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Watzke: "Der nächste Spieler, der Zicken macht oder streiken will, den lassen wir schmoren"

08.02.2019, 15:02 Uhr von:  Kevin
Watzke: "Der nächste Spieler, der Zicken macht oder streiken will, den lassen wir schmoren"

BVB-Geschäfts­führer Hans-Joachim Watzke hat die Nase voll von streik­enden Spiel­ern. Die Ver­ant­wortlichen sollen dem Kad­er eine klare Ansage gemacht haben.

Im August September streikte sich Ousmane Dembélé von Borussia Dortmund zum FC Barcelona, im Winter zog Dembélé-Kumpel und Top-Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang dann nach. Den Gabuner zog es für fast 64 Millionen Euro auf die Insel zum FC Arsenal, für Dembélé erhielten die Borussen sogar fast das doppelte als Ablösesumme: 120 Millionen Euro sollen auf das Geschäftskonto des BVB für den Arbeitgeberwechsel des Franzosen geflossen sein.

Pierre-Emerick Aubameyang sucht sein Glück seit Anfang 2018 auf der Insel.
Pierre-Emerick Aubameyang sucht sein Glück seit Anfang 2018 auf der Insel.

Zwei luktrative Deals, die die Verantwortlichen bei Borussia Dortmund dort an Land gezogen hatten. Dieses Szenario soll sich in Dortmund aber kein drittes Mal wiederholen. "Wir haben eine klare Ansage gemacht. Der nächste Spieler, der Zicken macht oder streiken will, den lassen wir schmoren“, wird BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in den "Ruhr Nachrichten" zitiert. Der BVB-Boss weiter: „Das ist zwar populistisch, weil wir natürlich auch eine wirtschaftliche Verantwortung haben. Wir konnten Dembélé nicht halten und auf über 140 Millionen Euro verzichten. Und bei Aubameyang war es auch nicht möglich.

Binnen eines halben Jahres wurden die Verantwortlichen zweimal mit einer fast identischen Situation konfrontiert. Daraus habe der BVB gelernt und sich für die Zukunft entsprechend aufgestellt. „Durch diese Fälle ist eine Situation entstanden, die Ordnungspolitik verlangt“, erklärt Watzke. Der 59-Jährige betont: „Deswegen sage ich: Der nächste, der es versucht, ist dran.“
Der Unternehmer stellt auch direkt klar, dass es sich dabei nicht nur um Worthülsen handeln soll: "Das wissen die Spieler auch. Wir werden dann ein Zeichen setzen“, so der Unternehmer.

Watzke sieht finanzielle Entwicklung noch nicht am Ende

Darüber hinaus hat sich der 59-Jährige auch zur finanziellen Entwicklung im Fußballgeschäft geäußert. „Objektiv betrachtet, verdienen wir im Fußball zu viel. Da schließe ich mich selbst mit ein. Fakt ist, dass dem Wahnsinn keine Grenzen gesetzt sind. Deswegen wage ich die Prognose, dass auch mit den Ablösesummen noch nicht aller Tage Abend ist."

Das liege aber nicht an dem BVB, betont Watzke. Vor allem Vereine, die einen Investor hinter sich stehen haben, würden die Preise in die Höhe treiben und seien mit verantwortlich für die Preisexplosionen im Fußball. "Wenn wir gegen Manchester City spielen, spielen wir eigentlich nicht mehr gegen einen anderen Verein oder ein anderes Unternehmen, wir spielen gegen einen Staat. Gegen Paris ist es dasselbe. Dann spielen wir gegen Katar. Und das führt dann beispielsweise dazu, dass der Personaletat von Manchester City viermal so hoch ist wie der von Borussia Dortmund. Für uns muss entscheidend sein, dass wir sportlich stark, aber eben auch wirtschaftlich gesund sind."

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