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Auf dem Weg zum Ziel, keiner kann uns halten!

17.05.2019, 16:46 Uhr von:  DM
Auf dem Weg zum Ziel, keiner kann uns halten!
Choreo "Es ist vorbei, wenn's vorbei ist"

„Es ist erst vorbei, wenn‘s vorbei ist.“ So abgedroschen diese Phrase nach den vergangenen Wochen klingen mag und so sehr man aufgrund der ihr objektiv möglicherweise innewohnenden Naivität von außen belächelt werden mag - seit dem vergangenen Samstag mache auch ich mir diesen Spruch zu eigen.

Nach dem Abpfiff des vorletzten Spieltags der laufenden Bundesliga-Saison passierte etwas mit mir, das ich nach den Wochen zuvor nicht mehr für möglich hielt. Plötzlich war er da, der Optimismus und die Zuversicht, die schwarzgelben Kicker morgen gegen 17:30 Uhr doch noch die Meisterschale hochhaltend sehen zu können.

Meisterchance vertreibt den Ärger der Vorwochen

Wer wird Deutscher Meister?
Wer wird Deutscher Meister?

Mit dem Ende des 33. Spieltags und der Erkenntnis, dass die Meisterfrage tatsächlich erst auf den letzten Metern einer unfassbar emotionalen Spielzeit entschieden würde, verwandelte mich, den Grundskeptiker und Nörgler der Vorwochen, in einen naiv Hoffnungsvollen.

Ja, Bayern ist zwei Punkte besser, hat ein Heimspiel und wir spielen bei diesem unsympathischen Verein aus der ostniederländischen Provinz, bei dem die wahre Borussia in unschöner Regelmäßigkeit unzureichende Auftritte hinlegt - der Sprung zurück an die Tabellenspitze in der allerletzten Sekunde erscheint wenig realistisch.

Realismus ist bis morgen um 17:20 Uhr völlig egal

Aber, hey, wem geht es denn hier um Realismus? Diese Aussicht, dass Borussia Dortmund am letzten Spieltag noch deutscher Meister werden kann, beflügelt meine Euphorie vor dem großen Saisonfinale. Vergessen sind bis auf weiteres der Ärger über die fahrlässig verspielten neun Punkte Vorsprung, verflogen die Enttäuschung über die verpassten Chancen der vergangenen Wochen und die Trauer ob der Derby-Pleite - und auch so manches Unverständnis ob der Entscheidungen des Trainers.

Die Borussia kann Meister werden, das ist alles, was für morgen zählt. Morgen gilt es noch einmal, 90+x Minuten alles rauszuhauen, auf dem Platz und im Gästeblock, das Stadion muss vom Anpfiff weg brennen vor schwarzgelbem Ehrgeiz. Die Ponys dürfen gar nicht merken, dass sie ein Heimspiel haben. Noch ein letztes Mal muss der Rasen umgegraben werden, jeder, ob Spieler oder Fan, an seine Leistungsgrenze gehen und darüber hinaus. Das Handy mit dem Live-Ticker ruhig in der Tasche lassen, erledigen wir doch selbst erst einmal unsere Hausaufgaben - das wird schwer genug. Und dafür braucht es die volle Konzentration, was die Bazis machen, ist erst einmal zweitrangig, solange der Ballspielverein nicht vorne liegt.

Den Ponys den CL-Einzug vermiesen

Ob es morgen wieder solche Jubelszenen gibt?
Ob es morgen wieder solche Jubelszenen gibt?

Zudem hätte ein Auswärtserfolg den netten Nebeneffekt, dass wir den Ponys damit auch den Einzug in die Champions-League vermiesen könnten. Damit würden wir zugleich der Frankfurter Eintracht die Tor sperrangelweit öffnen, sodass diese nur noch hindurchgehen muss. Eine Win-Win-Situation.

Und irgendwie scheint der Fußballgott am letzten Spieltag noch irgendeine Geschichte rund um Marco Reus und Lucien Favre in Gladbach und/oder Niko Kovac bezüglich Eintracht Frankfurt erzählen zu wollen - doch welche wird es sein?

Unsinnige Mobilmachung der Polizei

Überschattet wird das Spiel derweil leider von den Vorbereitungsmaßnahmen der Polizei, die das Westduell nutzt, um ihr ganzes Arsenal inklusive Wasserwerfer und Hubschrauber mal wieder auf die Straße zu bringen. Vielleicht findet der Einsatzleiter ja auch noch ein paar Kanonen, die er gegen die Spatzen vor dem Stadion auffahren lassen kann!? Die unsympathische Borussia vom Niederrhein lässt hingegen mit Nonsens-Vorschriften aufhorchen. Verboten sind laut Faninfos „alle Fanutensilien, die nicht dem BVB sondern einem anderen Verein (z.B. dem 1. FC Köln, Aris Thessaloniki, Brøndby IF, etc.) zugehörig erscheinen“. Wer also morgen mit seiner Trainingsjacke des TuS Eving erscheinen wollte, muss damit rechnen, nicht reinzukommen.

Doch all dies sind nur Randaspekte. Wichtig ist auffem Platz. Morgen gilt es: Auf dem Weg zum Ziel, keiner kann uns halten! Borussia, du bist meisterlich!

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