Spielbericht Amateure

Leistungsgerechte Punkteteilung im Borussenduell

11.11.2019, 20:00 Uhr von:  Seb
Leistungsgerechte Punkteteilung im Borussenduell

Ausgangslage

Es waren keine einfachen Wochen für Mike Tullberg. Nach dem Unentschieden in Bonn ging man deutlich gegen Aachen und die kleinen Blauen unter. 0:3 und 1:5 standen in der Endabrechnung und besiegelten den 12. Platz. Für die Ambitionen, oben mitzuspielen und vielleicht ein Wörtchen um den Aufstieg mitzureden, natürlich viel zu wenig. Obwohl die Vorbereitung gut verlief und viele gute Ansätze bereits früh sichtbar waren, schleppt sich das Team von Tullberg momentan ein bisschen durch die Liga. Dazu kommen dann noch Spielabsagen wie gegen Verl, die im Pokal ihren kompletten Rasen zertreten hatten. Mike Tullberg hatte daher eine Reaktion gefordert und sollte sie zumindest spielerisch bekommen.

Volle Tribünen sind auch was anderes
Volle Tribünen sind auch was anderes

Vor dem Spiel

Nicht einmal 24 Stunden nach der erneuten Blamage in München durfte schon wieder eine BVB-Mannschaft auf dem grünen Rasen antreten. Die „Ultras von die Amateure“ hatten sich diesmal nicht ganz so zahlreich in Block H eingefunden. Einigen steckte vermutlich noch die Busfahrt nach München in den Knochen. Aber auch sonst hatten scheinbar die wenigsten wieder Bock auf Fußball. Nur enttäuschende 469 Zuschauer fanden sich am gestrigen, kalten Novembertag in der Roten Erde ein. Dabei hätte man die Gelegenheit gehabt, mit Morey und Balerdi zwei Profis zu bestaunen, die inzwischen häufiger unsere Amas verstärken.

Mateu Morey gegen Alper Arslan
Mateu Morey gegen Alper Arslan

1. Halbzeit

Wie auf allen Plätzen an diesem Wochenende gab es zunächst eine Schweigeminute zum 10-jährigen Todestag von Robert Enke. In diesem Zusammenhang wurde noch einmal per Ansprache des Stadionsprechers für das Thema Depression sensibilisiert.

Beide Mannschaften agierten nach dem Anpfiff aggressiv. Besonders das Pressing der Jungponys war imponierend. Extrem hoch und mit einer guten Raumaufteilung wurden unsere Borussen angelaufen und hatten phasenweise Mühe, sich aus der Umklammerung zu befreien. Ein kontrollierter Spielaufbau fand so gut wie gar nicht statt, was dem Spiel zwar nicht besonders gut tat, aber für Freunde der Taktik sicherlich interessant war. Denn unsere Borussen taten es der falschen Borussia gleich: Auch die Amas liefen ihre Gegenspieler taktisch diszipliniert an und störten den Spielaufbau der Gladbacher entscheidend. Wirkliche Höhepunkte in den Strafräumen gab es dadurch nicht. Hin und wieder rutschte mal ein Dortmunder Ball durch die Gladbacher Verteidigung, was aber in allen Fällen als Abseits zurückgewunken wurde. Folglich mussten beiden Tore aus dem Nichts respektive aus einer Standardsituation fallen:

In der 15. Minute wurde der Gladbacher Rechtsaußen geschickt und flankte recht scharf in den Strafraum. Der Ball konnte nur halb geblockt werden und sprang zu Cirillo, der den Ball von der Strafraumgrenze unhaltbar unten rechts im Tor versenkte.

Nur neun Zeigerumdrehungen später dann der Ausgleich. Eine Dortmunder Ecke wurde zu Bünning geklärt. Der hatte ein bisschen mehr Anlauf als Cirillo und knallte den Ball aus gut 25-30 Metern in den Knick, Marke Traumtor.

Damit ging es dann auch in die Pause.

Lars Bünning bejubelt seinen sehenswerten Ausgleichstreffer
Lars Bünning bejubelt seinen sehenswerten Ausgleichstreffer

2. Halbzeit:

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte. Beide Teams egalisierten sich weitestgehend. Die Gladbacher konnten sich leichte Feldvorteile erspielen, die auch ab und an in Chancen mündeten. Zwei Dortmunder wechselt (Duman für Rizzo und Hober für Raschl, beide 55. Minute) drehten das Blatt jedoch ein wenig zu Gunsten der Borussia aus Dortmund. Leider konnte das daraus entstandene Übergewicht nicht in Tore umgemünzt werden. Entweder wurde man erneut vom Linienrichter wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung am freien Lauf auf den Gladbacher Keeper gehindert, wie im Falle von Boyamba und Tigges oder man setzte den frechen Heber aus 45 Metern ein bisschen zu hoch an, wie es Balerdi passierte.

Im Gegenzug kamen die Gladbacher in der Schlussphase nochmal ein wenig auf. Die schwindenden Kräfte sorgten für die eine oder andere Lücke, aber alle Gladbacher Chancen konnten nicht zu Letzt vom gut aufgelegten Oelschlägel pariert werden, so dass am Ende eine gerechte Punkteteilung der beiden Borussias stand.

Leonardo Balerdi kommt immer mehr in Schwung
Leonardo Balerdi kommt immer mehr in Schwung

Fazit und Ausblick

Nur ein Punkt, aber dafür ein redlich verdienter. Obwohl man damit in der Tabelle nicht richtig von der Stelle kommt, zeigte sich Mike Tullberg sichtlich zufrieden. Mit der Reaktion seiner Mannschaft war er „sehr einverstanden“ wie er auf der Pressekonferenz zu verstehen gab. Das nächste Spiel findet dann am nächsten Sonntag im Kölner Südstadion gegen die sympathischen Fortunen statt, die letzte Saison in die Regionalliga abstiegen. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf Steven Ruprecht liegen, der an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt.

So schlugen sich die Profis

Balerdi und Morey kommen immer mehr im Team an. Nachdem sie anfänglich eher wie Fremdkörper wirkten, sehen die Laufwege und die Abstimmung mit den Nebenleuten schon viel besser aus. Phasenweise lassen sich auch aufblitzen, warum sie beim BVB spielen. Gerade für Morey, der sich nach seiner langen Verletzung letzte Saison und der kürzeren in der Sommervorbereitung wieder Spielpraxis holen möchte, profitiert von den Spielen bei den Amas. Aber auch Balerdi liefert bis auf kleinere Patzer meist solide bis gute Spiele ab. Gegen Gladbach sogar mit Akzenten nach vorne.

Mike Tullberg zeigte sich nicht unzufrieden mit dem Auftritt seines Teams
Mike Tullberg zeigte sich nicht unzufrieden mit dem Auftritt seines Teams

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