Unsa Senf

Marco Reus und die Bayern – denkt doch gefälligst mal nach!

14.01.2014, 19:00 Uhr von:  Arne
Marco Reus und die Bayern – denkt doch gefälligst mal nach!

"Bayern will never have me", so lautet die Botschaft eines Zitats, das derzeit durch das Internet wabert und das dem gebürtigen Dortmunder Marco Reus zugeschrieben wird. Allein: Es gibt überhaupt keinen Beweis dafür, dass Reus dies gesagt haben soll. Es ist sogar hochgradig unwahrscheinlich. Und trotzdem wird fleißig verbreitet und geteilt.

Bullshit!

"I wish luck to Lewa and Gotze, but Bayern will never have me. Money is not everything," So lautet das volle Zitat. Und mal ganz ehrlich: Wie kommt man auf das schmale Brett, dass Marco Reus so etwas gesagt haben sollte?

Marco Reus in Aktion
Marco Reus in Aktion

Es gibt darüber offenbar keinerlei Ton- oder Video-Aufzeichnungen, in keinem seriösen Medium ist das Ganze bislang verbreitet worden und weder über die offiziellen Twitter- oder Facebook-Accounts von Reus wurde derlei jemals kundgetan.

Ausgerechnet der öffentlich sonst eher zurückhaltende Reus soll nun also mit einem derartigen Krawall-Statement um die Ecke kommen, in dem er mal eben den Bayern an den Karren pisst und sich so unnötig einer möglichen Karriereoption beraubt? In dem er gleichzeitig sowohl dem ebenfalls von seinem eigenen Berater, Volker Struth, betreuten Mario Götze wie auch seinem derzeitigen Mitspieler Lewandowski Geldgeilheit attestiert? Um mit so einem Statement völlig unnötig ein gewaltiges Medienbohei zu entfachen, inklusive sehr wahrscheinlicher Auswirkungen auf das Standing innerhalb der Nationalmannschaft?

Ist das ernsthaft wahrscheinlich? Nicht? Warum verbreitet Ihr das dann?

Leider mischte auch Arnd Zeiglers "Wunderbare Welt des Fußballs"-Redaktion fleißig mit und teilte eine Grafik mit dem verhängnisvollen Spruch. Doch Fakt ist, dass momentan rein gar nichts auf die Echtheit des Zitats hindeutet und dass der Wortlaut Marco Reus schlichtweg schadet. Manche, die das Zitat für glaubwürdig halten, attestieren Reus, ein Schwätzer zu sein. Andere wollen die Bayern-Antipathie und das Abschwören von finanziellen Verlockungen nur allzu leicht glauben und bereiten sich selbst (und Marco natürlich gleich mit) bereits den Nährboden für eine weitere Enttäuschung der Kategorie Götze. Beides ist unfair.

Wir sollten aufhören, mehr in Borussenspieler hinein zu interpretieren, als sie tatsächlich von sich geben. Und wir sollten aufhören, irgendwelche obskuren Aussagen zu multiplizieren, die bei einfacher Überlegung einen totalen Schwachsinn darstellen.

Stattdessen sollten wir Borussen an ihren Taten messen. Der Dortmunder Marco Reus hat sich im Jahr 2012 für die Borussia entschieden, die ihn einst als Jugendspieler in die westfälische Provinz entlassen hatte. 52 Tore und Torvorlagen sprechen seither eine deutliche Sprache. Dass der 24jährige trotzdem noch sichtlich Steigerungspotential besitzt, ist eher verheißungsvoll als traurig.

Sprüche wie den obigen hat Marco Reus daher schlicht und einfach gar nicht nötig.

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