Spielbericht Amateure

Zum gerechten Ergebnis verpfiffen

28.09.2014, 16:50 Uhr von:  Redaktion

Block H bot einen traurigen AnblickBorussia Dortmunds Amateure haben ihre Negativserie von vier Niederlagen in Folge beendet. Im Spiel gegen die hoch favorisierten Stuttgarter Kickers erkämpfte sich der BVB ein verdientes 1:1-Unentschieden und bescherte somit auch dem sg.de Amateurfunk endlich den lang ersehnten ersten Punktgewinn. Im Mittelpunkt der Partie stand vor allem Schiedsrichter Christian Bandurski, der mit drei falschen Elfmeterentscheidungen und einer unberechtigten Gelb-Roten Karte für Marian Sarr jeglichen Beweis schuldig blieb, den Status „Profi-Schiedsrichter“ mit sich tragen zu dürfen.

Genauso unverständlich wie die Entscheidungen des hauptberuflichen Chemielaboranten waren die der aktiven Fanszene. Obwohl viele Ultras bekanntlich nicht zum Derby fahren durften, blieb Block H fast völlig verwaist. Offenbar hatte man am Derbytag wichtigeres zu tun, als die Amas in der Kampfbahn zu unterstützen. Dabei hätten die BVB-Talente ja gerade aufgrund der aktuellen kleinen Krise dringend jede Art von Support gebraucht. Da auch aus dem Schwabenländle sich nur wenige auf den Weg an die Strobelallee machten, blieb die Rote Erde mit 432 Zuschauern sehr spärlich besetzt.

Dies traf zum Glück aber auch auf die Anzahl der Polizeikräfte zu. Die schwatzgelb-Redaktion zählte insgesamt nur zwei ältere Herren in Uniform, die sich dafür aber auch mehr auf das Geschehen auf dem Rasen als auf den Rängen konzentrierten – und das auch vollkommen zu Recht. Denn ein Sicherheitsrisiko bestand bei bestem Wetter im altehrwürdigen Rund nun wirklich nicht. So gesellte sich auch bald der Beamte aus dem Gästeblock zu seinem Kollegen auf der Haupttribüne und man genoss das Spiel lieber gemeinsam, als sinnlos friedliche Fußballfans zu bewachen.

Ausgangslage

Dong-Won Ji präsentierte sich einsatzfreudigCoach Dave Wagner durfte wie erwartet erneut auf Dong Won Ji zurückgreifen, der ja schon unter der Woche in Duisburg ein 45-minütiges Comeback gefeiert hatte. Dagegen reisten Joseph Gyau und Mitsuru Maruoka mit den Profis nach Gelsenkirchen. Kapitän Marc Hornschuh fehlte weiterhin rotgesperrt, David Solga (5. Gelbe) und Jannick Bandowski standen ebenfalls nicht im Kader. Während der ehemalige Kapitän Solga das Spiel mit seiner Familie von der Tribüne beobachtet wurde Bandowski in der Kampfbahn von uns nicht gesichtet, war aber nach Auskunft des BVB auch vor Ort. Angesichts des laufenden Derbys haben wir es aber auch versäumt, im Anschluss an die Partie bei Dave Wagner nachzufragen, warum diese eigentlichen Stammkräfte Samstag nicht zur Verfügung standen. Somit startete die gleiche Elf wie schon beim kleinen Derby gegen den MSV Duisburg unter der Woche, bei dem die Borussia trotz Niederlage mal wieder einen ordentlichen Eindruck hinterlassen konnte.

Erste Hälfte

Die positive Tendenz sollte sich auch im Spiel gegen die Kickers bestätigen. Obwohl die Gäste vor dem Spiel auf Rang drei in der Tabelle lagen und bekanntlich den Profis in der ersten Runde des DFB-Pokals Mitte August das Leben erheblich schwer machten, blieben sie im Duell gegen die U23 über weite Strecken des Spiels sehr harmlos. Weil aber auch der Borussia nicht viel einfiel, entwickelte sich das Spiel mehr und mehr zu einem 0:0 der schwächeren Sorte. Viele Ballverluste und Fehlpässe sowie mehrere kleine Foulspiele und Nickeligkeiten verhinderten ein Aufeinandertreffen, das dem unzweifelhaft vorhandenen Potential beider Mannschaften eher entsprochen hätte. So blieben auch Torchancen absolute Mangelware. Der erste echte Aufreger der Partie geschah dann kurz vor der Pause. Nach einem netten Pass hatte Stuttgarts Müller eigentlich schon freie Bahn, brachte das Spielgerät jedoch nicht unter Kontrolle und drehte sich dann mit dem Rücken zum Tor stehend in seinen Gegenspieler Narey und ließ sich fallen. Eigentlich eine klare Sache dachte man sich auf der Tribüne, aber Schiri Bandurski wollte wohl mal ein bisschen Action ins Spiel bringen und zeigte auf den Punkt. Hier konnte Elferkiller Alomerovic allerdings gegen Marchese glänzen. Er wischte den gar nicht mal schlecht geschossenen Elfer noch von der Linie. Das war bereits der dritte gehaltene Strafstoß von Zlatan in dieser Spielzeit!

Zweite Hälfte

Musti Amini im ZweikampfIn Hälfte zwei wurde das Spiel nicht viel besser. Dortmund stand defensiv weiterhin sicher und ließ wenig zu – und das ist in der aktuellen Situation ja auch schon etwas. Bis, ja bis Bandurski dann doch unbedingt endlich das erste Tor des Tages sehen wollte und den Kickers den zweiten Witz-Elfer zusprach. Nach einem stinknormalen Pressschlag, wie er zigmal pro Spiel vorkommt, hieß es allerdings nicht nur erneut Elfmeter Stuttgart, sondern zu allem Überfluss auch noch Platzverweis Sarr. Der bereits verwarnte Innenverteidiger, der heute allerdings auf Außen ran musste, wurde mit Gelb-Rot in die Kabine geschickt. Auf der Tribüne machte sich Fassungslosigkeit breit, war doch im totenstillen Rund deutlich zu hören gewesen, dass Sarr den Ball getroffen hatte. Auch Schiri Bandurski schien zunächst weiterlaufen lassen zu wollen, entschied sich aber dann nach einem Blickkontakt zu seinem Linienrichter doch zum Elfmeterpfiff. Marchese machte es diesmal besser und traf unhaltbar ins linke Eck, obwohl Alomerovic schon wieder die richtige Ecke ahnte. Wer dachte, das Spiel sei jetzt gelaufen, irrte sich aber zum Glück vollkommen. Trotz Rückstand und Unterzahl begann nun Borussias beste Phase des Spiels. Stankovic hätte nur wenige Augenblicke nach dem 0:1 schon wieder den Ausgleich besorgen können, schaffte es jedoch genauso wenig wie später Jordanov und Amini, den Ball auch hinter die Linie und nicht auf Keeper Korbinian Müller, neben den Kasten oder gar ins Seitenaus zu befördern. Weil Schiri Bandurski wohl inzwischen erfahren hatte, was er sich für zweieinhalb Katastrophenaussetzer geleistet hatte, ließ er Gnade vor Recht ergehen und pfiff einen völlig unberechtigten Elfmeter für den BVB, den selbst Coach Dave Wagner im Anschluss an die PK als „Konzessionsentscheidung“ bezeichnete. Sei’s drum, Harder verwandelte und sicherte seinem Team den mehr als verdienten Zähler. Dem Team des schwatzgelb.de Amateurfunks fielen damit jede Menge Steine vom Herzen, denn wir waren im Vorfeld der Partie schon von vielen Seiten als Seuchenvögel tituliert worden und dem Erfolg der Mannschaft wollen wir mit unserer Berichterstattung natürlich nicht im Wege stehen. Wir werden uns daher auch vom nächsten Heimspiel der BVB U23 gegen die Zweitvertretungsverächter aus Osnabrück am 18.10. aus der Roten Erde melden.

Pressekonferenz

An dieser Stelle folgt ein Mitschnitt der Pressekonferenz nach dem Spiel

Statistik

Der Gästeblock genoss das gute WetterBorussia Dormunds Amateure: Alomerovic - Narey (46. Knystock), Zimmermann, Gorenc-Stankovic, Sarr - Amini , Nyarko - Jordanov (83. Güll), Harder, Kefkir (90. El Bouazzati) - Ji

Stuttgarter Kickers: K. Müller - Leutenecker, Fennell, Stein, Baumgärtel - Halimi, Marchese, Braun - Edwini-Bonsu (41. Calamita), Soriano, G. Müller (65. Badiane)

Tore: 0:1 Marchese (69. Foulelfmeter/Witz), 1:1 Harder (82. Foulelfmeter/Witz)

Gelb-Rot: Sarr (67. Witz)

Gelbe Karten: Narey, Gorenc-Stankovic, Zimmermann, Kefkir - Calamita

Bes. Vorkommnis: Alomerovic hält Foulelfmeter/Witz von Marchese (44.)

432 Zuschauer in der Kampfbahn Rote Erde

Fotos: Jimmy - Fanabteilung

cka & web 28.09.2014

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