Spielbericht Profis

Lekugawadommels is dat geil!

29.01.2012, 17:42 Uhr von:  Redaktion

Endlich gegen die TSG zu Hause gewonnenEigentlich hat Sascha im Forum ja schon alles zum Spiel geschrieben (http://bvb-forum.de/index.php?id=370636) und eigentlich muss man nur die Mimik von Sanktpauli-Super-Stani betrachten, um zu wissen, wat da gestern wieder passiert ist im Westfalenstadion. Dem Dietmar seine Kinder, deren Oma ihre Zunft ja eine der ältesten der Welt sein soll, haben endlich mal so richtig den Arsch versohlt bekommen. Wurd auch Zeit.

Dat Geseier vom Angstgegner vor dem Spiel und das Wissen um die Tatsache, dass die Zerstörer, rekrutiert aus der Kraichgauer Maisbauern-Auswahl, sich ein weiteres Mal anschicken könnten, uns zu ärgern, ging einem ja schon mächtig auf den Zeiger. Natürlich würde Tom Starke wieder das Spiel seines Lebens machen und natürlich würde dieser Salihowicht uns mit dem ersten Torschuss der Hoppenheimer in der 80. Minute den Garaus machen, nachdem unsere Jungs zuvor wieder drölfmilliarden Chancen liegen ließen. Da willse eigentlich zu Hause bleiben.

Gut, dass wir es nicht taten. Zutiefst im Schockzustand, ob der auf der Südtribüne präsentierten (leicht modifizierten) Sponsorenfahne der Hoffenheimer, verpassten dem Dietmar seine außerehelichen Blagen (erklär mir sonst mal einer den Babel) den Anpfiff und erst in der 60. Minute sacht ihnen das mal jemand. Puma wird an dieser Stelle ob der unverhofft prominenten Werbung schon vor Vertragsbeginn hoffentlich ein paar Gratis-Trikots nach Dortmund schicken...oder wie wäre es mit einem überdimensionalen „Geschenk" an die Fans, das man bei "You'll never walk alone" vor der Südtribüne hinablassen könnte. Klingt vielversprechend oder?

Da war doch mal was...Zurück zu des Pudels Kern. Borussia legt los wie die Feuerwehr und Talking Tom Starke liegt in den ersten fünf Minuten netto zwei Minuten quer in der Luft, um sich die Schüsse, Kopfbälle und abgefälschten Dinger aus den entlegensten Winkeln seines Kastens zu fischen. Großkreutz, Lewandowski, Kehl; Bum, Bum, Bum. Sollte sich die düstere Prophezeiung doch wieder bewahrheiten? Nein. Und daran maßgeblich beteiligt ist Tom himself, der mit einem mustergültigen Pass in die Mitte des Feldes bei jedem BVB-Kicker diesen Klopp-Drill auslöst, sich auf alles zu stürzen, das nicht das gelbe Leibchen trägt. Konditionierung is eben alles und den besten Konditioner hat wohl der Leader aufgetragen und stürzt sich wie ein Panther auf das ahnungslose Rentier Rudy. Ball wech, Kagawa da. Flachschuss. Tom is verwirrt, weil der Ball erstens flach und zweitens total mittig auf sein Tor kommt. Unhaltbar.

Gelb für Weis und das ganz ohne rassistischen Hintergedanken. So ist nunmal der Trend. Trikotzupf und taktisches Umhergeholze sind dann eben doch die Urtugenden, denen sich der Hoffenheimer bedient. Schauspiel gehört trotz kulturschwacher Herkunftsregion auch dazu, aber dazu an anderer Stelle mehr. Manni möchte auch noch ein Tor schießen, is allerdings im Pech, weil er ein rubbeldiekatz-Zusammenspiel zwischen Lekagawandowski (so sieht es wahrscheinlich das Hoffenheimer Fliegenauge – gelbe Leibchen verschwimmen ob der Kombinationsschnelligkeit zu einem) leider nicht verwerten kann. Der Starke lässt es sich auch nicht nehmen, diesem Ball im Sitzen hinterherzuhechten. Fabian Hambüchen wäre neidisch gewesen.

Tradition ist unbezahlbarGelb für schwarz. Edson macht seinem Nachnamen keine Ehre, doch das wird er später nachholen. Die Fans huldigen dem durch Abwesenheit glänzenden Herrn Hopp, und der berühmteste Hausmeister in Fußballdeutschland scheint sich dem Boykott der vielen Hoffenheimer angeschlossen zu haben. In Hoffenheim protestiert man jedoch angesichts der für einen Trecker doch unüberwindbaren Distanz von mehr als 200 km zum Auswärtsspielort lieber vor dem heimischen Kuhstall. Wir danken an dieser Stelle für die großartige Solidaritätsbekundung der Daheimgebliebenen und rügen die 1100 Kutten Streikbrecher in Reihen der Hoffes. Die BVB-Fans zeigen sich kreativ und verknüpfen die Tradition, die ja bekanntlich jeden Trend schlägt, mit der deutschlandweiten Aktion „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein". Die Transparente lauten da: „Fußball? Muss bezahlbar sein!" und „Tradition? Ist unbezahlbar!". Passt. Auch Kuba passt - zu Kagawa. Der passt zurück zu Kuba. Kurzer halbhoher Pass an den Fünfmeterraum, Lewandowski hat Stein, Kevin Papier. Kevin darf. Passt.

Hummels, der Wüstenfuchs, bekommt an dieser Stelle eine virtuelle Bronzestatue aufgestellt. Inschrift: „Ein langes Bein, sie alle zu erobern. Spielübersicht, Zweikampfführung, Antizipation in Vollendung." Auch der Rest-Abwehr muss man an dieser Stelle huldigen. Hatte sie abgesehen von einigem Gebabel auch nix zu tun, war sie stets da. Auch in der späteren Phase des Spiels, als es in dem kleinen kraichischen Dorf wohl doch noch den Zaubertrank gab.

Kagawa bejubelt den FührungstrefferWährenddessen singt der Hoffenheimer Wohlerzögling tausendfach „Scheiße BVB". Tststs. Wenn die wüssten, wie gut eine solche Beschimpfung aus dem Munde eines Hoffenheimers tut, sie würden es lassen. Ein Katja-Müller-Hohensteinscher innerer Reichsparteitag überkommt mich. Doch schnell bin ich wieder im Spiel und auf 180. Hoffenheim hat eine weitere Tugend entdeckt: Das Handspiel. Zwei davon innerhalb kürzester Zeit bleiben ungeahndet. Egal. Nutzt ihnen eh nix. Kurz vor der Halbzeit hat Super-Hoffe um die Demba-Bären tatsächlich eine halbe Torchance, doch Subotic klärt. Und auch Kevin möchte noch ein Tor schießen. Tut das auch und doch bleibt die 2 vorne stehen. Auf dem Monitor neben mir zeigt sich, dass es um Fingernagelbreite (vorgestern geschnitten) Abseits war. Egal. Halbzeit. Fazit: Die Rote Laterne in der Chancenverwertungsquote is uns nicht mehr zu nehmen. Und: Es könnte tatsächlich mal klappen gegen die Burschenschaft vom Flugzeugmuseum. Halbzeit. Wurst, Bier, Fachgespräch mit einem Woll-Untier. Weiter gehts.

49. Minute. Respektvoll rumpeln die Kraichgauer Talente in Abwehr und Mittelfeld umher. Da klärt man auch schonmal auf der Außenbahn Richtung Oberrang. Borussia mit der nächsten Chance. Großkreutz setzt sich in aussichtsreicher Position lieber auf den Arsch, als zu schießen. Jedem das seine. Wir gewinnen sowieso.

Süd schwach. Borussia stark. Kagawa, Kevin (Hacke), Kagawa. Bums. Tor. Hurra! Edson macht seinem Namen alle Ehre. Schmach getilgt. Win-Win nennt man das wohl.
Kollektiver Jubel nach dem 2-0„Die Tradition, die Tradition, die Tradition, ihr könnt jetzt gehn" - Wechselgesang zwischen Süd und Nord. Skurril. Verwirrte Blicke um mich herum. Auch Hoffe wundert sich, aber der Kessel mit dem Zaubertrank steht bereit und ein Spieler nach dem anderen kommt zum Druiden um sich ein Schlückchen abzuholen. Nur Vestergaard nicht. Das heimische Talent soll....ach die Geschichte mit dem Kessel kennt ja nu wirklich jeder.

61. Minute: Super-Hoffe mit dem Anschlusstreffer. Der Defensivverbund in schwarzgelb schlummert kurz und eine scharfe Flanke von der Grundlinie wird durch Johnson unhaltbar ins Netz befördert. Gut dass es vorher schon 3-0 stand. So stehts jetzt 3-1. Kein Grund nervös zu werden? Der Druide schein nix verlernt zu haben, die Weißen sind plötzlich aufgewacht und spielen jetzt mit. Aber nicht lange. In der 70. Minute wird das oben erwähnte Schauspiel-Talent weiter gestählt. Tom kommt raus. Kagawa is aber ein wenig früher am Ball und spitzelt diesen am Keeper vorbei, verschießt dann aber. Hätte eh nicht gezählt. Aber warum? Tom fällt nach der Berührung durch Kagawa wie vom Blitz getroffen um und wälzt sich am Boden, um Sekunden später wieder quietschfiedel auf den Schiedsrichter einzureden. Danke für einen weiteren Grund, Hoffe zu hassen. Doch dann mag man sie doch wieder für Spieler mit den Namen, die sich im Kraichgau an jeder zweiten Türklingel finden: Sie heißen Mlapa und Musona. Doch der Kracher fällt einem erst nach dem vierten, verwirrten Blick auf den Spielberichtsbogen auf: Der Kerl heißt doch tatsächlich Knowledge Musona. Uiuiui. Knowledge ist der erste Schritt zur Besserung. Denkste!
Gelöste Stimmung nach AbpfiffBorussia is wieder wach und scheisst auf den Zaubertrank. Weiter geht die Show. Lewandowski darf noch einmal alleine auf Starke zulaufen. Und auch dieses Mal hilft ihm der Stein nicht. Starke hat Papier (natürlich vom Kevin abgeguckt) und pariert. Kagawa hatte es mit feinem Pässchen erst zum Schnickschnackschnuck kommen lassen.

Das kann sich Klopp nicht länger ansehen und wechselt den völlig desolaten Rumpelstürmer Lewandowski aus. Ich schwelge in Gedanken an Delron Buckley, Nelson Valdez und Jan-Derek Sörensen. Traurig, welche Entwicklung mein Verein nehmen musste. Jetzt kann ich mich gar nicht mehr selbstbemitleiden. Höchstens für den Kater nach den Siegesfeierlichkeiten. Vor diese hat der liebe Gott noch die Einwechslung von Lucas Barrios gesetzt, der immernoch großen Kredit bei den Fans zu haben scheint. Gut so. Barrios darf auch nochmal alleine auf Tom zulaufen, nimmt aber Brunnen. Brunnen gibt es aber Erstens nicht und Zweitens gewinnt Tom trotzdem mit Papier (Einfaltspinsel) und so darf auch Barrios nicht netzen.

Und die Protestbewegung kommt ins Rollen. Tausende Zuschauer verlassen ab Minute 85 ihre Plätze. Es ist nicht überliefert, ob sie vor dem Stadion Radio hörten. Trotzdem dankt die Initiative „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein" herzlichst für die überwältigende Unterstützung.

Das Spiel ist aus, der Fluch ist raus, wir gehn nach Haus. Ich danke allen Livetickern für die Spieldaten und schließe mit den großen Worten von Moritz Leitner aus der Stadionzeitung: „Ich bin frech."

Noten sind Schall und Rauch:
Piszczek im ZweikampfWeidenfeller: Mehrfach beim gelangweilten Nasepopeln erwischt. Einmal nicht erwischen lassen und einmal Finger gegen Babel rechtzeitig aus der Nase bekommen: Note 2
Piszczek: Polonia Dortmund braucht ihn. Läuft seine Linie entlang wie einst „Haute-Encore", nur mit einem klaren Ziel. Hinten stabil. Note 2,5.
Subotic: Grätschenmonster. Note 2,5
Hummels: Siehe Bronzestatue. Das Gegentor als Makel. Note 1komma5
Schmelzer: Miep miep. 2,5
Kuba: ist ein Inselstaat in der Karibik. Und wieder der Alte! Note 1,5
Kehl: Offensive war noch nie seine Stärke, dafür kampfstark wie eh und je. Unnachahmlich sein Panthersprung auf Rudy vor dem 1-0. Note 2
Bender: Unauffällig, aber irgendwie wieder überall. Wenn er das Tor macht, gibs ne Note 2.
Kagawa: Ich frag mich, wie er das macht. Sitzt rechts und links von mir auf der Pressetribüne während er auf dem Platz alle umwuselt. Note 1,5
Großkreutz: Geh mal zum Friseur. Für die Hacke gibs noch die Note 2
Lewandowski: Rumpelfußballer, dringende Empfehlung von Goldmann Sachs: Abstoßen. Danke für alles! Note 1,5
Alle die später kamen, konnte ich im Rausch nur verschwommen erkennen. Trotzdem gebührt auch euch mein Dank. Note 2,5. Schlechter will ich heute nicht.

Die Welle nach SchlusspfiffSadistik (ohne Leerzeichen):
DOATMUND:WeidenfellerPiszczekSuboticHummelsSchmelzerS.BenderKehlBlaszczykowskiKagawaGroßkreutzLewandowski.
SUPPERHOFFE:StarkeBeckWilliamsVestergaardBraafheidWeisRudySalihovicJohnsonRobertoFirminoBabel (Eigengewächse fett markiert)

Tore (mit Leerzeichen):
1:0 S. Kagawa (16.)
2:0 K. Großkreutz (31.)
3:0 S. Kagawa (55.)
3:1 F. Johnson (63.)

Karten:
Gelb für S. Bender (28.) Gelb für T. Weis (20.)
Gelb für E. Braafheid (23.)
Gelb für A. Beck (67.)
Gelb für R. Babel (84.)

Spieldaten:
Jubel um Kagawas 3-017, 6, 4, 50%, 55%, 13, 1 (setze die Reihe fort.)
Flanken, Ballkontakte, Zweikämpfe, Fouls, Abseits (gabs alles!)
9, 2, 4, 50%, 45%, 22, 3 (Fibonacci)

Die meisten Torschüsse:
R. Lewandowski (6) S. Salihowicht (3)

Die meisten Torschussvorlagen:
J. Blaszczykowski (4) (Kuuuuubaaaa)
S. Kagawa (4) (ist jetzt grün, sieben Meter groß!)
R. Firmino (3) (wo sie den nu wieder her haben, will ich nich wissen.)

Die meisten Ballkontakte:
M. Hummels (88) S. Salihowicht (82)

Die Zweikampfstärksten:
M. Hummels (86%) E. Bravheit (59%)

Jakob, 29.01.2012

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