Spielbericht Amateure

Serie gerissen: Amateure verlieren gegen Koblenz

15.04.2012, 22:43 Uhr von:  Redaktion

Konnte nicht zurieden sein: Trainer WagnerUnd sie können doch noch verlieren. Nach 90 Minuten gutem Fußball mit dem falschen Ausgang für Borussia Dortmunds Amateure ist es Gewissheit: Die Serie von 14 ungeschlagenen Spielen ist gerissen. Und das ausgerechnet beim Tabellenschlusslicht aus Koblenz, das sich jedoch nicht wie ein solches präsentierte. Dicht gestaffelt, und bei Ballbesitz der Dortmunder ab der Mittellinie mit Mann und Maus verteidigend, waren es die Koblenzer, die gerade über die Außen Borussias Defensive immer mal wieder in Bedrängnis brachten, und somit das ungewohnte Gefühl einer Niederlage wieder beibrachten.

Bei 445 Zuschauern ohne Stimmungsblock der UvdA, die dank der Parallelansetzung mit dem Revierderby nicht zugegen waren, brachten eineinhalb Sonntagsschüsse, sowie ein gut herausgespielter Treffer der TuS Koblenz, die erste Niederlage Borussias seit dem 0:1 gegen Rot-Weiss Essen. Dabei hätten unsere Amateure heute den ersten Platz einnehmen können, da Lotte mit einem unglaublichen Ergebnis von 3:5 nach 1:0 Führung gegen Wuppertal verlor. Immerhin gab es auch für die Zweitvertretung der Ponys keine Punkte, so dass sich die Ausgangslage quasi nicht verändert hat.

Ducksch erneut für Boyd in der Startelf

Trainer David Wagner brachte exakt die selbe Aufstellung wie schon gegen Elversberg auf den Platz. Zlatan Alomerovic hütete weiterhin das Tor und Terrence Boyd blieb weiterhin der Bankplatz, so dass Marvin Ducksch erneut von Beginn an ran durfte. Für den weiterhin verletzen Mario Vrancic spielte Fring erneut neben Bakalorz im defensiven Mittelfeld, Marc Schnier beackerte die rechte Außenbahn.

marvin Duksch wieder von Anfang an.Direkt nach Anstoß durch unsere Borussia wurde klar, dass Koblenz sich keineswegs verstecken würde. Die TuS spielte von Anfang an keineswegs wie ein Absteiger, und standen gerade taktisch gesehen vom Anpfiff an gut und dicht gestaffelt, um so den spielstarken Borussen die Lust am Fußball zu nehmen. So war es auch die TuS, die nach 6 Minuten Abtasten die erste "Chance" hatte, wobei die Bezeichnung "Chance" explizit vom Schreiber in Anführungsstrichen gesetzt ist, da ein Schüsschen von der Strafraumkante nicht unbedingt Gefahr für den Kasten von Zlatan Alomerovic darstellte. In Wirklichkeit war in den ersten 25 Minuten fast komplett von Ballbesitz der Borussia geprägt, welcher aber nicht viel brachte, da Koblenz zu diesem Zeitpunkt auf alle Aktionen eine defensive Antwort wusste. Abwechslung und Stimmung brachten lediglich die ca. 80 Koblenzer Fans, die einen geschätzt 40 Mann starken Stimmungsblock stellten. "Deutscher Meister wird nur die TuS", "Wenn wir wollen kaufen wir euch auf" und der absolut stimmungsvolle Wechselgesang "Saufen!" - "Saufen!" waren schon ganz großes Kino.

Nach 25 Minuten dann aber der Hammer des Spiels. Dortmund verliert in der Höhe des Mittelkreises (!) den Ball an Thomas Klasen, seines Zeichens Stürmer der TuS Koblenz, welcher nicht lange fackelt und einfach mal draufhält. Alomerovic steht in dieser Situation etwas zu weit vor dem Tor, der Ball wird lang und länger und schlägt direkt hinter dem verdutzten Schlussmann des BVB ins Tor ein. Ein Sonntagsschuss, der einem Spieler wahrscheinlich nur genau einmal in der Karriere gelingt.

Vom Gegentreffer nicht geschockt drückte Borussia Dortmund nun direkt aufs Gaspedal. Marvin Bakalorz tankt sich direkt nach dem Wiederanstoß in die Nähe des Strafraums der Koblenzer durch, und wird in halbrechter, aussichtsreicher Position gefoult. Den fälligen Freistoß verwandelt Marcel Halstenberg direkt - perfekte Antwort. In den Folgeminuten entwickelte sich endlich ein munteres Spiel, Dortmund kombinierte sich hoffnungsvoll durch die Koblenzer Hälfte - allein die Torraumszenen blieben weiterhin Mangelware. Koblenz in dieser Phase aufs Kontern bedacht, wobei der Ausdruck "Kontern" nun wirklich nicht das umschreibt, was die da getrieben haben. Für eine Kontertaktik braucht man schließlich schnelle und dribbelstarke Spieler. Somit wurde das Dortmunder Tor in dieser Phase kaum in Bedrängnis gebracht. Interessant sei noch ein Freistoß zu erwähnen, den Koblenz nach einem klaren Foul eines Koblenzers an Jonas Hofmann bekommen hat. Nette Regelauslegung. Somit gings dann auch ohne weitere bedeutende Ereignisse zum Pausentee.

Mehr Fußball in der zweiten Halbzeit

In der zweiten Halbzeit wechselte Trainer David Wagner die Tormaschine Terrence Boyd für Ensar Baykan ein. Marvin Ducksch verrichtete seine Arbeit von nun an auf der linken Mittelfeldseite. Borussia nun mit besserem Fußball, besseren Kombinationen und auch einigen guten Chancen. Koblenz machte da weiter, wo sie in der ersten Halbzeit aufgehört haben - mit Fußball verhindern und sich auf "Konter" spielen. Man könnte das jetzt durchaus als "clever" bezeichnen, wäre man neutral. Terzic und Paurevic ließen in der Dortmunder Innenverteidigung wiederum ebenfalls nichts anbrennen, so dass sich das Spiel vorwiegend zwischen den beiden Strafräumen abspielte. Es dauerte trotz optischer Überlegenheit eine gute viertel Stunde, bis Borussia Dortmund die nächste gute Chance bekommen sollte. Nach einem Wunderzucker-Pass von Marcel Halstenberg auf Terrence Boyd haben die Koblenzer auf der Ehrentribüne den Amerikaner lauthals im Abseits gesehen, Fahne blieb aber unten, der Schuss kommt aufs Tor, aber Yalcin im Tor der Koblenzer hält. Schade, da wäre durchaus die Führung drin gewesen. Ebenso Pech hatte Marvin Ducksch, der nach einem "tödlichen Heber" frei vor dem Koblenzer Schlussmann auftauchte. Leider zeigte aber genau dieser eine glänzende Reaktion. Die Führung wäre jetzt inzwischen überfällig.

Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Nach einer der ersten gelungenen Koblenzer Kombinationen der zweiten Hälfte - es läuft bereits die 75. Minute - kommt Thomas Klasen frei zum Schuss. In der Schussbahn: Der Oberschenkel von Ivan Paurevic. Unglücklich abgefälscht - rechts oben im Knick. 1:2 für Koblenz. Wie das? Weiß keiner. Aber wie sagt wohl eine bekannte Fußballweisheit: "Wenn du das Tor selbst nicht machst, fängst du dir einen ein." Ein Schock für die Borussia. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Eine Minute später gabs die erste wirklich richtig gefährliche Kombination der TuS über die rechte Seite, die zuvor komplett abgemeldet war. Pass auf den eingewechselten Tokio Nakai - wieder drin. 1:3 in der 76. Minute, nachdem Dortmund wirklich eine gute zweite Halbzeit abgeliefert hat. Verkehrte Welt. Verdient ist jetzt anders, aber auf weitere Fußballphrasen verzichten wir hier jetzt mal.

Die moralisch starken Schützlinge von David Wagner steckten keineswegs auf - nun ging es weiter nach vorne, wodurch natürlich gefährliche Lücken entstanden. Koblenz kam hin und wieder gefährlich vor das Tor der Dortmunder, das brachte allerdings nichts ein. Unvermögen und Alomerovic verhinderten schlimmeres. Nach einem fragwürdigen Einwurf der Borussia fiel das 2:3 in der 86. Minute durch den starken Marvin Ducksch und es wurde direkt hektisch: Stefan Haben hakelt - völlig ohne Ball in der Nähe (das Spiel war noch nicht wieder angestoßen) - Jonas Hofmann von hinten in die Beine. Gelb für beide. Fragwürdig. Über einen Platzverweis hätte sich der Koblenzer hier nicht Beschwerden dürfen. Stattdessen wurde auch Hofmann mit Gelb wegen Rudel (der Schreiber wüsste nicht, wofür sonst) beschenkt.

Halstenberg erzielte einen TrefferDer Anschlusstreffer zum 2:3 kam jedoch nicht früh genug. Trotz einiger Nachspielzeit ging somit das erste Spiel nach einer gefühlten Ewigkeit verloren. Sehr unglücklich, aber Glück und Unglück entscheidet nicht immer über den Ausgang einer Partie. Die Tore zum 1:2 und zum 1:3 warfen den Spielverlauf der zweiten Hälfte schließlich so auf den Kopf, dass man von glücklichen Koblenzer Punkten sprechen darf. Die Serie ist somit gebrochen.

Da Lotte und die falsche Borussia jedoch zeitgleich ebenfalls verloren, haben Borussias Amateure die Trümpfe weiterhin selbst in der Hand. Da Lotte bekanntlich ein Spiel mehr auf dem Konto hat kann unsere Zweitvertretung weiterhin aus eigener Kraft Regionalliga-Meister werden. Somit wäre das einzig wahre Triple (Deutscher Meister, DFB-Pokal-Sieger, Regionalliga-Meister) noch immer aus eigener Kraft machbar. Nächste Woche geht es am Sonntag in Verl gegen den Sportclub Verl. Anstoß ist um 14:00 Uhr im Stadion an der Poststraße.

Statistik:

BVB II (4-2-3-1): Alomerovic – Schnier, Paurevic, Terzic, Halstenberg – Fring, Bakalorz – Hofmann, Benatelli (68. Treude), Baykan (45. Boyd) – Ducksch

TuS Koblenz (4-2-3-1): Yalcin - Nonnenmann, Haben, Barletta, Gentner - Mineiro, Lauer - Arslan, Kim (68. Nakai), Stahl - Klasen (93. Bauer)

Tore: 0:1 Klasen (26. Minute), 1:1 Halstenberg (28. Minute), 1:2 Klasen (75. Minute), 1:3 Nakai (76. Minute), 2:3 Ducksch (88. Minute)

Gelbe Karten: Hofmann (89. - hat wohl ein Rudel gebildet) - Haben (89. - Grund für den Rudel), Stahl (92. - Foulspiel)

Zuschauer: 445

Schiedsrichterin: Dr. Riem Hussein (Bad Harzburg)

Wiggy 15.03+1.2012

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