Spielbericht Amateure

Der Tigginator sorgt für die Erlösung

25.01.2020, 19:50 Uhr von:  Larissa
Lesezeit: ca. 6 Minuten
Der Tigginator sorgt für die Erlösung

Borussia Dortmunds Amateure gegen den Wuppertaler SV. Tabellenachter gegen Tabellenvierzehnten. Und eines der wenigen nicht parallelen Spiele in nächster Zeit. Kaltes Wetter, der Kater von gestern und das allgemein abnehmende Interesse an unseren Amateuren sorgten jedoch dafür, dass sich „nur“ 1273 in der Roten Erde einfanden. Mit von der Partie waren auch ein paar hundert Wuppertaler, sodass insgesamt eine ganz ordentliche Stimmung herrschte. Beim WSV hatte es in der Winterpause eine besonders wichtige Veränderung gegeben: Pascal Bieler stand zum ersten Mal als Trainer an der Seitenlinie.

Nur knapp 1.300 Zuschauer fanden sich trotz namhaftem Traditionsverein in der Roten Erde ein.
Nur knapp 1.300 Zuschauer fanden sich trotz namhaftem Traditionsverein in der Roten Erde ein.

Da es im Vorfeld des Spiels einigermaßen trocken geblieben war, war der Rasen nicht ganz so schlecht wie zuletzt (natürlich immer noch weit entfernt von "gut"). Man konnte also tatsächlich so etwas wie Fußball erwarten.

Personell nahm Mike Tullberg einige Änderungen vor. Im Tor stand zum allerersten Mal Luca Unbehaun, der fortan im Herrenfußball Erfahrung sammeln soll. Davor entschied man sich dieses Mal ganz profilike für eine Dreierkette aus Bünning, Rente und Balerdi. Das Zentrum bildeten Raschl und Hober, die Flügel wurden von Morey und Finnson besetzt. In der Offensive setzte man auf bewährte Akteure in Form von Boyamba, Tigges und Führich.

Da die Spieler wohl ein bisschen eingefroren waren, dauerte es rund zehn Minuten, bis die Partie ins Rollen kam. Dann zeigte sich, dass die Wuppertaler wohl ein bisschen wetterresistenter als die Dortmunder waren (Beweis: Kurze Ärmel BVBII: 0, Kurze Ärmel Wuppertal: 2), denn der erste richtig konsequente Angriff führte direkt zum Tor. Eine saubere Hereingabe von Grebe und eine etwas unaufmerksame Abwehr nutze für Marwin Studtrucker für seinen Torerfolg. 0:1 Rückstand nach 10 Minuten.

Nun jedoch schienen auch unsere Amas das Memo zum Anpfiff erhalten zu haben, unsere Jungs wurden deutlich aktiver. Nachdem man sich allmählich Vorteile auf dem Platz erarbeiten konnte, krönte man seinen Einsatz in der 22. dann endlich mit dem redlich verdienten Ausgleichstreffer. Finnson bediente Tigges im Strafraum, der sich unter Druck stark behauptete und das Auge für den heranspritzenden Hober hatte. Der musste das Ding aus kurzer Distanz nur noch machen und knallte den Ball mit ordentlich Schmackes unter die Latte.

Jubel um Marco Hobers Ausgleichstreffer
Jubel um Marco Hobers Ausgleichstreffer

Es blieb bei einem guten Spiel. Beide Mannschaften zeigten viel Einsatz und auch die ein oder andere Torraumszene war zu bewundern. Der BVBII konnte mehr Ballbesitz vorweisen und sich offensiv ein ums andere Mal gut in Szene setzen - jedoch ohne den ersehnten Torerfolg. Die dickste Chance ging in Minute 38 auf das Konto von Steffen Tigges, der Lübcke zunächst stark überwand, denn jedoch aus spitzem Winkel in Erinnerung an Mkhitaryan nur das Außennetz des leeren Tores traf. Kurz vor dem Pausenpfiff erhielt Boyamba noch zwei Möglichkeiten, setzte den Ball jedoch beide Male aus ähnlicher Position rechts am Tor vorbei. Dann hieß es erstmal Pause und Aufwärmen.

Die zweite Halbzeit begann gleich mit einer besonders bitteren Szene: Noch keine Minute war gelaufen, da blieb Lars Bünning liegen und musste schließlich mit einer Hüftprellung ausgewechselt werden. Für ihn kam Julan Schwermann ins Spiel. Von diesem Rückschlag ließ man sich jedoch nicht beirren: In der 50. Minute bediente Führich Tigges, der dieses Mal die Nerven behielt und den Ball unhaltbar in die Massen setzte. Zum ersten Mal in dieser Saison drehte man ein Spiel.

Dann war erstmal Wuppertal am Zug. Zweimal tauchte man brandgefährlich vor Unbehaun auf, versäumte jedoch den Ausgleich. Bevor die Gäste jedoch zu viel Oberwasser bekamen, war der BVB wieder dran: Über Führich gelangte der Ball zu Tigges, der exzellent den Freistehenden Boyamba bediente und somit an allen drei Toren beteiligt war. Boyamba machte mit seiner dritten Chance das Tor und reichte anschließend mit einer verblüffenden Akrobatik-Nummer seine Bewerbung für Olympia 2020 ein.

Mit Radschlag und Salto bejubelte Joseph Boyamba das 3-1
Mit Radschlag und Salto bejubelte Joseph Boyamba das 3-1

Anschließend schaltete man ob des Vorsprungs einen Gang zurück. Von Wuppertal kam dann auch nicht mehr so wirklich viel. Einmal konnte sich Unbehaun bei einem Distanzschuss auszeichnen, das war es dann jedoch auch. Der Schiedsrichter pfiff dankenswerter Weise äußerst pünktlich ab, sodass man sich schnell ins Warme begeben konnte, um dort den Sieg zu feiern.

Stimmen

Der Tigginator:

„Ich bin sehr zufrieden, wir wollten unbedingt positiv in die Rückrunde starten. Das ist uns mit dem Sieg natürlich gelungen. Wir haben die richtige Reaktion auf das frühe Gegentor gezeigt. Dass ich mit einem Tor und zwei Vorlagen dazu beitragen konnte, ist natürlich umso schöner.“

Mike Tullberg:

„Mir war bewusst, dass es nach einer dreiwöchigen Vorbereitung und drei neu eingebauten Spielern die ersten zehn bis fünfzehn Minuten schwierig werden würde. Ich war glücklich, dass die drei von oben nach gestern dazukamen, aber wusste auch, dass es mit den Abläufen ein bisschen dauern könnte. Gegen den Ball war es in den ersten 15 Minuten nicht schön. Dann haben wir uns gefunden und sind besser ins Spiel gekommen. […] Als wir das 1:1 erzielt hatten, hatte ich das Gefühl, dass wir das Spiel jetzt gewinnen. Wir hatten ein deutliches Chancenplus und haben besonders in der zweiten Halbzeit einen tollen Fußball gezeigt.“

Statistik

Zuschauer im Stadion Rote Erde: 1.273

BVB U23: Unbehaun – Balerdi, Rente, Bünning (48. Schwermann) – Morey, Raschl (88. Tunga), Hober, Führich (85. Wanner), Finnsson – Boyamba, Tigges

Wuppertal Asozial: Lübcke, Uphoff, Saric, Grebe, Ceylan, Knechtel, Studrucker, Cokkosan, Marzullo, Pytlik, Geisler

Tore: 0:1 Studtrucker (10.), 1:1 Hober (22.), 2:1 Tigges (50.), 3:1 Boyamba (59.)

Schlussjubel vor Block H
Schlussjubel vor Block H

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