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Gelbfieber - wie Dortmund Fußballhauptstadt wurde

29.11.2012, 11:00 Uhr von:  Redaktion

Frische Ware auf den Büchertisch. „Gelbfieber – wie Dortmund Fußballhauptstadt wurde", so heißt das wohl neuste Buch über Borussia Dortmund. Genauer gesagt ist es erst vor wenigen Tagen, nämlich am 20. November erschienen. Herausgeber ist die Westfälische Rundschau, genauer gesagt WR-Sportredakteur Nils Holze. Kümmern wir uns zuerst einmal um die nüchternen Fakten, die taktische Ordnung sozusagen, bevor wir uns auf den Inhalt stürzen.

Optisch kommt das Buch schon einmal sehr schick daher. Ein stabiler Festeinband im DIN-A4 Format und leuchtend gelb gehalten. Das macht sich schon einmal gut im Bücherschrank. Mit 160 Seiten wirkt es zwar etwas schlank, aber andererseits ist man thematisch eben deutlich eingegrenzt und vermeidet mit einem kompakteren Inhalt, sich ermüdend in Einzelheiten zu verlieren. Es ist ein Buch, dass sich vielen verschiedenen Aspekten widmen möchte. Wer detaillierte Schilderungen über die Entwicklung der Stadt Dortmund, die Schuldenkrise(n) des BVB oder sportliche Einzelheiten über die einzelnen Spielzeiten kennen lernen möchte, der ist an anderer Stelle besser aufgehoben.

Sofort auffällig ist die collagenartige Zusammenstellung der einzelnen Themengebiete. So widmet sich Frank Fligge (Die Akte schwarzgelb) einerseits der engen Verbundenheit der Stadt Dortmund mit seiner Borussia und andererseits natürlich der Geschichte des Westfalenstadions mit besonderem Blick auf die abenteuerliche und existenzgefährdenden Finanzierung der letzten Ausbaustufe. Die Familie Dietrich gewährt einen Blick ins Familienalbum mit sehr schönen Fotos der Feierlichkeiten zum Europapokalsieg 1966 und dem DFB-Pokal 1989, Rolf Piorr (Reviersport) und Rolf Fischer beleuchten die Beziehung des BVB zu seiner Geburtsstätte, dem Borsigplatz. Verschiedene Fans erzählen in Einsendungen an die WR über ihre Beziehung zum BVB, ihre besonderen Momente und was Borussia für sie bedeutet. Aufgelockert immer wieder durch Interviews z.B. mit Herrn Dr. Reinhard Rauball, Ottmar Hitzfeld, Bruno Knust, Michael Steinbrecher oder Großaktionär Bernd Geseke. Auch eher „dortmundfremde" Personen wie Arnd Zeigler oder der jetzige DFB-Präses Wolfgang Niersbach melden sich zu Wort.

Diese Vielfältigkeit macht das Buch angenehm lesbar, da abwechselungsreich. Die Themenfelder sind dem Großteil der Borussenfans bekannt und durch diesen Kniff verschafft man diesen Themen neue Spannung, weil sie sich nicht in einem Schreibstil hinweglesen lassen. Ob man unbedingt Peter Peters zu Wort kommen lassen und ihn in einem Buch über Borussia seine Liebe zu den Blauen verkünden lassen muss, ist Geschmackssache. Ebenso wie die häufiger auftauchende Beschwörung, das schwatzgelb und blauweiss die Rivalität doch lockerer und mit mehr Respekt füreinander begehen sollte. Für meinen Geschmack ist das Buch hier ein bisschen zu brav.

Thematisch gegildert ist das Buch in 5 Abschnitte:

Dortmund und Borussia
Geschichtsunterricht
Heimspiel
Familienbande
Glaubensgemeinschaft

Alle Inhaltspunkte sind schön bebildert, lesen sich flüssig und von Autoren verfasst, die eng dran sind an unserer Borussia. Manchmal ein bisschen zuviel Pathos, an anderen Stellen etwas zu viel Überschwang. Wir wissen alle, dass unsere „Süd" eine der tollsten Tribünen der Welt ist. Aber auch, dass nicht jedes Spiel über 90 Minuten hinweg unsere Gegner vor Angst erstarren. Ein Buch, dass auch von der aktuell hervorragenden Stimmungslage rund um unsere Borussia getragen wird.

Wie eingangs erwähnt, wer sich wirklich intensiv mit Borussia und der Stadt Dortmund beschäftigt hat, die Aufstellung der Meistermannschaft von 1956 und '57 kennt, die Trikotsponsoren chronologisch richtig nennen kann und sich mit Fassungslosigkeit durch die Einzelheiten des Molsirisdeals gekämpft hat, wird diesem Buch nicht viel Neues entnehmen können. Das ist aber eben auf 160 Seiten nicht zu erwarten.

Für alle anderen bietet „Gelbfieber" einen interessanten Abriss über die Geschichte des BVB und das notwendige Basiswissen. Und es passt unter jeden Weihnachtsbaum.

Wer im Vorfeld bereits ein Buch gratis abstauben möchte, kann bei uns ein Exemplar gewinnen. Schickt einfach per E-Mail an die Gewinnspiel@schwatzgelb.de die Antwort auf folgende Frage: Wie viele Tore schoss Franz Brungs im legendären Spiel gegen Benfica Lissabon?

Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Einsendeschluss ist Sonntag der 02.12.2012.

- Titel: "Gelbfieber - wie Dortmund Fußballhauptstadt wurde"
- WR-Buch im Klartext-Verlag
- Format: DIN A4
- Ausstattung: 160 Seiten, Festeinband
- ISBN: 978-3-8375-0837-6
- Ladenpreis: 19,95 Euro
- Erscheinungstag: Dienstag, 20. November 2012
- Vertrieb: im Buchhandel, Buchgroßhandel, Pressefachhandel und Internetbuchhandel, mit Handelsvertretern im deutschsprachigen Raum sowie über die Geschäftsstellen der WAZ-Mediengruppe

Sascha, 29.12.2012

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