Spielbericht Amateure

Amateure dürfen weiterhin vom Klassenerhalt träumen

03.05.2015, 23:05 Uhr von:  Redaktion

Drei Punkte Choreografie im Block HAls ob eine Mannschaft aus Baden-Württemberg nicht schon genug wäre, wurde Borussia Dortmund an diesem Wochenende gleich mit zwei Gegnern aus diesem Bundesland bestraft. Nach dem Besuch in der Rhein-Neckar-Arena am Samstag ging es tags darauf aber wenigstens wieder in heimische Gefilde. In der Roten Erde stand vielleicht sogar das wichtigere der beiden Wochenendspiele an. So standen die Amateure vor dem Duell gegen die Zweitvertretung des VfB Stuttgart enorm unter Druck. Aufgrund der Ergebnisse vom Vortag war klar, dass alles andere als ein Sieg den fast sicheren Abstieg in die viertklassige Regionalliga bedeuten würde. Umso besser und wichtiger, dass die ZIS doch noch einmal nett war und dieses wichtige Spiel nicht parallel zu dem der Profis ansetzte. Folglich fanden bei anfangs perfektem Fußballwetter 2.516 Zuschauer den Weg in die altehrwürdige Kampfbahn. Dementsprechend gut gefüllt war auch Block H, von dem aus die U23 wie gewohnt lautstark und mit einer schönen Choreo auch farbenfroh unterstützt wurde.

Knystock gegen BerkoSowohl BVB-Coach Dave Wagner als auch sein Gegenüber Jürgen Kramny erhielten dagegen keinerlei Unterstützung aus den jeweiligen Profikadern. Dies ist keinesfalls als Nachteil anzusehen, wenn man bedenkt, dass beim VfB in dieser Spielzeit bereits Spieler wie Karim Haggui, Konstantin Rausch oder Mohammed Abdellaoue allesamt schon mindestens vier Einsätze in der 3. Liga zu verzeichnen haben. Ob diese drei jedoch einen großen Unterschied am Sonntag gemacht hätten, darf bezweifelt werden. Denn die Gäste waren mit Ausnahme einer kurzen Drangphase Mitte der zweiten Halbzeit über die gesamte Spieldauer ein sehr harmloser Gegner.

Erste Hälfte

Der BVB war von Beginn an das aktivere Team, zeigte jedoch ebenfalls in der ersten Hälfte keine Glanzleistung. Zu oft wurde der Ball im Mittelfeld leichtfertig vertändelt, komplizierte Angriffe versucht und lange Diagonalpässe aus der Abwehr heraus ins Aus statt auf den Mitspieler befördert. Dementsprechend waren gefährliche Torraumszenen auch absolute Mangelware. Die beste Chance auf Seiten der Borussia in den ersten 35 Minuten hatte noch Marc Hornschuh, als er nach einer Ecke den Ball jedoch knapp neben das gegnerische Gehäuse setzte (7.). Erst wenige Minuten vor der Pause nahm das Spiel dann etwas an Fahrt auf, Hauptcharakter in allen Szenen war Julian-Maurice Derstroff. Erst brachte er nach Kefkir-Flanke keine Tashchy gegen StankovicWucht hinter seinen Kopfball (37.). Eine Zeigerumdrehung später dann verpasste der 23Jährige die große Möglichkeit zur Führung. Eigentlich frei durch legte er sich den Ball dann aber zu weit vor und kam gar nicht erst zum Abschluss. Eine noch bessere Gelegenheit sollte sich dann aber wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff ergeben. Kefkirs Freistoß landete erneut bei Derstroff, den Schuss aus spitzem Winkel konnte VfB-Keeper Vlachodimos jedoch abwehren.

Zweite Hälfte

So wie die erste Halbzeit endete, begann dann auch gleich die zweite. Erneut versuchte es Derstroff, erneut fand sein Schuss aber nicht den Weg ins Tor (46.). Wenige Minuten später dann aber das erlösende, verdiente und dennoch etwas überraschende 1:0 für die Borussen-Bubis. Vlachodimos konnte einen harmlosen Kefkir-Schuss nicht festhalten, der bis dato unauffällige Harder staubte zum 1:0 ab (52.). Der BVB machte nun nicht den Fehler, einen Gang zurückzuschalten, sondern suchte stattdessen die Vorentscheidung. Narey setzte sich auf rechts gegen einen Gegenspieler durch, erwartete dann aber erst den Pfiff zur Ecke. Als dieser nicht kam, weil der Ball die Linie nicht vollständig überquerte, legte er zurück auf den völlig blank stehenden Harder, doch der setzte den Ball knapp daneben (58.). Der an diesem Tag sehr aktive Kefkir versuchte es anschließend aus der Distanz, Vlachodimos konnte den Ball nur so gerade über den Querbalken lenken (64.). In dieser Julian Derstroff machte das wichtige 2-0Phase, als die Amateure dem 2:0 deutlich näher waren als die Gäste dem Ausgleich, begannen jedoch plötzlich auch die Stuttgarter mitzuspielen. Zwischen der 66. und der 77. Minute kam der VfB dreimal gefährlich vor das Tor von Zlatan Alomerovic. Zweimal konnte Zlatan in höchster Not retten – und als er dann einmal geschlagen war, klärte halt ein Kollege. Mehr kam jedoch nicht vom VfB, also machte Dortmund einfach wieder da weiter, wo sie vor der Gäste-Drangphase aufgehört hatten. Harders Schlenzer ging zunächst deutlich über das Tor (80.), zwei Minuten später dann aber die Entscheidung. Ein Freistoß von Kefkir landet über Umwege bei Derstroff und der hämmerte den Ball aus ca. sieben Metern mit voller Wucht in die Maschen. Das Ding war durch [sic], viel passierte nicht mehr. Nette Randnotiz nebenbei: Marian Sarr wurde kurz vor dem Schlusspfiff eingewechselt und gab so sein Comeback nach mehrmonatiger Verletzungspause.

Durch den so wichtigen Sieg kann der BVB also tatsächlich weiterhin vom Klassenerhalt träumen. Zwar rangiert die Wagner-Elf drei Spiele vor Schluss noch immer auf dem vorletzten Platz, das rettende Ufer ist jedoch nur vier Zähler entfernt. Sollte dieses nicht mehr erreicht werden, könnte es aber dennoch von großer Bedeutung sein, wenigstens noch die drei Punkte entfernte SpVgg Unterhaching zu überholen. Sollten die Profis des VfB Stuttgart nämlich aus der ersten Liga absteigen, erscheint es zumindest möglich, dass sie die zweite Mannschaft ganz abmelden oder zumindest aus dem Drittligabetrieb Die Torschützen: Tammo Harder und Julian Derstroffnehmen (obwohl sie dazu nicht verpflichtet wären, da es erlaubt ist, ein Team in der 2. Bundesliga und eines in der 3. Liga zu führen). Etwas Hoffnung auf das Wunder Klassenerhalt kann sich Borussia auch aufgrund des Restprogramms machen. Zwar klingen Energie Cottbus (auswärts), Dynamo Dresden (heim) und Preußen Münster (auswärts) nach großen Kalibern, für alle drei geht es in dieser Saison jedoch um nichts mehr. Umso ärgerlicher, dass alle drei Partien parallel zu den Profis stattfinden werden.

Statistik

BVB II: Alomerovic - Narey (88. Saar), Hornschuh, Stankovic, Knystock - Solga, Maruoka (62. Amini) - Derstroff, Harder, Kefkir - Ioannidis (75. Zimmermann)

VfB II: Vlachodimos - Lang (83. Vier), Kirchhoff, Sama, Mwene - Lovric (60. Breier), Rathgeb - Berko, Obernosterer, Wanitzek - Tshchy (65. Lohkemper)

Tore: Harder (52.), Derstroff (83.)

Gelbe Karten: Knystock - Kirchhoff

2.516 Zuschauer in der Roten Erde

cka, 03.05.2015

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