Spieler im Fokus

Oliver Kirch wechselt zum BVB

18.06.2012, 18:41 Uhr von:  Redaktion

Wie beide Vereine heute bestätigten, wechselt Oliver Kirch vom Erstliga-Absteiger aus Kaiserslautern zum BVB. Kirch, der in der Bundesliga bislang für Gladbach, Bielefeld und die Roten Teufel tätig war, hat mit seinen 29 Jahren bislang 125 Bundesligaspiele bestritten und dabei vier Tore erzielt. Er erhält in Dortmund einen 2-Jahres-Vertrag, die Ablösesumme soll sich nach Medienberichten im Bereich von 500.000 Euro bewegen.

Was ist von Oliver Kirch zu erwarten? Wir haben mit Thomas Hilmes von den Kollegen des FCK-Fanzines "Der Betze brennt gesprochen. Hier seine Einschätzung des Spielers:

"Also in Lautem wundern sich alle über den Transfer und viele lachen sich sogar kaputt. Bei der Allgemeinheit der FCK-Fans war Kirch langezeit ein Buhmann, was in diesem Ausmaß aber übertrieben war. Er hatte ein paar schlechte Spiele, Trainer Marco Kurz hat ihm nicht die erforderliche Auszeit gegönnt, und so hatte sich das dann hochgeschaukelt. Menschlich ist er ein feiner, ruhiger Kerl, leider auch sehr sensibel gegen solche Kritik von außen. Sportlich macht er viel Arbeit, die Otto-Normalfan gar nicht sieht. Ein wirklich guter Bundesliga-Spieler ist er aber trotzdem nicht - so ehrlich muss man dann doch sein. Für den BVB muss er sich definitiv steigern gegenüber seinerzeit beim FCK. Manchmal hat er auch durchaus Ansätze dafür gezeigt, aber ob er diesen Schritt in seinem Alter wirklich schafft? Ich kanns mir nicht vorstellen, aber im Fußball hat man ja schon alles erlebt. Vielleicht kitzelt die Nähe zu seiner Heimat ja auch noch mal ein paar Prozent raus."

Soviel zu den nüchternen Zahlen. Bleibt die Frage: Macht das Sinn? Kirch ist ein vergleichsweise variabler Kicker, kann auf der rechten Seite defensiv wie offensiv und zusätzlich als 6er eingesetzt werden. Gerade die Position des Rechtsverteidigers dürfte es sein, die ihn für Jürgen Klopp interessant macht. Dort stehen Lukasz Piszczek und sein Stammplatz zwar felsenfest zementiert, dahinter aber wird es schnell dünner. Patrick Owomoyela ist verletzt, Julian Koch wurde zwecks Spielpraxis-Sammlung ausgeliehen und auch Florian Kringe verlässt den Verein. Im Moment fehlt der Borussia also ein Backup auf dieser Position, der gleichzeitig keinen Platz blockiert, sollte Julian Koch noch die gewünschte Entwicklung nehmen.

So gesehen ist Oliver Kirch vermutlich so etwas wie eine Ideallösung: bundesligaerfahren und solide, aber ohne überhöhte Stammplatz-Ansprüche und Konfliktpotential. Dass Kirch für den Fall der Fälle auch als defensiver 6er auflaufen kann, komplettiert die Lösung – viel falsch machen konnten weder Verein noch Spieler mit diesem Wechsel.

Denn Oliver Kirch ist zudem ein Kind der Region, ist in Soest geboren und aufgewachsen und kickte vor der Profikarriere für diverse westfälische Vereine: vom SuS Legden über den SuS Stadtlohn und die SpVgg Vreden bis hin zum SC Verl. Anpassungsschwierigkeiten sind also kaum zu erwarten. Vielmehr dürfte der Wechsel inklusive Perspektive Champions League für Kirch ein kaum noch zu erwartendes Karrierehighlight bedeuten. Mit seinen bisherigen drei Profivereinen nämlich ist Oliver Kirch in die Zweite Liga abgestiegen.

Das Vertrauen in Klopp und Co besiegt jedoch unseren Aberglauben und so sagen wir deshalb: Herzlich willkommen, Oliver Kirch!

Arne, 18.06.2012

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