Spielbericht Amateure

Sieg zum Abschluss: BVB-Amateure halten erneut die Klasse

11.05.2014, 14:19 Uhr von:  Redaktion

Nie mehr vierte Liga! Die Amateure von Borussia Dortmund haben zum zweiten Mal hintereinander die Klasse gehalten. Dank der Treffer von Jordanov, Harder und Vayrynen siegte die Truppe vom stolzen Coach Wagner gegen die Absteiger vom SV Elversberg deutlicher als erwartet. In einer der lutteraner Seenplatte (es hat zwei Tage lang durchgeregnet) gleichenden Roten Erde überzeugten die Borussen mit einer besonders in der ersten Halbzeit ansehnlichen Leistung gegen luftleere Elversberger, die von der ersten Minute an sichtlich nicht mehr an den Klassenerhalt glaubten.

Ausgangslage

Für Dortmunds Amateure war die Aufgabe auf dem Papier her nach dem Unentschieden in Kiel einfach: Gegen Elversberg nicht 0:5 verlieren, um die Klasse auch rechnerisch zu halten. Prinzipiell ein recht einfaches Unterfangen, auch wenn die Elversberger im letzten Saisonspiel noch einmal versuchten, alles mobil zu machen. Fünf nicht so wirklich ausverkaufte Busse machten sich auf dem Weg, um das selbst ausgerufene #WunderInDortmund zu starten. Dass dieses Wunder angesichts von schlappen 0,86 Toren pro Spiel in den vorigen 37 Partien ausgerechnet am letzten Spieltag in Dortmund gelingen sollte, löste bei so manchem schwatzgelb.de Redakteur doch eher ein gewisses Lachen aus.

Wie erwartet musste David Wagner auf Grund der Bedeutungslosigkeit des Profispiels in Berlin heute keine Spieler zu den Profis abstellen. Somit konnte Marvin Ducksch als einzige Spitze agieren. Jeremy Dudziak wurde mit Hüftproblemen nicht mehr rechtzeitig fit für die Startelf und nahm vorerst auf der Bank Platz. Für ihn startete Dominik Nothnagel.

Trotz Parallelansetzung fand sich in Block H ein Mob zusammen, der Stimmung machte, sogar eine Trommel und diverse Schwenker hatte und den mauen Elversberger Gästeblock lautstärketechnisch übertönte. Schön, dass sich selbst bei Parallelansetzungen eine Gruppe organisiert, die die Amateure unterstützt. Diese gähnend leeren Parallelansetzungs-Kulissen haben unsere Amas einfach nicht verdient!

Erste Halbzeit

Die erste Halbzeit startete auf einem extrem tiefen Geläuf (schönen Gruß an die Stadt Dortmund: Googlet mal nach "Drainage") wie erwartet nicht sehr temporeich. Wie auch, wenn der Ball bei jeder zweiten direkt gespielten Aktion in der Pfütze liegen bleibt. Dortmund hatte mehr vom Spiel und hatte auch die ersten gefährlichen Strafraumszenen. Man versuchte es am liebsten über die linke Seite, bei denen das Rote-Erde-Hochwasser besonders zugeschlagen hatte. Über diese linke Seite schwamm die Elversberger Abwehr besonders. Wie in der D-Jugend schien es den Elversbergern aber auch sichtlich Spaß zu machen, eine Fontäne hinter sich her ziehend durch das Wasser zu grätschen.

Eine solche Wasserpfütze spielte dann auch beim 1:0 eine entscheidene Rolle: Nach Foul an Ducksch in der 17. Minute wurde der Freistoß schnell auf die linke Seite gespielt. Begünstigt durch das Wasser kam Nothnagel an den Ball, der den Ball dadurch unbedrängt in die Mitte flanken konnte. Jordanov ließ sich die Chance nicht nehmen und schoss das gefühlt erste Kopfballtor seiner Karriere.

In der Folge entwickelte sich ein Spiel mit eher überschaubarem Niveau. Während Elversberg sich schnell wie ein Verlierer präsentierte und die Körpersprache so gar nicht nach "#WunderInDortmund" aussah, hatte Dortmund das Spiel weitestgehend im Griff. Man beschränkte sich auf eine Hand voll guter Angriffe, die aber entweder beim letzten finalen Pass oder in irgendeiner Pfütze, endeten. Egal ob Ducksch, Harder oder Jordanov: Jeder machte so seine Erfahrung mit dem Swimmingpool auf der linken Seite. Von Elversberg kam nicht viel mehr als ein, zwei Fernschüsse, die das Ziel aber weit verfehlten. Sarr und Hübner hatten quasi einen freien Arbeitstag.

Das 2:0 fiel dann wieder durch exzellente Vorarbeit von Petrus, gepaart mit dem Unvermögen des Elversberger Abwehrspielers, der einen Rückpass zu lasch in Richtung eigenen Torwart spielte. Durch den nassen Rasen wurde der Ball aber immer langsamer, so dass Harder den Ball erlaufen und aus 13 Metern problemlos am Elversberger Torwart vorbei in den Kasten schießen konnte. Spätestens jetzt war klar, dass der Klassenerhalt durch war.

Zweite Halbzeit

In der zweiten Halbzeit plätscherte das Spiel im wahrsten Sinne des Wortes lange Zeit vor sich hin. Elversberg schien sich mit dem Abstieg in der Kabine schon angefreundet zu haben und liefen wie ein Wladimir-Klitschko-Gegner in ihr Schicksal "Vierte Liga". Sieben Tore in einer Halbzeit wären jetzt wohl auch zu viel des Wunders gewesen. Borussia hingegen plante wahrscheinlich auf dem Platz in der zweiten Halbzeit schon ihre Abendfeierlichkeiten, so dass es bis zur 70. Minute dauerte, bis der eingewechselte Finne Tim Väyrynen den Ball zum 3:0 im Kasten versenkte.

Chancen, auf 4:0 zu erhöhen, gab es in der Folge noch ein paar. Nyarko bewies, warum er kein Stürmer ist, als er eine Hereingabe von der linken Seite nicht in Richtung Tor brachte sondern zum Gegner klärte. Exemplarisch für den Elversberger Untergang die 79. Minute: Nach der gefühlt ersten gelungenen Kombination des SVE konnte Wolfert den Ball aufs Tor bringen. Beim Torschuss rutscht er allerdings aus und trifft fast die Eckfahne. Gut so, ein Gegentor mehr, und "#WunderInDortmund" hätte in bekannten sozialen Netzwerken in Elversberg sicherlich wieder getrendet.

So ging das Spiel mit 3:0 zu Ende. Nach exakt 90 Minuten hatte (Doktor) Robert Kampka (Mainz, Hallo Herr Dürr) ein Einsehen mit den pitschnassen Akteuren. Erneuter Klassenerhalt! Geil! Eine weitere Saison dritte Liga. Das ist nicht nur für die Spielerausbildung wichtig, sondern auch für den Rote-Erde-Fan ein enormer Unterschied. Duisburg statt Elversberg. Münster statt Mönchengladbach II.

Fazit

Absolut verdienter Sieg für unsere Amateure, die durch den Sieg die Klasse auch rechnerisch halten konnte. Dank eines Klassenunterschiedes war der Sieg für Dortmund das gesamte Spiel über nie gefährdet. Elversberg hatte dem selbst ausgerufenen Wunder keine Taten folgen lassen und tritt somit völlig verdient den Gang in die vierte Liga an.

Eine im Gesamten gesehen gute Amateure-Saison geht zu Ende, die Hochs und Tiefs zu bieten hatte. Lange Zeit glaubte man kaum, dass man noch in den Abstiegskampf rutschen könnte. Eher schwache Leistungen, die teilweise auch mit Verletzungen und Abstellungen von wichtigen Spielern zu den Profis (gerade Ducksch) zu tun hatten, ließ den Klassenerhalt auf der Zielgerade jedoch noch einmal wackeln. Alles in Allem kann man sehr stolz auf die Zwote des BVB sein, die nun im nächsten Jahr wieder drittklassig spielen wird. Grandiose Leistung, Jungs!

Nun geht es erst einmal in die wohlverdiente Sommerpause. Wie immer wird die Kadergestaltung für die nächste Saison wieder sehr spannend werden. Da bei den Zweitvertretungen die Spieler, die 23 Jahre alt geworden sind, häufig in andere Richtungen verlassen, wird es auf vielen Stammpositionen wie gewohnt Wechsel geben. Hendrik Bonmann, der zur neuen Saison wieder angreifen wird, wird beispielsweise wohl den Platz von Alomerovic einnehmen, der im Juni 23 wird. Das sah in der vergangenen Saison bis zur Verletzung Bonmanns ja auch schon mal sehr gut aus.

Pressekonferenz

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In eigener Sache

Neben erfreulichen Dingen gibt es bei uns auch noch etwas Wehmut: Den letzten Ticker von Pöbel-Web. In dieser Form wird es den Ticker zur neuen Saison nach jetzigem Stand nicht mehr geben. Anstelle dessen planen wir vom schwatzgelb.de Amateure-Team eine völlig neue Qualität der Berichterstattung. Für dieses Vorhaben suchen wir Leute, die Lust haben, gerade bei parallel angesetzten Spielen für uns zu arbeiten. Eine konkrete Stellenanzeige wird es in Kürze geben. Falls ihr Lust (und vor allem Zeit) habt, könnt ihr euch unter "amateure@schwatzgelb.de" bewerben.

Webs allerletzten Pöbel-Ticker könnt ihr hier nochmals nachlesen.

Statistik

Borussia Dortmund: Alomerovic - Nothnagel, Meißner, Sarr, Hornschuh - Solga, Nyarko - Jordanov (69. Treude), Harder, Kefkir (59. Derstroff) - Ducksch (65. Väyrynen)

SV Elversberg: Kronholm - Gross, Billick, Itoua, C. Wolf - Zimmer, Pinheiro (56. Göcer) - Salem, Cissé, Grimm (56. Wolfert) - Luz (73. Adigüzel)

Chancen: 8:1
Ecken: 1:2
Gelbe Karten: Marc Gross (21. Minute, Foul) Pinheiro (45. Minute, übles Foul) - Sarr (35. Minute, Fäulchen)

Abseits: 0-1

Tore: 1:0 Jordanov (17. Minute, Kefkir), 2:0 Harder (38. Minute, Billick / Petrus), 3:0 Väyrynen (70. Minute, in Webs Ticker steht "irgendwie")
Zuschauer: 1359

Schiedsrichter: Dr. Robert Kampka (Arzt aus Mainz)
Assistenten: Christof Günsch (Battenberg), Moritz Kühlmeyer (Mainz)

Wiggy, 11.05.2014

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