Warmlaufen

Blablabla...Die Besten

16.09.2014, 09:09 Uhr von:  Redaktion

Kräftemessen mit Arsenal 2013/14Arsenal ist das Mallorca des Bundesligaspielplans. In einer anderen Welt zu Hause und doch sieht man sich zwei mal im Jahr - das 19. Bundesligateam, das wir nie hatten. Und wieder einmal sind eben jene Gunners Auftaktgegner in die internationale Saison des Ballspielvereins. Die Vorzeichen zum Jahr 2011 haben sich allerdings leicht bis gänzlich verändert. Damals, es scheint eine Ewigkeit her, waren wir alle noch dermaßen euphorisiert: Champions League. Die Hymne. Das internationale Flair. Dribbelnde Werbe-Ikonen mit aufwändigen Frisuren in unserem Wohnzimmer. Klopp im Anzug. Und so weiter und so fort. Was waren wir ausgehungert, was waren wir geil auf diese Herausforderungen. Und heute?

Wie, was, und heute? Wir sind noch immer dieselben. Zugegeben, diese geträllerte, aus drei Sprachen bestehende, offizielle Hymne nervt so langsam - die Gänsehaut dabei zu unterdrücken, fällt trotzdem ziemlich schwer, oder!? Borussia Dortmund international! Europapokal! Warum sollte diese Faszination ihren Reiz verlieren. Wir sind noch immer bereit und heiß wie Frittenfett, die europäischen Stadien schwarz und gelb zu fluten und unseren Fußball über "moderne Scheichmillionarios-Teams" triumphieren zu sehen. Wir wollen noch immer englische Zeitungen mit unserer Art des Supports beeindrucken und spanische Ballsport-Experten eines Besseren belehren. Da ist es dann doch egal, ob es schon wieder gegen Arsenal geht und der Auftaktgegner mittlerweile ein guter Bekannter ist. Die Lust auf Champions League Atmosphäre im Westfalenstadion ist ungebrochen - so sollte es zumindest sein.

Führungstreffer der Gunners in DortmundTatsächlich haben sich einige Vorzeichen aber dennoch verändert. Sportlich steht unserem Gegner aus London heute im Vergleich zu "damals" ein ganz anderes Kaliber gegenüber. Die Erfahrung machten Wenger und Co. bereits in der letzten Spielzeit. Der direkte Vergleich ging trotz der unglücklichen Heimniederlage an den BVB, den Gruppensieger. So ist es nicht verwunderlich, dass Schwarzgelb auch in die neue Champions League Saison als Gruppenfavorit einer sportlich unangenehmen, weil schwer einschätzbaren, Vorrundengruppe startet.

Die Verletzten, die eigentlich aufgrund des never-ending-story-Charakters gar nicht weiter thematisiert werden sollen, relativieren diese Rolle so ein wenig. Hummels, Reus, Gündogan, Sahin und Kuba gegen einen Gegner wie Arsenal nicht in den eigenen Reihen zu wissen, betrübt die Champions League Seele mit Blick auf die letzten beiden Europapokalspielzeiten natürlich so ein wenig. Die passenden Antworten darauf findet der aktuelle Kader allerdings ganz von selbst.

Adrian Ramos, derzeit treffsicherster Stürmer in den schwarzgelben Reihen, brennt auf sein Champions League Debüt und will seinen persönlich positiven Trend der letzten Wochen fortsetzen. Jojic kam bisher noch nicht in den Genuss, eine CL-Vorrunde für die Borussia zu absolvieren und wird daher nicht weniger motiviert gegen das runde Leder treten. Mkhitaryan konnte in der vergangenen Saison zwar schon das eine oder andere Mal brillieren (Führungstreffer in London!) jedoch fehlte bei seinen internationalen Auftritten die gewünschte Konstanz. Die soll sich beginnend mit der Partie am heutigen Abend endgültig einstellen - da kann man dann natürlich auch gern mal so ambitionierte Formulierungen ("Berlin, Berlin, wir wollen nach Berlin") tätigen, wie jüngst in einem Interview geschehen.

Jemanden vergessen? Na klar! Gerade erst nach Hause zurückgekehrt, steht dieser kleine, lächelnde Kerl direkt auch in der Champions League wieder im Fokus. Und da kann und musss er einiges vorhaben. Seine erste und gleichzeitig bisher letzte CL Saison mit dem BVB-Logo auf der Brust war durchaus lehrreich, aber bei weitem nicht zufiedenstellend. Die beiden letzten wundervollen Europapokal-Jahre konnte Shinji leider nur betrübt vorm Fernseher verfolgen. Jetzt ist er - im Gegensatz zu seinem doch so glorreichen ehemaligen Arbeitgeber - mittendrin und soll eine entscheidende Rolle spielen.

Mkhitaryan bejubelt Treffer in LondonEin Vorbericht sollte sich natürlich zwangsläufig auch mit dem Gegner beschäftigen. Aber was soll man noch schreiben über eine Mannschaft, die (fast) jedes Jahr im Westfalenstadion vorstellig wird. Der Trainer ist, welch Wunder, noch immer derselbe. Beim Spielerpersonal hat sich dagegen einiges getan. Wie jedes Jahr forderten die Arsenal-Anhänger auch in diesem Sommer Mega-Beträge für mindestens einen Superstar des internationalen Fußballs. War es letzte Saison noch der mittlerweile fast ausschließlich lethargisch über das Feld schlürfende Özil, schnürt jetzt Alexis Sanchez seine Schuhe für die Gunners. Überzogene Ablöse hin oder her, das soll uns überhaupt nicht interessieren. Fakt ist, dass Alexis' Saisonstart durchwachsen verlief, sein Potenzial aber schon einige Male erkennbar war. Die Abwehr um Bollwerk Sokratis sollte gewarnt sein. Hinzu kommt der sinnvolle Last-Minute Deal um Welbeck, der den verletzten Giroud ersetzen soll und sicherlich auch kann.

Mit den Gunners kommt wie die letzten Jahre auch eine Mannschaft nach Dortmund, die durchweg ambitioniert durch alle Wettbewerbe stiefelt und fußballerisch viel zu bieten hat. Die nötige Brisanz ist also gegeben, zumal die drei Punkte enorm wichtig wären für den weiteren Verlauf dieser Europapokalsaison. Jetzt schon vor dem Spiel vom Gruppensieg zu sprechen, wäre vermessen. Ein Heimsieg könnte aber den ersten Schritt zu höheren Aufgaben bedeuten und Mkhitaryan und uns alle auch noch im neuen Jahr vom Berliner Olympiastadion träumen lassen - den DFB-Pokal mal ganz außen vor gelassen.

Bühne frei für den Europapokal!

So könnte sich das Ganze on the pitch darstellen:

Borussia Dortmund international: Weidenfeller - Durm, Sokratis, Subotic, Piszczek - Kehl, Jojic - Mkhitaryan, Kagawa, Großkreutz - Ramos

Gunners: Szczesny - Gibbs, Koscielny, Mertesacker, Chambers - Ramsey, Arteta - Özil, Wilshere, Sanchez - Welbeck

Schiri: Bequerenca

Zuschauer: Auuusverkauuft!

AmazingGrazing, 16.09.2014

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