Warmlaufen

Als Löwenbändiger in die nächste Runde

23.09.2013, 19:23 Uhr von:  Redaktion

Das 1:1 beim FCN war für manchen nicht genugWas wurde nach dem 1:1 in Nürnberg am Samstag schon wieder gemeckert... Schnell war wieder auf den verschiedensten Seiten im Internet zu lesen, dass man zwei Punkte verschenkt habe, weil zu viel rotiert wurde, dass es doch genau diese Spiele waren, die in der letzten Saison dafür verantwortlich waren, dass der FC Bayern München einsam seine Kreise an der Spitze der Bundesliga zog. Und überhaupt könne es ja nicht angehen, bei einem Abstiegskandidaten wie dem FCN nur einen Punkt zu holen. Schließlich war da ja auch noch das Champions League Spiel, das mit 2:1 in Neapel verloren ging. Und so wurden die letzten beiden Auftritte der Borussia in manchen Betrachter-Augen schon fast zu einer Art Mini-Krise, aus der es sich nun zu retten gilt. Und das ausgerechnet auch noch auswärts in München. Gott sei Dank heißt der Gegner "nur" 1860...

Mal ernsthaft: Sicherlich hätte man sich als Borusse mehr gewünscht als eine Niederlage in Neapel und ein Remis in Nürnberg. Hinter Hummels' Einsatz steht noch ein FragezeichenMan darf neben den bloßen Ergebnissen aber auch gerne mal mehr betrachten und schauen, wie diese Ergebnisse zustande gekommen sind. In Neapel – da sind sich die meisten ja sogar einig – lief alles gegen die Schwatzgelben, was gegen sie laufen konnte. Trainer auf der Tribüne, Abwehrchef verletzt, der Torwart sieht rot... Ein solches Spiel passiert (hoffentlich) einmal alle paar Jubeljahre und lässt wenig Aussagekraft über die aktuelle Form oder die Hoffnungen für die Zukunft zurück. Und das Spiel in Nürnberg lief nun auch nicht unbedingt optimal, mussten zur Pause (beim Stand von 1:0) doch immerhin auch Marcel Schmelzer und Marco Reus das Feld verletzungsbedingt verlassen. Nun steht da noch der Vorwurf über zu viel Rotation im Raum, den der Schreiberling dieser Zeilen aber auch nicht unbedingt teilen kann. Spielt man im Rhythmus Mittwoch – Samstag – Dienstag, ist es vielleicht gar nicht so dumm, mal so manchem Spieler eine Pause zu gönnen und stattdessen jungen Kräften wie Ducksch oder Durm mal die Spielzeit zu geben. Und gerade aktuell kann man sich nun wirklich nicht mehr viele zusätzliche Verletzte erlauben. Dazu kommt dann die Tatsache, dass man ein Bundesliga-Spiel wie das in Nürnberg noch durch 33 andere Spiele ausgleichen kann, beim DFB-Pokal oder der Champions League ist das schon nicht mehr ganz so einfach. Soll heißen: man kann auch mal mit diesem Punkt leben und muss nicht direkt wieder alles hinterfragen. Überhaupt wirkt es grotesk, diese Zeilen überhaupt zu verfassen, da man immer noch als Spitzenreiter die Bundesliga anführt. Aber um die Bundesliga geht es nun auch nicht, vielmehr um das nächste Aufeinandertreffen mit den Münchener Löwen.

Schmelzer traf in Nürnberg, musste dann aber rausDie wohl wichtigste Frage ist aktuell die nach dem zur Verfügung stehenden Personal. Die dazugehörige Antwort ist jedoch leider wenig zufriedenstellend. Hinter Mats Hummels, Marcel Schmelzer und Marco Reus stehen noch Fragezeichen, auszuschließen sind ihre Einsätze aber wohl nicht. Dafür kann man wohl davon ausgehen, dass Henrikh Mkhitaryan, Nuri Sahin und Robert Lewandowski wieder in der Startformation stehen werden. Und dann würde es ja auch gar nicht so schlecht aussehen, könnte man auch Marco Reus (beispielsweise mit Kuba oder Aubameyang) oder Mats Hummels (mit Sokratis) noch ziemlich ordentlich ersetzen. Zusätzlich fehlen natürlich noch die Langzeitverletzten Gündogan, Piszczek und Kehl. Auf Seiten der Münchner ist Vallori gesperrt, Bierofka fehlt nach einer Außenband-Operation. Vor dem Gegner sollte man aber gewarnt sein. Wie Jürgen Klopp schon auf der Pressekonferenz zum Spiel verlauten ließ, haben die 60iger durchaus den Wunsch, mal wieder in der Bundesliga zu spielen und stehen in der laufenden Saison mit 13 Punkten aus acht Spielen und Platz 5 in Liga 2 auch gar nicht schlecht dar. Und wenn man mal um den häufig in München herrschenden Irrsinn rund um Investoren, Scheichs und Co. absieht, verbirgt sich hinter der angekratzten Fassade doch immer noch eine Elf, die durchaus in der Lage ist, Fußball zu spielen und bei der auch einige Spieler über Bundesliga-Erfahrung verfügen. Ob nun Schlabberhosen-Kiraly, Benjamin Lauth, Rob Friend oder Moritz Stoppelkamp... Um Laufkundschaft handelt es sich bei den Münchnern, die die 2. Runde durch ein Elfmeterschießen in Heidenheim erreichten, keinesfalls. Noch dazu kommt sicherlich eine gewisse Motivationsspritze, da das Stadion mit dem Sponsoren-Namen zum ersten Mal seit langer Zeit wieder bei einem Spiel der Löwen ausverkauft sein wird. 71.000 Zuschauer freuen sich auf die Borussia, vielleicht auch auf das Oktoberfest, aber sicherlich auf Fußball.

Auch Reus Einsatz ist noch fraglichAuch die nächste Woche sieht wohl aus schwatzgelber Fansicht recht deutlich aus. Auswärtsspiel bei 1860, das sollte die nächste Runde im DFB-Pokal werden. Dann Heimspiel im Westfalenstadion gegen den SC Freiburg, auch da sollten ja wohl wieder drei Punkte rausspringen. Klar, diese Erwartungshaltung kommt nicht von ungefähr und ist sicherlich auch nicht gänzlich unbegründet, aber man sollte sich eben auch vor der nächsten anstehenden englischen Woche vor Augen halten, dass nur ganz, ganz wenige Sachen im Fußball wirkliche Selbstläufer oder gar selbstverständlich sind. Auch 1860 und der SCF wollen erst einmal geschlagen werden, der BVB hat sicherlich alle Möglichkeiten dafür, doch ein wenig sensibilisiert sollte man dann eben schon sein. Am Besten ist es doch sowieso, wenn man – um mal an den letzten Vorbericht von Kollege Scherben anzuknüpfen – die kulinarische Reise nach Bayern nun auch erst einmal mit einem Weißbier und passender –wurst begrüßt und den BVB einfach mal machen lässt. Dann wird am Ende auch wieder alles gut, ohne neue Gründe zum Meckern oder Unzufriedenheit. Anstoß ist übrigens bereits um 19 Uhr, die Daheimgebliebenen sollten unter Umständen also schnell von der Arbeit nach Hause düsen.

Voraussichtliche Aufstellungen

1860 München: Kiraly - Volz, Bülow, Schindler, Wojtkowiak - Y. Stark, Wannenwetsch - Stoppelkamp, Adlung - Friend, Lauth
Trainer: Funkel

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Subotic, Hummels, Schmelzer - Sahin, S. Bender - Blaszczykowski, H. Mkhitaryan, Reus - Lewandowski
Trainer: Klopp

Schiedsrichter: Weiner (Giesen)

Stadion: Allianz-Arena München, mit 71.000 Zuschauern ausverkauft

Vanni, 23.09.2013

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