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Michael Skibbe: "Ich freue mich einfach richtig, wieder hier zu sein"

15.07.2019, 21:19 Uhr von:  Gastautor
Michael Skibbe: "Ich freue mich einfach richtig, wieder hier zu sein"

Michael Skibbe ist zurück. Als U19-Coach und Cheftrainer aller Jugendmannschaften ist Skibbe seit dem 01.07.2019 wieder beim BVB aktiv. Im Interview mit BVBJugend spricht er über den Kontakt zum BVB, seine Rolle, seine Pläne und verschiedene Spieler.

Zu Beginn: Wie ist der Kontakt mit dem BVB zustande gekommen und wie sind Sie jetzt wieder hier gelandet?

Ganz konkret ist der Kontakt entstanden im Rahmen des 60. Geburtstags von Edwin Boekamp (sportlicher Leiter der Nachwuchsabteilung Anm. d. Red.) Anfang Februar. Eddy ist ein guter Freund von mir, Lars Ricken war auch da…wir haben am Rande immer über die alten Zeiten gesprochen, als Lars noch Jugendspieler bei uns war. Dabei ist der Kontakt zu Lars entstanden. Einige Wochen später hat er sich dann bei mir gemeldet und mich dann gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, wieder im Nachwuchsbereich tätig zu werden. Das hat mich total gefreut. Nicht nur, dass Lars diese Idee hatte, sondern, weil es auch genau das ist, was ich jetzt machen möchte. Bei all den Jahren im Profibereich, die insgesamt auch schön und spannend waren, habe ich immer am liebsten mit jungen Spielern gearbeitet. Ich erinnere mich noch sehr gerne an die Zeit, die ich hier bei der Borussia im Nachwuchsbereich hatte und würde da auch gerne wieder anknüpfen.

Haben Sie den BVB und auch speziell den Nachwuchsbereich hier auch über all die Jahre verfolgt?

Ja, die Finalspiele um die deutsche Jugendmeisterschaft habe ich mir regelmäßig vor Ort angesehen. Da ich oft im Ausland gearbeitet habe, konnte ich darüber hinaus wenig Jugendspiele verfolgen. Ansonsten habe ich den BVB mehr über die Profis verfolgt. In den letzten Jahren war ich als griechischer Nationaltrainer häufiger wegen Sokratis in Dortmund. Dabei habe ich dann auch jedes Mal Eddy getroffen, also der Kontakt ist immer da gewesen.

Sie kommen nicht nur als U19-Coach, sondern auch als „Cheftrainer aller Nachwuchsmannschaften“ zurück zum BVB. Was kann man sich unter dieser Bezeichnung vorstellen?

Da muss man sich vor allem etwas drunter vorstellen, was erst noch entwickelt werden muss. Lars Ricken und Michael Zorc wünschen sich natürlich in erster Linie, dass ich meine Erfahrung hier weitergebe. Also sowohl als Nachwuchstrainer, als auch die beim DFB als Nachwuchskoordinator und auch die als Profitrainer. Das soll ich weitergeben an meine Spieler und auch an die Trainer der anderen Jahrgänge. Das wird sicher nicht so tief gehen, dass ich mich in die Belange der U10 einmische, aber ich werde meine Erfahrung weitergeben und will auch Ideen entwickeln, wie wir uns im Nachwuchsbereich immer noch weiter verbessern können. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk darauf, wie international gearbeitet wird. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man mal Juniorentrainer aus den Niederlanden oder Belgien einlädt und unseren Trainer mal zeigt, wie dort das Training in den Altersklassen aufgebaut ist. Wo sind die Unterschiede? Was machen andere, was wir noch nicht machen und was könnten wir davon vielleicht auch übernehmen? Ich glaube, es ist ganz spannend, dass man mal über den Tellerrand hinausblickt und nicht nur schaut, was hier der DFB in der Ausbildung macht.

Aki Watzke hatte zuletzt die Kritik geäußert, dass er gerne mehr Spieler aus dem eigenen Nachwuchs hätte, die eine Rolle im Profikader spielen können. Hat man Sie speziell mit ihrer Erfahrung auch deswegen geholt, um vermitteln zu können, worauf es im Profibereich ankommt?

Ja, das wollen wir schaffen. In erster Linie wird es natürlich die Aufgabe sein, meine U19-Spieler darauf vorzubereiten und sie näher an den Profikader heranzuführen. Immer in enger Absprache mit Otto Addo, der die Spieler im Übergangsbereich mit betreuen wird und natürlich auch mit Lucien Favre. Da werden wir einen ganz engen Austausch haben und natürlich versuchen, den ein oder anderen Spieler frühzeitig bei den Profis zu integrieren. Wenn ich die erste Trainingswoche hier sehe, dann traue ich das definitiv auch einigen meiner Spieler zu. Ich bin mir sicher, dass wir hier ganz viele interessante Spieler haben, die wir im kommenden Jahrzehnt im Profibereich sehen werden. Am schönsten wäre es natürlich, wenn einige es dann auch beim BVB schaffen. Wobei mit zunehmendem Erfolg der Profimannschaft natürlich auch immer die Erwartungshaltung steigt, was neue Profis anbetrifft. Es wird immer schwieriger, sich an der Bundesligaspitze zu halten und dementsprechend müssen wir es hier versuchen, dass wir die Jungs eben noch einen Tick besser ausbilden.

Objekt der Begierde: U19-Titel
Objekt der Begierde: U19-Titel

Welche Rolle wird Otto Addo dabei genau einnehmen? Ist er eher ins Training der U19 integriert oder eher bei den Profis?

Ich glaube, das wird ein Wechsel sein und es wird da sicher immer enge Absprachen mit dem Profikader geben. Natürlich wird er auch in der U23 tätig sein, wo auch viele Spieler von uns sind, die gerade aus der U19 raus sind. Das wären so Spieler, die er zu betreuen hat und die muss er dann natürlich auch mal im Training beobachten, mal in den Spielen. Auch in der U19 oder sogar der U17. Er wird in allen Bereichen zuhause sein. Meine Tür steht ihm immer offen, ich habe auch schon einige Gespräche mit ihm geführt. Er wird in meinem Trainerstab immer mit dabei sein und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm. Nicht nur, weil er ein super Typ ist. Ich habe ihn ja auch als Spieler damals hier zum BVB geholt, daher habe ich auch so schon einen engen Kontakt zu ihm.

Eine Woche sind sie jetzt schon im Training mit der U19. Wie ist ihr genereller Eindruck von der Mannschaft?

Ganz hervorragend. Es wäre aber auch schlimm, wenn es anders wäre. Jeder Spieler nimmt sich zu Beginn einer neuen Saison vor, sich zu präsentieren und sich zu zeigen. Wir haben 10 Alt- und 14 Jungjahrgänge in der Mannschaft und das Niveau ist doch schon recht ausgeglichen. Wir haben sicher einige Spieler dabei, die in ihren jeweiligen Jahrgängen herausragen, aber alle anderen haben auch ein glänzendes Niveau. Wir haben nur zwei neue Spieler: Fynn Rauch aus Düsseldorf und Gio Reyna aus den USA. Dementsprechend kennen sich die Spieler schon gut und ein paar haben vor zwei Jahren schon in der U17 zusammengespielt.

Und das Ziel ist, wie auch in den vergangenen Jahren, um die deutsche Meisterschaft zu spielen.

Ja, absolut. Obwohl wir wissen, wie eng auch dieses Jahr das Rennen in der U19 war. Wenn wir am letzten Spieltag hier verloren hätten, hätten wir noch rausfliegen können und die Kölner und die Schalker wären weiter gewesen. Es wird auch dieses Jahr sehr eng, wir haben in der Staffel West ein sehr ausgeglichenes Feld, aber wir wollen natürlich ganz vorne dabei sein. Um die Meisterschaft zu spielen, das ist auch das Ziel, das die Spieler sich selbst setzen. Und als amtierender Meister will man die Meisterschaft natürlich auch gerne verteidigen.

Ist es in ihren Augen ein Widerspruch, auf der einen Seite eine starke Mannschaft haben zu müssen, die um Titel mitspielt, und auf der anderen Seite aber auch einzelne Spieler ganz speziell in der Spitze ausbilden zu wollen?

Das ist nicht unbedingt ein Widerspruch, ganz im Gegenteil. Ich glaube, dass man sich als Spieler individuell nur dann gut entwickeln kann, wenn auch die Spieler um einen herum ein starkes Niveau haben. Wenn ein sehr guter Schüler in eine für ihn schlechtere Schulform kommt, dann zieht er nicht alle anderen Schüler hoch. Eher wird er sich in die Richtung der anderen Schüler bewegen, weil einfach das Niveau nicht mehr so hoch ist. Deswegen muss immer darauf geachtet werden, dass die Mannschaft auf höchstem Niveau trainiert und spielt. Dann können sich auch die herausragenden Spieler am besten entwickeln.

Wird es unter Ihnen so etwas wie eine ganzheitliche Spielidee oder ein System für den Nachwuchs geben? Auch im Hinblick auf das, was bei den Profis gefordert wird?

Ich bin eher ein Freund davon, dass man den Trainern die Möglichkeit gibt, ihre Mannschaften kennenzulernen und dann entsprechend der Fähigkeiten der Spieler das System und die Spielweise ausrichtet. Ich glaube, das ist sinnvoller, als ganzheitlich ein Konzept zu verfolgen, obwohl man zu viele unterschiedliche Spielertypen hat. Die Niederländer machen das prima. Ajax Amsterdam beispielsweise zieht das von unten bis oben durch, das ist aber auch schon über Jahre so vorgegeben. Wenn man das schon länger so macht, dann ist das sicherlich gut, aber in Deutschland richten die Trainer ihre Systematik eher an den Spielern aus. In den Niederlanden hingegen ist es durch die Ausbildung im Jugendbereich vorgegeben, wie im Profibereich gespielt wird.

Was sind ihrer Meinung nach die Spieler, die vielleicht auch schon kurzfristig das Zeug dazu haben, mal bei den Profis reinzuschnuppern?

Das sind in erster Linie die Spieler, die auch letzte Saison schon immer mal wieder gehandelt worden sind. Ich denke, dass Immanuel Pherai schon ein außergewöhnlich guter Spieler ist, der wirklich alle Anlagen besitzt. Oder auch unsere Neuverpflichtung Gio Reyna. Ein sehr guter Spieler, der schon in der U23 der USA spielt (mit 16 Jahren Anm. d. Red.). Da haben wir also einen neuen Spieler und einen, der schon länger dabei ist. Im Defensivbereich ist Ramzi Ferjani mit Sicherheit ein ganz interessanter Spieler, der sehr abgeklärt spielt und eine gute Spielübersicht hat. Also es sind schon einige Spieler, die dabei sind.

Ich freue mich sehr auf die Spiele in der Youth-League.

Gio Reyna erregt bei den BVB-Fans durchaus Aufmerksamkeit. Vielleicht können Sie ihn kurz beschreiben. Was ist er für ein Spieler?

Er ist Offensivspieler, der dort im Grunde jede Position spielen kann, also sowohl im Zentrum, als auch auf den Flügeln. Er hat eine gute Kombination aus Geschwindigkeit, Technik und Abschluss. Er agiert aber auch taktisch sehr geschickt, vor allem im Defensivverhalten. Dort weiß er genau, welchen Raum er zu bearbeiten hat. Also er ist schon jetzt ein sehr kompletter junger Spieler. Man merkt bei ihm auch, dass sein Vater (Claudio Reyna d. Red.) auch Profi war und auch jetzt noch im Profibereich arbeitet. Gio ist auch sehr fokussiert auf das, was er hier vorhat. Für ihn ist dieser Weg zum Profi nicht wirklich neu, er hat das alles über seinen Vater schon mitbekommen.

Wie wollen Sie persönlich ihre Mannschaft auf dem Platz sehen? Was soll sie für einen Fußball spielen?

Gerne aggressiv und offensiv. Was die taktische Ausrichtung angeht würde ich da auch gerne erst ein paar Spiele abwarten wollen und die Mannschaft besser kennenlernen. Wir haben vor allem im Offensivbereich sehr viele sehr interessante Spieler. Mit eben Pherai und Reyna. Reda Khadra, ein ganz schneller Flügelspieler, der in der letzten Saison als Jungjahrgang schon viel Einsatzzeit bekam. Aus der U17 kommen mit Ansgar Knauff und Youssoufa Moukoko zwei ganz interessante Spieler dazu. Jetzt muss man schauen, wie man alle miteinander verbindet, sodass man eine gute Offensive, aber trotzdem eine stabile Defensive hat. Man kann nicht mit 6-7 Offensivspielern spielen und am Ende hat man keinen defensiven Mittelfeldspieler auf dem Platz. Da würde ich gerne noch abwarten, was sich in der Vorbereitung und den Testspielen so herauskristallisiert.

Sie sind jetzt seit 32 Jahren als Trainer tätig. Waren auf verschiedenen Ebenen aktiv, in Vereinen, im Jugendbereich, bei Nationalmannschaften. Was hat sich in der Zeit verändert? Speziell im Jugendbereich?

Viele Dinge habe ich beim DFB ja selbst mit angeschoben: Die Junioren-Bundesliga und die Nachwuchsleistungszentren zum Beispiel. Das sind Dinge, die Anfang der 2000er auf den Weg gebracht wurden. Innerhalb der letzten 20 Jahre hat sich dann natürlich innerhalb dieser neuen Strukturen nochmal vieles entwickelt. Vor knapp 30 Jahren war ich damals bei Schalke einer von vier hauptberuflichen Jugendtrainern in Deutschland. Es gab Michael Reschke in Leverkusen, einen beim HSV und einen beim FC Bayern. Das hat sich alles stark professionalisiert. Allein in meiner Mannschaft bin nicht nur ich als Trainer hauptberuflich. Dazu der Co-Trainer, der Athletiktrainer, der Torwarttrainer ist hauptberuflich, der Physio ist hauptberuflich…diese Entwicklung gilt bei uns auch für die U17 und die U23. Als ich hier vor 25 Jahren Jugendtrainer war, haben wir im Hoeschpark trainiert, in der Regel auf Asche, im Sommer ab und zu in der Radrennbahn. Wir haben damals noch keinen Kraftraum und kein Jugendhaus gehabt. Da hat sich schon enorm viel entwickelt. Auch, wenn man sieht, dass hier jetzt nochmal ausgebaut wird…das ist schon enorm, was sich da getan hat.

Der BVB vergleicht sich nicht nur national, sondern auch international. Wie ist zum Beispiel ihre Meinung zur Youth-League? Und wie wichtig ist der internationale Vergleich in diesem Alter?

Ich freue mich sehr auf die Spiele in der Youth-League. Als ich früher hier Jugendtrainer war, haben wir eine internationale Nachwuchsrunde ins Leben gerufen. Da haben wir dann damals schon gegen PSV Eindhoven, FC Brügge usw. gespielt. Das war natürlich alles noch nicht in diesem Rahmen, wie das heute stattfindet. Wir haben beispielsweise unter der Woche um 20 Uhr in Anderlecht gespielt und sind hier um 15:30 Uhr losgefahren. Da musste man hoffen, dass der Bus gut durchkommt, sonst musste man auch schon mal den Anstoß nach hinten verschieben. Heute begleiten die Youth-League-Mannschaften die Profis im Flugzeug und fliegen nach Spanien oder sonst wo hin. Aber diese Spiele halte ich für extrem wichtig, weil man sich immer mit den noch besseren messen muss, um wirklich seine Grenzen zu erfahren. Das hat uns damals schon wahnsinnig viel gebracht und es wird der Mannschaft jetzt auch wieder viel bringen. Leistungsmäßig kann ich das noch gar nicht so gut einschätzen. Ich habe durchaus schon einige Youth-League-Spiele gesehen, die waren alle auf einem sehr hohen Niveau. Leverkusen gegen Monaco habe ich mir zum Beispiel vor zwei Jahren angesehen und da war schon zu sehen, dass aus Kai Havertz wahrscheinlich mal ein starker Fußballprofi wird.

Wenn wir mal von der Vereinsebene weg und auf die Verbandsebene gehen: Die deutsche U21 ist Vize-Europameister geworden, aber in den Jahrgängen danach kommt erstmal nicht mehr so viel. Sie haben damals selbst einiges angestoßen, braucht es jetzt wieder einen neuen Impuls, um den Rückstand aufzuholen?

Da würde ich gerne erstmal 1-2 Jahre intensiv wieder in diesem Bereich arbeiten wollen, um das besser beurteilen zu können. Ich war selbst bei der U21 und habe mir die drei Gruppenspiele angesehen. Für mich ist es immer wichtig, die Spiele nicht nur im Fernsehen, sondern auch live im Stadion zu verfolgen, um auch für mich erkennen zu können, wohin ich meine Spieler entwickeln muss, damit sie auch auf dieses Niveau kommen. Die U21 hat dort ja sehr starke Spiele gezeigt, vor allem offensiv. Und wenn man bedenkt, wer dort noch alles gefehlt hat mit Havertz, Sané, Brandt und Co., dann denke ich, dass wir in den letzten Jahren in Deutschland schon sehr gut ausgebildet haben. Wieso jetzt aktuell eine kleine Lücke im U17- und U19-Bereich ist, ist schwer zu sagen. Das würde ich mir gerne auch erstmal genauer anschauen. Wenn ich mir allein unsere Mannschaften angucke oder auch die Finalspiele um die deutsche Meisterschaft, dann sind da schon richtig viele talentierte Spieler dabei. Vor 15 Jahren haben wir andere Nationen überholt und jetzt hat man das Gefühl, dass andere uns wieder ein bisschen überholt haben. Die Holländer waren vor einigen Jahren kaum erfolgreich und sind jetzt vor allem mit der A-Nationalmannschaft oder mit Ajax Amsterdam mit vielen jungen Spielern wieder richtig erfolgreich. Die Spanier oder die Portugiesen bilden im Jugendbereich viele fantastische Spieler aus. Wenn man sich das anschaut, dann kann man sicher sagen, da können wir noch etwas zulegen.

Ein weiterer Spieler, der bei den Fans und auch bei uns persönlich einiges an Aufmerksamkeit erregt ist Rilind Hetemi. Vielleicht können Sie kurz eine Einschätzung geben und erste Eindrücke von ihm schildern.

Meine Eindrücke sind sehr positiv, sowohl die Spiele, die ich von ihm gesehen habe, als auch die ersten Trainingseindrücke. Er ist ein feiner Fußballer mit sehr gutem Passspiel und durchaus auch laufstark. Gerade sind wir dabei, herauszufinden, warum er oft im Spiel nach 60 Minuten körperlich etwas abbaut. Beim Laktattest letzte Woche hat er von der Entfernung her das meiste abgeliefert und sich auch richtig verausgabt. Er trainiert richtig gut und ich bin sehr gespannt auf ihn. Ich finde, das ist ein richtig guter Junge und er kann auch auf verschiedenen Positionen spielen. Er hat bei uns jetzt schon im halblinken Mittelfeld trainiert und auch im linken Mittelfeld. Er hat einen starken linken Fuß und kann schon Fußball spielen.

Abschließend: Wie gehen Sie insgesamt an die Aufgabe hier ran, was haben Sie sich vorgenommen?

Ich freue mich einfach richtig, wieder hier zu sein, das ist eine total tolle Sache. Eigentlich muss man fast sagen, Eddys Geburtstag ist schuld (lacht). Ich kenne auch sehr viele Leute hier noch. Mein Co-Trainer Daniel Rios war früher mein Spieler im Jugendbereich. Benny Hoffmann, mein Vorgänger hier, war auch mein Spieler. Lars kenne ich natürlich schon ewig, Wolfgang Springer ist immer noch Jugendleiter. Ingo Preuß war lange Zeit mein Co-Trainer hier im Nachwuchsbereich, jetzt ist er sportlicher Leiter bei der U23. Eddy kenne ich sowieso, er begleitet mich schon jahrelang, war auch mit mir im Ausland unterwegs. Das ist schön und fühlt sich an wie ein nach Hause kommen, wenn man viele Gesichter noch kennt. Der Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft, aber vor allem im Nachwuchs kann es auch mal länger mit den gleichen Personen gut funktionieren, weil viele hier einfach unglaublich viel Herzblut reinstecken. Es gab hier durchaus eine Zeit, wo wir hinter Köln, Schalke etc. auch mal zurück waren. Jetzt haben wir sie wieder überholt und wollen dort natürlich auch bleiben. Das verlangt aber von allen, da immer die gleiche Energie reinzustecken. Der Erfolg von gestern hilft heute gar nichts mehr. Da wollen wir auch die Augen offenhalten und schauen, wo kann man sich Sachen abholen. Gerade im Jugendbereich ist es wichtig, dass man motiviert und mit Enthusiasmus vorangeht. Die Jugendlichen merken sofort, wenn da einer nur seinen Job macht. Und man muss sich natürlich der Verantwortung immer bewusst sein. Da kommen teilweise sehr junge Spieler zu uns, weg von der Familie. Da muss man immer für die Spieler da sein, das ist das Mindeste. Dabei habe ich die Verantwortung für eine ganze Mannschaft und nicht nur für 3-4 Superstars.

Die Ausbildung in der Breite funktioniert ja auch durchaus gut beim BVB. Viele Spieler aus der U19 kommen in der 2. oder 3. Liga unter.

Ja, das ist hervorragend. Ich bin mir sicher, dass wir aus meiner aktuellen Mannschaft bestimmt den einen oder anderen im Profifußball wiedersehen werden. Wer es dann beim BVB packt ist natürlich nochmal eine andere Frage. Aber das ist auch ein so hohes Niveau, das muss man erstmal erreichen.

Vielen Dank für das Interview.

Dieses Interview wurde von BVBJugend geführt:
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