Spielbericht Profis

Spiel gedreht - die Wende geht weiter

15.02.2015, 01:02 Uhr von:  Redaktion

Marco Reus und Shinji Kagawa hatten nach Abpfiff Grund zum scherzenWenn man eine halbe Stunde nach Abpfiff immer noch zittrige Hände hat, weil das Adrenalin nicht aufhört zu pumpen, kann man wohl von einem gelungenen Fußballabend sprechen. In einem Spiel das von verrückten Wendungen geprägt wurde, schlug Borussia die Karnevalisten aus Mainz 4:2 und macht einen Schritt aus der Abstiegszone. Herausragender Spieler war Marco Reus, der für seinen neuen Millionenvertrag direkt ordentlich Gegenleistung lieferte.

Freitag, Spieltag, über Dortmund lachte die Sonne. Einen Auswärtssieg im Gepäck, den Weltstar langfristig gebunden, alles in Butter beim BVB. Wer ist schon die Karnevalstruppe aus Mainz? Wir haben schließlich „Uns Marco“ ©Stadionmagazin Borussia, den Steven Gerrard vom Kohlenpott, wie uns Aki Watzke unermüdlich verkündet. Der große Vorsitzende hat sich allerdings spätestens mit der Meisterleistung, Reus im Zuge der Führerscheinaffäre mitten im Abstiegskampf einen Vertrag ohne Ausstiegsklausel anzudrehen, sein Denkmal verdient. Der ständige Verweis auf den HSV-Heros Seeler, der „eine Ära geprägt hat“, lässt in meinem Kopf aber nur die Schlagzeile der RN anno 2035 entstehen: „Marco Reus macht sich Sorgen um seinen BVB“ – wer je die Hamburger MoPo gelesen hat, weiß wovon ich rede. Warum Watzke mit seinen Superlativen derart in die Ferne schweifen muss, verstehe ich auch nicht wirklich, hat doch eine Legende, die eine ganze Ära ihres Vereins prägte, ihr Büro am Rheinlanddamm direkt gegenüber seinem: Der zweite Architekt der Vertragsverlängerung des Jahres hat immerhin 463 Spiele in 13 Jahren für die Borussia bestritten und seine Laufbahn mit Pokal, Meisterschaft, Champions League und Weltpokal gekrönt. Da hat „uns Marco“ noch eine gute Strecke in schwatzgelb zu gehen.

Passabler Auftritt im GästeblockDer Blick auf die Tabelle trübte allerdings die schwatzgelbe Glückseligkeit, die allenthalben herbeigeredet wurde. Die reinen Fakten wiesen für den BVB immer noch den Relegationsplatz 16 aus mit gerade mal einem Punkt Vorsprung auf die gerade abgegebene rote Laterne. Und der vielbesungene Auswärtssieg gelang beim SC Freiburg, dessen Trainer nach dem Spiel unermüdlich betonte, wie furchtbar seine Mannschaft an diesem Tag gespielt hatte. Es stellte sich daher vor Spielbeginn die Frage, ob der Stimmungsumschwung auch in eine nachhaltige Leistungssteigerung münden würde. Reicht es wirklich aus, das Gemüt der hochtalentierten Losertruppe etwas aufzuhellen, damit sie ihre PS mal wieder gewinnbringend auf den Rasen bringt? Trotz des Sieges können diese Fragen noch nicht abschließend beurteilt werden. Der ständige Siegeswille war zwar deutlich erkennbar und auch von Rückschlägen ließ sich das Team nicht beirren, aber spielerisch war noch nicht wirklich alles Gold trotz des glänzenden Endresultats.

Im Hinspiel in Mainz hatte das schwatzgelbe Elend dieser Saison seinen Anfang genommen. Nach der Auftaktniederlage gegen Leverkusen war der BVB mit zwei Siegen scheinbar in die Spur gekommen, lag nur einen Punkt hinter den Superbayern und hatte unter der Woche die Millionentruppe aus London im Westfalenstadion nach allen Regeln der Kunst zerlegt. Die gewöhnliche Saison eines Champions-League-Kandidaten schien ihren Lauf zu nehmen. Auch der FSV wurde lange Zeit an die Wand gespielt, aber Ramos traf nur den Pfosten, Immobile vergeigte einen Elfer und der Spruchband der Desperados für ihre Stadionverbotlerfalsche Shinji machte zwei Tore. Wie krass der folgende Absturz der Borussia werden würde, konnte sich im September 2014 noch keiner vorstellen. Dieses Spiel bot somit auch die Gelegenheit so einiges gerade zu rücken. Nur am Rande ein kleiner Gruß an die Spaßvögel von der ZIS, die es doch tatsächlich geschafft haben, die Partie Mainz II – BVB II parallel zum Spiel BVB – Mainz stattfinden zu lassen und damit ihrer primären Aufgabe mal wieder gerecht wurden, dafür zu sorgen, dass Fußballspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden. Besten Dank dafür!

Im Vorprogramm erlebte Nobby Dickel einen peinlichen Moment der Stille als er für „unseren Capitano, so nennen wir ihn immer noch“ Sebastian Kehl Happy Birthday zum 35. anstimmte. Block Drölf hatte keinen Bock drauf mitzumachen und sang stattdessen sein neues Lied. Die Stadionregie fand es wohl nicht so lustig und spielte daher gleich die entsprechende Melodie ein, um die Fans zu übertönen „Männer sind Schweine“. Die DES'99 rollten dann ihr übliches Basti-Banner ein und präsentierten stattdessen einmal quer über Block Drölf „Ultras+Hooligas wir sind der Verein – Stadionverbote halten uns nicht auf DES'99 SEK SV“. Ob sich wohl wirklich alle mit dieser Message identifizieren können, die hinter diesem Transparent standen? Ich würde ja sagen, dass dieser Verein noch aus ein wenig mehr besteht als Ultras, Hooligans, der SEK SV oder auch Marco Reus, wie es die Stadionregie heute wohl darstellen wollte. Aber gut, jedem seine Meinung. Das Vorprogramm nahm trotz dieser Demonstration der Stärke weiter seinen gewohnten Gang. Nur der Mann mit dem großen Vertrag wurde von Nobby während der Aufstellung gebührend gefeiert.

Erste Halbzeit

Marco Reus traf kurz nach dem Gegentreffer nur die UnterlatteEs war noch keine Minute gespielt, da war das Vorprogramm, die Vertragsverlängerung und alles andere nur noch Makulatur. Denn da führte Mainz und es zählte nur noch der Abstiegskampf und sonst nichts. Neven Subotic war anscheinend noch nicht ganz wach. Erst verlor er ein Kopfballduell und dann grätschte er gegen Okazaki überhastet und am Ball vorbei. Doch Roman Weidenfeller kam heraus und klärte per Faustabwehr. Allerdings faustete er den Ball nicht zur Seite sondern nach vorne, wo sich Soto diese Gelegenheit nicht entgehen ließ und den Ball ins leere Tor lupfte. Aus objektiver Sicht ein wunderschöner Treffer, aber für alle Borussen ein echter Tiefschlag.

Nur eine Minute später nahm Reus Fahrt auf, aber sein Schuss knallte an den Innenpfosten und prallte ins Spielfeld zurück. Auch der Nachschuss von Kagawa wurde noch geblockt. Die Fans versuchten auf jeden Fall alles, sich ihren Schock nach dem Rückstand nicht anmerken zu lassen und peitschten die Mannschaft nach vorne und auch das Team steckte den Gegentreffer gut weg und setzte Mainz weiter unter Druck. Die nächste dicke Chance hatte Aubame. Reus schickte ihn steil und eigentlich machte er alles richtig, aber der Mainzer Ersatztorwart Kapino flog schön und klärte den Ball. Auch bei Nuri Sahins Kopfball nach der anschließenden Ecke war er auf dem Posten. Sollte erneut ein Torwart gegen uns den Tag seines Lebens mitnehmen dürfen, weil unsere Schüsse die entscheidenden Zentimeter zu schwach platziert waren? Am Ende gehörte Kapino auf jeden Fall trotz der zahlreichen Gegentreffern, an denen er komplett unschuldig war zu den besten Mainzern.

Nuri Sahin gegen Jonas HofmannNach dieser kurzen Drangphase verflachte das Spiels zusehends. Die Borussen richteten sich wieder einmal in einer Scheinüberlegenheit ein, ohne Torgefahr herausspielen zu können. Bezeichnend, dass mehrmals hohe Flanken auf das verhinderte Kopfballungeheuer Kagawa das Mittel der Wahl waren. Erneut hatte man den Eindruck, dass die Mannschaft keine echte Mannschaft mehr ist. Niemand scheint einen Plan davon zu haben, welche Wege der Nebenmann macht und wo er den Ball hin spielen soll. Das lässt sich auch nicht mit Verletzten oder fehlender Fitness oder einer WM erklären. Da fehlt es einfach an der Eingespieltheit und das ist in der Rückrunde schlicht ein Armutszeugnis. Der BVB hatte dann aber das Glück auf seiner Seite, denn Schiri Stieler übersah ein klares Handspiel von Ilkay Gündogan im Strafraum. Ein 0:2 wäre vermutlich eher nicht mehr zu drehen gewesen.

Die Stimmung auf den Rängen blieb weiter gut. Die Mainzer waren sowieso im Karnevalsfieber und dementsprechend auch vielfach kostümiert angereist, beschwerten sich aber darüber, dass die Spieltagsansetzung ihnen den Fastnachtsfreitag geraubt hatte, der in Mainz wohl einen Höhepunkt der Session bildet. Auf Dortmunder Seite regierte weiter mehrheitlich der trotzige Gesang, wenn auch nach einer knappen halben Stunde von den Sitzplätzen die ersten Pfiffe nach Fehlpässen zu vernehmen waren. Dortmund wachte erstmals wieder auf, als sich mal die Chance zum Kontern bot. Reus schickte Aubame und der legte sich den Ball zu weit vor und ging dann im Strafraum zu Boden. Er wurde zwar von seinem Gegenspieler bedrängt, aber das wirklich ein elfmeterreifes Foul war blieb auch nach der Zeitlupe zweifelhaft. Trotzdem wachte nun natürlich der Tempel auf und pfiff was das Zeug hielt. Kurz darauf geriet Reus beim Schuss in Rücklage und konnte den Ball nicht mehr drücken.

Aktivposten: Kevin KamplDer BVB präsentierte sich erneut ohne jede Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen und das ist eine Diagnose, die letztlich auch am Trainerteam hängen bleibt. Das ist eine Mannschaft, die in weiten Teilen schon seit Jahren im gewohnten System zusammenspielt und trotzdem scheint kein Spieler zu wissen welchen Weg sein Mitspieler als nächstes geht. Immer wieder ist der Ballführende die ärmste Sau, weil sich einfach keine Optionen zum Abspiel bieten. Bezeichnenderweise hatte der BVB seine nächste Chance nach einer Standardsituation, doch Kagawas Nachschuss im Anschluss an einen Freistoß von Reus ging knapp daneben.

Zur Pause mischten sich in die trotzigen Borussia, Borussia Rufe aus Block Drölf deutlich vernehmbare Pfiffe. Und wenn man ehrlich ist, dann waren diese Unmutsbekundungen zu diesem Zeitpunkt auch verdient. Mal wieder mangelte es nicht am individuellen Einsatz der Spieler, sondern es fehlte an der mannschaftlichen Geschlossenheit und am Konzept, wie man mal einen Angriff zielführend zu Ende spielt. Und die Probleme lassen sich nicht an einem Mannschaftsteil festmachen, vom Aufbau aus der Abwehr, über die Ballverteilung in der Zentrale bis zum letzten Drittel des Spielfelds, nirgendwo hatte man das Gefühl, dass ein eingespielter Block auf dem Feld steht. Es ist einfach so unfassbar traurig, dass hier immer noch im Kern eine der besten BVB-Mannschaften aller Zeiten auf dem Feld steht und man immer noch vor Augen hat, was diese Spieler mal für einen fantastischen Fußball gespielt haben. Alles weg. Mir fehlt da auch jeder Erklärungsansatz.

Die Jubos nahmen klar Stellung zum Thema TV-Vermarktung...In der Halbzeit protestierte Block Drölf gegen den Plan, den Spieltag weiter zu zerstückeln, während Mainz den kompletten Gästeblock unter bunten Folien verhüllte. Stadtfarben? Karneval? Wenig überraschend wurde gezündet, als die Folie weggezogen wurde. Die Mainzer setzten ausnahmsweise mal nicht auf Bengalen sondern hüllten den Westfalentempel in bunten Rauch. Aber alles blieb im Rahmen und Hartmut Salmen freute sich sicher, als er mal etwas anderes als die Zuschauerzahl oder Falschparker vermelden durfte.

Zweite Halbzeit

Der Rauch hatte sich noch nicht verzogen, als Brosinski sich Gelb für ein Foul an der Strafraumkante abholte, aber uns Uwe vergab die Freistoßchance einigermaßen kläglich. Dann spielte Kagawa quer, anstatt selbst den Abschluss zu suchen. Dann war es Zeit für die Lieblingsfloskel aller Sportreporter: „Ausgerechnet“ Ausgerechnet Subotic und ausgerechnet nach einer Ecke, die ausgerechnet von Flankengott Schmelzer in den Strafraum getreten wurde. Ein Tor des Willens. Die Experten stritten sich allerdings später, ob Subotic sich bei seinem Kopfball regelwidrig aufgestützt hatte. Ich tendiere eher zu nein, denn auch sein Gegenspieler versuchte ihn, mit den Armen zu blocken. Scheissegal, wir waren wieder drin in der Partie. Auch die Stimmung kochte jetzt natürlich wieder hoch, die Ende der ersten Hälfte außerhalb der Unentwegten in Block Drölf etwas eingeschlafen war.

...während es die Mainzer ordentlich qualmen ließenDer omnipräsente Reus hatte dann auch seinen ersten genialen Moment in Halbzeit -Zwei, nachdem er zuvor oft mehr bemüht als wirkungsvoll gewesen war. Doch Adressat Aubameyang konnte den Zauberpass nicht verwerten und rutschte aus. Doch kurz darauf folgte der „kannze Dir nicht ausdenken“-Moment, den es wohl in dieser Intensität nur beim Fußball gibt. Kampl hatte einen Geistesblitz und schickte uns Uwe auf die Reise und der Mann, der sich heute am allermeisten vorgenommen hatte, dribbelte an Kapino vorbei und vollstreckte trocken.

Doch die Dortmunder Führung hielt kaum so lange wie der Jubel auf den Tribünen anhielt. Sokratis rannte ungestüm nach vorne und sprengte so den Deckungsverbund. Seine Grätsche traf nur den Gegenspieler, Soto schaltete blitzschnell und schickte Malli, der keine Probleme hatte den Ball am herausstürmenden Weidenfeller vorbei ins erneut leere Tor zu schießen. Es verfestigt sich der Eindruck, dass beim BVB ein Schlussmann im Kasten steht, der seiner Abwehr nicht mehr vertraut und es deshalb immer selber richten will.

Jubel um Aubameyang und ReusNobby zeigte dann nochmal seinen sympathischen Dilettantismus und verwechselte aus der Emotion heraus Netradio- und Stadionmikro: „Was pfeift der denn?“ hallte es nach einem zweifelhaften Freistoß für Mainz laut vernehmbar durch das Westfalenstadion. Angesichts des Spiels blieb einem das Lachen allerdings im Halse stecken. Aubameyang setzte einen Fallrückzieher an, anstatt den Ball vernünftig zu verwerten. So sieht Abstiegskampf 2015 aus. Marco Reus zeigte eine wunderbare Einzelaktion, die aber doch nur verdeutlichte, wie wenig Zutrauen er in seine besser postierten Mitspieler hat. Denn auch wenn er es dank seiner Brillanz schafft, die komplette gegnerische Hintermannschaft alleine zu beschäftigen, würde ein eigentlich mannschaftsdienlicher Spieler wie er wohl lieber auf solche Alleingänge verzichten.

Der Schiri sorgte nun mit einigen umstrittenen Entscheidungen dafür, dass der Westfalenstadion Roar in voller Kraft erklang. Dann brachte Klopp den größten Unglücksraben der bisherigen Saison. Henrich Mkhitaryan ersetzte Kevin Kampl. Kaum war der auf dem Platz hatte Uwe Reus seinen genialensten Moment. Er schickte Aubameyang mit einem Außenristpass aus dem Fußgelenk wunderbar steil und der verarbeitete den Ball zwar in seiner typischen, etwas ungelenk wirkenden Art aber letztlich hoppelte das Leder irgendwie über die Linie. War er das, der Wendepunkt des Schicksals, den alle Borussen so sehnlich herbei sehnten? Die Süd packte jedenfalls das Supergirl aus und auch auf dem Platz schepperte es richtig. Der BVB wirkte zwar nicht unangreifbar aber stets angriffslustig. Das Stadion wurde lauter und lauter, denn alle hatten das Gefühl, dass hier ein wirklich entscheidendes Spiel stattfand.

Jürgen Klopp schaut seiner Mannschaft beim Jubeln zuUnd dann gab es den nächsten Freistoß am linken Strafraumeck der Mainzer. Diesmal rausgekämpft von einem Kagawa Shinji, der einfach nicht zu Boden gehen wollte. Diesmal wurde Reus weggeschickt und Aubameyang zirkelte den Ball aufs kurze Eck. Kapino konnte den Ball zwar noch abwehren, allerdings nur nach vorne, wo Nuri Sahin zum Abstauber bereit stand und ihm den Ball durch die Beine schob. „Der BVB ist wieder da!!“ schallte es nun durchs Stadion und auch die Sitzplätze erhoben sich, um in diese Botschaft einzustimmen.

Auch der beste Mann des Tages und hoffentlich auch der kommenden 03+1 Jahre bekam dann seinen großen Abgang. Nobby feierte Reus als „Unseren 2019 Mann“ und der stehende Applaus war an diesem Abend redlich verdient. Die Südtribüne feierte dann große Gefühle und präsentierte eine Schalparade, wie es in Europa keine Zweite gibt. „Leuchte auf, mein Stern Borussia“ und heute leuchtete der Stern mal wieder so hell, dass jedem im Stadion warm ums Herz wurde. Das kannst nur Du, Borussia!

Und sogar der von mir viel gescholtene Weidenfeller hatte dann noch seinen großen Moment und durfte zeigen, dass er im 1:1 immer noch nervenstark ist. Er klärte gegen den frei auf ihn zulaufenden Koo. Derweil besang die Tribüne schon Conny Kramer und verwünschte den verhassten Rivalen. Zu „Wer nicht hüpft, der ist ein Scheißer“ sprangen dann auch alle Sitzplätze auf. Endlich wieder mal ein Abend für den diese Kathedrale des Fußballs gebaut wurde. Ein Spiel, dass nicht Super-Bayern-mäßig perfekt aussieht, sondern schlimme Fehler genauso bereit hält wie herausragende Aktionen, nach vielen Wendungen und dem Blick in den Abgrund am Ende die Erlösung. Das ist Fußball, das ist Dortmund, das ist das Westfalenstadion!

Die Siegerwelle nach Abpfiff vor der SüdtribüneNach Spielende wollte die Mannschaft erst nicht so recht auf die „Hinsetzen!“ Rufe aus dem Süden reagieren, Jürgen Klopp sprach dann aber ein Machtwort und so wurde wenigstens kurz getanzt. Allerdings nicht zu irgendwelchen Jubelgesängen sondern der Fokus lag schon ganz klar auf dem Derby. Aus Fansicht ist das natürlich verständlich, aber die Konzentration der Mannschaft muss natürlich zunächst dem Spiel in Stuttgart gelten. Denn dann geht der Abstiegskampf weiter. Aber wenn Abstiegskampf so geht wie heute, dann macht er richtig Spaß. Wenn man noch eine Stunde nach Abpfiff so vollgepumpt mit Adrenalin ist, dass das Bier in der Hand zittert, dann ist das besser als ein Leben im Mittelfeld und sogar besser als ein reingewürgter Fünfter Platz. Danke Borussia, das kannst nur Du!

Statistik

BVB: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Sokratis, Schmelzer - Gündogan, Sahin - Kampl (70. Mkhitaryan), Kagawa (78. Ginter), Reus (84. Ramos) - Aubameyang

Karnevalsverein: Kapino - Brosinski, Bell, Bungert, Bengtsson - Geis - Baumgartlinger, Soto (78. Clemens) - Malli, Hofmann (55. Koo) - Okazaki (82. de Blasis)

Tore: 0:1 Soto (1.), 1:1 Subotic (50.), 2:1 Reus (55.), 2:2 Malli (57.), 3:2 Aubameyang (71.), 4:2 Sahin (78.)

Gelbe Karte: Brosinski

80.200 Zuschauer im Westfalenstadion

Web, 14.02.2015

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