Spielbericht Jugend

Für ganz oben reicht es nicht

15.09.2013, 21:34 Uhr von:  Redaktion

Mit nur einem körperlich anwesenden Torwart und ohne einen Dudziak in Topform war am Samstag selbst Kellerkind Arminia Bielefeld für unsere U 19 eine Nummer zu groß. Dazu kamen noch Pech und Unvermögen im Abschluss. Fertig war die zweite Niederlage der Saison.

Nach seiner kurzen Verletzungspause konnte Top-Scorer Jeremy Dudziak wieder mitmachen, dafür musste BVB-Coach Meister auf Nick Weber verzichten, der mit der U 23 in Rostock weilte. Aufgrund der personellen Voraussetzungen ging der BVB als klarer Favorit in dieses Spiel. Zudem blamierte sich die Arminia erst neulich beim Stadtteilclub Theesen im Bielefelder Derby mit 2:3. Vor dem Anpfiff rechnete also wohl niemand mit dem dann folgenden Spielverlauf.

Dabei hatte gerade eben dieser Dudziak schon nach etwa dreißig Sekunden die Chance zur Einleitung eines dann wohl folgenden Schützenfestes. Doch ging sein Schuss nach schöner Hereingabe von rechts nur Zentimeter am Pfosten vorbei. In der 17. Minute trat dann Göcke das erste Mal unglücklich in Aktion. Nachdem Kurt im Mittelfeld das Leder vertändelte, entschied sich der BVB-Keeper beim anschließenden Steilpass dazu, auf der Linie zu bleiben. Hassans Schuss ging glücklicherweise über den Kasten. BVB-Trainer Mark Patrick Meister

Beobachtung des Meisters

Bei Beobachtung des U19-Trainers Mark Patrick Meister fallen einige besondere Merkmale ins Auge: So bevorzugt er flaches Spiel und kritisierte des Öfteren Innenverteidiger Bauman dafür, im Mats Hummels-Gedächtnismodus zu früh die Bälle lang zu schlagen. Weiterhin legt er Wert auf die elementaren Dinge bei der Defensivarbeit. Camoglu und insbesondere Stürmer Dudziak wurden diesbezüglich mehrmals von außen darauf hingewiesen, das Zentrum beim Bielefelder Aufbauspiel entschlossener zuzustellen. Man hatte jedoch nicht immer das Gefühl, dass seine Spieler genau zuhörten. Gerade über Dudziak wird in dieser Hinsicht noch zu sprechen sein.

All dieses Probleme wären perdu gewesen, wenn Camoglu (20.) oder Kurt (30.) ihre Chancen allein vorm gegnerischen Tor versenkt hätten. Stattdessen merkte die Arminia so langsam, dass hier und heute was abzuräumen war. Nachdem Göcke gegen Wilschrey noch aufmerksam war (33.), hatte er eine Minute später Glück, dass nach seinem Fehler der Bielefelder Lücke seinen Teamkollegen Wehmeier auf der Linie anschoss und von da der Ball über den Kasten ging. Ein fataler Querpass Göckes kurz vor der Halbzeit rundete dessen heute katastrophale Leistung ab. Auch hier konnten die Bielefelder glücklicherweise kein Kapital raus ziehen.

Dudziak wird kritisiert

Kuriosum dann in der Halbzeitpause: Meister hatte seinen Jungs wohl so viel zu erzählen, dass der gute Schiedsrichter nach dem obligatorischen Pfiff in den Katakomben nach weiteren drei Minuten eigens in die BVB-Kabine musste, um zum Weiterspielen aufzufordern. Das Engagement der Halbzeitpause konnten die Schwarzgelben jedoch nicht aufs Geläuf bringen. Denn nach einem schlimmen Fehler Baumans im Aufbauspiel kam der Ball zu Kleiber und der hämmerte die Kugel von der Strafraumgrenze in die Maschen (51.). Danach wurde Dudziak übrigens von Innenverteidiger Mbende weithin hörbar dazu aufgefordert, sich mehr an der Defensivarbeit zu beteiligen. Gerade im Jugendfußball ist es für die besten Stürmer oft nicht einfach, sich ihrer Rolle fürs Team bewusst zu werden. Wollen wir hoffen, dass Dudziak dieser Aspekt im weiteren Saisonverlauf klarer wird. Schirmparade in Brackel

Weitere sechs Minuten später profitierte der clever aufspielende Gast aus Bielefeld von einer erneuten Inkonsequenz Göckes. Gügör schickte Wilschrey steil und der erhöhte aus spitzem Winkel zur 2:0-Führung. Wie schon bei der ersten Niederlage in Wuppertal konnte man dem BVB zumindest nicht den Vorwurf machen, sich aufzugeben und hängenzulassen. Doch bei dieser Partie war es wie verhext und das Leder wollte einfach nicht rein. Besonders Camoglu verstand irgendwann die Welt nicht mehr. Erst ging der Ball nach einer eingesprungenen Flanke knapp vorbei (68.), ehe ein abgefälschter Schuss nur gegen den Pfosten prallte (70.). Und auch Mbendes Kopfball sowie sein anschließender Nachschuss fanden nicht den Weg in den Kasten. Diesmal hielt Gästetorwart Kostmann bravourös (75.). So kam es, wie es kommen musste: Eine erneute Schwäche Göckes im Herauslaufen und Lücke kam doch noch zu seinem Tor (79.). Bei dieser Gesamtleistung unseres Torwarts fiel es dann auch nicht weiter ins Gewicht, dass er fünf Minuten vor dem Ende per Fußabwehr fantastisch gegen den eingewechselten Varnhorn rettete.

Nach fünf Spielen hat sich der BVB im Mittelfeld auf Platz 7 (von 14 Mannschaften) eingerichtet und zeigt im Vergleich zur letzten Durchschnittssaison noch keine signifikanten Verbesserungen. Zudem ist es nicht unbedingt erwartbar, dass beim nächsten Auswärtsspiel am kommenden Sonntag (11 Uhr im Franz-Kremer-Stadion) beim Dritten 1. FC Köln ein- oder gar dreifach gepunktet werden kann. Die tabellarisch besser platzierte U 17 spielt übrigens zeitgleich zu Hause gegen Bielefeld und kann so Revanche für die „großen Brüder“ nehmen. Bauman auf Bingöl

Daten zum Spiel

BVB U 19 (4-2-3-1): Göcke – Schewior, Mbende, Bauman (80. Greshake), Bingöl (64. Brauer) – Kurt (61. Yildiz), Stenzel – Knystock, Camoglu, Franke (60. N. Dietz) – Dudziak

Tore: 0:1 Kleiber (51.), 0:2 Wilschrey (57.), 0:3 Lücke (79.)

SR: Zimmer (Wittlich)

Zuschauer: 75

Chancen: 7:7

Ecken: 10:0

Gelbe Karten für den BVB: Stenzel (39., taktisches Foul), Mbende (63., taktisches Foul), N. Dietz (82., Foulspiel)

Malte D., 15.9.2013

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