Spielbericht Amateure

Zurückgekämpft

22.10.2017, 21:55 Uhr von:  Redaktion

Ausgangslage

Durchwachsen – so könnte man die letzten Wochen wohl am wohlwollendsten umschreiben, wenn man auf die Ergebnisse guckt. Drei Niederlagen, zwei Unentschieden gegen Größen wie Wegberg-Beeck und Erndtebrück sowie ein Sieg stehen für den letzten Monat im Zwischenzeugnis. Die sehr gute Ausgangsposition, bei der man mit 1-2 Siegen mehr aus diesen Spielen den Platz an der Sonne hätte übernehmen können, wurde verspielt. Gestern sollte es also gegen Wuppertal gehen, die einen Platz vor uns platziert sind. Verzichten musste Siewert dabei auf Serra, Bah-Traore und Bockhorn, die erkrankt fehlten.

1. Halbzeit

Obwohl der BVB direkt mal um Spielkontrolle bemüht war, dauerte es keine 09 Minuten bis zur kalten Dusche. Mit dem ersten halbwegs sinnvoll vorgetragenen Angriff der Wuppertaler fiel direkt das Tor auf der falschen Seite: Flanke von links, in der Mitte kann Christopher Kramer den Ball annehmen, zwar mit der Hand, aber das interessierte weder Schieds- noch Linienrichter und am chancenlosen Reimann vorbei ins Netz schieben. Das hatten sich einige wenige BVB-Fans in der Roten Erde anders vorgestellt. Die mitgereisten Wuppertaler, die dank Parallelansetzung den Bärenanteil der Zuschauer ausmachten, freute es hingegen. Für den kranken Bah-Traore war übrigens Park in die Startformation gerückt und knüpfte direkt an seine schwache Leistung gegen Wegberg-Beeck an. Mehrfach konnte Wuppertal über die Seite des Südkoreaners gefährliche Angriffe vortragen. Dieckmann, der eigentlich vor Park spielen sollte, musste sowohl offensiv als auch defensiv in dieser Phase die Kohlen aus dem Feuer holen. In der Folge entstand auf dem wieder mal schwierig zu bespielenden Geläuf ein Mittelfeldgeplänkel, das nur selten durch Torchancen durchbrochen wurde. Obwohl sich der BVB in der ersten Hälfte eine Vielzahl von Ecke herausarbeiten konnte, konnte man daraus kein Kapital schlagen. Ecke wurden scheinbar mit den Profis trainiert.

2. Halbzeit

Die zweite Hälfte begann direkt mal mit einem Wechsel auf Dortmunder Seite. Für Dieckmann, der extrem viel in der ersten Halbzeit gelaufen war, kam Kampetsis ins Spiel. Das griechische Talent orientierte sich direkt in die Spitze und sollte dort für mehr Räumen und vielleicht auch ein Tor sorgen. Ansonsten startete die zweite Halbzeit wie die erste: Viel Ballbesitz für den BVB, der Versuch, die Kontrolle zu übernehmen. Die vereinzelten Vorstöße führten aber nicht zum erhofften Erfolg. Im Gegenteil: In der 58. Minuten stoppt ein Wuppertaler den Ball mit der Hand und leitet ihn auf die linke Angriffsseite zu Manno weiter. Der kann an zwei Dortmundern vorbeiziehen und letztendlich Wirtz in der Mitte mustergültig bedienen. Irgendwie ironisch, dass beide Tore über die linke Seite fielen, wo doch eigentlich die anderen Abwehrseite schlechter stand.

Dann begann allerdings die stärkste Phase des BVB! Nur drei Zeigerumdrehungen nach dem Gegentor sah Patrick Pflücke den startenden Ametov und lupfte den Ball gefühlvoll über die Abwehrreihe. Ametov wäre wohl nicht mehr an den Ball gekommen, aber ein Wuppertaler verlängerte (un)glücklich über seinen eigenen Keeper und Ametov schiebt aus spitzem Winkel ein. Die stärkste Phase steckte auch Park an, der jetzt deutlich besser im Spiel war und sogar ein belebendes Element auf seiner Seite darstellte. Vielleicht fehlt dem Südkoreaner nach seiner Verletzung einfach noch ein bisschen der Rhythmus. Es dauerte jedenfalls nicht lange, dann zappelte der Ball schon wieder im Wuppertaler Netz. Nach Foul an Ornatelli konnte Pflücke den Freistoß wunderbar in den Strafraum flanken, wo Mainka mal wieder richtig stand. Wenn alle Flanken heute so geschlagen worden wären, der BVB hätte wohl 8:2 gewonnen. Stattdessen entwickelte sich ein umkämpftes und enges Spiel, das jederzeit in eine Richtung hätte ausschlagen können. Parks stärkere Viertelstunde wurde dann mit einer verletzungsbedingten Auswechslung beendet. Jan Siewert konnte noch keine Prognose abgegeben, Park war unglücklich auf den Arm gefallen. Den Platz musste auch Eberwein verlassen. Er sah innerhalb von drei Minuten zweimal den gelben Karton, was in der Summe Gelb Rot macht. Vor allem die zweite gelbe Karte war eine harte Entscheidung, die den unglücklichen Auftritt des Schiedsrichters krönte. Keine der Mannschaften konnte jedoch weitere Großchancen verbuchen und so trennte man sich letztendlich 2:2.

Fazit

In einem umkämpften Spiel, das phasenweise ansprechend und phasenweise schwere Kost war, trennen sich beide Mannschaft verdient unentschieden. Die Jungs von Jan Siewert haben sich nach den beiden strittigen Gegentoren stark zurückgekämpft. Hoffentlich ein weiterer Schritt, um die etwas schwierige Phase mit vielen Englischen Wochen abzuhaken und den Blick wieder nach vorne zu richten.

Ausblick

Nächsten Samstag erwartet uns, oh Wunder, mal wieder eine Parallelansetzung. Im wunderschönen Uerdingen geht es zum Grotifanten. Dabei wird es auch zu einem Wiedersehen mit dem Ex-BVB-U23-Spieler und Amateurfunk-Liebling Oguzhan Kefkir kommen. Wer also noch keine Pläne hat: Auf nach Krefeld!

Statistik

Borussia Dortmund

Reimann – Sauerland, Mainka, Steurer, Park (Hanke) – Dietz, Ornatelli – Dieckmann (Kampetsis), Pflücke, Ametov (Pieper) – Eberwein

Wuppertaler SV

Wickl – Wirtz (Leikauf), Pytlik, Duschke, Schmetz, Heidemann – Mandt, Windmüller – Manno (Khadraoui), Cirillo (Grebe) - Kramer

Tore: Ametov, Mainka – Kramer, Wirtz

Gelbe Karten: Eberwein, Ametov, Sauerland – Grebe

Gelb/Rot: Eberwein

Zuschauer: 1.022


Seb, 22.10.2017

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