Warmlaufen

Auf dem Weg zum Ziel...werden wir rotieren

10.12.2018, 13:03 Uhr von:  Sascha
Auf dem Weg zum Ziel...werden wir rotieren

Nach dem Derbysieg ist vor der teuersten Juxreise der Welt. Wer im Fürstentum auf dem Platz steht, ist offen.

Kerr, kerr, was waren das für Bilder, wie unsere Derbysieger am Samstagabend standesgemäß am Trainingsgelände empfangen wurden. Auch die ebenso ungeliebten wie untalentierten Nachbarn haben es nicht geschafft, unseren Borussen die erste Bundesliga-Niederlage der Saison zuzufügen. Derbysieger, Tabellenführer und Teilnehmer im Achtelfinale jeweils im DFB-Pokal und in der Champions-League. Mehr geht eigentlich in einer Halbserie. Und zur Belohnung gibt’s jetzt eine lecker Dienstreise an die Côte d’Azur.

Von Gelsenkirchen nach Monaco...touristisch ein Riesenaufstieg
Von Gelsenkirchen nach Monaco...touristisch ein Riesenaufstieg

Ok, ganz so locker ist es nicht. Die Reise ist von der UEFA als letztes Gruppenspiel der CL angeordnet, statt einem lauschigen Strandspaziergang gibt es einen Kick gegen den AS Monaco und statt eines im Rahmen eines Betriebsausfluges üblichen Gruppenbesäufnis würden bei einem Sieg Zweikommasieben Millionen Flocken sprudeln. Plus der kleinen Möglichkeit, ein passendes Ergebnis für Brügge zuhause gegen Atletico Madrid vorausgesetzt, doch noch den ersten Platz in der Gruppe zu erobern und damit ein paar echten Kalibern in Europa vorerst aus dem Wege zu gehen. Allerdings geht es für keine der Mannschaften am letzten Spieltag wirklich noch um das Erreichen existenzieller Ziele. Monaco ist ebenso definitiv aus dem Europapokal ausgeschieden wie der FC Brügge ab Januar in der Europa-League vertreten.

Die Frage ist also nicht ob, sondern nur in welchem Umfang Lucien Favre rotieren lässt. Auf der einen Seite muss man sehen, dass die Siegprämie ein Betrag ist, den man nicht so ganz frommfröhlichfrei in den Wind schreibt, weil man damit schon das Jahresgehalt eines Spielers auf den mittleren Kaderplätzen eingespielt hätte. Und Thomas Treß würde auf der Tribüne mit Sicherheit die eine oder andere Träne verdrücken, wenn man dort mit einer verstärkten C-Elf à la Testkick in Lotte auflaufen würde. Andererseits hat die Saison bislang große Kraft gekostet. Spieler wie Akanji oder Diallo wurden immer wieder durch kleinere oder mittlere Verletzungen aus dem Betrieb genommen und mussten sich wieder rankämpfen, Reus und Witsel sind so unverzichtbar, dass ihnen kaum Pausen eingeräumt werden konnten. Und dass „Opa“ Piszczek mittlerweile auch schon 16 Spiele über die volle Distanz abgerissen hat, war zu Saisonbeginn vermutlich auch nicht geplant. Es gibt genug Spieler, die eine Pause nicht nur verdient haben, sondern auch dringend brauchen.

Keine Chance im Hinspiel für die Monegassen
Keine Chance im Hinspiel für die Monegassen

Auf der anderen Seite hat der BVB zumindest bis zur Winterpause bekanntermaßen einen großen Kader und viele Spieler, die gerne mal wieder ran wollen. Sei es, um Favre darauf aufmerksam zu machen, dass sie ja auch noch da sind, oder eben um dieses Champions-League-Spiel als großes Schaufenster für sich zu nutzen. Aufgrund des geringen Krankenstandes wäre mit Marvin Hitz, Ömer Toprak, Marcel Schmelzer, Jeremy Toljan, Mahmoud Dahoud, Julian Weigl, Sebastian Rode, Christian Pulisic, Raphael Guerreiro, Marius Wolf und Maximilian Philipp sogar theoretisch eine Startelf komplett aus Spielern, die zuletzt nur wenig oder gar nicht gespielt haben, möglich. Gerüchteweise überlegt man für die Bank mit CR7-Albtraum Oliver Kirch noch den Spezialisten für solche Gruppenspiele zu reaktivieren.

Morgen Abend werden wir schlauer sein, für welche Variante sich unser Trainer entschieden hat.

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