Spielbericht Amateure

Starke Amateure punkten endlich wieder dreifach

09.03.2013, 19:47 Uhr von:  Redaktion

Die Amateure von Borussia Dortmund haben sich im Spiel gegen die Spielvereinigung Unterhaching endlich mal wieder selbst belohnt und dreifach gepunktet. In einer vom BVB stark gespielten Partie gewannen die schwatzgelben mit 2:1 (2:0) und bewahren so trotz Abstiegszone weiterhin alle Chancen, die Liga zu halten und sogar schon in den nächsten Spielen die Abstiegsränge zu verlassen. In einem spannenden Spiel auf einem unwürdigen gelb-braun-grünen Kartoffelacker Rote Erde schossen Hofmann und Bakalorz (per Foulelfmeter) die Tore für die Borussia. Ein Fragwürdiger Elfmeter auf Seiten der Hachinger brachte den Anschluss, der den Sieg aber nicht mehr gefährdete.

Erste Halbzeit: Pressing bis zum Umfallen

Bei bestem irischen Fußballwetter (Nieselregen, 8 Grad) und einer gespenstischen Minusrekordkulisse begannen die Schwarzgelben mit der erwarteten Aufstellung. Alle außer die verletzten Koray Günter und Duckschi Ducksch waren an Bord. Unter dem Support des 24 Mann (und Frau und Kind, handgezählt!) starken gefürchteten Unterhachinger Anhanges, die pro Fan eine Ordnerquote von 0,2 Ordnern pro Fan und 0,08 Sanitätern in Anspruch nehmen konnten, liefen die sichtlich motivierten 22 Spieler unter den Kapitänen Jonas Hummels und Florian Hübner in die altehrwürdige Rote Erde ein. Wer sich beim Nachnamen "Hummels" an den besten Innenverteidiger der Welt erinnert fühlt: Jonas ist der 2 Jahre jüngerer Bruder von Mats Hummels, und mit seinen 22 Jahren als Innenverteidiger der Kapitän des roten Vorstadtclubs von München.

Auf Seiten der Unterhachinger Truppe saß ein weiterer Bruder eines Bundesligaprofis, Tobias Schweinsteiger, nur auf der Bank. Unter den lautstarken Anfeuerungsrufen vom Stimmungsblock der Unterhachinger (2 Fans gröhlten irgendwas rum) und der mindestens zwei einzigen Supporter der Amateure (UvdA Sektion Biergenuss - Wechselgesänge mit einer Hand voll Leuten klingen irgendwie nicht ganz so imposant - Scheiß Parallelansetzungen!) entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel, das auf Grund des tiefen Rasens technisch eher das Prädikat "nicht anspruchsvoll" verdiente. Bälle blieben in Löchern hängen, hohe Bälle sprangen nicht auf, Pässe kamen ungenau. Liebe Stadt Dortmund, bitte macht mal was an dem Rasen!

Somit dauerte es zehn Minuten, bis sich die zweite Mannschaft der Borussia das erste Mal vor dem Tor der Hachinger sehen lies. Doch die Chance hatte es direkt in sich: Benatelli passte herrlich und zudem tödlich in den frei Raum, wo Jonas Hofmann goldrichtig stand und den Ball über den herauseilenden Korbinian Müller im Tor der Spielvereinigung zum 1:0 in die Maschen jagte. Endlich mal wieder eine 1:0 Führung. Doch die sollte natürlich weiter ausgebaut werden, und so pressten die Borussen weiter und zwangen die Spielvereinigung zu Fehlern. Der Wille zu erhöhen war direkt zu erkennen, und so war es wieder Jonas Hofmann, der in der 14. Minute mit einer sehenswerten Aktion in den Strafraum von Unterhaching eindrang, und nur noch per Foul zu stoppen war - Elfmeter für Dortmund und das 2:0 von Marvin Bakalorz, der den Ball vom Punkt sicher verwandelte.

In der Folge entwickelte sich ein sehr einseitiges Spiel, da Borussia, die die sichtlich dreckigere Trikots hatten, einfach immer einen Schritt eher am Ball war als die in rot gekleideten Unterhachinger. Als Balint Bajner auf einmal (sicherlich auch für ihn) überraschend völlig frei vor Torwart Korbinian Müller auftauchte, brauchte der Ungar eigentlich nur noch in die linke untere Ecke zu schieben, aber er entschied sich für die Schussvariante direkt auf den Torwart. Schade, das hätte sogar schon das 3:0 in der 25. Minute sein können. Unterhaching fiel eigentlich eher durch Fouls als durch spielerische Klasse auf und man bekommt mal wieder das Gefühl, dass der Gegner es ist, der eher in der unteren Tabellenhälfte anzusiedeln ist. Eine ganz starke Vorstellung bis hierhin. Hervorzuheben ist vor Allem Marvin Bakalorz, der im Mittelfeld wirklich alles das abräumt, was auch Manni Bender abgeräumt hätte. Inoffizieller Spitzname ab Sofort: Manni Bakalorz.

Unter geschicktem Pressing offenbarten die Dortmunder kaum Schwächen in der Defensive. Alles, was an Bakalorz noch vorbei ging wurde von der glänzend aufgelegten Dortmunder Abwehr abgefangen. Alomerovic hatte wirklich nichts zu tun, bis auf das Klären einer Hachinger Ecke, die sich fast hereingedreht hat. Auf der anderen Seite sorgte ein direkt geschossener Freistoß fast für das 3:0, doch Korbinian Müller (dessen Vornamen sich die Redaktion nicht merken kann, wer denkt sich solche Vornamen eigentlich aus?) war nach diesem gut geschossenen Ball von Kerem Demirbay zur Stelle. Kurz vor der Pause dann noch einmal die Spielvereinigung aus Unterhaching mit einer guten Eckballvariante. Nach dem ersten Block durch die Dortmunder Innenverteidigung kommt Dominik Rohracker noch einmal von der Strafraumkante an den Ball, aber trifft lediglich Florian Hübner, der ebenfalls ein gutes Spiel machte und stets auf der Höhe war. Somit ging es mit 2:0 in der Pause, was sich schon mal ungewohnt gut anhört.

Zweite Halbzeit: Bajner auf den Spuren von Kuba

In der zweiten Halbzeit wechselte Unterhaching aus brachte mit Moll und Kaufmann (für Odak und Yilmaz) zwei neue Spieler. Doch das Spiel ging in der zweiten Halbzeit quasi genauso weiter wie in der ersten und Borussia Dortmund hätte eigentlich das 3:0 direkt nachlegen müssen. In der 49. Minute verpasste es Balint Bajner jedoch, den Ball aus kürzer Distanz nach grandioser Vorarbeit vom von den Hachingern nicht angegriffenen Marvin Bakalorz im Tor unterzubringen. Ohne die von der Stadt Dortmund gewählte Rasenmarke "Pommes de Terre" wäre der Ball vielleicht sogar auch drin gewesen, aber wieder wurde der Ball auf dem nicht vorhandenen Rasen langsamer und langsamer. Genau dasselbe wiederholte sich 5 Minuten später, als Balint Bajner alleine vor Torwart Müller auftauchte, und es dank des Rasens nicht schaffte, den Ball auf Benatelli querzulegen. Gut, hier wäre der Schuss sicher besser gewesen, aber der Pass wäre auf dem heiligen Rasen des Westfalenstadions wahrscheinlich angekommen. Danke, Stadt Dortmund! Doch nicht nur der Rasen verhinderte Bajner am längst überfälligen dritten Torerfolg, vielmehr auch das eigene Unvermögen im Abschluss steigerte sich ins Unermässliche, als nach einer sehr guten Aktion von Bakalorz und Erik Durm der Ungar das Kunststück vollbringt, aus allerbester Position (gefühlte 2 Meter vor dem Tor) den Ball, der in bester Kopfhöhe ankam, über das Tor zu köpfen. Wohlgemerkt - Müller war bereits geschlagen. Kuba hat einen mehr als würdigen Nachfolger.

Trotz exzellenter Torchancen schaffte es Borussia Dortmund in der Folge nicht, den Ball ins Tor unterzubringen. Eher halbherzig angegriffen, spielte Benatelli den Ball auf den aufgerückten Marcel Halstenberg, der einen sehenswerten Torschuss über den Torwart brachte - aber leider auch sehenswert an die Latte. Anschließend schien der Schiedsrichter dann ein Einsehen mit den eher schwachen Unterhachingern zu haben und entdeckte die Sympathien für süddeutsche Vorortclubs. Nach einem ... sagen wir mal Foul von ... sagen wir mal Hübner zeigte der Referee zum Entsetzen aller Borussen auf den Punkt. Die schwatzgelb.de Crew fragt sich bis heute noch, was der Schiedsrichter da gesehen haben will. Seiner Geste nach zu Urteilen hat ein Abwehrspieler bei einer Abwehraktion den Ellenbogen zu sehr eingesetzt, aber selbst ohne die schwarzgelbe Brille konnte man da nun wirklich nichts erkennen. Der Hachinger Kollege neben uns erklärte uns später, Hornschuh sei hochgesprungen und habe "dem Hachinger von Hinten einen mitgegeben. Das kann man pfeifen, muss man aber nicht". War also kein Elfmeter. Ärgerlich!

Nachdem man die Unterhachinger so wieder zurück ins Spiel holte entwickelte sich in der Folge eine weitestgehend ausgeglichene Partie. Vom unverhofften Torerfolg angetrieben fanden die Unterhachinger nun besser ins Spiel und zeigten, dass sie noch Ambitionen haben, hier noch etwas zählbares mitzunehmen. Borussia hingegen verfiel wieder in alte Muster: Stark bis zum Tor, doch schlecht im Torabschluss. Trotz bester Position wird wieder quer gelegt, bis die Torchance vorbei ist. Manchmal ist es besser, einfach zu schießen, Jonas Hofmann! Trotz Chancenplus neutralisierten sich die Mannschaften in der Folge weitestgehend, so dass auch Unterhaching weiter seine Chance witterte. Borussia suchte sein Heil nun im Kontern, ohne - man kann es sich denken - großartig gefährlich sein zu können.

In der 90. Minute merkte Tim Treude 8 Minuten nach seiner Einwechslung, dass es heute doch noch eine Spur zu kalt und regnerisch zum Fußball spielen war und schickte sich selbst wieder zum Duschen, als er völlig übermotiviert einen Abwehrspieler der Spielvereinigung umhaute. Das war völlig unnötig, aber durchaus vertretbar und in der Konsequenz zu seiner vorherigen Gelben Karte wegen Meckern der logische Platzverweis. Zwischenzeitlich dann Unterhaching mit dem vermeintlichen Ausgleich, jedoch glücklicherweise aus einer Abseitsposition. Im Gegenzug schaffte es der BVB dann erneut, in Person von Admir Terzic frei vor dem Tor der Hachinger aufzutauchen, doch leider war Torwart Müller, wohl bester Spieler der Spielvereinigung, wieder auf der Höhe. Trotz hektischer Schlussphase blieb es somit beim absolut verdienten 2:1, einem Spielstand, der durchaus hätte höher ausfallen können/müssen/sollen.

Fazit

Der Sieg heute war wichtig und lässt die Zweitvertretung unserer Borussia weiterhin hoffen, die Klasse zu halten. Bis zur Alemannia aus Aachen, die auf dem ersten Nichtabstiegsrang steht, sind es nur noch drei Punkte Abstand. Durch eine kämpferisch sehr starke Leistung im Mittelfeld zeigten die jungen Borussen durchaus, dass sie zu Unrecht auf dem allerletzten Platz stehen. Diese Mannschaft hat, solche Leistungen wie heute vorausgesetzt, eindeutig mehr verdient!

Am Dienstag geht es direkt in der Roten Erde weiter, Borussia Dortmund bestreitet das Nachholspiel gegen die Kickers aus Offenbach. Ob das Spiel nun wirklich in der Roten Erde stattfindet oder vielleicht sogar ganz ausfällt bleibt abzuwarten, denn der sowieso schon schlechte "Rasen" durfte heute wieder leiden. Mit einem Sieg gegen die Offenbacher Kickers ist es jetzt sogar möglich, Punktgleichheit mit den ersten Nichtabstiegsrängen zu bekommen. Wir fordern hiermit alle Schwarzgelben, die am Dienstag Abend noch nichts vor haben, auf, um 18 Uhr zahlreich in der Roten Erde zu erscheinen. Das Team benötigt jede Unterstützung.

Pressekonferenz

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Statistik

(Heute für Kollege Malte D besonders ausführlich)

Borussia Dortmund: Alomerovic - Halstenberg, Hübner, Meißner, Hornschuh - Bakalorz, Demirbay - Durm (88. Knappmann), Benatelli (82. Treude), Hofmann (91. Terzic)- Bajner

Spielvereinigung Unterhaching: Müller - Odak (46. Moll), J.Hummels, Hofstetter, Schwabl - Yilmaz (46. Kauffmann), Welzmüller - Rohracker, Willsch (70. T.Schweinsteiger), Thee - Voglsammer

Tore: 1:0 Jonas Hofmann (10. Minute, Benatelli), 2:0 Marvin Bakalorz (15. Minute, Foulelfmeter, Foul an Hofmann), 2:1 Voglsammer (62. Minute, Elfmeter halt, warum weiß keiner)

Torschüsse: 16:7

Davon aufs Tor: 10:3

Ecken: 5:2

Abseits: 3:3

Gelbe Karten: Welzmüller (19. Minute nach Foul an Bakalorz), Thee (26. Minute nach Foul an Drum) - Balint Bajner (51. Minute nach Foul), Tim Treude (86. Minute, Meckern), Hofstetter (89. Minute wegen Foulspiel), Hofmann (89. Minute wegen Meckern)

Gelb-Rote Karte: Treude (90. Minute wegen Foulspiel)

Schiedsrichter: Rene Rohde (Rostock)

Assistenten: Marcel Bartsch (Parchim), Alexander Sather (Grimma)

Zuschauer: 164 (Saison-Minusrekord, war kalt, nass und Derby)

Wiggy, 09.03.2013

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