt hinterherschauen konnte.

Kurz vor der Pause gab es dann noch einen Freistoß und eine Ecke für den WSV, welche jedoch ohne große Gefahr blieben. Man darf hoffen, dass der zuschauende Kehl diese Szenen für die Herren aus der ersten Mannschaft mitfilmen konnte – es scheint ja durchaus möglich zu sein, Standards zu verteidigen.

Zweite Halbzeit:

Halbzeit zwei startete zunächst ähnlich spannend wie Halbzeit eins. Der WSV hielt die Borussia erfolgreich vom Tor fern, ohne jedoch selbst offensiv in Erscheinung treten zu können. Ein blödes Gefühl blieb ob der knappen Führung natürlich trotzdem.

Nach 55 Minuten war dann für Osterhage Schluss. Seinen ersten Startelfeinsatz kann er mit einer ordentlichen Leistung, die er mit einer starken Vorlage krönte, durchaus als Erfolg verbuchen. Neu in die Partie kamen Aday Ercan und wenig später (66.) Ansgar Knauff.

Die frischen Kräfte taten der U23 sichtlich gut: Etwa eine halbe Stunde vor Schluss drehte die Mannschaft nochmal richtig auf. So waren es auch die beiden Eingewechselten, die in der 70. Minute auf 2:0 erhöhten. Knauff hatte nach einem Ballgewinn das Auge für den freistehenden Ercan, der nach einem knappen Monat der Nichtberücksichtigung sein erstes Tor für den BVB II erzielte. Auch sonst empfahl sich der Sommerneuzugang vom SC Wiedenbrück durchaus für weitere Einsätze.

Nach Abpfiff feiert die komplette Mannschaft ausgelassen im Jubelkreis.

Im Anschluss ließ der BVB nichts mehr anbrennen und konnte kurz vor Schluss mit dem 3:0 durch Knauff auch endgültig den Deckel auf den Pflichtsieg machen. Hart erkämpft, aber hochverdient sackte man somit gegen ein offensiv erschreckend harmloses Wuppertal endlich wieder drei Punkte ein.

Ausblick:

Noch einmal muss der BVB II ran: am Dienstag geht es um 17:30 ins Nachholspiel gegen Düsseldorf II. Danach ist dann endlich Zeit für die allmählich wirklich nötige Pause. Bis zum 09.01. ist dann immerhin ein wenig Luft zum Durchschnaufen, bevor gegen die Zweitvertretung der falschen Borussia die Rückrunde startet.

Statistik:

BVB II: Unbehaun – Hippe, Dams, Maloney – Bah-Traore (78. Tachie), Osterhage (55.Ercan), Pfanne, Finnsson (66. Knauff)– Harlaß (55. Raschl), Tigges, Bakir – Trainer: Maaßen

Tore: 1:0 Tigges (23.), 2:0 Ercan (70.), 3:0 Knauff (87.)

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