Eua Senf

Gedanken zu "Verrückt nach Fußball - Eine Reise durch die Fankurve Italiens" oder von denen, die wollen, aber nicht können

20.11.2012, 13:29 Uhr von:  Gastautor

Die Dokumentation "Verrückt nach Fußball - Eine Reise durch die Fankurve Italiens" von Jan Krapf, Jan-Henrik Gruszecki, Kai Tippmann und Marc Quambusch kann man an dieser Stelle nicht häufig genug loben. Sie bietet einen intensiven Einblick in die Seele des Calcio und ist gleichzeitig auch ein Mahnmal, wie es ist, wenn die Leute aufgrund von staatlichen Restriktionen vom Fußball ausgeschlossen werden. Bei mir wurden durch das Anschauen der Reportage viele Erinnerungen geweckt, da ich von 2009 bis 2010 selbst das Vergnügen hatte im Rahmen des Erasmus-Programms in Bologna zu leben, also mitten im Herzen Italiens. Für mich ist das Land während dieser Zeit zu einer zweiten Heimat geworden und bei meiner Ankunft konnte ich es kaum erwarten in den italienischen Fußball einzutauchen.

So wurde dann auch gleich am ersten Wochenende zum Stadio Renato Dall'Ara gepilgert. Es gab immerhin den italienischen Meister von 1964 zu bestaunen. Dass die Uhren bezüglich des Fußballs in Italien etwas anders ticken, hat man dann schon beim Kartenkauf gemerkt. Sämtliche Tickets sind personalisiert. Ohne Perso, kein Ticket. Die Erfahrung mussten dann auch ein paar Touristen um mich herum machen, da sie keinen Personalausweis dabeihatten, schauten sie buchstäblich in die Röhre, da sie das Spiel in einer naheliegenden Bar schauten. Zufälligerweise fand just an diesem Wochenende der hundertste Geburtstag des FC Bologna statt (passenderweise auch im Jahre 1909 gegründet). Als Geschenk vom Verein, gab es alle Karten zum halben Preis und so konnte man für nur 20 Euro auf der Haupttribüne Platz nehmen. Beeindruckende Kulisse vor Anpfiff, als 40.000 Fans große Schwenkfahnen im Takt zur Vereinshymne schwangen. Aufgrund der Tatsache, dass es eines von drei Heimspielen der Saison war, die ausverkauft waren (die anderen waren die Spiele gegen Milan und Inter), kam die Stimmung auch ziemlich gut rüber. Von der sozialistischen Einstellung der einheimischen Bevölkerung geprägt, kommt gerade das von der Kurve gesungene Bella Ciao, einem Kampflied der Arbeiter- und Kommunistenbewegung Italiens, sehr beeindruckend rüber. Normalerweise finden sich nur etwa die Hälfte der Zuschauer im heimischen Rund ein, was unter anderem auch daran liegt, dass der FC Bologna eher der VFL Bochum Italiens ist. Obwohl das Stadion durchaus charmant und idyllisch am Fuße der colli (Hügellandschaft um Bologna) gelegen ist, unter der Wallfahrtskirche Santa Lucia und zur Fußballweltmeisterschaft 1990 renoviert wurde, so ist es heute eine Bruchbude. Wer 2008 mit in Udine war, wird sich an Lochklos, kaputte Sitze und ein verfallenes Stadion erinnern. In Bologna ist das nicht anders.

Das nächste Ziel sollte ein Ausflug ins San Siro sein. Für Besuch aus Deutschland sollte ich Karten organisieren. Die Frage ist nur: Wie komme ich in Bologna an Karten für Spiele des AC Mailand? Die Antwort gab mir Kai Tippmanns Blog (www.altravita.org): Bei der Bank! Man muss sich das so vorstellen, dass man Karten für Inter bei der Sparkasse kaufen kann und Karten für den AC bei der Volksbank. Allerdings sind auch hier Personalausweise und Steuernummern(!) erforderlich. Eine Steuernummer kann man nur mit festem Wohnsitz in Italien beim Amt beantragen. Das war für mich insofern hinderlich, als dass es einerseits nicht üblich ist Mietverträge zu machen in Italien und andererseits ein Behördengang in Italien an den Amtsbesuch von Asterix erinnert (Passierschein A38, bitte!). Zwar stellte sich hinterher raus, dass ausländische Studenten die Steuernummer auf dem Studentenausweis haben, letztendlich sind wir dann aber ohne Karten nach Mailand gefahren. Glücklicherweise gab es dann noch Karten, aber würdet ihr jedes zweite Wochenende Zeit, Mühe und Geld investieren um am Ende Gefahr zu laufen, nicht ins Stadion zu dürfen? Es nimmt einem einfach die Motivation zum Fußball zu gehen. Das Problem sind die verschärften Restriktionen gegen die Fans und ausgerechnet da beißt sich die Katze in den Schwanz. Wenn südeuropäische Staaten wie Italien und Spanien versuchen deutsche Bürokratie (oder ihre Vorstellung von deutscher Bürokratie) zu schaffen, endet das meistens im Desaster und ist zum Teil widersprüchlich. Das angesprochene Verbot für „auswärtige" Fans ist da das beste Beispiel, wozu ich mehrere Begebenheiten liefern kann. Einmal wollte ich eine Freundin mit zum Spiel Bologna gegen Rom mitnehmen, weil es ihr Lieblingsverein ist. Da sie jedoch aus Sizilien kommt, durfte sie keine Karte kaufen und musste wieder den Heimweg antreten, obwohl sie mit Fußball und dem ganzen Drumherum relativ wenig am Hut hat. Ein Jahr später wurde deutschen Gaststudenten der Erwerb für Gastspiele von Werder Bremen und Bayern München bei Inter Mailand verwehrt, nur weil sie aus Deutschland kamen. Bei „Risikospielen" (gefühlt ist jedes zweite Spiel in Italien eines) können nur Einwohner der jeweiligen Region Karten für das Spiel beziehen. Da sowohl AC und Inter Mailand sehr viele Umlandfans und Fanclubs in der Emilia- Romagna haben (Mailand liegt gerade mal zwei Stunden von Bologna entfernt), wird das Gesetz aber mehr oder weniger außer Kraft gesetzt bei Auswärtsspielen in Bologna. Fans aus der Lombardei dürfen zwar nicht anreisen, sofern sie keine tessera die tifosi (in der Doku angesprochener „Fanausweis") haben, dafür ist es eine Gelegenheit für die zahlreichen Interista und Milanista aus Bologna sich mit so vielen Karten wie möglich einzudecken. Dass diese auch nicht anders drauf sind, als die Fans aus Mailand und Umgebung, ist klar und so sind Spannungen im und um das Stadion nicht auszuschließen.

Der Knackpunkt ist, dass die Ultrà-Kultur in Italien wesentlich verwurzelter ist und eine längere Tradition hat, als in Deutschland. Ich habe in Bologna Fans kennengelernt, deren Großväter und Väter bereits der Bewegung angehörten. Gerade in der roten Hochburg Bologna (die Stadt trägt den Namen la Rossa wegen ihrer roten Ziegelsteindächer und weil sie über Jahrzehnte einen kommunistischen Bürgermeister stellte) wurde die Politik in den 60er Jahren schon früh ins Stadion mitgenommen und der soziale Aufruhr war somit stets ein Thema. Was jedoch sämtliche Ultrà-Gruppen verbindet ist ihre Liebe und bedingungslose Leidenschaft zu ihrem Verein und zum Fußball, was in den Stadien durch fantastische Atmosphäre transportiert wurde. Sie stellten die größte Fangruppe dar, so dass fast jeder der seinen Verein im Stadion besuchte, meist ein Ultrà war. Daneben konnte sich keine andere Fangruppe wirklich etablieren. Dann ergeben auch die „Closed because of Dortmund-Ultras"-Schilder aus Udine einen Sinn. Während in Deutschland oder England vermehrt Familien und „Event-Fans" in die Stadion gelockt werden, werden diese in Italien neben den scharfen Restriktionen vor allem von den maroden Stadien abgeschreckt. Das Stadion des Erstligisten Cagliari aus Sardinien ist sogar so verfallen, dass der Verein seine Heimspiele aus Sicherheitsgründen nicht mehr dort austragen darf und seine Heimspiele teilweise in Triest an der Grenze zu Kroatien austrägt. Man stelle sich nur mal vor, der SC Freiburg müsste aus Sicherheitsgründen in Rostock spielen. Irre, aber traurige Wahrheit in Italien. Dabei wurden die meisten größeren Stadien zur Weltmeisterschaft 1990 errichtet oder renoviert. Seitdem hat sich jedoch nichts getan oder die Stadien waren an und für sich Fehlkonstruktionen, wie zum Beispiel das Stadio delle Alpi in Turin. Das liegt zum einen daran, dass die Stadien den Kommunen oder den Städten gehören und diese zu pleite sind um Geld in Fußballstadien zu investieren. Die momentane Wirtschaftskrise dürfte dabei ihr Übriges tun. Tatsächlich ist Rekordmeister Juventus Turin der erste Profiverein in Italien, dem sein Stadion gehört. Das moderne Juventus Stadium nach Vorbild der englischen Arenen erbaut, ist seitdem immer ausverkauft. Inter Mailand zieht als nächster Club nach und wird mit Hilfe von chinesischen Investoren bis 2017 ein neues Stadion bauen. Ein großes Länderturnier, wie eine Welt- oder Europameisterschaft könnte da Wunder wirken. Dadurch könnte man nicht nur die verfallenen Stadien sanieren, sondern auch neues Publikum für Besuche in solchen begeistern. Italien wäre aber nicht Italien, wenn man sich auch hier nicht um seine Chance gebracht hätte. Die Ausrichtung der EM 2012 hatte man schon so gut wie in der Tasche, als 2006 der Wettskandal rund um den Calciopoli aufgedeckt wurde und die UEFA das Turnier kurzerhand an Polen und die Ukraine abgab.

Ein weiterer Grund warum niemand in Stadien investiert, sind gerade die Fanausschreitungen der vergangenen Jahre. Es wäre zu einfach zu sagen, dass die Ultras vom Staatsapparat unterdrückt werden. Wie die Dokumentation zeigt, kam es in den letzten zehn Jahren tatsächlich zu „bürgerkriegsähnlichen Szenen" im und ums Stadion. Wenn unsere Vereinsverantwortlichen von „unschönen Szenen" sprechen, weil nach den letzten Meisterschaften das Spielfeld gestürmt wurde und beim letzten Derby ein paar Plastikstühle flogen außerhalb des Stadions, sollte man ihnen vielleicht die Bilder aus Italien zeigen. Ich bin mir sicher, dass sie dann ruhig schlafen und ganz entspannt mit dem „Fan-Problem" bei uns umgehen könnten. Wer in Italien den Konflikt angefangen hat ist dabei ganz egal. Die Folge war eine Spirale der Gewalt, die 2007 mit den Toden von Gabriele Sandri und eines Polizisten ihren grausamen Höhepunkt fand. Dabei ist es bei letzterem egal, ob Antonio Speziale nun der Täter war oder nicht. Fakt ist, dass er bei Ausschreitungen umgekommen ist. Die oder der Täter haben ohne Zweifel eine angemessene Strafe verdient. Bei harmloseren Straftaten in und um das Stadion ist ein Stadionverbot vielleicht sogar angebracht. Kollektivstrafen ganzer Gruppen bzw. in Italien einer ganzen Fußballnation, sind aber definitiv nicht das richtige Mittel um Grenzen zu setzen. Individuelle Bestrafungen MUSS es bei Fehltritten aber geben. Niemand will Szenen sehen, wie zuletzt in Genua als Ultràs den Spielern Gewalt androhten, wenn sie ihnen nicht ihre Trikots aushändigten, da sie ihnen nicht würdig seien. Ähnliche Szenen gab es in jüngster Vergangenheit leider auch in Deutschland zu bestaunen. DAS alles sind Szenen, die hier niemand sehen will und nicht, weil jemand im letzten Saisonspiel mit Bengalo in der Hand auf dem Zaun sitzt. Sie sind mehr als unnötig und eine Bestrafung gerecht. Zudem machten in der Vergangenheit auch rechts- und linksextremistische Fangruppierungen in Italien auf sich aufmerksam. Dabei seien vor allem die faschistischen Irriducibili („die Unbeugsamen") genannt. Dies hat jedoch nur insofern was mit Fußball zu tun, als dass, wie oben schon angesprochen, das Stadion schon immer Bühne für Ultrà-Gruppen war um ihre politischen Neigungen zu präsentieren beziehungsweise die Ultrà-Gruppen selbst erst aus den politischen Strömen gegen Ende der 60er entstammen. Das Problem liegt hierbei viel mehr innerhalb der italienischen Gesellschaft, die aufgrund der Geschichte des Landes ein ambivalenteres Verhältnis zu linkem oder rechtem Gedankengut hat, als Deutschland.

Das alles wirft ein schlechtes Bild auf den Calcio. Vom Glanz vergangener Tage, als die Maradonas, Matthäusse und van Bastens noch in Italien spielten, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Heute ist nicht mal mehr das Römer Derby ausverkauft. Das muss man sich mal bei uns vorstellen, dass die Hütte bei Dortmund gegen die Blauen nicht bis unters Dach voll ist. Dennoch ist der italienische Fußball noch nicht so tot, wie er geredet (und gemacht) wird. Das haben unter anderem der Champions League Sieg von Inter Mailand 2010 und die Leistungen der Squadra Azzura bei der letzten EM gezeigt (Balotelli lässt grüßen!). Das fußballerische Highlight außerhalb meiner Fankarriere mit unserer Borussia habe ich südlich des Brenners erlebt. 2010 durfte ich zum Champions League-Viertelfinalspiel von Inter Mailand gegen ZSKA Moskau. Das war das Jahr von Inter Mailand (Daniel van Buyten träumt heute noch schlecht von Diego Milito) und ich mittendrin in der Curva Nord zwischen den Boys San, Irriducibili und wie sie alle heißen. Obwohl ich fremd war, wurde ich freundlich aufgenommen und durfte bei ihnen stehen. Was dann abging, war einfach nur atemberaubend. Doppelhalter, Gesänge etc. Mit einer Wucht und einer Intensität vorgetragen, wie ich sie sonst nur auf der Süd erlebt habe und meilenweit allem entfernt, was ich in England gesehen habe. Dazu noch im San Siro. Die Oper der italienischen Fußballstadien. Wer mit in Madrid war, weiß wie man sich in so einem besonderen Stadion fühlt, dass man sonst nur von der heimischen Spielkonsole kennt. Es gibt einfach Pilgerstätten des Fußballs, die die Augen von gestandenen Männern leuchten lassen, wie damals mit acht Jahren ein BMX-Rad unter dem Weihnachtsbaum, und die man einfach besucht haben MUSS. Das Stadion in Mailand gehört sicherlich dazu. Auch wenn die Zuschauerschnitte es vielleicht nicht deutlich machen, so ist Italien ein absolut fußballverrücktes Land, was unter anderem auch ein Grund für die aufbrausende Art der Ultràs ist. Es gibt kaum jemanden, der keinen Lieblingsclub hat und spätestens zu den Länderturnieren im Sommer zieht es dann jeden gebannt vor den Fernseher und lässt uns in Deutschland über das Mitsingen der Hymne diskutieren. Zu Beginn meines Auslandsjahres stand ich nach dem Unterricht mit einem Kommilitonen aus München und einem aus Bologna noch auf dem Unihof und wir fingen an über Fußball zu diskutieren. Der Italiener stellte sich als genauso großer Fußball-Freak wie ich raus, der uns in breitem emilischem Dialekt von Talenten aus Deutschland (irgendein Müller von Bayern...) erzählte, noch bevor wir was von ihnen gehört hatten, und sämtliche Kader bis zu den Ersatzspielern von ehemaligen Meistermannschaften runterbeten konnte („Ah si, Borussia Dortmund! Bellissima squadra con Sammere, Möllere, Kohlere, Riedele...."). Es ist immer wieder ein Spektakel mit ihm gemeinsam Fußball zu gucken, da Spiele mit ihm meist 90 minütige Tiraden an Flüchen und Beleidigungen sind und er vor dem Fernseher mitunter so ausrastet, wie mancher von uns auf der Südtribüne. Diesen Oktober bin ich nach unserem Gastspiel bei Manchester noch nach Liverpool gefahren um mir das Europa League-Spiel Liverpool gegen Udinese anzuschauen und mir gleichzeitig mit dem Besuch an der Anfield Road einen Jugendtraum zu erfüllen. Dabei ist es bezeichnend, dass rund 4.000 Fans aus Udine (für Europa League am Donnerstagabend auswärts eine beachtliche Zahl für so einen relativ kleinen Club) teilweise das legendäre Liverpooler Publikum in den Schatten stellte und ich saß immerhin auf The Kop, der Südtribüne Liverpools wenn man so will (Der englische Fußball ist dann wiederum das andere Extrem). Udine gewann das Spiel sogar und bescherte den mitgereisten Fans somit eine unvergessliche Auswärtstour. Nach dem Spiel war ich noch in Liverpool in den Pubs und traf ein paar Fans von Udinese wieder mit denen ich vorher zusammen im Taxi zum Spiel gefahren bin. Bei zwei bis fünf Pils kam man so im Pub zum längeren Gespräch über Fußball und Auswärtsfahren an sich. Sie beklagten sich über die Situation in Italien und dass sie innerhalb Italiens gar nicht mehr zu Spielen außerhalb Udines fahren würden aufgrund der tessera, welche sie boykottieren. Sie würden sich komplett auf die internationalen Auswärtstouren konzentrieren, da dort die Restriktionen nicht so streng seien, wie in Italien (bei uns hat man das Gefühl, ist es eher umgekehrt. Sie erzählten von der Zeit als sie noch frei durch Italien reisen mussten und seien selbst nie in Konflikt mit anderen Fans oder der Polizei geraten. Während in England die Abschaffung der Stehplätze schon mehr als zwanzig Jahre her ist, es also mittlerweile eine ganze Generation gibt, die den Fußball nur so kennt, sind die Umstrukturierungen im italienischen Fußball relativ neu und die große Mehrheit hat noch die „gute alte Zeit" miterlebt. Man hatte das Gefühl, dass sie wollen, aber sie können nicht. Vom Westfalenstadion wurde mir dann selbstverständlich auch vorgeschwärmt (mussten ja auch eine überragende Tour gehabt haben) und einer von ihnen zeigte mir Stolz den Spielschal, den er immer bei sich trug. Während unserer Konversation hatte ich auch in keiner Sekunde, den Eindruck, dass mir perverse und irre Psychopathen gegenübersitzen. Ganz im Gegenteil. Es waren sympathische intelligente Leute, die sogar ihre Frauen mit nach Liverpool brachten. So erinnerte es eher an einen Kurzurlaub, denn an eine Auswärtstour von Fußballfans in dem Sinne, wie es im Moment (leider) nicht nur von den Boulevardmedien übertragen wird. Ganz allgemein hatte ich immer das Gefühl, dass die Leute, mit denen ich mich in Italien über Fußball unterhielt, zum Großteil normale und sympathische Leute waren. Studenten, Akademiker, Schüler, Arbeiter, Rentner, Leute wie du oder ich. Es waren Leute aus allen gesellschaftlichen Schichten, die den Fußball und ihren Verein lieben und für diesen einstehen.

Wenn sich der Fußball in Deutschland aktuell in eine falsche Richtung bewegen sollte, ist es zwar eher die englische, als die italienische. Ich bin kein Ultrà, ihre Rituale sind mir bisweilen sogar fremd, denke aber, dass es gerade bei uns in Dortmund viele Fans gibt, die den Verein nicht anders leben und lieben wie sie. Der Italienische Fußball ist jedoch eine Dystopie, wie ein Kulturgut vor sich hinsiecht und der Staat mit Fans umgehen kann. Es sollte ein warnender Fingerzeig in Richtung nördlich des Brenners sein.

geschrieben von Denis

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