Warmlaufen

Schwarz-gelb-blaue Heimpremiere gegen Braunschweig

17.08.2013, 16:40 Uhr von:  Redaktion

Die Gelbe WandEndlich wieder Fußball im Westfalenstadion. Beim ersten Heimspiel dieser jungen Saison empfängt unsere Borussia am Sonntag Eintracht Braunschweig. Der Neuling wird mit mindestens 7.000 Blau-Gelben in die Bierhauptstadt reisen. Freuen wir uns also auf einen stimmungsvollen Nachmittag im frisch renovierten Tempel.

Die Erinnerungen an unser letztes Aufeinandertreffen mit den Niedersachsen dürften fast so blass sein wie ein staubiges Fotoalbum von Omas Dachboden. Unser Trainer hieß damals, im August 2005, Bert van Marwijk und Spieler wie Philipp Degen, Christoph Metzelder und David Odonkor setzten die gute alte Dortmunder Tradition fort, regelmäßig in der ersten Pokalrunde gegen unterklassige Gegner rauszufliegen. An jenem Abend mit 1:2 im Eintracht-Stadion. Ein Spiel aus einer anderen Zeit.

Bild vom Pokalspiel bei Eintracht Braunschweig 2005Mittlerweile steht Jürgen Klopp an der Seitenlinie und der BVB meistert die Auftaktspiele im Pokal wieder recht souverän, wenn auch mühevoll. Auch bei der Eintracht hat sich einiges getan. Unter dem jungen Trainer Torsten Lieberknecht gelang binnen fünf Jahren und trotz finanzieller Zwänge der Aufstieg von der Regionalliga Nord in die Bundesliga. Das erste Spiel im Oberhaus seit 28 Jahren verlor man am Samstag denkbar knapp und unglücklich mit 0:1 gegen Werder Bremen. Böse Zungen prophezeiten den Braunschweigern bereits vor der Saison ein ähnliches Schicksal wie zuletzt Greuther Fürth.

Kumbela und Dogan fallen aus

Das Bundesliga-Gründungsmitglied geht natürlich mit dem Ziel des Klassenerhalts in die Saison. Über nennenswerte Erfahrung im Oberhaus verfügen allerdings nur der Ex-Freiburger Dennis Kruppke, Marco Caligiuri und Torsten Oehrl. Letztere sind die beiden wohl bekanntesten Neuzugänge der Eintracht, die ihren Kader nach dem Aufstieg weitestgehend zusammenhalten konnte und auf eine eingespielte Truppe setzt. Caligiuri kickte drei Jahre lang bei Mainz 05, Oehrl kam vom FC Augsburg und kennt sich bestens mit dem Abstiegskampf aus. Der ein oder andere Dortmunder erinnert sich vielleicht noch an Damir Vrancic, der in der Saison 2008/09 für unsere Zweitvertretung die Fußballschuhe schnürte und nun bei der BTSV spielt.

Nuri Sahin gegen AugsburgLieberknecht muss am Sonntag ausgerechnet Deniz Dogan, Kopf der Innenverteidigung, und Zweitliga-Torschützenkönig Domi Kumbela ersetzen. Trotzdem sollten unsere Jungs die Gäste nicht unterschätzen. Das Spiel gegen Bremen hätte aufgrund der zahlreichen späteren Eintracht-Chancen nach vorsichtigem Beginn durchaus auch andersrum ausgehen können. Gegen Werder war man sehr auf Absicherung bedacht, trat mit einer defensiven Dreierkette vor der Verteidigung an und lauerte lange auf Konter. Wahrscheinlich, dass Lieberknecht seine Elf am Sonntag mit ähnlicher Ausrichtung aufs Feld schickt.

Probleme mit Nazis ein Braunschweiger Fanszene

Begleitet wird sie dabei von mindestens 7.000 Anhängern. Eine Anzahl, die das Fanaufkommen von so manch grauem Erstligisten übersteigt. Weitere 1.000 Karten für den Gästebereich kann man am Sonntag noch an der Tageskasse erwerben. Wenn die Reiselust der Eintracht-Anhänger anhält, darf sich die Bundesliga auf bunte und stimmungsvolle Auftritte der Braunschweiger Fanszene freuen. Eine Fanszene, die zuletzt leider auch Probleme mit Nazis im Vereinsumfeld hatte. Die Braunschweiger „Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen“ veröffentlichte im Oktober eine 80-seitige Broschüre über Neonazi-Aktivitäten rund um Eintracht Braunschweig. Darin wirft sie dem Verein unter anderem vor, Ordner mit rechter Gesinnung einzusetzen und die Probleme mit rechtsextremen Fans lange Zeit unter den Teppich gekehrt zu haben.

Innerhalb der Braunschweiger Fanszene gab es wiederum Kritik an dieser Initiative, die sich personell mit der kleinen, sich als antifaschistisch verstehenden Gruppe „Ultras Braunschweig“ überschneidet. Viele teilen die Meinung der Initiative nicht, der Versuch, den gesellschaftlichen Raum des Stadions als unpolitisch zu verkaufen, führe dazu, dass Nazis dort ungestört agieren könnten, und relativieren die Vorwürfe. Der Konflikt wurde vor allem im Herbst letzten Jahres öffentlich über verschiedene Medien ausgetragen. Im Oktober räumte der Eintracht-Vorsänger, ein Kritiker der „Initiative rechter (Hooligan-)Strukturen“, in einem 11Freunde-Interview ein, es gebe Gruppen mit rechten Tendenzen. Aber: „Wir stören uns nicht daran, solange diese Leute uns nichts tun.“

Im Rahmen der Aufstiegsfeierlichkeiten im Mai soll es erneut zu verbalen und körperlichen Übergriffen von Rechten gekommen sein. Unabhängig davon setzte Eintracht Braunschweig ein kleines Zeichen, indem sie dem NPD-Vorsitzenden Holger Apfel, der sich immer wieder bei Spielen der Eintracht zeigte, ein Stadionverbot erteilte.

Ilkay Gündogan gegen HoffenheimWer ersetzt Gündogan?

Bleibt die Frage zu klären, welche elf Schwatzgelben von Jürgen Klopp in die Startaufstellung geschickt werden. Der Ausfall von Ilkay Gündogan zwingt ihn zu mindestens einer Änderung im Vergleich zum erfolgreichen Auftakt gegen den FC Augsburg. Am wahrscheinlichsten scheint die Variante, in der Marco Reus auf die Zehn und Kuba zurück auf den rechten Flügel rückt. Der vielseitige Pierre-Emerick Aubameyang könnte dann auf links wirbeln. Für Neuzugang Henrikh Mkhitaryan reicht es nach vier Wochen verletzungsbedingter Abstinenz immerhin zu einem Platz auf der Bank.

Auf ein lautstarkes und farbenfrohes Wiedersehen im Westfalenstadion!

Hinweise zur Einlasssituation / Sammelaktion für Jacobi-Filmprojekt

Aufgrund der Umbauarbeiten auf dem Stadionvorplatz im Norden, weist der BVB darauf hin, dass es am Sonntag zu einem Engpass an den eingeschränkt geöffneten Eingängen der Nordwestecke kommen kann und vermutlich auch wird. Bitte berücksichtigt das bei eurer Anreise und plant mehr Zeit für den Einlass ein.

Poster, das es für eine Becherspende gibtUnd noch etwas Wichtiges: Zu Gunsten des Filmprojekts „Franz Jacobi – Am Borsigplatz geboren“ führt die Fanabteilung gemeinsam mit den Ultras-Gruppierungen eine Sammelaktion durch. Jeder BVB-Fan hat die Möglichkeit, seinen Pfandbecher an speziell gekennzeichneten Sammelstationen unter allen Tribünen abzugeben. Als Dank gibt es ein exklusiv gestaltetes Poster zur Geschichte des BVB.

Voraussichtliche Aufstellungen

BVB: Weidenfeller - Großkreutz, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Sahin - Blaszczykowski, Reus, Aubameyang - Lewandowski. Auf der Bank: Langerak - Kirch, Durm, Sokratis, Mkhitaryan, Hofmann, Kehl, Ducksch, Schieber. Es fehlen: Gündogan, Piszczek.

Braunschweig: Petkovic - Elabdellaoui, Bicakcic, Correia, Reichel - Theuerkauf - Kruppke, Kratz, Caligiuri, Boland - Jackson. Auf der Bank: Davari - Kessel, Perthel, Washausen, Erwig-Drüppel, Hochscheidt, Kluft, Pfitzner, Vrancic, Ademi, Korte, Oehrl. Es fehlen: Dogan, Henn, Erwig-Drüppel, Kumbela. (Quelle: bvb.de)

Malte S., 17.08.2013

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