Warmlaufen

Die Angst geht um

24.09.2012, 21:51 Uhr von:  Redaktion

Nach der unnötigen Pleite in Hamburg ist nun Aufstehen angesagtDortmund an einem kalten verregneten Montagnachmittag. Die Angst geht um. Die 2:3 Niederlage in Hamburg nagt an den Nerven. War die erste Niederlage nach nur einem Jahr der Auftakt zu einer neuen Horrorserie? Selbst ein Gegner, der in der gesamten Saison noch keinen Sieg verbuchen konnte, schafft es gegen Dortmund drei Tore zu schießen und den BVB chancenlos aussehen zu lassen. Ausgerechnet jetzt muss der BVB zu den Unbesiegbaren nach Frankfurt reisen.
Die Panik ist in die Gesichter der BVB-Spieler geschrieben. Der psychische Stress, die Angst hat bereits Auswirkungen auf die Physis. Der Trend, dass Spieler sich vor einem Spiel krank melden, hält an. Gündogan, Bender um nur einige zu nennen. Auf dem Trainingsplatz wird nicht mehr trainiert, sondern nur noch gesprochen. Psychologische Schwerstarbeit für das Trainergespann – wenn man in diesem Zusammenhang überhaupt noch von Trainern sprechen darf.
Die Leichtigkeit, welche die Mannschaft in den letzten mehr oder minder erfolgreichen Jahren gezeigt hat scheint, verflogen zu sein. Wie Blei klebt sie an den Füßen der Spieler. Geschossene Elfmeter verkümmern zu einem Rückpass zum Torwart und in der Luft haben die Schwatzgelben schon längst ihre Hoheit abgegeben. Immerhin hat Hummels noch den Willen gezeigt zum Ball hochzuspringen als Son das 1:0 für Hamburg köpfte. Andere Spieler hätten schon bei der Flanke kapituliert und sich auf den Weg ins Tor gemacht, um ihn für den Anstoß herauszuholen.
Die Gedanken der BVB-Spieler kreisen inzwischen lediglich darum, dass die mit den Aufgaben überfordert sind. Eins zu eins Situationen scheinen ein Graus zu sein, dem man besser aus dem Weg geht. Anders kann man das Verhalten der Defensive nicht erklären. Der Satz: „Nimm du ich hab ihn sicher“ scheint wie eine Comicblase über den Köpfen der Spieler zu schweben. Die Angst, die Erwartungen der Fans nicht erfüllen zu können, führt zu einer inneren Verkrampfung und Blockade.
Der letzte Auftritt in Frankurt wurde von den Vorfällen in Sevilla überschattetWie fühlt sich ein Spieler, der von seinen Fans verlassen wurde? Zu welchen Leistungen er nur noch in der Lage ist, konnte man am Samstag in Hamburg sehen. Der Fanblock verweist. Ein großes Plakat davor mit der Aufschrift: KEINEN ZWANNI FÜR’n STEHER! Wie fühlt sich ein Spieler der als „STEHER“ tituliert wird?
Die These, dass das Verhältnis zwischen Fans und Spielern mehr als gestört ist, ist nur schwer von der Hand zu weisen. Ein weiterer Beleg dafür ist, dass selbst zu einer fanfreundlichen Anstoßzeit an einem Dienstagabend nur 5.000 Fans ihre Mannschaft in die Nachbarstadt begleiten werden und es noch reichlich Gästekarten (ca.200) an der Abendkasse geben wird. Vermutlich zieht alleine die Vielzahl kultureller Möglichkeiten und Sehenswürdigkeiten der Stadt Frankfurt die wenigen BVB-Fans an. Nähere Informationen sind auf der offiziellen Homepage der Stadt Frankfurt erhältlich. Hinzu kommt, dass der schwatzgelbe Anhang eine Mannschaft betrachten darf, die genau den Fußball zelebriert, den man in Dortmund schon Ewigkeiten vermisst: Frühes Pressing, hoch stehende Aussenverteidiger, die es ermöglichen, schnell nach vorne zu spielen, eine kompakt stehende Innenverteidigung und einen Japaner als Lenker und Leiter in der Offensive. Eine Mannschaft mit einer hohen Laufbereitschaft und dem absoluten Willen, jedes Spiel zu gewinnen. Eine Mannschaft mit Leidenschaft. Tugenden und Eigenschaften, die man in Dortmund schon lange nicht mehr gesehen hat.
Moritz Leitner könnte wieder in die Startelf rutschenImmerhin konnte Dortmund am Wochenende in einer Sache mit Frankfurt gleichziehen. Dortmund hat jetzt auch seinen eigenen Tatort. Ein Vergleich der beiden Tatort-Folgen würde ähnlich ausfallen, wie der Vergleich der beiden Fußballmannschaften. Gemeinsamkeiten zwischen dem BVB und dem Tatort Kommissar Faber sind kaum zu übersehen. Beide benötigen Antidepressiva, um mit der Situation klar zu kommen.

So könnten sie spielen:

Eintracht Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Anderson, Oczipka - Lanig, Rode - Aigner, Meier, Inui – Hoffer

Auf der Bank: Nikolov - Butscher, Celozzi, Demidov, Djakpa, Wille, Kittel, Köhler, Matmour, Schwegler, Occean
Es fehlen: Amedick, Kouemaha

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Gündogan, Kehl - Blaszczykowski, Götze, Perisic – Lewandowski

Auf der Bank: Langerak - Santana, Bender, Leitner, Perisic, Reus, Großkreutz, Schieber
Fraglich: Gündogan und Bender

Das Stadion ist mit 51.500 Zuschauern ausverkauft!

Schiedsrichter: Florian Meyer

Christoph, 24.9.2012

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