Im Gespräch mit...

Die Rap Berichterstatter ? Wo wir sind, ist der Erfolg!

07.02.2013, 09:09 Uhr von:  Redaktion

Seit Saisonbeginn veröffentlichen die Rapberichterstatter ihre Tracks bei schwatzgelb.de. Jedes DFB-Pokal und Champions League Spiel wird von ihnen mit einem Song gewürdigt. Die frischen Reime aus Do-City und die fetten Beats eroberten sich schnell ihr Publikum. Besonders gut kamen die stets eingebauten Schnipsel aus BVB-Netradio und Spielerinterviews an. Nun war es an der Zeit, den Rappern Terow und Der Wolf mal auf den Zahn zu fühlen. Wie kamen sie darauf, den BVB musikalisch zu begleiten? Was sind ihre musikalischen Hintergründe? Wie entsteht ein Rapbericht? Und wie stehen sie überhaupt selbst zum Ballspielverein? Antworten und zwei frische Tracks zu nicht mehr ganz so frischen Spielen findet ihr hier:

schwatzgelb.de: Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, Rap-Songs zum BVB herauszubringen?

Terow: Das war ziemlich spontan. Wir waren abends unterwegs, da kam mir die Idee einfach in den Kopf…

Der Wolf: Das hatte auch was mit Blumentopf zu tun.

schwatzgelb.de: Das kennt man ja noch von EM und WM.

Terow: Genau. Die Berichterstattung von Blumentopf fand ich ganz cool. Und ich dachte, das könnte man für Borussia auch mal versuchen. Es fing damals auch gerade damit an, dass die Mannschaft so richtig gut gespielt hat und da dachte ich, man kann auch mal darüber hinausgehen, sich die Spiele nur anzugucken und die Mannschaft anzufeuern, sondern auch mal ein bisschen offiziellen Support machen. Das hatte auch etwas mit der Euphorie zu tun. Der BVB hat besser gespielt und wir hatten uns einen getrunken...so ist die Idee entstanden. Das war auf jeden Fall vor irgendeinem Club.

Der Wolf: Und in unserer Euphorie haben wir gedacht: Jau! Das ziehen wir eisenhart jeden Spieltag durch. Wir haben aber auch direkt gedacht: 34 Spieltage das wird nicht unheftig. Dann haben wir uns kurz überlegt, wie wir das machen können. Dr. Markuse hat Beats. Kommissar Hellek hat Beats. Ich kann hier und da auch einen schrauben. Aus der Not heraus sind meine Production Skills durch diese ganze Sache auch wirklich gewachsen.Und wenn man dann mal angefangen hat, wir hatten ja auch angekündigt, dass wir jetzt jedes Spiel kommentieren, da konnten wir ja nicht nach 3-4 Wochen sagen, ach nee wir machen jetzt doch nur jedes dritte Spiel.

schwatzgelb.de: Ihr habt die Sachen in der letzten Saison bei youtube hochgeladen. Habt ihr das auch noch irgendwie promoted?

Terow: Vor allem über Facebook. Wir haben da eine Seite für die Rap Berichterstatter eingerichtet und da haben wir alle Lieder hochgestellt und an alle Freunde geschickt. Ich bin aber inzwischen gar nicht mehr bei Facebook. Da passiert also nicht mehr so viel. Die ersten Lieder hatten auf jeden Fall gute Klickzahlen und kamen gut an. Aber dann stockte irgendwann die Beatproduktion und man ging so langsam auf dem Zahnfleisch. Aber weil die Mannschaft auch so gut gespielt hat, sind wir trotzdem dabei geblieben.

Die Rap-Berichterstatter: Hellek, DerWolf und TerowDer Wolf: Obwohl so um den sechsten, siebten Spieltag haben wir doch gedacht, jetzt müssen wir hier jedes Mal so eine Mittelmaßsaison kommentieren. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, wie das gelaufen wäre, wenn das immer so weiter gegangen wäre. Aber es kam dann ja so, dass die Mannschaft immer besser wurde und es am Ende eine legendäre Saison war. Gerade so eine Aufholjagd bietet gutes Futter für Texte. Wir haben uns anfangs gefragt, ob man sich nicht im Endeffekt ständig wiederholen wird. Aber ich kann jetzt behaupten, dass es gar nicht so ist, weil jedes Spiel auch wieder ganz andere Ansätze liefert, wozu man was sagen kann. Der grobe Rahmen ist natürlich immer gleich: Ein Fußballspiel. Aber man erzählt dann doch nicht wortwörtlich dieselben Phrasen. Denn jedes Spiel bietet andere Highlights und Aspekte die man verarbeiten kann.

schwatzgelb.de: Und diese Saison habt ihr Euch die Pokalwettbewerbe vorgenommen und seid ja nun auch bei schwatzgelb.de in der Champions League der Fußball-Fanzines angekommen…

Terow: Das lag vor allem daran, dass wir uns den Stress nicht nochmal antun wollten, wirklich jede Woche ein Lied zu machen. Wobei das im Moment natürlich ganz genauso ist. Aber nach dem Winter wird es dann ja etwas weniger werden.

Der Wolf: Wobei es auch hätte sein können, dass wir nur 10 Songs machen. Wären wir im DFB-Pokal rausgeflogen, wäre das schon mal gegessen gewesen. Und wenn wir jetzt nur Gruppendritter geworden wären, dann hätte sich das nach der Champions League auch erledigt gehabt.

Terow: Obwohl die Europa League hätte man ja auch noch machen können…

Der Wolf: Ja gut, aber das wäre schon etwas anderes gewesen, als so wie es jetzt gelaufen ist.

schwatzelb.de: Ja und wie der Zufall so spielt, hat der BVB sich ja scheinbar, Euch folgend, bis jetzt auch etwas mehr auf die Champions League konzentriert als auf die Bundesliga.

Der Wolf: Da scheint es Parallelen zu geben.

Terow: Wo wir sind, ist der Erfolg!

Der Wolf: Bis jetzt haben wir eine ganz gute Quote. Erste Saison Meisterschaft und DFB-Pokal gewonnen. Den DFB Pokal haben wir letzte Saison dann auch noch ein Bisschen eingebaut.

Terow: Ja, als wir gemerkt haben, dass der BVB da auch weit kommen wird und echte Highlightspiele dabei sind. Und das Finale in Berlin mussten wir natürlich auch noch einbauen. So ein legendäres 5:2 gegen eine „viel bessere Mannschaft“.

Der Wolf: Angeblich…

Terow: Ja das war genial!

Der Wolf: Wir wollten uns dann auf die Spiele konzentrieren, die auch wirkliche Highlights sind. Nicht das ganze Tagesgeschäft sondern so ein bisschen Rosinenpicken.

schwatzgelb.de: Irgendwann geht es sicher auch zulasten der Qualität, wenn man sich immer sagt, ich muss, ich muss, ich muss…

Der Wolf: Das ist der Punkt. Es ist ja auch geplant, die ganzen Songs der letzten Saison noch bei Euch unterzubringen. Und da muss man zugeben: Wenn man sich die 35 Songs durch hört, den Supercup haben wir ja auch noch gemacht, da sind dann auch ein paar dabei, denen man es anhört, dass wir da etwas zu kämpfen hatten. Die wären wahrscheinlich besser geworden, wenn wir mehr Zeit gehabt hätten. Da hieß es dann, die Scheisse muss fertig werden, so hart sich das anhört…

schwatzgelb.de: Das ist halt das Tagesgeschäft. Das ist bei uns ja auch nicht anders. Wenn wir einen Bericht schreiben, muss der auch relativ zackig auf die Seite und da kann man dann auch nicht immer jedes Wort auf die Goldwaage legen.

Rapberichterstatter: DerWolf und TerowDer Wolf: Das hat unsere musikalische Freundschaft hier und da ein Bisschen strapaziert. Aber man wächst ja auch an den Herausforderungen. Ich kann von mir sagen, dass ich beim Texte schreiben dann irgendwann auch eine professionelle Routine entwickelt habe, ohne zu sagen, man wichst die Sachen einfach runter. Aber ich merke, wenn ich jetzt Texte für andere Sachen schreibe, dass ich dabei etwas schneller und effektiver bin als vorher. Mir persönlich hat die Sache also echt was gebracht. Meinen Skills hat es weitergeholfen.

Terow: Ich dachte eigentlich, ich hätte schon länger keine Texte mehr geschrieben, weil für die Band momentan wenig rum kommt. Aber wenn man zurück blickt, merkt man erst mal, wie viel wir wirklich fabriziert haben. Das ist schon heftig.

Der Wolf: Wenn ich mir manche Songs nochmal anhöre, finde ich die auch wirklich richtig cool. Dann denke ich mir: Das haben wir damals geschrieben? Nicht schlecht! Zum Teil sind die Sachen schon so weit weg. Wenn wir mit den 35 Songs auftreten wollen, müssten wir uns wohl vorher erst zwei Wochen irgendwo einschließen, bis wir die alle auswendig könnten.

schwatzgelb.de: Du bist ja auch bei uns auf dem Borussia Hearts Club zur Meisterfeier im Subrosa aufgetreten und da hast Du Dich ja auch lieber an Altbewährtes gehalten, also Deine alten Dortmund- und BVB-Songs…

Der Wolf: Das geht man halt lieber auf Nummer sicher. Man hätte stattdessen auch zwei Rapberichte machen können, dann hätten wir uns die aber nochmal gezielt reinziehen müssen. Da kann man nicht einfach sagen: 17. Spieltag? O.k. mach an und wir hauen den jetzt raus. Das hätte so nicht funktioniert.

An dieser Stelle machen wir einen kurzen Break und präsentieren Euch den Rapbericht vom Champions League Heimspiel gegen ManCity. Der Beat ist vom Wolf und die Raps von Terow und DerWolf. Im zweiten Teil des Interviews erfahrt ihr mehr über den musikalischen Background der Berichterstatter, ihre Beziehung zum Ballspielverein und wie ein Rapbericht entsteht. Außerdem findet ihr auf Seite 2 noch den neuesten Rapbericht, der sich mit dem Pokalspiel gegen Hannover und der Rückkehr von Nuri Sahin beschäftigt. Erst Reinhören, dann Weiterlesen!

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schwatzgelb.de: Könnt Ihr Euren musikalischen Hintergrund mal etwas beleuchten? Mit den Rapberichten bringt ihr zwar schon mehr Musik raus als so manche Band, aber was für musikalische Projekte habt Ihr daneben noch?

Der Wolf: Da kann man eigentlich mit unserem Projekt anfangen, was wir gerade gemeinsam machen. Es gab mal eine Band namens JackPott, die hat vor ein paar Jahren den Bandcontest von Radio 91,2 gewonnen. Es ging damals um einen Dortmund Song. Die Jungs haben da eine LP Produktion gewonnen. Die Platte ist dann auch gemacht worden (Anm.: Das Album „All In“ kann hier bestellt werden). Terow hat mich irgendwann mal auf einer Party angesprochen, dass wir doch mal was zusammen machen sollten.

Terow: Das war beim Dortmund Day.

Der Wolf: Jedenfalls hatte die Band sich zwischenzeitlich halbwegs aufgelöst. Inzwischen haben aber ein paar Mitglieder wieder zusammen gefunden und wir haben eine neue Band gegründet. Peinlicherweise hat die aber noch gar keinen Namen, weil das alles noch so frisch ist. Wir machen da einen wilden Mix aus Hip-Hop, Reggae und ein bisschen Balkan und Latin.

Terow: Ist so ein bisschen die JackPott Richtung.

Der Wolf: Aber mit ein bisschen mehr Hip-Hop Reggae Einfluss.

Terow: Mit JackPott hatten wir ja nur insgesamt 12 Songs gemacht und hatten uns musikalisch noch gar nicht wirklich festgelegt.

Der Wolf: Wir sind jetzt etwas variabler, zwei Rapper, ein DJ, also ich dann und ne Sängerin…

schwatzgelb.de: Du bist dann als DJ dabei?

Der Wolf: Als DJ der hier und da mal rappt. Aber eher nur 20-30%, die eigentlichen Frontmänner sind der Ern aus Bochum und Terow. Und unsere Sängerin Julia die kann Deutsch, Englisch und Spanisch, weil die auch so eine Gemixte ist. Die Band ist auf jeden Fall super gestartet und wir sind gerade dabei das so richtig zu festigen. Von einer Affäre zu einer Beziehung sozusagen…

schwatzgelb.de: Zurzeit probt ihr also nur und macht noch keine Auftritte?

Der Wolf: Ne wir haben jetzt drei Songs fertig und wollen jetzt kontinuierlich daran weiter arbeiten. Ich persönlich arbeite ja immer noch an der Veröffentlichung meiner grandiosen LP „Wolf GTI“ die ja immer noch nicht draußen ist. Die wird aber noch kommen.

Terow: Jaja seit 2007 wird die kommen…ich weiß noch, als Du mir damals das Intro vorgespielt hast…

schwatzgelb.de: Ja ich erinnere mich auch daran, dass Du mir da irgendwann mal was vorgespielt hast.

Terow: Die Platte ist aber wirklich richtig geil, ohne Scheiss.

Rapberichterstatter: Hellek, Terow und DerWolfDer Wolf: Die wird auch noch rauskommen. Und wenn sie am Ende umsonst im Internet rauskommt. Scheissegal! Da wird es einen Weg geben. Und ich mach ja Rap und DJ Workshops an Schulen und in Jugendheimen. Ich bin ja auch inoffizieller Mitarbeiter der Musikschule. Und dadurch habe ich vor 10 Jahren Hinrich Elektro und Jojo kennengelernt, die bis heute meine besten Schüler sind und inzwischen sind wir gute Kollegen. Die waren damals 13-14 Jahre alt und inzwischen sind die zu richtig coolen Boys herangewachsen. Mit denen mache ich ein Projekt zusammen, das heißt Rapokryfics und da haben wir auch eine LP fast fertig. Leider studiert der eine in Wien und der andere in Frankfurt, daher gestaltet sich das alles ein bisschen schwer. Aber die LP ist zu 70% aufgenommen und die werden wir sowieso im Internet veröffentlichen. Vielleicht drehen wir auch ein Video dazu, mal sehen, was passiert. Aber das ist auf jeden Fall eine sehr schöne Hip-Hop Platte. Und daneben lege ich natürlich auch noch Platten auf. Meistens Hip-Hop aber manchmal auch Drum’n’Bass. Ich bin da nicht so der hardline Hip-Hopper. Ich würde mich Urban Fonk DJ nennen…

Terow: Ich mach außer der Band und den Rapberichterstattern musikmäßig derzeit nichts, weil ich auch berufstätig bin. Der Wolf ist ja hauptsächlich Musiker…

Der Wolf: Und nebenbei in der Ausbildung, aber das sehe ich eher so nebenbei. Die Schule bietet mir die Möglichkeit, das auf einer dreiviertel Arschbacke abzusitzen. Ich mache ja eine Ausbildung im pädagogischen Bereich, um die DJ-Workshop Geschichte ein bisschen abzurunden. Ich bin damals ins kalte Wasser geworfen worden und kriege das mit den Kids eigentlich auch immer ganz gut hin, aber so mache ich halt mal nen Schein. Wir sind hier ja immer noch in Deutschland und so manche Türen bleiben einem versperrt, wenn man nicht sagen kann: „Ich kann das wirklich und das steht hier drauf.“ In der Schule mache ich im Endeffekt aber oft genau dasselbe. Derzeit haben wir eine Aktionswoche und da leite ich wieder so einen Rap Workshop. Daher lässt sich das alles ganz gut verbinden.

schwatzgelb.de: Wie läuft die Produktion eines Rapberichts ab? Setzt Ihr Euch zusammen hin und schreibt die Texte oder schraubt einer den Beat und schickt ihn dann rum und jeder macht seinen Text drüber?

Terow: Leider eher Letzteres. Wir haben letzte Saison auch ab und zu mal einen Text zusammen geschrieben, wo man sich dann auch abwechselt und das wollen wir auch in dieser Saison wieder machen.

Der Wolf: So ein Dialog Rap. Also nicht so, dass jeder eine eigene Strophe hat, sondern dass man miteinander interagiert.

Terow: Aber meistens war es so, dass einer den Beat macht und den dann verteilt. Dann nimmt man auf. Meistens ist es so, dass ich meinen Part fertig mache und das dann zum Wolf schicke. Der macht dann die Scratches und Hellek mischt das Ganze dann nochmal ab. Und dann schicken wir es zu Euch…

Der Wolf: Entweder mach ich den Beat oder Hellek. Aber dank der modernen Medien können wir uns die Files hin und her schicken und am Ende wird es dann alles zusammengesetzt. Das ist natürlich ein großer Vorteil, denn sonst müsste man sich ja tatsächlich immer zu Dritt treffen. Naja und dann holen wir uns auch irgendwo immer so ein paar Kommentare her, weil das die Live-Atmosphäre gut rüber bringt.

Schwatzgelb.de: Das wäre mein nächster Punkt gewesen: Die Auftritte von Nobby Dickel, anderen Kommentatoren und den BVB Spielern in Euren Scratches…

Der Wolf: Sogar Marcel Reif wurde da eingebaut…

Terow: Notgedrungen!

Der Wolf: Ach der hat doch auch gesagt, dass die inzwischen irgendwie dann doch gut sind.

Terow: Die Sachen ziehen wir uns aus dem Netz, von Youtube und bauen die dann ein. Letztes Jahr haben wir die Stimmen einfach so über den Beat gelegt, in diesem Jahr wird das auch noch gescratched.

Der Wolf: Nicht immer! Es ist doch ein erheblicher Mehraufwand wenn man die Stimmen nicht einfach nur so reinsetzt, sondern auch noch scratched, aber das will ich trotzdem beibehalten. Das hat einfach noch mehr Hip Hop Flavour. Das macht einfach mehr Sinn und hört sich auch knackiger an. Das ist halt real Hip Hop: Ein Beat, zwei MCs und ein DJ der darüber scratched.

schwatzgelb.de: Wie funktioniert das eigentlich technisch? Du hast ja keine Platte, die Du zum scratchen nehmen kannst…

Bei den Berichterstattern sind sogar die Platten gelbDer Wolf: Es gibt da diese neue Technologie, die sich bei Hip Hop DJs inzwischen ziemlich durchgesetzt hat. Das nennt sich Serato Scratch Live. Man nutzt einen Laptop und ein Interface zwischen Laptop und Mischpult. Dazu dann zwei Timecode Platten auf die man auch eine Nadel auflegt, aber per Rechner auswählt, was auf diesen Platten für Sounds drauf liegen. Also welcher File aus dem Rechner abgespielt wird. Die Platten kann man dann genauso scratchen wie eine normale Vinyl. So kann man jeden Ton, der in digitaler Form vorliegt, auf die Platte legen und den Samplequellen für die Scratches sind keine Grenzen mehr gesetzt. Vor 15 Jahren hat das noch ganz anders ausgesehen. Da musste man sich irgendwo eine Platte pressen lassen, wenn man bestimmte Samples scratchen wollte, was relativ teuer ist. Diese Technik funktioniert wirklich sehr gut.

schwatzgelb.de: Wie steht ihr zum BVB? Seht Ihr Euch als Fans? Der Wolf ist ja vor langer Zeit mal vor der Südtribüne aufgetreten…

Der Wolf: Auch 2007 bin ich nochmal im Westfalenstadion aufgetreten. Da hatten wir einen Auftritt mit der Band der Dortmunder Musikschule. Das ist aber auch immer schwierig im Stadion. Die Fans sind da ja schon sehr eigen.

schwatzgelb.de: Es interessiert sich aber auch keiner so wirklich für das Unterhaltungsprogramm in der Halbzeit.

Terow: JackPott hatten sie angeboten, mit unserem Dortmund Song vor der Südtribüne aufzutreten. Aber das sollte Playback sein. Da haben wir gesagt: Ne das wollen wir nicht. Playback auf keinen Fall!

Der Wolf: Terow ist ja sogar BVB Mitglied…

Terow zeigt den Mitglieds-Button an seiner Jacke: Allein für den Button hat es sich schon gelohnt. Der zeigt einem, dass man wirklich dazu gehört.

schwatzgelb.de: Kommt ihr auch beide gebürtig aus Dortmund?

Terow: Ich bin in Herdecke geboren aber das ist ja fast Dortmund.

Der Wolf: Es gibt bestimmt größere Hardcore-Fans als mich. Da würde ich mich nicht einordnen. Ich sehe zwar schon jedes Spiel, sei es in der Kneipe oder sonst wo. Das ist für mich auch eine Art Atmosphäre, aber natürlich nicht mit dem Stadion zu vergleichen. Wir beide haben doch schon zusammen 95 auf dem Friedensplatz gestanden.

schwatzgelb.de: Ja sicha!

Der Wolf: Spätestens seit 89 bin ich Fan geworden. Man könnte zwar ein bisschen Schönwetter-Fan sagen, aber die 80er waren ja auch nicht gerade die erfolgreichste Phase des BVB. Aber seit dem Pokalsieg 89 bin ich dabei.

Terow: Ich war 1993 mit sechs Jahren das erste Mal im Stadion. Gegen die Blauen. Daher fing das bei mir direkt picobello an. 94/95 Meister und dann ging es ja ganz nach oben. Ich habe also direkt eine richtig schöne Ladung positive Gefühle abbekommen, so dass ich auch die Jahre danach überstehen konnte und mir das trotzdem noch angetan habe. Ich hatte auch mal eine Dauerkarte für die Südtribüne, die habe ich in den Krisenzeiten irgendwann abgegeben. Das bereue ich natürlich mittlerweile. Das war aber gerade die Phase wo der BVB so mit dem Geld geprasst hat. Das war dann auch keine Dortmunder Mannschaft mehr, die da auf dem Platz stand. Außerdem habe ich zu der Zeit selber Fußball gespielt. Da hatte ich Samstags immer selber Spiele und habe es selten geschafft ins Stadion zu gehen. Daher habe ich die Karte damals wieder abgegeben. Mittlerweile gefällt mir die Philosophie die hinter dieser Mannschaft steht am besten. Dass die dann auch noch so erfolgreich sind ist natürlich das Sahnehäubchen. Aber selbst jetzt, wo sie wieder die dicke Kohle haben, hauen sie damit nicht mehr so auf den Putz. Reus zurück zu holen, wollten natürlich alle. Aber ich finde dass diese 17 Millionen auch die absolute Obergrenze für Ablösesummen sein sollten. Das finde ich halt geil, das fasziniert mich mittlerweile noch mehr an dem Verein. Und wenn die sich dann noch auf dem Platz den Arsch aufreißen und gewinnen, ist das natürlich perfekt.

schwatzgelb.de: Ein schönes Schlusswort. Vielen Dank für das Gespräch.

Zum Abschluss gibt's hier noch den neuesten Rapbericht. Den Beat hat diesmal Dr. Markuse beigesteuert und die Raps sind von Terow. Der Track handelt nicht nur das Pokalspiel gegen Hannover ab, sondern auch noch den Jahreswechsel und die Rückkehr des verlorenen Sohns. Viel Spaß damit. Demnächst werden auch die Tracks aus der letzten Saison und alle bisher bei schwatzgelb.de erschienen Rapberichte komprimiert auf einer Seite bereitgestellt, so dass Ihr Euch immer wieder die Erinnerung an geile BVB Spiele im Hip-Hop Style reinziehen könnt.

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Web 06.02.2013

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