Helden in schwatzgelb

Ein Innenverteidiger der Superlative

31.07.2012, 22:05 Uhr von:  Tim

Fragte man nach der Doublesaison in schwarz und gelb Trainer, Spieler, Journalisten, Experten und Fans nach dem Akteur der Saison, fiel in der Summe nicht selten der Name Mats Hummels.

Hummels im Zweikampf mit Toni Kroos
Hummels im Zweikampf mit Toni Kroos

Zu überragend war einfach das, was er regelmäßig – nämlich tatsächlich von Spiel zu Spiel – auf das weite Grün brachte, um nicht in dieser Auflistung der Top-Spieler zu erscheinen.

Doch damit war für ihn noch lange nicht Schluss. Schließlich stand wenig später noch ein großes Turnier mit der Nationalmannschaft auf dem Programm. Und da musste er sich, wenn auch für ihn eher ungewohnt erst richtig reinbeißen und einen Stammplatz erobern. Und der Erfolg dieses Vorhabens stand bis kurz vor Anpfiff der ersten Partie lange auf der Kippe. Doch dann machte Mats Hummels das, was er einfach am besten kann: Nämlich der vielleicht beste Innenverteidiger der Welt zu sein. Denn fragte man nach einem Turnier, das zwar nicht mit dem Titel oder auch nur im Finale endete, aber dennoch alles andere als eine deutsche Tragödie war, nach dem überragenden deutschen Spieler, tauchte der Name Hummels auch hier wieder nicht gerade selten auf. Und das ist – wer hätte es anders gedacht – alles andere als ein Zufall.

Mats Hummels hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich hart an sich gearbeitet – an seiner Physis, an seiner Kondition, an seinem Stellungsspiel, an seinem Zweikampfverhalten, an seiner Schnelligkeit, an seinem Kopfball, an seiner Spieleröffnung, und jetzt fällt mir nichts mehr ein. Das wichtigste dabei aber ist, Mats Hummels hat sich in den vergangenen Jahren in all diesen Bereichen kontinuierlich verbessert und ist mittlerweile auf einem Niveau angekommen, bei dem es nicht mehr viele Fluchtpunkte nach oben gibt. Vor allem seine Spieleröffnung und sein Zweikampfverhalten beeindruckten in der vergangenen Spielzeit so gut wie in jedem Spiel. Der Zehner hinter den Sechsern möchte man da ja schon fast sagen. Mats leitete so viele Tore ein und machte das Offensivspiel stets schnell und belebte es gleichermaßen, wenn es nach vorne mal hakte. Genauso hielt er aber auch die eigene Abwehrreihe dicht, die den Gegnern nur wenige Möglichkeiten ließ, Tore zu erzielen.

Hummels im Spiel nach vorne gegen Mainz
Hummels im Spiel nach vorne gegen Mainz
Wenn überhaupt, gibt es nur zwei kleinere Schwachpunkte im Spiel des Mats Hummels in den letzten zehn Monaten. Sein offensiver Abschluss kam nicht mehr so zur Geltung, wie in den Jahren davor. Allerdings hatte man mit Lewandowski und der Offensivreihe dahinter auch genug Munition im Schaft. Zumindest reichte es für jeweils ein Tor in jedem Wettbewerb, was auch nur wenige vollbrachten. Und der neue Elferschütze für zukünftige Aufgaben vom Punkt dürfte wahrscheinlich feststehen – ganz cool, die Dinger gegen Marseille, Düsseldorf und vor allem zur so wichtigen Führung gegen die Roten in Berlin. Der zweite Schwachpunkt bezieht sich auf die Auftritte auf internationalem Terrain (die EM bis auf Italien mal ausgeklammert). In der Champions League darf nächste Saison ruhig noch mehr kommen, internationale Erfahrung ist durch die sechs Gruppenspiele und die EM-Partien ja durchaus hinzugekommen. Vielleicht fehlt auf dieser großen Bühne aber auch einfach noch so ein wenig das Selbstvertrauen. Das sollte Mats Hummels nach dieser grandiosen Spielzeit aber auf alle Fälle vorweisen und auch mit breiter Brust präsentieren können.


Der mit Abstand beste Innenverteidiger der Liga, der Double-Sieger! Danke, Mats!

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