Im Gespräch mit...

Ginterview mit einem Weltmeister

22.09.2014, 13:09 Uhr von:  Redaktion

Borussia Dortmunds neue Nummer 28 ist zwar erst 20 Jahre alt, aber bereits Weltmeister und kann auf mehr als 70 Bundesliga-Einsätze zurückblicken. Im großen schwatzgelb.de-Ginterview erzählt unser Neuzugang von seinen ersten Erlebnissen im Westfalenstadion, seiner Jugend als Fan des Ballspielvereins, dem Wechsel in den Ruhrpott und den Unterschieden zum beschaulichen Breisgau. Mehr über den Spieler und Menschen Matthias Ginter und sein allererstes BVB-Trikot mit einem ganz anderen Namen auf dem Rücken.

schwatzgelb.de: Matthias, danke erst einmal für deine Zeit.

Matthias Ginter: Gerne. Matze Ginter gut gelaunt beim Ginterview

schwatzgelb.de: Fangen wir doch ganz am Anfang deiner Karriere an. Dein Bundesliga-Debüt war recht speziell: Du bist im Alter von 18 Jahren Profi geworden und hast 2012 bei deinem Debüt gegen den FC Augsburg innerhalb von 20 Minuten direkt ein Tor erzielt. Wie präsent ist dieses Spiel heute noch für dich?

Ginter: Ich habe noch den ganzen Tag im Kopf, den ganzen Ablauf kenne ich in und auswendig. Ich glaube das ist ein Tag, den ich nie vergessen werde. Es war mein erster Profi-Einsatz, das erste Mal überhaupt vor so vielen Leuten im Stadion und als mich dann der Trainer zur Einwechslung hergerufen hat, hat mein Herz schon ein bisschen schneller gepocht. Der Profi-Fußball war immer ein Traum und jetzt war es dann endlich so weit. Dass ich am Ende noch das Tor gemacht habe, war natürlich das absolute Highlight. Ein sehr schöner Tag.

schwatzgelb.de: Was ging dir da durch den Kopf, als du das Tor erzielt hast? Konntest du das in dem Moment überhaupt fassen oder hast du dafür ein paar Tage gebraucht?

Ginter: Nein, das hat schon ein bisschen gedauert. In der Zeit ist eine Menge auf mich eingeprasselt, also habe ich schon den einen oder anderen Tag gebraucht, um das zu begreifen. Es ist wie ein Traum, im ersten Spiel eingewechselt zu werden und dann direkt ein Tor zu machen. Etwas ganz Besonderes eben.

schwatzgelb.de: Hast du manchmal das Gefühl, dass du immer noch in einem Traum steckst? Du hast mit 18 Jahren deinen ersten Profivertrag unterschrieben, zwei Jahre später bist du Spieler bei Borussia Dortmund und hast schon über 70 Bundesligaspiele auf dem Buckel...

Matthias Ginter endlich im schwarzgelben TrikotGinter: Es fällt schwer, das alles in den Wochen ohne Fußball zu realisieren. Das sind ja meistens nur drei oder vier Wochen, dann geht's wieder weiter. Ich habe schon realisiert, wo ich jetzt bin, aber es ist wirklich sehr, sehr viel passiert in den letzten Jahren. Gerade auch in den letzten Monaten mit der WM und dem ganzen Drumherum – es hat eine Weile gebraucht, um das zu begreifen. Aber ich kann meinen Traum leben, das ist ein Traum von vielen jungen Leuten und mir ist bewusst, dass ich da für manche auch ein Vorbild bin.

schwatzgelb.de: Es heißt, dass du schon als Kind davon geträumt hast, ausgerechnet hier in Dortmund Fußball zu spielen. Wie ist es zu deiner Zuneigung zum BVB genommen? Das ist bei deinem Geburtsort ja nicht unbedingt naheliegend.

Ginter: Das begann zur Zeit der Meisterschaft 2002. Kurz davor, da war ich sechs, sieben, acht Jahre alt. Die meisten Kinder waren damals Bayern-Fans, aber es gab auch ein paar einzelne BVB-Fans. Ich war sogar 2002 mal im Stadion.

schwatzgelb.de: Weißt du noch, welches Spiel das war?

Ginter: Am ersten Spieltag 2002/2003 gegen die Hertha. Von da an hatte ich dann ein paar Trikots, das Übliche...

Mit BVB-Trikot im Sportunterricht: „Da musste ich mir schon einiges anhören.“

schwatzgelb.de: Der BVB hat in den Jahren danach einige schwerere Zeiten durchlebt. Das hat dich aber offenbar nicht davon abgebracht, weiter zu schwarzgelb zu stehen?

Ginter: Das habe ich nicht wirklich mitbekommen, ich war zu der Zeit ja noch sehr jung. Natürlich wusste ich, dass es dann nicht mehr so rund lief, aber an was genau das lag oder wie das damals abgelaufen ist, konnte ich weder begreifen noch einordnen. Aber ich habe natürlich schon immer daran geglaubt, dass es trotzdem irgendwann besser wird.

schwatzgelb.de: Du hast also nicht die Farben gewechselt...

Ginter: (lacht) Nein.

schwatzgelb.de: Du hast gerade schon gesagt, dass viele deiner Freunde Bayern-Fans waren. Warst du also im Sportunterricht der Einzige im Dortmund-Trikot?

Ginter: Naja, es hatte nicht jeder ein Bayern-Trikot an, aber wenn ich mit 'nem gelben Trikot gekommen bin, musste ich mir schon einiges anhören (lacht). Aber ich war ja nicht der einzige Dortmund-Fan, es gab auch viele Bremer oder Schalker.

schwatzgelb.de: Hattest du damals schon ein sportliches Vorbild, vielleicht sogar im schwarzgelben Dress?

Frühe Erfolge waren ihm ein AnspornGinter: Also mein erstes BVB-Trikot war das von Lars Ricken. Danach hatte ich eins von Tomas Rosicky. Also Spieler aus der Offensiv-Abteilung. Ich habe früher auch eher offensiv gespielt, deshalb hat das ganz gut gepasst.

schwatzgelb.de: Du hast dein erstes Spiel als Zuschauer im Westfalenstadion ja schon angesprochen. Was war das für ein Gefühl damals?

Ginter: Ich kannte davor nur das Stadion in Freiburg, das ist eben ein bisschen kleiner (lacht). Es war gigantisch, gerade die Südtribüne. Da steht man als kleiner Junge schon staunend davor. Auch mit dieser Stimmung war es direkt ein super Erlebnis.

schwatzgelb.de: Kam dir damals schon der Gedanke in den Sinn, dass du da eines Tages selbst mal auf dem Rasen stehen könntest?

Ginter: Nein, das konnte ich mir selbst nicht erträumen.

schwatzgelb.de: Beim Supercup bist du dann zum ersten Mal als BVB-Profi ins Stadion eingelaufen. Wie hat sich das angefühlt?

Ginter: Es war eine völlig neue Erfahrung. Man musste am Anfang erstmal ins Spiel finden bei der ganzen Atmosphäre und der Stimmung. Aber wenn man auf dem Platz steht und konzentriert ist, pusht das eigentlich eher als dass es einen irgendwie nervös macht.

„Wenn man auf dem Platz steht, pusht einen die Stimmung eher, als dass sie nervös macht.“

schwatzgelb.de: Du warst ja bereits als Jugendspieler sehr erfolgreich, auch wenn du schnell Profi geworden bist. Zu Beispiel hast du in zwei verschiedenen Jahrgängen die Fritz-Walter-Medaille in Gold gewonnen, was an sich schon sehr ungewöhnlich ist. Noch mehr für jemanden, der eher defensiv orientiert ist. Nun haben nicht alle dieser Gewinner ihr Potential auch wirklich umsetzen können. War das für dich eher eine Belastung oder ein Ansporn?

Ginter: Es war auf jeden Fall ein Ansporn. Zum damaligen Zeitpunkt war es eine Bestätigung für das jeweils letzte Jahr, aber auch ein Ansporn, weiter zu machen und sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen. Wenn nicht sogar noch mehr zu machen als zuvor. Klar gibt es viele Beispiele, Spieler, die die Medaille gewonnen haben und die dann auch Großes erreicht haben. Aber es gibt eben auch die andere Seite und von daher kann ich mich nicht darauf ausruhen.

schwatzgelb.de: Du hast die Medaille 2012 und 2013 gewonnen. 2014 bist du Weltmeister geworden. Es ist also noch ein bisschen größer geworden. Was gewinnst du 2015?

Ginter: (lacht) Das wird man dann sehen. Am besten was mit dem BVB, das ist natürlich klar. In den letzten Monaten und Jahren ist schon sehr, sehr viel passiert. Vor allem Positives. Gerade im Fußball kann es aber schnell in beide Richtungen gehen, also muss man immer darauf gefasst und vorbereitet sein, dass auch mal schlechtere Zeiten kommen. Von daher fällt es mir relativ leicht, klar zu bleiben, nicht mit dem Träumen anzufangen. Ich weiß, dass es immer weiter gehen muss. Man ist sich bewusst, dass es auch anders gehen kann

Voller Einsatz im Supercupschwatzgelb.de: Wie war es, als du früher als BVB-Fan oder zumindest Sympathisant gegen den BVB gespielt hast? Waren das immer besondere Spiele für dich; ist es schwieriger das auszublenden oder ist man Profi genug um zu sagen: "Okay, das ist jetzt eben mein Gegner...?“

Ginter: Nein, in gewisse Weise war es schon etwas Besonderes. Gerade die Auswärtsspiele. Aber wenn man dann auf dem Platz steht und das Spiel angefangen hat, hat man sich gefühlt wie in jedem anderen Spiel auch. Nur das Drumherum ist eben etwas anderes als bei einem anderen Auswärtsspiel. Klar wollte ich auch immer gegen Dortmund gewinnen, das hat aber leider nicht geklappt (lacht).

schwatzgelb.de: Du hast dich im Sommer relativ schnell entschieden, zum BVB zu kommen. Wie war es für dich, als du zum ersten Mal davon erfahren hast, dass der Verein an dir interessiert ist?

Ginter: Ja gut, das Interesse gab es auch früher schon, also vor ein, zwei Jahren. Es hat mich damals natürlich sehr gefreut, ich habe mich aber voll auf die Spiele und das Training in Freiburg konzentriert. Dann ging es um den Zeitpunkt des Wechsels und in diesem Sommer bot sich schließlich die Möglichkeit. Da wollte ich mir nicht von anderen Vereinen reinquatschen lassen, sondern wollte von Anfang an hier hin.

schwatzgelb.de: Das heißt, andere Vereine haben dann auch nie eine ernste Rolle für dich gespielt?

Ginter: Genau.

„Natürlich wollte ich früher auch gegen den BVB gewinnen.“

schwatzgelb.de: Es gab im Sommer dann noch einige Unklarheiten, was den Wechsel angeht. Zum Beispiel, ob es jetzt in diesem Jahr schon klappt oder erst im nächsten. Wie hast du das alles erlebt? Du warst in der Zeit schließlich bei der WM in Brasilien.

Ginter: Ich muss ehrlich sagen, dass ich das alles gar nicht so genau mitbekommen habe. Klar, ich habe die wichtigen Dinge nicht aus der Öffentlichkeit, sondern aus meinem privaten Umfeld erfahren. Aber ich habe mich auf die WM konzentriert und war mit dem Kopf bei der Weltmeisterschaft. Trotzdem war ich immer überzeugt, dass es mit dem Wechsel klappt, egal was da in der Presse geschrieben wurde. Ich war eigentlich immer positiv gestimmt.

schwatzg>elb.de: War der Wechsel von Freiburg nach Dortmund für dich dann eine Art Kulturschock?

Matze Ginter im Interview mit sg.deGinter: Ja gut, das Wetter hier in Dortmund ist schon ein bisschen was anderes (lacht). Es ist natürlich alles viel größer. In Freiburg gibt es viel Natur, alles ist sehr schön und vor allem auch ruhig. Man kann dort sehr gut entspannen. Hier geht es ein bisschen lebendiger zu. Mit gefällt beides gut und ich kann damit umgehen, von daher ist das außerhalb des Platzes kein Problem. Aber auch in der Mannschaft sind wie schon in Freiburg eigentlich alle Supertypen. Alle sind total nett, ich wurde super aufgenommen. Es ist mir auch gar nicht schwer gefallen, mich zu integrieren bei diesem Drumherum, den ganzen Betreuern und Trainern. Ich fühle mich hier auf jeden Fall sehr wohl.

schwatzgelb.de: Du bist in Freiburg geboren, hast in der Jugend in der Nähe und später auch beim Sportclub gespielt. Jetzt der Wechsel nach Dortmund, ein paar 100 Kilometer weg, in eine völlig neue Stadt. Ein großer Schritt für dich?

Ginter: Ja. Ich habe vorher auch noch daheim gewohnt. Natürlich ist das was anderes. Meine ganze Familie, Freunde und Verwandte sind alle aus Freiburg und hier wohne ich eben alleine. Aber das gehört eben auch dazu, wenn man sich weiter entwickeln will: Auch mit sich selbst zurecht zu kommen und ein Stück weit eigenständig zu werden. Ich glaube, früher oder später wäre ich sowieso ausgezogen. Von daher wird es sicher nicht schaden, das jetzt schon mit 20 Jahren gemacht zu haben.

schwatzgelb.de: Bei der WM warst du mit Kevin Großkreutz in einem der Bungalows. Hat er dir da schon BVB-Lieder beigebracht, wie er das bei Neuzugängen ganz gerne macht?

Ginter: (lacht) Nein. Wir haben natürlich mit den anderen auch ein bisschen geflachst, wann es denn soweit ist und solche Sachen, aber Dortmund-Lieder haben wir nicht gesungen.

schwatzgelb.de: Du kanntest durch die Nationalmannschaft schon einige Dortmunder Spieler. Hat dir das den Einstieg beim BVB erleichtert?

Ginter: Ja, schon ein Stück weit. Aber ich kenne natürlich auch sehr viele junge Spieler von früher. Jonas Hofmann (bis zum Ende der Saison auf Leihbasis zum FSV Mainz 05, Anm. d. Red.) und Erik Durm zum Beispiel. Wenn man schon Spieler kennt, ist es doch um einiges leichter, als ganz neu in einer Mannschaft zu sein.

„Jeder Innenverteidiger wird gebraucht und jeder wird Einsätze bekommen.“

schwatzgelb.de: Auf dem Platz hast du jetzt mit Mats Hummels einen weiteren Weltmeister als direkten Konkurrenten auf deiner Position, mit Sokratis einen weiteren WM-Teilnehmer. Neven Subotic ist ebenfalls ein gestandener Spieler, auch wenn er lange verletzt war. Wie gehst du mit dieser neuen Konkurrenzsituation um?

Blumen für die WeltmeisterGinter: Ich glaube, in jedem Topverein in Europa gibt es mindestens zwei, wenn nicht sogar drei Innenverteidiger. Wir verstehen uns super, ich komme mit allen dreien sehr gut klar. Ich kann von ihnen noch wahnsinnig viel lernen und mich weiter entwickeln, in jedem Training. Auch in den Spielen – und ich glaube, wir werden sehr viele Spiele in dieser Saison haben - da wird jeder gebraucht und jeder wird Einsätze bekommen.

schwatzgelb.de: In Freiburg hättest du deinen Stammplatz vermutlich sicher gehabt, zumal als Nationalspieler. Hier in Dortmund ist die Situation ein bisschen anders, das wirst du dir vermutlich gut überlegt haben. Ein ganz schönes Risiko.

Ginter: Ich habe hier in den letzten Wochen schon so viel gelernt. Es kommt immer drauf an, mit wem man zusammen spielt und wie das Niveau im Training ist. Ich versuche einfach immer mein Bestes zu geben. In jedem Training und in jedem Spiel. Dann wird man sehen, wie der Trainer aufstellt.

schwatzgelb.de: Hast du ein Beispiel dafür, was hier anders ist als in Freiburg? Zum Beispiel im Hinblick auf das Training?

Ginter: Natürlich das Tempo. Das bin ich aus der Nationalmannschaft aber schon ein bisschen gewohnt. Es ist auch eine Umstellung, wenn man mit der Philosophie von Freiburg trainiert und dann von der Nationalmannschaft eingeladen wird. Ich habe versucht, mich relativ schnell in diesen Bereichen zu verbessern und wollte in diesem Sommer dann den nächsten Schritt machen, um auch mittelfristig auf diesem Niveau mithalten zu können.

schwatzgelb.de: Wenn du dir im Hinblick auf das Sportliche die komplette Saison ausmalen könntest, wie würde sie aussehen?

Ginter: (lacht) So erfolgreich wie möglich. Verletzungsfrei auf jeden Fall. Gesund zu bleiben ist das Wichtigste. Ansonsten will ich natürlich so viele Spiele wie möglich gewinnen, deswegen spielt man auch Fußball. Was dann am Ende dabei rausspringt, wird man dann sehen. Ich möchte mich hier einfinden, so viele Spiele wie möglich machen und die dann auch gewinnen.

„Champions League zu spielen, war immer eins meiner Ziele.“

schwatzgelb.de: Wäre es das i-Tüpfelchen auf deiner Saison, wenn du auf dem Platz stehst und die Champions League-Hymne gespielt wird?

Ginter: Ja, das sowieso. Die Champions League ist natürlich immer eins meiner Ziele gewesen. Das wollte ich auch im Sommer unbedingt erreichen und dann ergab sich eben die Möglichkeit dazu. Es hat dann zum Gesamtpaket Borussia Dortmund gepasst, hier auch international spielen und dadurch sehr viel Erfahrung sammeln zu können.

schwatzgelb.de: Du hattest am Anfang angesprochen, dass du ursprünglich eine offensivere Rolle im Mittelfeld eingenommen hast. Jetzt bist du hier eigentlich als Innenverteidiger eingeplant, kannst aber nach wie vor im Mittelfeld spielen. Hast du die Rolle als Verteidiger mittlerweile komplett verinnerlicht?

Borusse im Herzen schon seit 2002Ginter: Ich habe in den letzten Jahren sehr oft Innenverteidiger gespielt und mich auf dieser Position sehr wohl gefühlt. Aber wenn auf der Sechs oder im Mittelfeld irgendjemand verletzt oder gesperrt war, habe ich da auch gerne gespielt. Ich spiele einfach da, wo der Trainer mich aufstellt und gebe mein Bestes, egal wo das ist. Ich glaube auch, dass die beiden Positionen sich nicht so arg unterscheiden, gerade weil sie auch zentral im Defensivbereich sind. Von daher spiele ich beides ganz gern.

schwatzgelb.de: Du hast beim BVB in Jürgen Klopp auch einen neuen Trainer. Ein Mann, der sich sehr gut ausdrücken kann und sehr gut bei den Fans ankommt. Der sympathisch ist, aber auch immer mal wieder seine Spieler im Training ein bisschen foppt, auf den Arm nimmt, ein bisschen derbere Worte findet... Wie gehst du damit um und wie sind deine ersten Erfahrungen mit dem Typen Jürgen Klopp?

Ginter: Es fällt mir eigentlich relativ leicht, damit umzugehen, weil ich ja jetzt auch ein paar Jahre mit Christian Streich hatte (lacht). Beide sind sich sehr ähnlich; ich bin es gewohnt, mit emotionalen Trainern zusammenzuarbeiten. Ich mache mir da auch keine Gedanken, wenn er mal einen Spaß macht, das gehört auch dazu.

schwatzgelb.de: Wie war die Perspektive, die dir in Gesprächen mit dem Trainer und den dazugehörigen Leuten hier eröffnet wurden?

Ginter: Sehr gut natürlich. Borussia Dortmund ist mit Bayern München das Maß der Dinge in Deutschland. Klar rücken jetzt auch andere Mannschaften nach wie Wolfsburg, Leverkusen und Schalke, die gut aufgerüstet haben. Ich glaube aber, die Perspektive hier ist sehr gut. Es gibt viele junge gute Spieler und auch die Mannschaft, fast alle sind unter 30 – da kann noch sehr viel zusammenwachsen. Sie waren ja auch vor zwei Jahren erfolgreich. Ich bin selbst noch jung und habe für sehr lange Zeit unterschrieben, von daher passt das alles.

schwatzgelb.de: Es gab hier in Dortmund auch öfter Spieler, die dann die Seiten gewechselt haben, zum Beispiel zu den Bayern. Es wird gerade auch viel über Marco Reus diskutiert, ohne dass wir das hier vertiefen möchten. Aber du hast dich uneingeschränkt an den BVB gebunden für deine nächsten Karrierejahre…

Ginter: (lacht) Ja, ich habe nicht vor, zu wechseln.

schwatzgelb: Das ist doch ein schönes Schlusswort. Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg in den kommenden Jahren!

goldkind, Vanni & Web, 22. September 2014

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