Spielbericht Profis

Die Galaktischen geerdet - BVB spielt die Sterne vom Himmel

25.10.2012, 22:30 Uhr von:  Redaktion

Was für ein wunderbarer Europapokalabend im Westfalenstadion. Die am Wochenende noch schwer geschlagenen Borussen besannen sich auf ihre Grundtugenden und zeigten, dass sie diese inzwischen bis zur Perfektion beherrschen und auch mit klugem Spiel zu kombinieren wissen. Da hatte auch einer der größten Namen der Fußballwelt, der eine der teuersten Mannschaften des Planeten ins Rennen schicken konnte, nicht allzu viel entgegen zu setzen. Zu spät erst erwachte der Offensivgeist Real Madrids, über weite Strecken des Spiels hatten sie der Borussia mit einer abwartenden Spielweise den Respekt erwiesen, den die Mannschaft sich inzwischen auch in Europa erkämpft hat. So blieb am Ende ein verdienter 2:1 Sieg der Hausherren auf der Anzeigetafel, womit man auch die Führung in der Todesgruppe D übernommen hat.

This is THE group! Und Borussia steht an der Spitze

Es fällt zwar schwer zu glauben nach dem letzten Wochenende aber Mittwochabend gingen wir ungeschlagen ins Spiel. Allerdings galt das natürlich auch für den Gegner, dessen Start in die Meisterschaft ja auch ähnlich erfolgreich verlaufen ist wie unserer. Zwei Teams auf Augenhöhe könnte man meinen. Das sollte sich während des Spiels aber nur zum Teil bewahrheiten. Allerdings hatte, anders als so mancher gedacht hätte, das weiße Ballett aus der spanischen Hauptstadt einige Probleme mitzuhalten. Allein die Frage wer einen größeren Anteil am Außenseitersieg der Borussia hatte, blieb am Ende unbeantwortet. War es Boris „el campeón“ Rupert, der in der PK vor dem Spiel das Bundesliga-Champions-League-Heimniederlagen-Paradoxon postuliert hatte oder der nette Ordner, der mich unter der Ost mit dem verwegen scheinenden Tipp „2:1“ begrüßte. Ich muss mich hier als Kleingeist outen, denn ich hätte ein Unentschieden vor dem Spiel freudig unterschrieben.

Auf den Tribünen merkte man auch sofort einen Unterschied zum Samstag. Während beim Derby die Anspannung regelmäßig einem guten Support im Weg steht (auch wenn die Blauen mal nichts hochhalten), standen die Zeichen heute auf ein Fußballfest, was jeder entspannt und in guter Stimmung angehen konnte. Dementsprechend laut war die Süd schon vor Spielbeginn. Man war offensichtlich diesmal entschlossen, seinen Teil zum Erfolg der Mannschaft beizutragen. Von Anfang an war klar, dass die Ballettfreunde hier heute nicht zu hören sein würden. Dafür hatten sie ein Transparent mitgebracht, auf welchem einem rechtsradikalen Mörder gehuldigt wurde. Kann man die verdammte Politik denn nicht zu Hause lassen und sich auf das einzige konzentrieren, was im Stadion wichtig ist? „Auf’m Platz“ spielt die Musik und das beginnt in der Champions League bereits vor Anpfiff. Wenn die UEFA einmal was richtig gemacht hat, dann bei dieser Hymne. Regelmäßig laufen einem kalte Schauer den Rücken runter, wenn dieses Lied erklingt. Spätestens dann weiß jeder was ansteht: Europapokal Baby!

Erste Halbzeit

Begleitet von gellenden Pfiffen spielten die Weißen ihre ersten Bälle und produzierten überrascht gleich mal einen Ballverlust. Borussia war von Beginn an gut im Spiel und bei erster Gelegenheit zeigte Kehl Özil mal, was internationale Härte ist. Da hatte er Glück, ohne Karte davon zu kommen. Als Real dann auch mal wollte, zeigte sich gleich die riesige Offensivklasse dieser Mannschaft. Erst stand Benzema noch knapp im Abseits und dann verpasste Özil haarscharf eine Hereingabe von Ronaldo. Aber auch Dortmund direkt mit ein paar schönen Schnellangriffen, nur der letzte Pass landete noch beim Gegner. Der Publikumsliebling Roschwalbo setzte schon im Mittelfeld zum Tiefflug an und wurde für diese baletttechnische Glanzleistung vom Publikum mit aufmunternden Pfiffen bedacht.

Käpt'n Kehl, der überall im Mittelfeld unterwegs war, stellte Casillas aus der Distanz vor eine erste Prüfung, aber der tauchte in die Ecke ab und faustete den Ball zur Seite. Jetzt war der BVB am Drücker und offenbarte auch direkt einige Probleme in der weißen Abwehr. Insbesondere Essien, der im defensiven Mittelfeld eine Macht ist, zeigte dass er auf dem Flügel nicht zu Hause ist. Mit der Geschwindigkeit von Götze und Reus kam er einfach nicht mit. Obwohl Jose Mourinho in der PK vor dem Spiel noch kurz und bündig mit „esta bien“ auf die Frage nach dem Gesundheitszustand von Sami Khedira geantwortet hatte, war die Party für den deutschen Nationalspieler schnell wieder vorbei. Erst humpelte er, dann griff er sich in den Oberschenkel und ließ sich auf den Rasen fallen. Aber wer einen Luca Modric von der Bank bringen kann, muss sich eigentlich keine Sorgen um einen großen Qualitätsverlust machen.

Kurz darauf startete der wohl beste Ballettstar an diesem Abend, Angel Di Maria ein kleines Tänzchen in den Dortmunder Strafraum, setzte seinen Schuss aber einen Meter zu hoch an. Nach 26 Minuten war es erneut Kehl, der Casillas zur Parade zwang. Nach einer schönen Kombination über Götze, Reus und Großkreutz zog er erneut von der Strafraumgrenze ab, aber auch der Spanier war wieder auf dem Posten. Wenig später musste er nach einem Freistoss von Schmelzer erneut fliegen. Der BVB erarbeitete sich in dieser Phase ein Chancenplus und die Baletttänzer mussten ein ums andere Mal die Katschow Grätsche auspacken, um die schwarzgelben Flitzer zu bremsen. Ganz besonders Lewandowski schien entschlossen, auf der großen Bühne noch eine Schüppe draufzulegen und war offensiv überall zu finden.

Dann brachte Bender die Madrilenen plötzlich wieder gefährlich ins Spiel, indem er am eigenen Strafraum einen katastrophalen Fehlpass spielte. Aber scheinbar ist es unter der Würde der Galaktischen, aus solchen Geschenken Profit zu ziehen. Außerdem stürzte sich sofort ein schwarzgelber Bienenschwarm auf den Balführenden, entschlossen den Fehler des Mannschaftskameraden auszubügeln. Im direkten Gegenzug machte der BVB es besser. Fairplaypreis-Pepe tat es Bender gleich, Kehl schaltete schnell und schickte Lewandowski, der diesmal seine Nerven im Griff hatte. Er ließ Pepe stehen und vollstreckte eiskalt ins rechte Toreck.BVB – Real 1:0, das las sich sehr schön auf der Anzeigetafel, war dort aber leider kaum zwei Minuten zu sehen. Nach einem langen aber zentimetergenauen Pass von Özil aus dem Mittelfeld startete Ronaldo durch, hängte Bender ab und lupfte den Ball mit einer Berührung über den heraus laufenden Weidenfeller hinweg ins Tor. Danach machte er beschwichtigende Gesten in Richtung des Publikums.

Doch die BVB Fans waren nicht zum Schweigen zu bringen. Bitter, dass man so kurz nach der Führung im eigenen Stadion ausgekontert wurde. Aber wenn die Mannschaft so herzerfrischend spielt und kämpft, dann kann man für gelegentliche unbedarfte Momente einfach nicht böse sein Der BVB ließ sich von diesem Rückschlag aber nicht beirren und versuchte weiter, Madrid unter Druck zu setzen. Lewandowski ließ es sich dann auch nicht nehmen, den elegantesten Trick der ersten Halbzeit zu zeigen. Er drehte sich mit dem Ball und spielte ihn per Hacke zu Großkreutz weiter. Der würde sich vermutlich alle Bänder reißen, wenn er so etwas auch mal probieren würde. Aber auch der Dortmunder Jung zeigte seine bei weitem beste Saisonleistung und rannte sich die Lunge aus dem Leib. Kurz vor der Pause versuchten sich Götze und Ramos noch einmal aus der Distanz, ohne für große Torgefahr sorgen zu können. Am Ende der ersten Halbzeit hatte der BVB 7 Mal aufs Tor geschossen und Real gerade mal zwei Versuche abgegeben. Das spiegelte relativ gut den Spielverlauf wieder. Borussia mit mehr Einsatz und Galligkeit (9:5 Fouls zu diesem Zeitpunkt dokumentieren das). Die Balletttänzer zwar mit mehr Ballbesitz, aber fast nur weit, weit weg von Weidenfellers Strafraum. Leider war ein Geniestreich von Özil und Ronaldo genug, um mit einem Unentschieden in die Kabine zu gehen.

Zweite Halbzeit

Die Topstars in Weiß ließen mal wieder auf sich warten. Endlich trotteten sie unter gellenden Pfiffen wieder auf den Platz. Auch in die zweite Halbzeit startete der BVB couragiert. Reus schickte Piszczek, der versuchte, den Ball auf ihn zurück zu legen. Aber Reus hatte erkannt, dass Götze noch besser postiert war und ließ den Ball durchlaufen. Leider hatte der erneut kein Schussglück und fand seinen Meister in Casillas. Reus schoss kurz darauf einen Freistoß von der linken Strafraumseite frech direkt aufs kurze Eck, aber Casillas hatte aufgepasst. Die Ecke im Anschluss verpassten Kehl und Hummels im Fünfmetererraum nur ganz knapp.

Das erste Lebenszeichen der Weißen zeigte dann wieder einmal Di Maria, der nach einem Superpass von Benzema über Links alles stehen ließ und den Ball nur äußerst knapp am langen Eck vorbei schoss. Diese Aktion schien aber so etwas wie der Startschuss für Real in Halbzeit zwei gewesen zu sein. Benzema verpasste kurz darauf im Strafraum nur knapp einen Ball und Di Maria versuchte es aus der Distanz. Doch dann war wieder der BVB am Zug. Götze und Piszczek spielten sich über rechts durch und der Ball kam zum zentral mitgelaufenen Bender. Leider ging dessen Schuss aus 18 Metern knapp über den Kasten. Nun zog Ronaldo mal wieder seine lächerliche Freistoßshow ab, nur um den Ball nach gockelhaftem Anlaufvermessen und Breitbeinstand direkt in die drei Mann Mauer zu schießen. Immerhin sorgte er so für ein beachtliches Pfeifkonzert.

Nach 64. Minuten war es dann wieder Zeit für Extase. Nach einem Doppelpass mit Reus starterte Götze über Rechts durch und schlug eine wunderbare Flanke in den Strafraum. Diese lenkte Casillas ausgerechnet vor die Füße von Marcel Schmelzer und der fackelte trotz seiner mageren Torbilanz nicht lange und schoss den Ball an Pepe und Lewandowski vorbei in die rechte Ecke. Der Pole hatte sich noch klug aus der Schussbahn begeben, als er realisierte, dass der Ball einschlagen würde.

Jetzt drehte auch das Publikum, das zwischendurch bis auf den Stimmungskern ein wenig eingeschlafen zu sein schien, wieder auf und feuerte die Mannschaft frenetisch an. Und anders als noch nach dem ersten Treffer spielte Borussia nun auch etwas abgeklärter und zog sich ein wenig zurück. Jürgen Klopp schickte nun die personifizierte Ballsicherheit Ilkay Gündogan ins Rennen. Und Sven Bender, der in seinen eigenen Worten „alles raus gehauen“ hatte, ging mit Applaus vom Feld. Dieser Stefan Pieper sieht aber auch wirklich kein Champions League Spiel von Anfang bis Ende, schon wieder wurde er zur Ordnerzentrale unter Nordtribüne gerufen. Kurz darauf die Zuschauerzahl: Mal wieder ausverkauft. Noch ausverkaufter könnte es aber sein, wenn man die Süd endlich auch unter der Woche dauerhaft von Sitzen befreien würde. Aber das wird wohl ein Traum bleiben.

Madrid versuchte sich den BVB nun zu recht zu legen. Aber wirklich gefährlich wurden sie zunächst nicht. Ganz im Gegensatz zu den Borussen, die immer wieder schnelle Gegenangriffe starteten. Aber einmal war Großkreutz zu eigensinnig und übersah den startenden Reus und beim nächsten Versuch geriet Götze im Strafraum ins Straucheln. Nach Elfmeter sah das aber nicht wirklich aus. Den wollte kurz darauf dann Reus haben, aber der Magyare an der Pfeife blieb hart, obwohl Alonso deutlich mehr den Gegenspieler als den Ball gespielt hatte. Da war Reus‘ Aufregung nachvollziehbar. Neven Subotic prüfte dann nochmal, ob Weidenfeller auch noch wach war und produzierte einen ulkigen unfreiwilligen Rückzieher. Aber Weidenfeller war auf dem Posten und fischte den Ball noch aus dem Winkel.

Jetzt startete doch noch die Schlussoffensive von Real und der Westfalenstadion Roar erreichte neue Spitzenwerte im Lautstärkepegel. Wie aggressiv doch „Unser ganzes Leben, unser ganzer Stolz“ klingen kann, wenn ein Stadion voller Fans mit Schnappatmung mehr brüllt als singt. Es gab nun auch im ganzen Stadion keine Sitzplätze mehr. Sogar die Journalisten auf den Presseplätzen erhoben sich. Das sind die Momente, wo man einfach nur stolz und glücklich ist, Woche für Woche in diesen Tempel pilgern zu dürfen. Und auch die Mannschaft schien von diesem Support angestachelt und warf sich mit aller Kraft den weißen Angriffswellen entgegen. Immer wieder trieb der starke Di Maria den Ball in Richtung des Dortmunder Strafraums, aber dort zerschellten alle Angriffsbemühungen an einer gelben Wand. Es folgte eine schier endlos erscheinende Nachspielzeit, der allwissende UEFA Statistikbogen kann an dieser Stelle einfach nur gelogen haben. 3:46 Min.? Gefühlt war es eher eine Viertelstunde. Aber dann war endlich Schluss und die Anspannung wich purer Freude. So eine Bandbreite von Gefühlen innerhalb weniger Tage kann einem wohl wirklich nur der Fußball bescheren. Die Derbyversager ließen sich von ihren ekstatischen Anhängern feiern und während der unzerstörbare Bender schon Interviews gab, war der Rest der Truppe immer noch auf einer schier endlosen Ehrenrunde.

Stimmen von der PK

Mou: Uns hat nur ein Tor gefehlt, um das Spiel zu gewinnen. Beide Mannschaften waren sehr ausgeglichen. Wenn wir ein Tor geschossen hätten, hätten wir das Spiel gewonnen. Aber so hat Dortmund das Tor gemacht, als wir unsere stärkste Phase hatten. Den Auftritt von Dortmund werde ich hier nicht analysieren, das ist ihre Aufgabe (der Journalisten). Manche Gruppen in der Champions League sind ein Witz. Das hier ist die stärkste Gruppe und eine große Mannschaft wird am Ende im UEFA-Cup landen und eine gute wird ganz ausscheiden. Momentan haben Dortmund und wir die besten Chancen die Gruppe zu überstehen. Borussia war gefährlich im Gegenangriff. Ich habe meiner Mannschaft vor dem Spiel gesagt, dass die Mannschaft das Spiel gewinnen wird, die nach Ballverlusten am besten reagiert. Beide Gegentreffer sind nach Ballverlusten von uns gefallen. Borussia Dortmund hat einen ähnlichen Spielansatz wie wir.

Anm: Leider war ich zu siegestrunken, um die investigative Frage nach einem Jobwechsel nach Wolfsburg zu stellen. Jetzt wo der Job endlich frei geworden ist, wird the special one sich aber demnächst zu seiner Zukunftsplanung erklären müssen.

Klopp: Sie haben alle gearbeitet wie die Stiere. Das war ein außergewöhnlich gutes Spiel meiner Mannschaft. Das ist ein echtes Kompliment (Auf die Bemerkung eines spanischen Reporters, dass Mourinho das Spiel von Dortmund als dem Spiel von Real Madrid ähnlich bezeichnet hat). In manchen Spielen stimmt das auch vielleicht. Ich fand das Spiel von Real in Amsterdam außergewöhnlich stark und die gleiche taktische Disziplin haben wir uns auch auf die Fahnen geschrieben. Kann also sein, dass das ähnlich ist und da gibt es, ehrlich gesagt, auch schlimmeres.

So wahnsinnig viel beschissene Spiele haben wir in dieser Saison noch nicht gemacht. Nur die Ergebnisse haben manchmal nicht gestimmt. Das gegen GE war sicher das schlechteste. Das fühlt sich bei diesem Gegner natürlich noch schlimmer an. Aber wir mussten nicht allzu tief graben, um unsere Qualität wieder zu finden. Wir haben das Spiel schnell abgehakt und in den Trainingseinheiten viel Spielfreude zugelassen. Das hat heute sicher geholfen. Im Vergleich zur letzten Saison sind wir in den entscheidenden Momenten defensiv einfach klarer. Wenn man zu viele Tore zulässt, kann man in der Champions League nicht gewinnen. Man kann nicht so gut spielen, dass man auf diesem Niveau regelmäßig 3-4 Tore macht. Und da sind wir in dieser Saison einfach den entscheidenden Schritt klarer.

Wir haben nicht das Gefühl einen großen Erfolg gefeiert zu haben, denn Erfolge hängen an anderem als an einem Spiel. Einen großen Moment haben wir natürlich gehabt und das lassen wir auch zu. Ich habe als kleines Kind aber nicht davon geträumt Real Madrid zu schlagen. Wenn man im Schwarzwald aufwächst und Fußball spielt, träumt man davon beim VfB Stuttgart zu spielen. Das hab ich leider nicht geschafft. Aber wenn man richtig viel Qualität in der Mannschaft hat, wie wir, dann möchte man natürlich die Besten schlagen. Wenn das dann gelingt, ist das ein wichtiger Fingerzeig für die eigene Entwicklung. Real Madrid ist nach wie vor Favorit in dieser Gruppe. Das ist nicht schlimm. Wir wollten sie trotzdem heute schlagen.

Die größte Herausforderung war heute, mutig zu sein. In allen Bereichen. Defensiv mutig. Man kann gegen solch einen Gegner Zweikämpfe verlieren, aber man muss auch den Mut haben, sie zu führen. Wir mussten bei eigenem Ballbesitz mutig sein. Ganz wichtig war es, unsere eigenen Angriffe perfekt abzusichern. Das ist uns leider beim Gegentor nicht gelungen. Wir haben beide Außenverteidiger angewiesen, richtig offensiv zu sein, richtig mitzugehen, um in den Rücken der Außenverteidiger zu kommen. Das geht nur, wenn Du zur ballnahen Seite extrem verschiebst. Christiano Ronaldo versteckt sich gerne im Mittelfeld. Das haben wir einen Moment lang übersehen und dann war es, bei dem Tempo was der Junge mitbringt, nicht mehr zu verteidigen. Aber mutig zu sein und die eigenen Angriffe perfekt abzusichern war das wichtigste heute.

Die Aussagen von Jogi Löw habe ich im Gegensatz zu vielen anderen sofort richtig verstanden. Er hat da die Außenwirkung seiner Worte nicht bedacht. Das ist menschlich. So etwas kommt vor. Es ist auch nachvollziehbar, dass er von den Reaktionen einigermaßen überrascht war. Er hat das auch nachher alles revidiert und richtig gestellt. Falls noch jemand einen Beweis dafür gebraucht hat, wie gut Marcel Schmelzer Fußball spielen kann, dann war das Spiel heute ein neuerlicher Beweis. Marcel Schmelzer hat internationales Niveau. Das Spiel in Manchester war bereits ein außergewöhnliches Verteidigerspiel. Daher mache ich mir nicht so viele Gedanken um seine Qualität. Wichtig ist, dass der Junge fit ist und fit bleibt. Denn, wie der Bundestrainer gesagt hat: Es gibt keine 80.000 Linksverteidiger. Wir haben mit Chris Löwe einen richtig guten, dem wir nicht so wirklich Spielpraxis geben können, da unsere Amateure immer zeitgleich zu uns spielen. Nur aus dem Grund haben wir ihn gegen GE draußen gelassen. Ich bin sehr glücklich dass Marcel Schmelzer bei uns spielt und bin mir über seine Fähigkeiten, international mitzuhalten, absolut im Klaren.

Stats

BVB: Weidenfeller – Piszczek, Hummels, Subotic, Schmelzer (67. Gündogan) – Bender, Kehl – Reus, (90. Perisic) Götze (87. Schieber), Großkreutz - Lewandowski

Real: Casillas, Varane, Pepe, Ramos, Khedira (20. Modric), Ronaldo, Benzema (73. Higuain), Özil, Alonso, Essien, Di Maria

Tore: 1:0 Lewandowski (36.), 1:1 Ronaldo (38.), 2:1 Schmelzer (64.)

Gelbe Karten: Gündogan - Ramos, Alonso

65.829 Zuschauer im Westfalenstadion

Web 25.10.2012

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