Spielbericht Profis

Cerveza, Malakas, Fiesta

05.04.2013, 20:32 Uhr von:  Redaktion

Weder Enttäuschung noch Trauer nach AbpfiffBei Auswärtsspielen im Europapokal ist bei Borussia Dortmund Spaß garantiert. Rund 3000 Fans hatten sich auf den Weg nach Málaga begeben und erlebten eine rundum gute Fahrt. Weil die Flugpreise recht schnell astronomische Höhen erreicht hatten, ging es bei der Reiseplanung kreativ zu: Hinflüge über Oslo mit Rückflügen über Glasgow und Edinburgh, Flüge nach Tanger mit Fährübersetzung nach Algeciras, Zugfahrten aus der Schweiz über Barcelona bis nach Andalusien – Sparfüchse konnten eine Menge herausholen.

Die Eurokrise hatte Málaga wie allen spanischen Großstädten zugesetzt, dementsprechend freuten sich die Einheimischen über den Glamour der Champions League und die Abwechslung in ihrem Alltag. So fiel der Empfang in der Touristenhochburg durchweg freundlich aus und wussten die örtliche Lokalitäten von der ersten Minute mit fanfreundlichen Preisen zu begeistern („Precio Anticrisis“). Bier für zwei Euro mit kostenlosen Tapas oder einen halben Liter Fangetränk für einen Euro bei gleichzeitiger Bestellung eines Essens für ebenfalls einen Euro – was Gott in Frankreich will, wenn er es sich hier gut gehen lassen kann, weiß wohl niemand so genau. Erfreulicherweise wusste dafür die örtliche Polizei um die große Bedeutung des Tourismus für die Region und versaute niemandem seinen Aufenthalt – trotz deutlicher Präsenz und Schlagstöcken, an denen die Ummantelung erkennbar abgeschlagen war, gab es die gesamte Woche über keine nennenswerten Probleme.

Der Terrorwirt in actionNeben Entdeckungsreisen durch die Genussregionen der sechstgrößten Stadt Spaniens fanden sich mitgereiste Borussen auch bei den kulturellen Highlights Málagas ein. Rund um Pablo Picassos Geburtshaus, die maurische Festung Alcazaba und die Stierkampfarena La Malagueta ging es schwarzgelb zu, gleich mehrere Fans hatten sich statt Party für eine mehrtägige Fußball- und Kulturfahrt entschieden. Leider nicht ganz mitspielen wollte das Wetter, das für südspanische Verhältnisse doch sehr bescheiden ausfiel – wer schon mal die Badesachen eingepackt hatte, ließ sich von Nieselregen und schattigen 15 Grad allerdings nicht von Strandfußball und seinem Badeausflug ins Mittelmeer abhalten.

Zahlreiche Erlebnisberichte und Anekdoten wurden ausgetauscht, als die spanischen Nächte zum Tag gemacht wurden. In der Innenstadt hatte die Kneipe Pepa y Pepe für Borussiaanhänger die Maß Bier für 4,90 Euro im Angebot, im Be Happy gab es Cocktails für 3,50 Euro in verboten guten Mischungen und bei Urban Chupitos Schnaps für einen Euro. So wurde bis in die Morgenstunden getanzt, gesungen, geschunkelt und gefeiert, wurden Anklänge an die gute alte Zeit der Dortmunder Nudistenszene geweckt und einheimischen Schönheiten jenseits der 40 Tanzkarten überreicht. Soll ja keiner sagen können, dass man die Höflichkeit zuhause vergessen habe!

Doch widmen wir uns dem eigentlichen Anlass unseres Auftretens, dem Spiel der glorreichen Borussia aus Dortmund beim schillernden Málaga CF. Der spanische Verein, erst vor wenigen Jahren aus der sportlichen Versenkung und Zweitklassigkeit emporgestiegen, wurde mit Hilfe diverser Ölmillionen zu einem Toppverein aufgepeppelt. Auf Augenhöhe zu Real Madrid und dem FC Barcelona wollte man ankommen, um beide Vereine schon in wenigen Jahren hinter sich lassen zu können – bei solchen Aussagen war abzusehen, dass Scheich Abdullah Bin Nasser Al Thani nicht allzu viel Ahnung von europäischem Fußball zu haben schien und sich mit seinem Engagement ein wenig übernommen haben könnte. Es kam, wie es kommen musste: Nach gerade einmal zwei Jahren stieg Al Thani im Sommer 2012 aus, fehlten viele Millionen Euro und konnte der Club die Spielergehälter nicht mehr bezahlen. Mehrere Spieler kehrten dem Málaga CF den Rücken und hinterließen ein um wenige Stars wie Javier Saviola, Isco und Jérémy Toulalan angereichertes Sammelbecken abgehalfterter Stars, die wie Roque Santa Cruz oder Martin Demichelis ihre besten Zeiten schon lange hinter sich gelassen haben.

Der Gästeblock kontte durchaus überzeugenUnter Verweis auf die Financial Fairplay Regelung belohnte die UEFA das finanzielle Scheitern mit einer einmaligen Europokalsperre, welche bei der nächsten Europapokalqualifikation in den nächsten fünf Jahren greifen wird. Wenn man so will, handelte es sich bei unserem Gegner um einen Dead Man Walking – ohne Geld und Perspektive werden sich wohl all jene Spieler aus Málaga verabschieden, die noch bei einem anderen Verein unterkommen können. Andererseits erschien es auch vor diesem Hintergrund etwas deplatziert, von einem Freilos zu sprechen – wissend um die wichtigen Champions League Einnahmen dieser Saison war absehbar, dass die Spanier alles Verfügbare in die Waagschale werfen würden. So betonte Jürgen Klopp vor dem Spiel die herausragende Moral der Mannschaft, die trotz aller Querelen eine bärenstarke Champions League Saison gespielt und erst ein Spiel verloren hatte.

Große Diskussionen hatte es im Vorfeld über die Kartensituation gegeben. Die Entscheidung des BVB, die wenigen verfügbaren Karten nur an Donetskfahrer zu verkaufen, verärgerte so manchen Fan. Dass dennoch etwa doppelt so viele BVB-Fans im Stadion wie Tickets verfügbar waren, zeigte, dass der Vorverkauf über den Heimverein problemlos verlaufen war. Die extrem gute Stimmung im Gästeblock mit einer Mitmachquote von nahezu 100% bewies, dass die wenigen offiziell verfügbaren Karten genau die richtigen Fans erreicht hatten. Man darf Borussia Dortmund vor diesem Hintergrund beglückwünschen, eine gute und vor allem richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Frenke-Choreo auf der HintertortribüneDoch nicht nur die Dortmunder Fans waren in guter Verfassung. Vor Spielbeginn versank das Stadion in einem Meer aus hellblauen und weißen Papptafeln, wurden drei Blockfahnen gezeigt – auf der Haupttribüne, aus dem Hintertorbereich und aus dem Block der Malaka Hinchas in Nähe des Gästeblocks. Vor allem die letzte Blockfahne fiel mit einer überraschenden Liebe zum Detail aus, die man einer spanischen Fanszene im Vorfeld nicht wirklich zugetraut hatte. Die mangelhafte Koordination und fehlende thematische Abstimmung – alle drei Fahnen hatten inhaltlich nichts miteinander zu tun, das Ausrollen wirkte noch stümperhafter als beim Pokalspiel in München – ließ sich dabei auf die besondere Fansituation in Málaga zurückführen: Die großen Fangruppen scheinen sich nicht besonders gut zu verstehen und ihre gegenseitige Wertschätzung mit jedem Meter Entfernung zu steigern.

Dennoch wurde es rund um den Spielbeginn sehr laut – das ganze Stadion sang und begrüßte die Mannschaften mit einem ohrenbetäubenden Lärm. Diese Gesänge waren sehr beeindruckend, ebbten nach drei Minuten aber leider wieder ab und tauchten nur kurz vor der Halbzeit und in den letzten fünf Spielminuten wieder auf. Bei Dortmund gab es einen Riesenschock, weil einer bekannten Tageszeitung mit besonders gutem Sportteil zufolge gleich zwei Leistungsträger, Kuba und Blaszczykowski, ausfallen sollten. Für ihn rückte Kevin Großkreutz ins Team, Marcel Schmelzer konnte dank Gesichtsmaske ebenfalls von Beginn an mitwirken.

Detailverliebte Choreo der Malakas im OberrangUnter den lauten Anfeuerungsrufen und Augen des komplett hüpfenden Gästeblocks erlebten beide Mannschaften einen guten Start. Ohne besonderen Respekt vor dem Können des jeweiligen Gegenübers agierten sie mit großem Zug vor das gegnerische Tor. Die erste große Chance bot sich in der sechsten Minute Toulalan, aus kurzer Distanz ging der Ball ans rechte Außennetz. Nach etwa zehn Minuten hatte der BVB das Heft des Handelns an sich gerissen, agierte mit vielen guten Ideen und aggressivem Pressing.

Mario Götze, am Vortag noch beim Pinkeln im Stadion erwischt und der Beobachtung einiger Fans zufolge mit einem Spruchband als „Pis Schwein Gotze“ bedacht, und Schmelzer machten das Spiel in der eigenen Hälfte schnell. Als in der zehnten Minute umsanft von den Beinen gerissen wurde, zeigte der schwedische Schiedsrichter umgehend auf seine Uhr und dokumentierte, dass er Zeitspiel unter keinen Umständen zulassen wolle – in Spielen gegen spanische Mannschaften eine grundsätzlich wichtige Entscheidung, selbst wenn der Hinweis prophylaktischen Charakter hatte.

Gätze findet in Willy seinen LehrmeisterIn der 14. Minute kam es zur ersten von gleich mehreren hochkarätigen Chancen. Großkreutz mit hervorragender Übersicht spielte einen großartigen Pass aus der eigenen Hälfte und schickte Götze auf Reisen. Götze wiederum enteilte allen Gegenspielern und zog nach innen, ließ sich dabei aber so viel Zeit, dass sein Gegenspieler wieder heranrauschen konnte. Mit diesem im Nacken musste er sich für einen schnellen Abschluss entscheiden, zielte nicht sonderlich fest auf die linke untere Ecke und musste dann mit ansehen, wie Torwart Willy den Ball mühelos vom Tor hielt. Robert Lewandowski, mit einer Weltklasseleistung in der ersten Halbzeit, konnte den Ball nicht mehr erreichen – eine 100-prozentige Gelegenheit, die sicherlich das 1:0 hätte bringen müssen, aber zu arrogant und lässig verspielt wurde.

Drei Minuten später gab es den gelben Karton für Großkreutz nach einem Foul an Jesus Damez etwa 25 Meter vor der Dortmunder Grundlinie. Doch dieser Angriff sollte auf spanischer Seite der letzte für eine längere Zeit bleiben – denn Borussia drehte nun richtig auf. Der Ausgangspunkt war dabei bemerkenswert: Marco Reus, der ziemlich überspielt wirkte und dringend mal eine hochverdiente Pause bekommen sollte, wurde an der Mittellinie von Antunes gefoult – Gündogan pfiff auf diese Einladung und schnappte sich den Ball nach einem Sprung über Reus, marschierte geschickt durch die Reihen und spielte einen Riesenpass auf den abermals gut stehenden Götze, der den Ball alleine vor Willy stehend schon wieder nicht unterbringen konnte. Nach der Aktion sah Antunes die gelbe Karte, der Schiedsrichter hatte alles richtig gemacht und ein Paradebeispiel für eine gute Vorteilsauslegung gegeben.

Lewandowski gegen DemichelisEs folgte schwarzgelber Fußball zum Zungeschnalzen. Das wundervolle Kurzpassspiel aus der Champions League Gruppenphase feierte sein Auswärtscomeback, nach dem es in Donetsk noch ziemlich schmerzlich vermisst worden war. Über viele Stationen ging es hin und her, Ballstaffetten über drei, vier oder fünf Meter, denen Demichelis hilflos ausgeliefert war – wie ein Eimer starrte der Argentinier auf den Ball, nach links und nach rechts und wieder zurück, fand einen Meter vor der Strafraumlinie überhaupt kein Mittel gegen das schnelle Dortmunder Spiel. Ein Abseitstor von Großkreutz und eine Minute später das Auftauchen Reus vor Willy – den Spaniern wurde Angst und bange.

Erst in der 28. Minute gab es wieder ein andalusisches Befreiungssignal – Isco auf Toulalan, Roman Weidenfeller durfte seine Klasseform unter Beweis stellen und schon ging es weiter im Dortmunder Sturmlauf. Lewandowksi blieb trotz bestechenden Einsatzes vor dem Tor keine Gelegenheit zum Abschluss, doch der Pass auf den mitgeeilten Lukasz Piszczek gab den notwendigen Raum – wenige Meter vor dem Tor rauschte das Leder wieder in die Mitte, Großkreutz war bereit zum Einnetzen und hatte doch das Nachsehen, als ein spanisches Abwehrbein den Ball knapp am Pfosten vorbeilegte. Die folgende Ecke brachte nichts ein, war aber bezeichnend für den bisherigen Spielverlauf: Der Ball segelte herein, weit und breit war kein Schwarzgelber zu sehen und doch klärte ein Spanier den Ball mit einem wuchtigen Schuss ins Seitenaus. Sie hatten viel erwartet und über die Dortmunder Spielweise gehört, doch sie hatten nicht erwartet, dass es so hart und unangenehm sein könnte, gegen unseren BVB zu spielen.

Götze und Großkreutz vereintDas aber hielt unsere Jungs nicht davon ab, immer wieder den Turbo einzulegen – Lewandowski hatte sich wieder einmal als zu schnell für die andalusische Abwehr erwiesen, Weligton blieb nichts als ein Foul kurz vor der Strafraumgrenze – Reus und Götze standen für den folgenden Freistoß bereit, doch wieder einmal gab es kein zahlbares Ergebnis. Auch wenige Minuten später gab es kein Dortmunder Tor zu bewundern, weil Lewandowski zwar hervorragend durchgelaufen war, Götze aber zu lange brauchte und Lewandowski dazu zwang, den Abschluss aus dem Fallen zu suchen – kein Problem für Willy. Drei Minuten später, wir befinden uns in der 39. Minute, zeigte sich Lewandowski etwas zu selbstsicher – wie ein Messer durch einen Block warme Butter glitt unser Goldfüßchen durch die spanische Defensive, doch beim letzten seiner Gegenspieler legte er sich den Ball einen Ticken zu weit vor und verlor ihn folgerichtig an Willy verloren. Man kann dieser Tage wirklich viel über Lewandowski und das ihn umgebene Transfergehabe schimpfen, doch spielerisch ist er eine Klasse für sich und den Vorwurf, er hänge sich nicht genug rein, muss er sich ganz sicher nicht gefallen lassen.

Klopp nach Spielende: „Ich kann meiner Mannschaft nicht vorwerfen, die Tore nicht gemacht zu haben. Das passiert, das ist Fußball und sicherlich ist die Effizienz vor dem Tor die größte Baustelle, die wir in unserem jungen Team derzeit noch haben. Wir haben aber den Fehler gemacht, falsch auf die vergebenen Chancen zu reagieren – Malaga hat das gar nichts ausgemacht, weil kein wirklich fester Schuss dabei war, aber bei uns war nach den vergebenen Chancen ein bisschen das Selbstvertrauen angeknackst. So haben wir einen Gegner, der uns deutlich unterlegen war, wieder stark gemacht und dafür gesorgt, dass der erkennbare Unterschied im Spiel sich mit jeder vergebenen Torchance verringerte, bis beide Mannschaften das gleiche Niveau erreicht hatten. In der Halbzeit habe ich das angesprochen, danach waren wir in diesem Punkt besser.“

Kehl gegen ToulalanTatsächlich merkte man nach diesen vielen Chancen, wie Málaga besser ins Spiel fand. Joaquín hatte den Weg durch die Dortmunder Hinterreihen geschafft und Weidenfeller angeschossen, Santana musste nach dessen nicht ganz glücklicher Rettungsaktion klären. Das Publikum hatte nun wieder Blut geleckt, das ganze Stadion sang wieder mit und pfiff, was das Zeug hielt – der Gästeblock blieb einfach weiter laut, so dass es einfach Spaß machte, diesem Spiel zuzusehen und den Fans zuzuhören. Kurz vor der Pause gab es dann noch einen Schockmoment, der uns eine alte Fußballweisheit beinahe an dieser Stelle noch hätte hören lassen – nach einer Ecke kamen die Spanier gleich zweimal aus dem Strafraum zu extrem gefährlichen Kopfbällen, von denen der letzte von Götze auf der Linie stehend zur Ecke geklärt wurde.

Die zweite Hälfte begann wie die erste – Dortmund machte Druck, kam sofort wieder nach vorne, schien fitter und agiler zu sein als der Gegner. Bei Málaga dominierten Angst und Respekt das Geschehen, die Spieler trauten sich kaum richtig nach vorne und beschränkten sich im Wesentlichen darauf, nicht allzu sehr unter die Räder zu kommen. Pressing und Gegenpressing bewiesen sich als das größte Plus unserer Mannschaft, die Spanier kamen bis zuletzt nicht mit dem Wuseln und dem ständig dazwischen kommenden Dortmunder Bein zurecht. Dass obendrein der Mannschaftsgeist absolut intakt war und sich unsere Jungs ständig untereinander zur Hilfe eilten, brachte die Spanier der Verzweiflung nahe.

Maskenmann Schmelzer in action15 Minuten lang spielten die Borussen nach Lust und Laune Fußball, während der Gegner sich einfach nicht mehr lösen konnte. Es war eine Selbstaufgabe, die überhaupt nicht nach dem Geschmack des Publikums war und laute Pfiffe nach sich zog. Als Götze in der 65. Minute die nächste Riesenchance vergab – Gündogan mit klasse Zuspiel auf Götze, der wieder einmal ohne Gegenspieler zum Torschuss ansetzen konnte und an Willy scheiterte – war klar, dass die Effizienz der härteste Gegner des deutschen Meisters war.

Die Hausherren konnten nur durch Zufallsproduktionen und Standardsituation auf sich aufmerksam machen – Isco links alleine gelassen, ein wuchtiges Pfund aus etwa 22 Metern, Weidenfeller parierte glänzend und pflückte den wuchtigen Nachschuss aus der Luft. Lewandowksi zeigte sich wieder enmal von seiner besonders wertvollen Seite – nachdem er Weligton bereits zu einer Gelbsperre für das Rückspiel gebracht hatte, verleitete in der 77. Minute auch Manuel Iturra zu einer Rettungstat, die ihm die Sperre für Dienstag einbringen sollte. Die Luft war nun vollends aus dem Spiel – Borussia war erschöpft und zollte dem hohen Tempo der ersten Halbzeit Tribut, Málaga war nun mit dem 0:0 hochzufrieden und zeigte Ansätze von Zeitspiel.

Mund abputzen, Malaga am Dienstag weghauenAm Ende blieb es auch bei diesem Ergebnis, bei dem deutlich mehr drin gewesen wäre. Málaga war zu keiner Phase des Spiels ein Gegner, vor dem man im Rückspiel Angst haben müsste, zeigte sich aber dafür umso mehr als unangenehm zu spielender Gegner. Nichts brachte die Hausherren an diesem Abend aus der Ruhe, weder die herausragenden Chancen des BVB noch das unerwartet schnelle Spiel. Für uns war es eine Wohltat, kein Gegentor gefangen und zu haben, doch war es mehr als blöd, dass trotz der vielen guten Situationen kein eigenes Tor geschossen werden konnte. So kann Málaga im Rückspiel mauern, Zeitspielen und auf ein Tor hoffen, wohingegen Dortmund gewinnen und auf ein oder besser zwei schnelle Tore hoffen muss. Immerhin ist es als sehr großer Erfolg und herausragende Leistung zu werten, dass Borussia Dortmund in der gesamten Champions League Saison ungeschlagen bleibt – das dürfte vor Saisonbeginn niemand erwartet haben.

Die Fotostrecke zur Punkteteilung in Málaga gibt es wie gewohnt auf unserer BVB-Fotoseite unter diesem Link.

Statistik


Malaga CF: Willy – Gamez, Demichelis, Weligton, Antunes – Iturra, Toulalan – Joaquin, Isco – Baptista – Saviola

Wechsel: Portillo für Saviola (68.), Santa Cruz für Baptista (78.), Duda für Isco (87.)

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Santana, Schmelzer – Gündogan, Kehl – Reus, Götze, Großkreutz – Lewandowski

Wechsel: Schieber für Reus (69.), Bender für Kehl (80.), Kirch für Götze (92.)

Gelbe Karten: Antunes, Weligton, Iturra – Großkreutz

Guter Auftritt vom GästeanhangTore 0:0
Torschüsse 10:13
Ecken 4:2
Passquote 75% : 78%
Ballbesitz 50% : 50%
Zweikämpfe 51% : 49%
Fouls 14:9
Abseits 0:2
Spielzeit 94 Minuten 15 Sekunden
Nettospielzeit 58 Minuten 58 Sekunden

Stimmen zum Spiel

Jürgen Klopp: „Im Moment ist es etwas verdrieslich, diese Chancen heute vergeben zu haben, aber das gehört zum Fußball einfach dazu. Bei allen Entwicklungspotenzialen, die meine Mannschaft noch hat, gehört die Effizienz vor dem Tor sicherlich zu den größten. Das Spiel heute und insbesondere in der ersten Halbzeit, hat uns aber Hinweise gegeben, wie wir mit eigenen Chancen nicht umgehen dürfen. Wir haben den Fehler gemacht, falsch auf die vergebenen Chancen zu reagieren – Malaga hat das gar nichts ausgemacht, weil kein wirklich fester Schuss dabei war, aber bei uns war nach den vergebenen Chancen ein bisschen das Selbstvertrauen angeknackst. So haben wir einen Gegner, der uns deutlich unterlegen war, wieder stark gemacht und dafür gesorgt, dass der erkennbare Unterschied im Spiel sich mit jeder vergebenen Torchance verringerte, bis beide Mannschaften das gleiche Niveau erreicht hatten. In der Halbzeit habe ich das angesprochen, danach waren wir in diesem Punkt besser. Wenn wir auf die reinen Chancen schauen, hätten wir in der ersten Halbzeit klar gewinnen müssen und hätten darüber dem Rückspiel eine ganz andere Wendung geben können. Das haben wir heute nicht geschafft, aber Hinweise gegeben, wie wir im Rückspiel agieren können. Viel wichtiger fand ich eine andere Erkenntnis aus diesem Spiel: Wer uns ein bisschen länger begleitet, wird wissen, dass wir immer wieder einmal Probleme bekommen und uns Gegentore eingefangen haben, wenn wir unter Druck gerieten. Das ist heute nicht passiert. Mit der einen Null bin ich daher sehr glücklich, mit der anderen bin ich zumindest nicht unglücklich, weil das einfach Fußball ist.“

Sebastian Kehl: „Es ist schade, dass uns das Tor nicht gelungen ist, denn wir haben mit dem 0:0 ein etwas gefährliches Ergebnis. Wir sind stark genug, um Málaga im Rückspiel zu schlagen und ins Halbfinale einzuziehen. Ich gehe davon aus, dass Málaga im Rückspiel sehr defensiv agieren und auf Chancen lauern wird, insgesamt nicht wesentlich anders als heute. Wir müssen unsere Sache dann nur insofern besser machen, als wir am Dienstag einfach Tore schießen. Eines muss ich aber auch einmal klar stellen: Im Vorfeld hieß es, Málaga sei der beste Gegner und – ich sage es jetzt mal – einfach nur der nächste Gegner auf dem Weg ins Halbfinale. Wir haben diese Aussagen nie angenommen, uns intensiv auf das Spiel vorbereitet und einen sehr guten Gegner erwartet. Von der ersten Minute wollten wir diesem Gegner respektvoll entgegentreten und ein gutes Spiel zeigen, was wir dann auch getan und sie gut im Griff gehabt haben. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir bei einer ähnlichen Leistung im Rückspiel unsere Tore machen werden.“

Neven Subotic: „Nach Abpfiff war ich mit dem Ergebnis nicht komplett zufrieden, aber bei der Leistung kann ich niemandem in unserer Mannschaft einen Vorwurf machen. Wir haben offensiv und defensiv eine Menge gearbeitet, haben uns richtig in die Zweikämpfe gehängt, haben gute Chancen kreiert und leider im Abschluss Pech gehabt. Ich bin mir sicher, dass wir es mit einem Tor krönen, wenn wir das im Rückspiel wieder so machen. Ich fand unsere Spielanlage besser und wir können auf unsere Leistung stolz sein, denn jeder Spieler hat heute sein Maximum aufgerufen. Ich kann den Jungs vorne auch keinen Vorwurf machen, sie haben super gespielt und sich reingehängt ohne Ende. Sie hatten es nicht leicht, gegen Leute mit 50 oder mehr Champions League Spielen zu spielen, haben ihre Sache dafür aber ganz hervorragend gemacht

Mario Götze: „Wenn man den Spielverlauf betrachtet, dürfen wir mit dem 0:0 nicht zufrieden sein. Wir hatten große Möglichkeiten, da hat uns gerade was meine Person betrifft die Konzentration im Abschluss gefehlt. Ich hätte meiner Mannschaft heute sehr helfen können – das waren keine 50-prozentigen Dinger, sondern riesengroße Chancen –, es ist aber einfach blöd gelaufen und wir müssen da einen Haken drunter machen. Wir haben es mit einem guten und sehr gefährlichen Gegner zu tun, das haben wir gesehen, aber ich glaube, dass wir am Dienstag eine realistische Chance auf das Halbfinale haben. Dann werde ich auch wieder 90 Minuten Zeit haben, meine Sache besser und das Ding rein zu machen.“

SSC, 5.4.2013

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