Helden in schwatzgelb

Von der RL in die CL

28.07.2012, 09:09 Uhr von:  Tim
Von der RL in die CL

Dass Dortmund seine Scouts überall hat, ist ja mittlerweile bekannt. Und die Transfers der letzten Jahre in der Klopp-Ära sprechen für sich, denn schlechte Erfahrungen sind schlichtweg nicht vorhanden. Beim Transfer von Chris Löwe hätten viele also noch vor fünf oder sechs Jahren ungläubig die Stirn gerunzelt. Heute sieht das ganz anders aus. Ein Spieler aus der Regionalliga zum Deutschen Meister? Klar, warum nicht! Das Trio Infernale wird sich dabei schon was gedacht haben.

Chris Löwe heißt also ein Neuzugang für den BVB im Sommer 2011. Er wechselt vom Chemnitzer FC ins Ruhrgebiet. Die Vorbereitung macht ihm zu schaffen, das höhere Tempo und die enormen physischen Anforderungen verlangen ihm alles ab. Aber er beißt sich rein in die neue Erfahrung Bundesliga. Marcel Schmelzer, der Mann an dem sich Löwe orientieren soll, ist verletzt und so winkt das Startelf-Debut des gebürtigen Plaueners schon beim Pflichtspielauftakt im Pokal gegen Sandhausen. Er macht seine Aufgabe ordentlich. Das Spiel dient ihm als erste Trainingseinheit auf Wettkampfniveau mit den neuen Kollegen. Denn schon eine Woche später wird es richtig ernst. Schmelzer ist weiterhin verletzt und Löwe läuft im ausverkauften Westfalenstadion zum Auftakt gegen den HSV auf. Er ist Teil der Mannschaft, die dem Rest der Liga höllische Angst einjagt mit ihrer Dominanz und dem nahezu perfekten Fußball. Trotz guter Vorbereitung hat sich der Neuzugang noch immer nicht so ganz an das hohe Tempo in der ersten Liga gewöhnt und wird gegen Hamburg in der 75. Minute von Coach Kloppo erlöst, der den Linksverteidiger auswechselt.

Chris Löwe
Chris Löwe
Seine nächsten großen Auftritte hat Löwe dann an den Spieltagen 7 bis 9, als der BVB mit starken Auftritten in Mainz, gegen Augsburg und in Bremen wieder zurück in die Spur findet. Eine aus seiner Sicht großartige Hinrunde wird komplettiert durch sein erstes Champions League Spiel gegen Marseille. Kurz vor Weihnachten darf er dann nochmal von Beginn an ran, im Pokal in Düsseldorf. Große Verletzungssorgen und eine frühe rote Karte machen dieses Spiel zu einem Saisonhighlight. 80 Minuten fightet Löwe und hält die in Unterzahl agierende Borussia im Spiel. Dann spielt die Puste wieder einmal nicht so ganz mit. Von der Bank aus verfolgt er das Geschehen über 90 und dann sogar 120 Minuten. Und als Perisic den letzten Elfmeter verwandelt, kennt auch er kein Halten mehr und stürzt sich in die feiernde schwarzgelbe Meute.


Die Rückrunde verfolgt er fast ausschließlich von der Bank. Schmelzer ist verletzungsfrei und bildet mit Großkreutz auf der linken Seite ein tolles Paar. Am 33. Spieltag auf dem Betzenberg kommt Löwe noch einmal zum Einsatz, seinem einzigen in der Rückrunde. Aber das soll ihn nicht stören, denn er ist Deutscher Meister und Pokalsieger – und er hat seinen Beitrag dazu geleistet!

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