Unsa Senf

Gemach, Freunde!

28.01.2012, 11:23 Uhr von:  Redaktion

Was war das für Jahresbeginn? Mit dem 5:1-Sieg beim HSV hat der BVB vom Start weg ein Ausrufezeichen gesetzt und deutlich gemacht, dass auch in der Rückrunde mit ihm zu rechnen ist. Mit den Bayern gleichauf, satte sechs Tore aufgeholt und in beeindruckender Form gehört die Borussia definitiv zu den Gewinnern des Spieltags. Anlass für übertriebene Euphorie ist das alles trotzdem nicht.

Bemerkenswert dabei ist, wie die Borussen mit dem Druck umgegangen sind, als letztes Spitzenteam in die Rückrunde zu starten, nachdem Mönchengladbach und Gelsenkirchen bereits vorgelegt hatten. Das zeugt von mentaler Stärke und einer großen Qualität, denn bereits mit einem Unentschieden wäre man tabellarisch ein wenig unter Druck geraten und die gute Ausgangslage wäre keine mehr gewesen.

Die Verlockung ist groß, nach dem HSV-Spiel derselben Fehleinschätzung zu erliegen wie in der Hinrunde. Bereits am ersten Spieltag hatte der BVB gegen die Hanseaten aufgetrumpft, als wolle man die Meistersaison nahtlos fortsetzen. Bereits am ersten Spieltag hatte insbesondere die Defensive der Hamburger dem Borussen-Sturmlauf wenig entgegen zu setzen. Und bereits am ersten Spieltag hatten sich die Schwatzgelben als neuerlicher Titelanwärter ins Gespräch gebracht – auch weil die Bayern zwei Tage später nach einem Neuer-Patzer von Gladbach düpiert wurden.

Den überzeugenden Sieg sollte man daher nicht überbewerten. Zu sehr liegt unseren Jungs derzeit offenbar auch die Hamburger Mannschaft, die nicht zum ersten Mal völlig überfordert wirkte mit den Aufgaben, die sie von den Borussen gestellt bekam. Gar keine Frage: Der BVB hat im Volkspark ein sehr gutes Spiel abgeliefert. Es war aber auch nicht gerade so, dass die Hamburger dem sonderlich viel entgegen zu setzen hatten.

Die deutliche Überlegenheit im Hamburg-Spiel sollte daher nicht darüber hinweg täuschen, dass die Borussia vor einer sehr schweren Rückrunde steht. Die Konstellation an der Tabellenspitze bestraft praktisch jeden Fehler, wer schwächelt verliert an Boden. Das ist erfreulich, wenn der BVB seine Form auch in die kommenden Spiele retten kann, es birgt aber auch Gefahren – insbesondere wenn das Verletzungspech den Schwatzgelben weiterhin so treu zur Seite steht. Zum Ende der Hinrunde liefen die Borussen beinahe auf der letzten Rille ins Ziel ein und auch zum Rückrundenauftakt ist die Situation durchaus noch angespannt – spätestens nachdem Mario Götze nun auch länger ausfällt und sich auch weitere Spieler mit Blessuren herumplagen.

Wir sind daher gut beraten, die Ereignisse des letzten Wochenendes unaufgeregt zu betrachten.
Der BVB hat in Hamburg ziemlich überzeugend ein Spiel gewonnen.

Nicht mehr und nicht weniger.

Arne, 27.01.2012

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