Warmlaufen

Entscheidend is auf’m Platz!

27.09.2013, 19:09 Uhr von:  Redaktion

Seit dem Spiel in Neapel könnte man meinen Fußball bestehe nur noch aus Nebenschauplätzen. Journaille aus Boulevard und sogenannten seriösen Medien möchten Jürgen Klopp lieber in Therapie schicken, als über das Spiel gegen Nürnberg berichten. Den Einzug ins Achtelfinale des DFB Pokales hat konsequenterweise auch keine Sau interessiert, weil Herr Lewandowski mal wieder ganz skandalös und überraschend den Wechsel zum FC Bayern kund tat, um einen Tag später erschrocken sämtliche genaueren Details zurückzunehmen. Stattdessen heißt es nun, ja, er wird wechseln, wohin muss man dann im Frühjahr sehen. In welchem dunklen Erdloch muss man die letzten Monate verbracht haben, dass einen dieses Thema noch irgendwie von den Socken haut?! Jeder weiß was zur kommenden Spielzeit passieren wird und längst eingetütet ist. Es ist schon bedauerlich, dass der BVB und sein Personal sonst keine Angriffsfläche bietet, weswegen mit ollen Kamellen Schlagzeilen gemacht werden müssen.

Und während Klopp sich mit Dr. Jekyll und Mr. Hyde Vergleichen rumschlägt, wird gleichzeitig im Pausengespräch bei Sport1 (St. Pauli gegen Düsseldorf) „Als Stürmer musst halt auch mal nen Arsch sein und dich fallenlassen“ gefordert. Ich glaub, ich bin im falschen Film. Auf der einen Seite mit der moralinsauren Keule um sich schlagen, nur weil jemand beim aus der Haut fahren nicht wie Schwiegermuttis Liebling aussieht, anderswo aber beim „Fairplay“ glatt mal rummeckern oder nach einem „echten“ Kerl verlangen.

Aber jetzt ist erstmal Fußball. Also so richtig. Mit Rasen und Ball und 22 Spielern und Zuschauern und überhaupt!

Der SC Freiburg ist zu Gast im schönsten Stadion der Welt. Auf dem Papier sehen die Breisgauer nicht wie die schönste Braut aus. Mit drei mageren Pünktchen auf dem vorletzten Tabellenplatz, sollte es theoretisch für den BVB ein leichtes sein die drei Punkte einzufahren. Allerdings kommt Freiburg mit dem Glücksgefühl des DFB Pokal Achtelfinaleinzuges gegen den VFB Stuttgart nach Dortmund und hat am vierten Spieltag den Bayern immerhin einen Punkt abgerungen. Wir Fans täten gut daran, Freiburg nicht als Selbstläufer abzutun. Zumal auch der BVB an ein paar Baustellen zu knabbern hat. Mit fünf Siegen und einem Unentschieden steht man in der Tabelle zwar auf Platz 1, aber Verletzungssorgen und einige noch nicht ineinander fassende Rädchen machten es bisher schwer den BVB abschließend einzuschätzen.

Wir brauchen momentan offensichtlich zu viele Chancen, um den Ball ins Tor zu kriegen. Im Spiel gegen 1860 München hat das gar zu einer Verlängerung geführt. Hinzu kommt unsere Anfälligkeit bei Standardsituationen und gleichermaßen unsere eigene Ungefährlichkeit, wenn es um die Ausführung eigener Ecken geht. Jetzt wo bis auf Kehl, Gündogan und Piszczek alle Mann wieder an Bord sind, hat Klopp mehr Möglichkeiten, auch wenn er wie er selbst sagt, wieder etwas rotieren wird. Im Hinblick auf das Spiel am kommenden Dienstag gegen Marseille wird Klopp allerdings sicher annähernd seine Stammelf auf den Platz bringen um Automatismen zu verfestigen.

Apropos Marseille. Unser Trainer wurde für das Spiel gesperrt und wird es von der Tribüne aus ansehen müssen. Da man sich darauf diesmal vorbereiten kann, wird die Mannschaft hoffentlich das Gesicht zeigen, welches man von ihr in der CL mittlerweile gewohnt ist. Bis dahin gilt allerdings erstmal Leidenschaft und Entschlossenheit gegen Freiburg zu zeigen, denn Samstag ist Bundesliga, falls ihr es vor lauter Klatschpresse vergessen haben solltet.

So könnten sie spielen:

BVB: Weidenfeller - Großkreutz, Subotic, Hummels, Schmelzer (Durm) - Bender, Sahin - Blaszczykowski, Mkhitaryan, Aubameyan– Lewandowski
auf der Bank: Langerak – Kirch – Günter,Durm – Sokratis, Reus, Hofmann, Ducksch, Schieber

SC Freiburg: Baumann - Sorg, Diagne, Ginter, Günter - Fernandes, Schuster - Schmid, Kerk - Freis, Hanke
Auf der Bank: Batz - Coquelin, Guedé, Höfler, Höhn, Jullien, Klaus, Krmas, Mehmedi, Zuck

Schiedsrichter: Markus Schmidt

Steffi, 27.9.2013

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