Spielbericht Profis

1:1 in Osnabrück - VfL-Torwart verhindert Immobiles Premierentor

23.07.2014, 20:49 Uhr von:  Redaktion

Nach wie vor ein tolles Stadion1:1 endete das Testspiel zwischen dem VfL Osnabrück und dem BVB am Dienstagabend. Doch das Ergebnis hat bei den Schwarzgelben wohl niemanden sonderlich interessiert; entscheidender waren die Eindrücke, die Trainer Jürgen Klopp durch das Auftreten seiner Mannschaft gesammelt haben dürfte.

Aufstellung und Taktik

Der BVB begann im altbekannten 4-2-3-1-System. Vor dem Torhüter Hendrik Bonmann bildeten von links nach rechts Marcel Schmelzer, Jon Stankovic (18-jähriger Neuzugang aus Domzale für die Amateure), erstmals von Anfang an Neven Subotic sowie Lukasz Piszczek die Abwehrkette. Auf der Doppelsechs spielten Oliver Kirch und Sven Bender hinter der offensiven Dreierreihe Joseph Gyau (21-jähriger Neuzugang aus Hoffenheim, zunächst primär für die Amateure eingeplant), Dong-Won Ji und Jonas Hofmann. Pierre-Emerick Aubameyang begann als Sturmspitze.

Für Osnabrücks Trainer Maik Walpurgis bedeutete das Spiel die Generalprobe für den Drittligaauftakt am Samstag ab 18 Uhr zuhause gegen Energie Cottbus. Der Übungsleiter schickte seine Elf in einem 4-4-2-System auf den Platz mit den beiden Stürmern Marcos Alvarez und Stanislav Iljutchenko.

Erste Hälfte

Ji stand direkt in der StartelfDie erste nennenswerte Aktion ereignete sich auf der Heimtribüne, als der VfL-Anhang das Lied „Großkreutz, rück den Döner raus“ anstimmte. Dass Kevin jedoch gar nicht vor Ort war und somit weder einen Döner für die Fans rausrücken konnte, noch die Aufforderung überhaupt hören konnte, war dabei offenbar nebensächlich.

Den ersten Aufreger auf dem Spielfeld gab es in der 13. Minute, als Hofmann einen Abpraller aus rund 20 Metern rechts unten am Tor vorbeischoss. Dong-Won Ji, der seine Premiere im schwarzgelben Trikot feierte, rutschte eine Flanke über den Schlappen, sodass diese sich gefährlich Richtung Maschen senkte; Torwart Frank Lehmann konnte sich jedoch noch strecken und den Ball mit Mühe über die Latte lenken (22.). Ein weiterer Schuss von Hofmann aus dem Strafraum heraus landete genau in Lehmanns Armen (32.). Auf der Gegenseite soll Ji seinen Gegenspieler Davide Grassi gefoult haben, den fälligen Strafstoß verwandelte Nicolas Feldhahn sicher zum 1:0 (35.).

Der BVB tat sich zu dieser Zeit sichtlich schwer; „Aubas“ Schuss auf das Stadiondach war dabei ein wenig symptomatisch (37.). Osnabrücks Anhang quittierte den Fehlschuss mit einem spöttischen „Du hast die Haare schön“. Doch keine drei Minuten später strafte „Auba“ die Lila-Weißen, als er den Ball von der linken Seite wunderbar zu Ji zurücklegte, der aus dem Rückraum abzog. Osnabrücks Maik Odenthal konnte den Ball jedoch noch vor der Linie abblocken und zur Ecke klären. 7:0 stand es zu diesem Zeitpunkt nach Ecken für den BVB, doch einen Ertrag gab es daraus nicht.

Aubameyang hatte einen schweren StandIn der Offensive wusste jedoch Neuling Joseph Gyau zu gefallen. Zwar gelang dem US-Ghanaer nicht alles, doch insbesondere sein Ehrgeiz war nicht zu übersehen. Er ackerte unermüdlich auf der linken Außenbahn. Nach rund einer halben Stunde wechselte er mit Jonas Hofmann die Seite, fortan agierte Gyau etwas unauffälliger, jedoch nicht minder einsatzfreudig.

Zweite Hälfte

Jürgen Klopp schickte zur zweiten Hälfte eine komplett andere Mannschaft auf den Rasen und änderte die taktische Grundformation in ein 4-1-4-1. Das Tor hütete nun Zlatan Alomerovic hinter der Abwehrkette Jannik Bandowski auf der linken Seite, Christoph Zimmermann (21-jähriger Amateur-Neuzugang aus Gladbach), Marc Hornschuh innen und auf der rechten Seite Khaled Narey (20 Jahre alt, aus Leverkusen kommend). Sebastian Kehl stand auf der Sechs, die offensive Viererkette stellten links Tammo Harder, zentral Henrikh Mkhitaryan und Milos Jojic sowie rechts Edisson Jordanov. In der Sturmspitze gab Ciro Immobile seinen Einstand für Borussia Dortmund. Osnabrück wechselte zwar viermal aus, hielt jedoch am 4-4-2-System fest.

Direkt nach dem Wiederanpfiff lag den mitgereisten Borussen der Torschrei auf den Lippen. Doch Mkhitaryans Schuss nach Zuspiel von Narey wurde noch abgeblockt. Rund 20 Minuten war der Armenier erfolgreicher. Mit einer schönen Einzelleistung durchbrach er die VfL-Defensive und schob zum Ausgleich ein (65.).

Schwatzgelber Jubel nach dem AusgleichDrei Minuten später musste Alomerovic aus dem Tor stürmen und vor dem Strafraum gegen den heraneilenden Publikumsliebling Addy-Waku Menga klären (68.). Doch so stark der Schlussmann hier parierte, so nachlässig zeigte er sich, als er eine Flanke von Andreas Glockner unterschätze und unterlief und abermals Menga parat stand, doch sein Schuss wurde abgeblockt (82.).

Auf der Gegenseite besaß Immobile - der nach gerade einmal einer Einheit mit der Mannschaft natürlich noch keine Bestform aufweist - noch eine Riesenchance zum Premierentor; doch seinen Schuss nach Ablage von Jordanov parierte Schlussmann Heuer Fernandes überragend (87.). Das Osnabrücker Publikum bat den immer noch abwesenden Kevin Großkreutz ein weiteres Mal um einen Döner, ehe das Spiel am Ende leistungsgerecht unentschieden endete.

Für den BVB war es nach dem 4:1 bei Hessen Kassel und dem 4:3 in Heidenheim das erste Unentschieden dieser Vorbereitung. Am Sonntag geht es mit einem Testspiel beim Regionalligisten Rot-Weiß Essen weiter (17 Uhr).

Statistik:

VfL: Lehmann (46. Heuer Fernandes) - Odenthal, Grassi (76. Nubbemeyer), Pisot (76. Krasniqi), Groß (84. Lahrmann-Lammert) - Salem (46. Glockner), Chahed (66. Neldner), Feldhahn (66. Bode), Freiberger (66. Bencik) - Alvarez (46. Menga), Iljutchenko (46. Ornatelli).
BVB Erste Hälfte: Bonmann - Schmelzer, Stankovic, Subotic, Piszczek - Kirch, Bender - Gyau, Ji, Hofmann - Aubameyang.
BVB Zweite Hälfte: Alomerovic - Bandowski, Zimmermann, Hornschuh, Narey - Kehl - Harder, Mkhitaryan, Jojic, Jordanov - Immobile.
Tore: 1:0 Feldhahn (19., Foulelfmeter), 1:1 Mkhitaryan (65.). Schiedsrichter: Arne Aarnink. Zuschauer: 13.000. Gelbe Karten: Odenthal (75.) - Hornschuh (58.).

Erster Einsatz auch für Ciro ImmobileStimmen zum Spiel:

Jürgen Klopp...
...mit Blick auf die Spieler, die gerade erst richtig in die Vorbereitung einsteigen: „Das ist dann natürlich keine optimale Situation, direkt beim Drittligisten ranzumüssen. Insgesamt haben sie es aber ordentlich gemacht. Ji und Ciro haben ihre Torgefährlichkeit angedeutet."
...und mit nicht ganz ernst gemeinter Kritik hinsichtlich der Elfmetersituation: „Da hat Ji dahinten eigentlich nichts verloren, er war als freier Mann eingeteilt. (lacht)“

Oliver Kirch über die Neuzugänge Ji und Immobile: „Sie haben erst einmal mit der Mannschaft trainiert. Wenn Ciro die Chance bekommt, dann ist der auf jeden Fall ein Knipser. Ji hat unheimlich viele Qualitäten, er ist schnell und kopfballstark.“

Daniel Mertens, 23.07.2014

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