Spielbericht Amateure

Atlantis lebt - Borussia halbtot

12.03.2015, 19:03 Uhr von:  Redaktion

An der Unterstützung aus Block H dürfte es nicht gelegen habenWährend die Profis im neuen Kalenderjahr verstanden haben, was die Stunde geschlagen hat und fleißig Punkte sammeln, ziehen sich die Amateure in der 3. Liga selbst immer tiefer in den Abstiegssumpf. An den tollen Auftritt gegen Arminia Bielefeld am vergangenen Samstag konnte die U23 gegen die SG Sonnenhof Großaspach zu keinem Zeitpunkt anknüpfen. Zehn Spieltage vor Schluss muss man sich als Fan zumindest mit dem Gedanken anfreunden, in der nächsten Saison nicht mehr nach Dresden, Duisburg oder Stuttgart zu fahren, sondern nach Lotte, Verl oder Rödinghausen.

Weil das Spiel gegen die Schwaben Anfang Februar aufgrund der Unbespielbarkeit des Rasens in der Kampfbahn Rote Erde nicht stattfand, wurde es auf einen Tag unter der Woche im März gelegt. Dies führte zum seltenen Glück einer Nicht-Parallelansetzung. Durch die überraschenden Erfolge von Großaspach in Dresden und Mainz II in Unterhaching stand der BVB auch enorm unter Druck und dürfte froh gewesen sein, endlich wieder lautstark aus Block H unterstützt zu werden. Dave Wagner betont immer wieder, wie wichtig der Mannschaft der Support sei und tatsächlich hat man den Eindruck, dass sich die Borussia ihre besten Leistungen für die nicht-parallelen Spiele aufhebt. Nicht ganz so frenetisch unterstützt wurden die Gäste aus dem Ländle. Ca. zehn Fans saßen und Erik Durm stand für die Amas in der Startelfstanden im Gästeblock auf der Haupttribüne, fünf von ihnen versuchten es im Viertelstundetakt mit Gesängen wie „Auswärtsf***** ist schön“ oder dem kreativen „Auf geht’s Aspach, schießt ein Tor“. Eine Kutte wagte sich zu Beginn des Spiels mit einer DiCaprio-Ich-bin-der-König-der-Welt-Geste am Zaun, beendete diese jedoch nach einem kurzen Gespräch mit dem nebenstehenden Ordner wieder. Trotz umfangreicher Suche der schwatzgelb-Redaktion war Andrea Berg nicht zugegen, unter Atlantis stellt sie sich wohl etwas anderes vor als die altehrwürdige Kampfbahn.

Personell gab es nur eine Veränderung im Vergleich zum Bielefeld-Spiel. Der gelbgesperrte Tammo Harder wurde durch Rechtsverteidiger Khaled Narey ersetzt, Weltmeister Erik Durk spielte dafür auf links und #JD40 – bzw. #JD28 – in der offensiven Dreierreihe. Matthias Ginter, der eigentlich ebenfalls hätte Spielpraxis sammeln sollen, stand aus Vorsichtsmaßnahmen hingegen nicht im Kader, ihm zwickte der Muskel. Bei den Teilzeitfußballern aus Großaspach saß Ex-Borusse Sahr Senesie zunächst nur auf der Bank.

Die beiden Mannschaften brauchten so ihre Zeit, bis sie endlich ins Spiel fanden. So lebte die erste halbe Stunde vor allem von Fehlern der jeweiligen Abwehrreihen. Nach einem haarsträubenden Ballverlust in der eigenen Hälfte kamen so die Gäste zur ersten torgefährlichen Aktion. Morys lief frei und unbedrängt auf Alomerovic zu, scheiterte jedoch an unserer Nummer eins (11.). Drei Zeigerumdrehungen verlor Weltmeister Durm den Ball an Skarlatidis, der es dann aber zum Glück nicht selbst versuchte, sondern stattdessen auf seinen schlechter postierten Mitspieler passen Auch nicht besser als Väyrynen: Nikolaos Ioannidiswollte. Nach einigen kleineren Versuchen zuvor kamen dann in der 26. Minute auch die BVB-Bubis zu ihrer ersten echten Chance des Spiels: Ioannidis bekam den Ball allerdings nicht an Gäng im Gästetor vorbei. Viel mehr kam trotz mehr Spielanteilen aber nicht von der Borussia. Um zumindest einen Zähler mitzunehmen, war das aber auch nicht nötig. Die Schwabenbauern waren vor dem gegnerischen Tor sowas von ungefährlich, dass Zlatan entweder keine Mühe hatte oder in der Regel gar nicht erst einzugreifen brauchte. Umso dämlicher dann die Aktion in der 40. Minute. Kefkir nimmt eine vollkommen ungefährliche Sonnenhof-Flanke mit der Brust an statt sie einfach ins Nichts fliegen zu lassen, rennt damit in den eigenen Strafraum, verliert den Ball und reißt den Gegenspieler um. Logische Folge: Rote Karte und Elfmeter für die Gäste. Wenigstens ein Drittel der Dreifachbestrafung sollte uns an diesem Tag nicht ärgern, denn Kefkir wird dafür hoffentlich gleich mehrere Spiele gesperrt. Es ist nicht zu begreifen, was den Jungen in dieser Situation geritten hat. Und es ist noch schwerer, wenn man bedenkt, was diese spielentscheidende Szene und dem folgenden Gegentreffer durch Rizzi für Konsequenzen für die weitere Spielzeit haben könnte.

Mega blöd: Kefkir flog vom PlatzDenn noch einmal: Selbst dieser schon unnötige Ballverlust im eigenen Strafraum hätte bei der gegnerischen Effektivität vor dem Tor wahrscheinlich nicht bestraft worden. Dies wurde auch in der zweiten Hälfte deutlich, als Morys freistehend vor dem Tor einfach mal fünf Meter daneben köpfte. Oder bei den paar Distanzschüssen, bei denen man nicht einmal Angst haben musste, dass diese den Weg ins Netz fanden. Die Gäste präsentierten sich auch in Überzahl nicht als eine Mannschaft, die unschlagbar war. Aber den Amateuren fehlten an diesem Abend Durchschlagskraft, Kreativität und mit zunehmenden Spieldauer auch die Frische. Eine echte Gelegenheit zum Ausgleich gab es nicht mehr, einzig Nyarko hätte bei sauberer Ballannahme nach Ioannidis-Flanke noch einmal zum Abschluss kommen können, er vertändelte aber das Leder.

Zehn Spieltage vor Schluss steht Dortmund somit nun schon 03+1 Punkte hinter einem Nicht-Abstiegsplatz. Die nächsten Gegner heißen am Samstag Fortuna Köln und eine Woche darauf MSV Duisburg. Beides Teams, bei denen die U23 recht klarer Außenseiter ist Fassungslosigkeit bei Zimmermann & Co.– und immerhin das schöpft ein bisschen Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt…

Statistik

BVB II: Alomerovic – Narey, Hornschuh, Stankovic, Durm (63. Knystock) – Solga (80. Zimmermann), Nyarko – Kefkir, Jordanov, Dudziak (67. Maruoka) – Ioannidis

Bergspach: Gäng – Schieck, Gehring, Aupperle, Kienast – Jüllich, Rizzi, Binakaj, Skarlatidis (80. Sohm), Rühle (86. Senesie), Morys (90. Schuster)

Tore: Rizzi (Elfmeter)

Gelbe Karten: Solga – Rizzi, Rühle

Rote Karten: Kefkir

Zuschauer: 2.019 in der Kampfbahn Rote Erde

cka, 12.03.2015

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