Warmlaufen

Menno, schon wieder ein Heimspiel

15.02.2013, 20:20 Uhr von:  Redaktion

Szene aus dem Hinspiel: Marco Reus bejubelt seinen Treffer zum 0:1… und trotzdem darf das keinem in schwarz und gelb Schweißperlen auf die Stirn treiben. Oder anders formuliert: Der Gedanke an ein Heimspiel der Borussia sollte einhergehen mit kunterbunten Assoziationen der Marke „Angriffsfußball“, „Dominanz“, „Offensivpower“ und „Heimnimbus“. Einwände? Ok, die Heimbilanz der Spielzeit 12/13 liest sich zugegebenermaßen relativ bescheiden – hat man im Hinterkopf, dass es sich um den Doublesieger handelt – und dennoch war daheim ja bisher nicht alles schlecht. Fünf Siege aus zehn Spielen, mit dieser Quote wäre Thomas Doll vielleicht heute noch immer derjenige Coach des Ballspielvereins ohne jeglichen Titel aber mit einem Briefkopf voller wütend lustiger Zitate. Nebenbei erwähnt, die beiden letzten Spielzeiten gingen auch nicht ganz ohne Heimniederlagen und unnötige Punktverluste über die Bühne.

Nach der bitteren, weil irgendwie ja auch verdienten Pleite gegen den HSV am letzten Wochenende, war es ganz hilfreich am Mittwoch weiterzumachen – kein Blick zurück, sondern der Zukunft entgegen sozusagen. Und Samstag geht es direkt weiter mit eben jener. Bundesliga, Champions League, Bundesliga, Pokal etc. Man kennt das ja. Hinten sind die Schweine fett und so. Morgen geht also das Flutlicht im Westfalenstadion an. Jahreszeiten bedingt, aber auch, weil 18.30 Uhr schon etwas später ist und die Nacht vor den Stadiontoren wartet. Ausverkauftes Haus und zu Gast ein über allen Erwartungen spielender Aufsteiger. Alle Zutaten für ein echtes Topspiel. Na klar klingt das jetzt pathetisch. Aber die Fakten stellen sich nunmal genau so dar. Die Eintracht hat momentan den vierten Tabellenplatz inne und liegt nur zwei Zähler hinter dem Meister/Pokalsieger – das sind wir.

Robert Lewandowski ist gegen Frankfurt gesperrtDamit ist die große Rahmengeschichte für die Partie ja eigentlich fast schon erzählt. Doch was wäre das große Ganze ohne die kleineren Storys, die sich rund um den Vergleich mit Frankfurt fast schon aufdrängen.

Was macht unsere Abwehr gegen Meier, Lakic und Co.?

Hummels hatte gegen den HSV und Donezk ungewohnte Schwächen offenbart. Vieles, was ihm sonst so problemlos vom Fuß und Kopf ging, wollte nicht so richtig klappen. Das Stellungsspiel sah das ein oder andere mal eher bescheiden aus. Vielleicht rückt Subotic ja wieder an die Seite von Hummels und kann Stabilität zurückbringen. Die Frankfurter jedenfalls reisen mit breiter Brust an und sind in der Angriffsreihe stark besetzt. Das Selbstbewusstsein des Aufsteigers kommt auch nicht von ungefähr, wenn man bedenkt, dass schon 38 Buden auf der Habenseite stehen und damit nur 09 weniger als beim Doublesieger. Zum Glück hat der Mats mit Selbstbewusstsein auch keine Probleme, nicht nur wegen des Ausgleichstreffers am Mittwoch, sondern auch, weil ihm in dieser (Champions League) Saison schon andere Stürmer gegenüber standen…

Wer spielt anstelle von Lewy?

Julian Schieber dürfte gegen die SGE in der Startelf stehenAuch wenn der Einspruch gegen die absurd hohe Sperre noch läuft, ist eins klar: Gegen Frankfurt kann die Nummer Eins der aktuellen Torjägerliste nicht mitwirken. Schieber ist als Ersatz eins zu eins auf dieser Position ebenso denkbar wie eine eher fliegende Rolle eines Marko Reus in vorderster Position. Klopp will sich in dieser Frage nicht in die Karten schauen lassen, wird aber die beste Lösung spätestens mit Anpfiff auf dem Platz präsentieren. Und ansonsten kann hier die Floskel „der Ausfall muss von allen gemeinsam kompensiert werden“ passende Anwendung finden…

Was passiert, wenn’s passiert?

Der, dessen Namen nicht genannt werden darf, hat wohl schon so manchem im Kopf herumgespukt. Heimfluch. Mein lieber Schwan, so weit kommt’s noch. Selbst wenn das Ding schon wieder nach hinten los geht, passiert erstmal nix weiter. Aber (der Zeigefinger in die Luft): Die Niederlage gegen Hamburg hat Spuren hinterlassen, in vielen Bereichen. Die Tabelle hat sich jedoch nicht großartig verändert, weil die Konkurrenz um die CL-Plätze ebenfalls patzte. Jetzt steht mit der Eintracht aber ein direkter Konkurrent auf dem Grün und kann/sollte/muss auf Distanz gehalten werden. Denn bei alle Vorfreude auf das Rückspiel gegen Donezk bleibt die oberste Priorität die direkte Quali zur Champions League. Und für dieses Unterfangen würden sich fünf Punkte Vorsprung auf Frankfurt doch besser lesen, als ein Punkt Rückstand. Zumal – bei allem Respekt vor den Auch die Südtribüne muss so langsam mal aufwachenwirklich tollen Leistungen des Gegners – ein Aufsteiger zum Meister fährt…

Die möglichen Aufstellungen

Ballspielverein 09: Weidenfeller - Schmelzer, Hummels, Subotic, Piszczek - Bender, Kehl, Götze, Reus, Blaszczykowski - Schieber

Eintracht Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Anderson, Oszipka - Schwegler, Rode, Meier, Aigler, Inui - Lakic

Schiedsrichter: Brych

Tim, 15.02.2013

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